„Erschöpft. Traumatisiert. Entwurzelt.“

„Die Menschen sind erschöpft. Ungeduscht. Traumatisiert. Sie sind entwurzelt, unentwegt unterwegs, die Informationen sind unzureichend und verwirrend, den meisten fällt es schwer, eine Entscheidung zu treffen. Viele lassen sich einfach so vom Flüchtlingsstrom mittreiben. Meist sind es Frauen und Kinder – die Männer müssen ja dableiben.“

Seit drei Wochen sind die Mitarbeiter unserer örtlichen Partner in Polen, Ungarn und Moldawien unermüdlich im Einsatz an den Grenzen. Sie heißen Geflüchtete willkommen, helfen ihnen, sich durch das Chaos an Informationen durchzuwühlen, leiten sie an sichere Orte weiter. Fast ständig klingeln die Handys, wird koordiniert, ermutigt, zugehört, vermittelt, getröstet.

Manche der Flüchtenden kommen zu Fuß, andere mit dem Zug. Manche schleppen ihr wichtigstes Hab und Gut in Tüten und Taschen mit, andere konnten kaum etwas retten. Manche haben Pässe, andere nicht. Manche wissen genau, wo sie hinwollen – meist zu Freunden oder Verwandten in anderen Ländern – und haben das Geld, um dort hinzukommen, andere kommen ohne Kontakte, ohne Pläne, mit wenig Geld und keiner Ahnung, was der nächste Schritt sein könnte. Und wieder andere gehören zu Randgruppen und Minderheiten: Menschen, die schon immer weniger Chancen hatten, die vielleicht schon ein oder mehrere Male in ihrem Leben flüchten mussten, die auch jetzt scheinbar weniger willkommen sind als andere. Sie leiden am meisten.

Mehrere Millionen sind inzwischen auf der Flucht. Die meisten flüchten nach Polen, viele andere nach Ungarn, nach Rumänien und Moldawien. Unsere Partner bemühen sich, ihnen zu helfen:

In Ungarn sind die Mitarbeiter seit Beginn der Krise auf beiden Seiten der Grenze aktiv. Unter anderem werden Notunterkünfte angeboten und logistische Hilfe geleistet.

In Polen wird zurzeit ein sogenannter „sicherer Ort“ direkt an der Grenze nahe des Bahnhofs eingerichtet, in dem Familien etwas ausruhen können, die Kinder spielen, die Mütter ihre Handys laden, und vor allem auch eine Dusche nehmen und in saubere Kleidung wechseln. Auch ist ein Zentrum geplant, in dem sich verschiedene Helfer an der Grenze austauschen können und ihre Aktionen besser koordinieren, sodass allen sinnvoll geholfen wird.

In Rumänien sind ehrenamtliche Helfer vor Ort seit dem 27. Februar damit beschäftigt, Geflüchteten in Bukarest eine Unterkunft anzubieten, bevor sie weiterreisen. An zwei Orten wurden mehrere Zimmer mit Stockbetten und allem Nötigen ausgestattet, um die Menschen willkommen zu heißen. Fahrdienste, warme Mahlzeiten, Telefonkarten, Medizin, Zug- und Flugtickets und viele Stunden des Zuhörens und der Ermutigung gehören mit zur Gastfreundschaft, die den Besuchern geschenkt wird. Viele dutzende Familien und Einzelpersonen konnten hier schon Zuflucht finden; manche bleiben ein oder zwei Nächte, andere eine ganze Woche.

Und auch in Moldawien, wo der Leiter unseres Partners selbst Ukrainer ist, wird ganz selbstverständlich geholfen: Sie halten stetigen Kontakt zu Bekannten und Verwandten in der Ukraine, fahren zur Grenze, um Menschen abzuholen, öffnen ihre Häuser, um Familien mit Unterkunft und Verpflegung zu versorgen und ihnen eine Zuflucht zu bieten – aber sie weinen und trauern auch gemeinsam, geben Trost und ein offenes Ohr, und feiern die überwältigende Hilfsbereitschaft ihrer moldawischen Nachbarn.

Noch weiß keiner, wie die Krise sich weiterentwickeln wird. Aber eines ist sicher: Die Menschen, die in der Ukraine geblieben sind und die, die flüchten konnten, brauchen langfristig unsere Unterstützung! Daher möchten wir uns besonders auch darauf konzentrieren, mit unseren Partnern langfristige Projekte zu erarbeiten, die den Menschen nachhaltig helfen und eine wirkliche Perspektive für die Zukunft bieten.

Dabei ist neben langfristiger Integration in Deutschland und anderen Ländern vor allem auch Trauma-Seelsorge in der Ukraine und in Nachbarländern angedacht. Familien, die Männer oder andere Familienangehörige im Krieg verloren haben, werden besondere Unterstützung benötigen. Zudem ist, sobald dies möglich werden sollte, Wiederaufbauarbeit in der Ukraine angedacht; dies könnte zum Beispiel dadurch umgesetzt werden, dass bereits bestehende Projekte unserer Partner – wie die 6 Kinderzentren und 2 Rehabilitationszentren, die Helping Hands schon in der Vergangenheit gefördert haben – bei einem Neuanfang unterstützt werden.

Das geht nur mit Ihrer Hilfe! Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten, den Menschen der Ukraine langfristig Hoffnung zu schenken, spenden Sie bitte mit Vermerk „Ukraine-Krise“ über unsere Online-Spende oder per Überweisung auf unser Konto (IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394).

(Foto © NCM Moldova. An der moldawisch-ukrainischen Grenze.)

Die glücklichsten Kinder der Welt

Weihnachtsfreude in Albanien, Rumänien und Bulgarien

„Wir sind so dankbar, dass ihr an die Menschen hier in Albanien gedacht habt. Wir sind dankbar, dass ihr mit euren Gaben hunderten von Kindern und Erwachsenen Freude geschenkt habt!“

Weihnachtspäckchen schenken Weihnachtsfreude! 603 Weihnachtspäckchen konnten wir im Dezember 2021 nach Albanien und Rumänien schicken; der Transport nach Albanien enthielt auch etliche Kartons mit Schulmaterial (inklusive 56 Schulpäckchen) sowie selbst­gestrickten Socken, Schals und Mützen.

Aus Rumänien, wo 88 ältere Menschen in Sighişoara ein Päckchen erhielten, erreichte uns dieses Dankeschön der 76-jährigen Doamna:

„Ich möchte all den treuen Menschen danken, die es schaffen, uns diese wunder­baren Pakete zu schicken, die mir große Freude bereiten, denn ich kann mir keinen guten Kaffee, keine Schoko­lade, keine Vitamine und keine Hand­creme leisten. Ich habe eine schwierige Familien­situation, weil einer der Jungen krank ist und nicht arbeiten kann. Mit diesem Paket kann ich den Menschen in meiner Umgebung eine Freude machen. Ich fühle mich verwöhnt und wichtig! Ich bin froh, dass jemand an mich denkt und danke Ihnen von ganzem Herzen für das Geschenk, das ich erhalten habe. Gott segne Sie!!!“

Und aus Albanien berichtet Gesti, der Leiter unseres örtlichen Partners:

Heutzutage ist es bei uns für die Kinder sehr schwer, die Liebe und Fürsorge zu bekommen, die sie brauchen. Wir leben in einer sehr harten Gegend, in der die meisten Menschen ums Überleben kämpfen. Daher sehen wir es als Team als sehr wichtig an, den Kindern, denen wir dienen, etwas Freude zu bringen. Wir sind so glücklich, dass wir in dieser Weihnachtszeit einige hundert Menschen treffen und sie glücklich machen und ihnen eine Freude bereiten konnten!

Wenn wir in die Dörfer fahren, die nur etwa 20 Minuten von der Hauptstadt Tirana entfernt sind, sind wir so traurig zu sehen, wie bedürftig die Menschen dort sind. Die Kinder starren uns an in der Hoffnung, dass wir ihnen etwas bringen, das sie glücklich macht, oder auch etwas zu essen, wenn sie vielleicht schon eine Weile nichts mehr gegessen haben. Es ist schwer vorstellbar, dass wir im 21. Jahrhundert diese Art von Problemen haben. Aber wir sind so dankbar, dass einige deutsche Geschwister uns dabei geholfen haben, in dieser Weihnachtszeit Geschenke und Weihnachtsfreude zu überbringen.

Wir besuchten die Schule in Pezë und trafen uns mit dem Direktor, ein Mann um die 50, studiert und gut ausgebildet, aber ohne Hoffnung. „Ich habe ein bisschen geforscht im letzten Jahr“, sagte er, „und herausgefunden, dass die meisten Familien in diesem Dorf mit weniger als 2 Dollar pro Tag überleben. Diese Päckchen für die Familien sind also ein großer Segen für sie!“ Also haben wir 160 Päckchen an die Schüler in Pezë verteilt.

Wir brachten die Päckchen in die Klassenzimmer und wollten mit ihnen Hoffnung schenken. Einer der Jungs bekam sein Päckchen und war so glücklich, dass er anfing, das Päckchen zu küssen und mit ihm zu sprechen: „Ich liebe dich, ich liebe dich!“ Das hat mich wirklich berührt und ich bin hingegangen und habe ihn umarmt. Wir sagten allen Kindern, dass diese Päckchen mit einer großen Liebe von Freunden aus Deutschland kommen.

Auf der Rückfahrt nach Tirana hielten wir an der Schule in Sharrë, die so klein ist und so wenige Lehrer hat, dass mehrere Klassen in einem Raum unterrichtet werden. Als wir dort anhielten, unterbrach der Direktor den Unterricht und schickte alle Kinder vor das Schulgebäude. Ich werde nie ihre Gesichter vergessen, als sie die Päckchen erhielten. Sie sahen aus wie die glücklichsten Kinder der Welt. Eines der glücklichen Kinder sagte: „Ich hab noch nie ein Geschenk bekommen, weil meine Eltern mir nichts schenken.“

Diese Päckchen, auch wenn sie nur eine Kleinigkeit sind, haben eine große Wirkung auf die Kinder und Familien! In unserem Kinderzentrum organisierten wir eine besondere Weihnachtsfeier für alle Kinder und Eltern. Nach der Feier haben wir die Päckchen an die Kinder verteilt und sie damit glücklich gemacht. Auch in einem Waisenhaus in Tirana konnten wir Päckchen verschenken. Wir haben bei unserem Besuch Kinder mitgebracht und sie haben miteinander gespielt; so haben die Päckchen auch dazu beigetragen, dass die Kinder, die es wirklich nötig haben, mit anderen Kindern in ihrem Alter Zeit verbringen konnten und Liebe spürten. Es war eine tolle Zeit!

Wir besuchten auch ein Kinderkrankenhaus, wo besonders Kinder aus ländlichen Familien sind, die sich kein gutes Krankenhaus leisten können. Das war eine sehr schwierige Situation, und wir waren wirklich berührt, als wir die Kinder und ihre Mütter kennenlernten! Eine Mutter fragte, ob in den Paketen auch etwas zu essen sei, da das Krankenhaus nur für die Kinder etwas anbietet. Als wir die Päckchen an die Kinder verteilten, waren sie sehr glücklich und die Mütter waren noch glücklicher als die Kinder.

Aus Spenden für den Weihnachtstransport konnte in Albanien auch ein ganz besonderes Weihnachtsfestmahl für die Kinder und Familien unseres Kinderzentrums in Kombinat bezahlt werden – bereits zum vierten Mal.

„Es ist eine Zeit, die nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern lieben. Die Kinder beginnen zwei Wochen vor der Weihnachtsfeier mit den Vorbereitungen, basteln Einladungen und laden dann ihre Eltern ein, an ihrer Feier teilzunehmen. Wir wollen, dass die Kinder das Gefühl haben, dass es ihre Einladung für die Eltern zu diesem besonderen Essen ist! Sie sind alle begeistert, weil es eine besondere Zeit ist und sie alle auch Geschenke bekommen.“

Insgesamt 65 Personen kamen ins Restaurant, setzten sich an die reichgedeckten und schön geschmückten Tische und fühlten sich willkommen. „Es war ein sehr schönes Essen mit Fleisch und anderen guten Speisen, die alle genossen. Lehrerin Vera begrüßte zu Beginn alle und sagte ein paar gute Worte, damit sich alle wohlfühlten. Einige Kinder sagten auch ein Dankeschön, und dann konnte man sehen, wie alle glücklich waren, sich auf das Essen konzentrierten und miteinander sprachen.“ Später gab es noch eine große Torte und ein Geschenk für jedes einzelne Kind. „Die Kinder waren so glücklich, dass sie alle vergaßen, im Restaurant zu sein, und vor lauter Freude laut zu jubeln begannen. Es war eine Zeit, die sie alle genossen und von der sie noch lange gesprochen haben.“

 

Nach Bulgarien haben wir in diesem Transport keine Päckchen gesendet. Denn im Dezember schrieb Zhana, Leiterin unseres örtlichen Partners:

„Die Corona-Krise hat so viel Trauer und Chaos in unseren Dörfern verursacht, aber sie bot den Menschen auch die Möglichkeit, mit ihren bedürftigen Nachbarn zu teilen. Was wir in den letzten anderthalb Jahren erleben, ist eine beispiellose Reaktion auf die Krisen. Mit Freude sehen wir, dass Christen und Nichtchristen mehr und mehr Verantwortung übernehmen, um sich um Menschen in Not zu kümmern. Wir können den Herrn für diese Entwicklung nur loben, denn das ist es, wofür wir jahrelang gebetet und wovon wir geträumt haben. Das Ergebnis ist, dass wir in der Lage sind, die unmittelbaren Bedürfnisse der bedürftigen Menschen unter uns zu erfüllen. Und das alles begann mit euren Päckchen und Gaben über so viele Jahre hinweg! Wir beobachten diese wunderbare Entwicklung in allen Dörfern, in denen wir den Menschen dienen.“

Stattdessen werden mit Spenden aus dem Weihnachtstransport die Schulen in Vidrare und Tarnava unterstützt, die mit einem sehr geringen Budget auskommen müssen und es sich daher kaum leisten können, das Gebäude genügend zu heizen oder gar eine Schulmahlzeit anzubieten – doch die Kinder sind von 9.00 bis 16.30 Uhr im Unterricht! Daher werden derzeit mit unseren Spenden die Heizkosten unterstützt und für jedes Kind eine warme Mahlzeit bereitgestellt.

„Unser Ziel ist es, den Familien zu helfen und dafür zu sorgen, dass kein Kind mit leerem Magen nach Hause geht und in der Schule nicht friert. Mit eurer großzügigen Spende bringt ihr eine große Erleichterung für unsere Schulen hier, die versuchen, so gut es geht die Kinder unter den derzeitigen unsicheren Umständen angemessen zu versorgen.“

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen, die durch Päckchen oder Spenden zu dieser Weihnachtsaktion beigetragen und es uns ermöglicht haben, in Albanien, Rumänien und Bulgarien Weihnachtsfreude weiterzugeben!

Ruhe im Chaos

Bereits über eine Million Menschen sind aus der Ukraine geflohen. Unsere örtlichen Partner kümmern sich in der Ukraine selbst sowie in Polen und Ungarn, Rumänien und Moldawien um die Betroffenen. Dabei verteilen in der Ukraine Einheimische Lebensmittel und Hygieneartikel, transportieren Flüchtende oder geben ihnen Unterkunft. An den Grenzen helfen zahlreiche Ehrenamtliche beim Übersetzen und Koordinieren, verteilen Wasser, bereiten warme Mahlzeiten zu oder nehmen Flüchtende bei sich zuhause auf.

Aus Ungarn berichtete der Leiter unserer Partnerorganisation nur drei Tage nach Beginn der Krise (Beitrag lesen).

Und der Direktor unseres Partners in Polen beschreibt: „Hier ist alles ziemlich chaotisch. Natürlich ändert sich die Situation von Augenblick zu Augenblick. Aber wir nehmen Menschen in Przyemysl in Empfang und leiten sie in unsere Zentren in Krakau und Posen weiter. Dort können sie sich erst mal ausruhen und beruhigen. Danach können sie sich entscheiden, wohin sie wollen. Auch viele andere Polen setzen sich für die Flüchtlinge ein.

Wir wollen nun ein Zentrum auf der polnischen Seite einrichten, um den Ankommenden erste Hilfe zu geben. Zudem sind wir in Kontakt mit dem Bürgermeister des nächsten ukrainischen Ortes. Dort herrscht absolutes Chaos. Wir wollen ihm helfen, den Flüchtlingen beizustehen, während sie darauf warten, die Grenze zu überqueren. Das sind natürlich nur kurzfristige Maßnahmen. Für uns heißt das Motto derzeit ‚Flexibilität‘. Zudem müssen wir schon jetzt überlegen, wie wir den Leuten langfristig helfen. Denn je länger dies dauert, desto schlimmer wird es.“

Wir haben in den letzten Jahren in der Ukraine und in allen Nachbarländern Entwicklungsprojekte gefördert sowie früher auch Lebensmittel und Medikamente geliefert. Jetzt möchten wir durch bestehende Kontakte den betroffenen Menschen langfristig helfen und in der Krise nicht nur Linderung, sondern auch eine Perspektive für die Zukunft schenken.

Die Geflüchteten, die örtlichen Partner und wir sind dankbar für jede Unterstützung! Sie können hier unter Stichwort „Ukraine-Krise“ wirkungsvoll helfen oder auf unser Konto bei der Kreissparkasse Gelnhausen überweisen (IBAN DE56 5075 0094 0000 022394).

 

Foto © NCM Int. Das Bild zeigt Helfer unseres Partners in Polen an der polnisch-ukrainischen Grenze.

Ungarn hilft

In den letzten Tagen sind Hunderttausende aus der Ukraine in die Nachbarländer geflohen: nach Ungarn und Rumänien, Polen und Moldawien.

„Danke für deine Nachfrage in diesem Durcheinander“, schreibt der Leiter unserer Partnerorganisation in Ungarn. „Wir helfen den Flüchtlingen bereits, da sie ziemlich hilflos sind. Wir haben ein Team zusammengestellt, das auf der ungarischen Seite hilft. Aber wir waren auch schon drüben in der Ukraine und helfen dort. Die Bankautomaten in der Gegend funktionieren nicht mehr, sodass die Leute für unsere Hilfe sehr dankbar sind. Jetzt planen wir Luftmatratzen, Bettzeug und Lebensmittel zu kaufen, um den Leuten Notunterkünfte anzubieten.“

Mehrere der Gemeinden in der Gegend setzen sich ein. Jetzt treffen sich die Leiter, um die nächsten Schritte zu planen. Zunächst geht es um Soforthilfe, doch weitere Maßnahmen sind nötig.

Wenn Sie den Menschen in der Ukraine und Nachbarländern eine helfende Hand reichen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Ukraine-Krise“ auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394, BIC: HELADEF1GEL (zur Online-Spende). Bitte geben Sie immer die vollständige Adresse an, damit Sie am Jahresende eine Spendenquittung erhalten können. Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bestätigt, dass Helping Hands e.V. mit den anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.

Wir feiern 30-jähriges Jubiläum!

Seit drei Jahrzehnten wirkungsvoll geholfen und nachhaltig verändert

Am 27. Februar ist Helping Hands e.V. stolze 30 Jahre alt. Wir sagen ein aufrichtiges DANKESCHÖN an alle, die gemeinsam mit uns in den letzten drei Jahrzehnten in über 50 Ländern Hoffnung und Zukunft geschenkt haben!

Wirkungsvoll helfen und nachhaltig verändern – das bedeutet für uns und unsere Unterstützer zum Beispiel:

  • Mehr als 300 Kinder in 20-30 Ländern haben seit 2007 durch individuelle Patenschaften eine Chance fürs Leben bekommen
  • Mehrere tausend Kinder haben in Kinderzentren in zahlreichen Ländern ganzheitliche Entwicklung erfahren; derzeit wirken 190 Kinder und Familien in integrativen Kinderzentren allein in Nepal daran mit, ihre Dorfgemeinschaften nachhaltig zu verändern
  • Etwa 800 Kinder besuchen von uns geförderte Schulen in Kenia, Libanon und Bulgarien; weitere ca. 500 Straßenkinder und Flüchtlingskinder nehmen an Bildungsprogrammen in Madagaskar und im Libanon teil
  • Drei Kindergärten in Albanien wurden bei der Gründung unterstützt
  • 102 junge Erwachsene haben in 21 paXan-Einsätzen in 19 Ländern praktisch mit angepackt, von den Menschen vor Ort gelernt und Wertschätzung vermittelt
  • Hunderte von Einzelpersonen und Familien in ganz Deutschland haben bis zu 10.000 Weihnachtspäckchen gepackt, die in ca. 25 Transporten in Albanien, Bulgarien und Rumänien echte Weihnachtsfreude verschenkt haben
  • Mehrere tausend Menschen in Bangladesch können sich einen sicheren Lebensunterhalt verdienen, weil sie in Schulungszentren (teilfinanziert von der Bundesregierung) in Birgonj, Satkhira, Jessore und Srimongol Schulungen besucht und beim Start von Kleinstunternehmen unterstützt wurden
  • Hunderte Familien haben durch landwirtschaftliche Projekte zum Beispiel in Mosambik und Malawi ihr Einkommen und ihre Ernährung verbessert
  • Tausende von Menschen in Osteuropa, Afrika, Amerika und Asien haben nach Katastrophen und in Flüchtlingssituationen neue Hoffnung erfahren; dazu gehörten auch zahlreiche Hilfseinsätze und praktische Hilfe in Russland, der Ukraine und den umliegenden Ländern
  • Hunderte von Einzelpersonen, vor allem Frauen, haben in Nähschulen und anderen Ausbildungszentren einen Beruf erlernt
  • Kinder und Familien in Madagaskar und Kenia, Nepal und anderen Orten sind dankbar, dass sie nun Zugang zu sauberem Wasser haben
  • Viele hunderte Frauen haben sich in Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen, ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt und gelernt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen

30 Jahre nachhaltige Veränderung sind für uns zugleich ein Auftrag, uns für die nächsten Jahre wirkungsvoll aufzustellen. Sie können durch den „Jubiläumsfond“ diese großartige Arbeit für die nächsten 30 Jahre mit ermöglichen!

Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen! Spenden Sie gerne online oder per Überweisung (Vermerk „Jubiläumsfond“) an IBAN DE56 5075 0094 0000 022394.

Unsere Partner in Ukraine und Umgebung

Die Bilder und Nachrichten aus der Ukraine erschüttern uns alle. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit Partnern in der Ukraine und in den Nachbarländern zusammen, die auf vielfältige Weise Menschen am Rand der Gesellschaft unterstützen, zum Beispiel Obdachlose, Menschen mit Behinderung, Drogen- und Alkoholabhängige und Menschen, denen es wirtschaftlich schlechter geht. In der Ukraine haben wir u.a. in der Vergangenheit mehrere Rehabilitationszentren gefördert; in den Nachbarstaaten waren paXan-Jungerwachsenenteams mit praktischer Hilfe vor Ort. Jetzt sind wir besonders gefordert, unsere Partner zu unterstützen!

Unsere einheimischen Kollegen bleiben im Kontakt und arbeiten daran, den Menschen Hilfeleistung zu geben, die von der Gewalt unmittelbar betroffen sind bzw. aus ihrer Heimat fliehen müssen. Sie berichten, dass viele in unterirdischen Zufluchtsstätten schlafen und die Situation sich kontinuierlich verschärft.

Und natürlich ist nach jeder Katastrophe ein Wiederaufbau nötig. Dafür wollen wir bereit sein! Wir sind dankbar für jede Spende mit Vermerk „Ukraine-Krise“ (gerne online oder per Überweisung an IBAN DE56 5075 0094 0000 022394).

Sobald wir weitere Infos von unseren Partnern erhalten, werden weitere Beiträge ergänzt. Das Foto wurde heute früh (25. Februar) von einem Kollegen in Kiev gemacht.

Träume sind nicht nur Luftschlösser

In den Bergdörfern Ithung und Ghalegaun, Nepal, ist das erste Jahr des „integrativen Kinderzentrums“ erfolgreich beendet

Die höchsten Berge der Welt sind gar nicht so einfach zu finden. Meist verbergen sie sich hinter einem weißen Wolkenschleier, so dicht, dass das Gebirge wie ausradiert wirkt. An anderen Tagen ragen nur die majestätischen Spitzen des Himalayas aus den Wolken hervor. Wie Traumschlösser schweben sie dann hoch über dem Horizont, unerreichbar, weit weg von der Wirklichkeit. Manchmal spiegeln sie sich in einem kleinen, glasklaren See oben auf der Hügelkuppe, zum Anfassen nahe und doch so unendlich fern.

So täuschend nah und doch unerreichbar – so erscheinen den Menschen, die hier wohnen, oft ihre Träume. Der Traum, dass ihre Kinder eine gute Schulbildung erhalten. Der Traum, dass im Winter der Hunger nicht mehr nagt. Der Traum, dass ihre Familie eine bessere Zukunft hat, dass Hoffnung nicht nur Hoffnung bleibt.

„Hoffnung“ – das ist der Appell, der mir als erstes begegnet, als wir im November das Bergdorf Ithung besuchen. Gleich in der vordersten Reihe steht er und lächelt schüchtern , streckt mir einen selbstgepflückten Blumenstrauß entgegen: der kleine Junge im grauen Pulli und schwarzer Mütze, die Buchstaben H-O-P-E beherzt auf seine Stirn geschrieben. Später, als wir im Kinderzentrum in Kreisen auf dem Boden sitzen, die Kinder ihre Heimat mit Buntstiften auf Weihnachtskarten malen, da grinst er mich schon etwas kühner an, als ob er fragen möchte, was ich denn meine zu seiner Hoffnung, ob es wohl nur eine Hoffnung bleibt?

Seit einem Jahr gibt es das Kinderzentrum, das mein „Hoffnungsjunge“ besucht. Ein Jahr voller Anfechtungen und Verzweiflung. Ein Jahr, in dem die Pandemie auch das kleine Bergdorf erreichte und Menschen, alt und jung, hinwegraffte. Aber auch ein Jahr, in dem vieles besser wurde!

„Meine Tochter hatte ziemlich Probleme in der Schule“, erinnert sich Dhan Bahadur, ein Kleinbauer und Tagelöhner aus Ithung. „Ich konnte ihr nicht helfen – ich war ja selbst nie in der Schule, weil wir zu arm waren! Aber seit Kanchan ins Kinderzentrum geht, haben sich ihre schulischen Leistungen enorm verbessert. In der letzten Prüfung war sie richtig gut. Und jetzt verbringt sie viel Zeit mit ihren Schulaufgaben – die kann sie nun alleine machen, aber die Lehrer im Zentrum helfen ihr natürlich, wenn es schwierig wird.“

Eine gute Schulbildung für die Kinder – das ist einer der größten Träume vieler Familien, mit dem auch viele weitere Träume verknüpft sind. Doch bittere Armut ist hier oft die Wolkenwand, die gute Bildung und eine bessere Zukunft zu Luftschlössern macht: Ohne Geld für Schulmaterial und notwendige Hausaufgabenhilfe haben die meisten Schüler keine Chance, gehen oft einfach gar nicht zur Schule, weil sie sich schämen. Hier macht das Kinderzentrum einen deutlichen Unterschied.

Dafür ist Dhan Kumari besonders dankbar: für das Schulmaterial und die Nachhilfe, die ihrer Tochter ermöglicht, beim Lernen wirkliche Fortschritte zu machen. „Jedes Mal wenn ich sehe, wie Kriti mit einem Lächeln auf dem Gesicht zur Schule geht, ist mein Herz erfüllt von Freude!“

Kriti besucht das Kinderzentrum im Dorf Ghalegaun, eine knappe Stunde steil den Hügel bergab. Am nächsten Morgen sind wir dort zu Besuch, werden mit der Nationalhymne und traditionellen Tänzen willkommen geheißen, dürfen dann das Schulmaterial verteilen, das die Kinder jedes Quartal erhalten.

Während die Kinder ein nahrhaftes Frühstück genießen, schauen wir nebenan bei der Selbsthilfegruppe vorbei, die sich regelmäßig trifft. Denn Ithung und Ghalegaun bilden zusammen ein integratives Kinderzentrum, also ein Zentrum, in dem nicht nur die Kinder Unterstützung für die Schule erfahren, sondern Familien durch Spar- und Kreditprogramme und diverse Einkommensprojekte eine echte Chance geboten wird, ihren wirtschaftlichen Status nachhaltig zu verbessern.

Die umfassenderen Maßnahmen sind erst fürs zweite Jahr geplant. Aber schon jetzt sind erste Früchte erkennbar: zum Beispiel das gesparte Kapital in den beiden Selbsthilfegruppen in Ithung und Ghalegaun, das in Einkommensprojekte investiert wird, und die Gemüsegärten, die in Ghalegaun zahlreichen Familien nahrhafte Lebensmittel spenden werden. Nach unserem Besuch in der Selbsthilfegruppe dürfen wir einige dieser Gärten besichtigen.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Phulmaia and schaut stolz auf das üppige Grün, das sie umgibt – vorschriftsmäßig eingezäunt, zum Schutz vor fresslustigen Tieren. „Wir wussten ja gar nicht, wie man richtig Gemüse anbaut. Aber seit wir extra geschult wurden, klappt es viel besser. In meinem Garten wächst jetzt das Gemüse sehr schön und das macht mich glücklich!“

Ein paar Gärten weiter oben zeigt Shanti, was sie alles an „Wintergemüse“ angebaut hat – in sauberen Reihen, wie bei der Schulung gelernt. Noch sind die Pflanzen ganz klein, die Schulung ist ja erst ein paar Wochen her. „Das sind Erbsen, Rettich, Zwiebeln und Koriander. Da drüben ist noch Kohl, Kopfsalat und Blumenkohl. Wir haben zwar schon früher einen kleinen Garten gehabt, aber nicht in diesem Umfang. Da können wir verkaufen, was unsere Familie nicht isst!“

Am Nachmittag sind wir noch einmal im Kinderzentrum in Ithung zu Gast – auch dort werden Schulhefte, Stifte und Schuluniformen verteilt. Zwischendrin zeigen die Kinder Tänze und Lieder; die Eltern, die zu diesem Programm eingeladen wurden, schauen stolz und begeistert zu. Eine der Tänzerinnen, in ein türkisfarbenes traditionelles Kostüm gekleidet, geht nach vorne, um sich zu bedanken.

„Meine Familie hat es nicht so einfach“, erzählt sie. „Wir sind sehr arm. Meine Mutter hat seit langer Zeit gesundheitliche Probleme und ihre Medizin und Arztbesuche kosten viel Geld. Meine Eltern arbeiten auf dem Feld, und das Einkommen reicht gerade für Essen und Kleidung. Eine meiner beiden Schwestern ist deshalb nach Dubai gereist, um dort zu arbeiten. Aber auch ihr Gehalt reicht nicht aus, um die medizinischen Kosten und unsere Schulden beim Vermieter zu bezahlen.

Deshalb bin ich so froh über das Kinderzentrum! Dadurch hat sich für mich einiges geändert. Ich habe schon so viel gelernt! Das Kinderzentrum kümmert sich um meine Schulbildung, und wir lernen noch so viel anderes, zum Beispiel Kunst oder Hygiene, was allen gut tut. Die Lehrerin besucht uns oft zuhause um zu schauen, ob alles okay ist. Ich freue mich jedes Mal sehr, wenn sie kommt! Das Kinderzentrum ist ein guter Ort für eine Schülerin wie mich. Vielen Dank!“

Auch der Junge mit der Hoffnungsmütze ist wieder dabei, heute in einem roten Jackett, das etwas zu groß für ihn ist, die Mütze mit der frohen Botschaft leicht verrutscht. Während die Eltern noch im Kreis sitzen und die Lehrerin mit Fragen löchern, wartet er mit den anderen Kindern, fröhlich plaudernd, in einer Ecke des Raumes. Die geschenkten Schulhefte und Stifte hält er fest im Arm – ein kostbares Gut, quasi eine Stufe auf der Treppe zum Traumschloss.

Mein Blick schweift über die Schülergruppe, die Eltern, die anderen Dorfbewohner, die dazugekommen sind. Wie viele von ihnen mussten Mütter oder Väter, Brüder, Schwestern oder Kinder zu Gastarbeit in der Ferne verabschieden, weil sie dachten, dass es zuhause keine Zukunft gibt? „Das integrative Kinderzentrum bietet euch viele Chancen – aber ihr müsst sie nutzen!“, ermutigt die Lehrerin die versammelten Eltern. In ihren Gesichtern spiegelt sich Hoffnung und eine Zuversicht, dass es tatsächlich auch für sie eine Zukunft gibt.

Draußen ist es inzwischen stockdunkel, es ist schließlich Winter. Noch weiß keiner, ob am nächsten Tag der Himmel klar sein wird, die Berge scharf und ungetrübt am Horizont locken oder sich hinter den Wolken des Alltags verstecken. Doch dass ihre Träume keine Luftschlösser bleiben müssen – das ahnen die Familien in Ithung und Ghalegaun bereits jetzt.

 

Das integrative Kinderzentrum in Ithung und Ghalegaun hatten wir, gemeinsam mit dem integrativen Kinderzentrum in Piluwa, als unser Jahresprojekt 2021 gewählt. Einen ausführlichen Rückblick über die Aktivitäten des vergangenen Jahres finden Sie in diesem Beitrag.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Spendern, die mit uns diese wichtigen Projekte unterstützt haben! Beide Zentren haben nun mit dem zweiten Jahr begonnen, in dem besonders die Einkommensprojekte (inklusive Viehzucht und Landwirtschaft) für Familien gefördert werden.

In insgesamt ca. fünf Jahren werden die Kinderzentren finanziell selbsttragend sein (im dritten und vierten Jahr nur Teilförderung). Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns, unseren Partner in Nepal und die Familien in Piluwa, Ithung und Ghalegaun dabei unterstützen, dieses Ziel zu erreichen! Spenden Sie bitte mit Vermerk „integrative Kinderzentren Nepal“.

 

Jahresprojekt 2021 Rückblick

Integratives Kinderzentrum in Ithung/Ghalegaun – Erstes Projektjahr

37 Kinder aus 27 Familien und 38 Kinder aus 34 Familien besuchen das integrative Kinderzentrum an den zwei Standorten in Ithung und Ghalegaun. Dabei wurden gemeinsam mit Dorfvertretern die bedürftigsten Familien ausgewählt.

Als „COVID-19-crisis response“ wurde bereits im Dezember 2020 an beiden Orten je ein Wassertank mit Waschbecken eingerichtet und Schulungen durchgeführt, sodass die Kinder durchgehend Zugang zu sauberem Wasser haben und das, was sie über Hygiene lernen, tatsächlich auch umsetzen können. Die Anlagen werden auch von den Dorffamilien benutzt.

Die beiden Standorte des Kinderzentrums wurden dann im Januar 2021 feierlich eröffnet und jedes Kind erhielt als Weihnachtsgeschenk eine warme Winterjacke. Trotz der Pandemie konnten im ersten Jahr die meisten Aktivitäten zur ganzheitlichen Entwicklung der Kinder durchgeführt werden.

Von Mai bis Anfang September befand sich Nepal im Lockdown. In dieser Zeit konnten keine größeren Präsenzveranstaltungen stattfinden; stattdessen besuchten die Lehrer die Familien (unter Sicherheitsvorkehrungen), gaben u.a. Informationen zur Pandemie weiter, halfen den Kindern individuell bei ihren Schulaufgaben und ermutigten die Familien. Auch in „normalen“ Monaten machen die Lehrer regelmäßige Hausbesuche bei den Familien.

Die 75 Kinder erhalten fünfmal pro Woche von zwei Lehrern und einigen Ehrenamtlichen Nachhilfeunterricht bzw. Hausaufgabenhilfe in den Zentren (6 -9 Uhr morgens in Ghalegaun; nachmittags nach der Schule in Ithung). Für Examen werden sie separat vorbereitet, u.a. durch „Test-Examen“, und Kinder mit Lernschwächen erhalten zusätzliche Förderung. Die Lehrer treffen sich regelmäßig mit den Eltern, um über den Lernfortschritt ihrer Kinder zu sprechen.

„Die Kinder haben viel besser abgeschnitten als bei früheren Prüfungen. Die Dorfbewohner haben kein Geld und keine Zeit, um sich um die Bildung ihrer Kinder zu kümmern, da sie alle aus armen Familien stammen, den ganzen Tag arbeiten und oft selbst keine Schule besucht haben. Die schulische Entwicklung der Kinder hatte für sie keine Priorität, daher gingen früher die Kinder auch nicht regelmäßig zur Schule. Seit es das Kinderzentrum gibt, hat sich auch der Schulbesuch stark verbessert. Der Nachhilfeunterricht hat das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt und ihren Bildungsstand verbessert. Dank dieser Förderung freuen sich die Eltern und auch die Lehrer der Schule über die Fortschritte der Kinder.“

Ein- bis zweimal pro Woche gibt es besondere Aktivitäten wie zum Beispiel Malen und Zeichnen, Handschrift, Dichten und Briefe schreiben, Musik (Gesang) und Tanz; auch gelegentlich Rätsel- oder Aufsatzwettbewerbe und Ausflüge. Zudem wird durch Geschichten (u.a. Biographien von Persönlichkeiten wie Mutter Theresa, Jesus, nationale Gründerhelden usw.) und Veranstaltungen und kulturellen Programmen zu Feiertagen wie dem Weltumwelttag, Tag der Kinder, Weihnachten u.ä. die soziale, kulturelle, moralisch-ethische und geistliche Entwicklung der Kinder gefördert.

„In diesem Quartal wurden einige Programme für die soziale und kulturelle Entwicklung der Kinder organisiert. Anlässlich des Internationalen Kindertages wurde über die Rechte, die soziale Bedeutung und die Verantwortung von Kindern gesprochen. Die Kinder führten Tänze und Gesänge auf. Es wurden Gedichte und Aufsätze über Kinderrechte und soziale Verantwortung vorgetragen.

Die Kinder haben auch gelernt, wie wichtig es ist, die natürlichen Ressourcen zu erhalten. Zudem haben sie an lokalen Festen und Zeremonien teilgenommen wie zum Tag der Reisaussaat, damit die Kinder mit ihren lokalen kulturellen Ritualen vertraut sind. Sie haben über menschliche Werte und Selbsteinschätzung gelernt. Im Rahmen des Weihnachtsprogramms wurden, zusätzlich zu einem Weihnachtsgeschenk für jedes Kind, Preise an die ehrlichsten und regelmäßigsten Schüler vergeben.“

Einmal pro Quartal wird an alle Kinder Schulmaterial (Hefte, Stifte, Buntstifte, Utensilien) verteilt; ebenfalls erhalten die Kinder Schuluniformen. Zum Weihnachtsfest 2021 bekam jedes Kind eine Wintermütze und Socken als Weihnachtsgeschenk.

„Bevor das Kinderzentrum begann, hatten die Kinder, weil die Familien so arm sind, nie genug Schulmaterial, sodass sie wenig Interesse am Lesen, Schreiben und am Schulbesuch hatten. Aber seit bei uns das Schulmaterial verteilt wurde, ist die Begeisterung, zur Schule zu gehen und Hausaufgaben zu machen, viel größer als zuvor! Auch als die Schulen wegen der Pandemie geschlossen waren, konnten die Kinder dank des Schulmaterials zuhause weiter lernen und lesen und schreiben.“

Die Kinder lernen grundlegende Dinge über persönliche Hygiene und Gesundheit (z.B. Händewaschen, Zähneputzen, etc.) und erhalten notwendige Hygieneartikel; die Lehrer schauen in Hausbesuchen, ob das Gelernte umgesetzt wird. Ein Gesundheitshelfer kontrolliert regelmäßig die Gesundheit der Kinder (besonders Ernährungsstatus, Wachstum, Entwurmung; ebenfalls gab es in Zusammenarbeit mit der örtlichen Gesundheitsstation ein Checkup vom Augenarzt).

Durch regelmäßigen Sport und Spiel wird die körperliche Fitness der Kinder trainiert. Dafür wurden auch Sportgeräte angeschafft (für drinnen und draußen). Jeder Tag endet in einem gemeinsamen Spiel und Freitag ist „Sport-Tag“.

„Die Kinder hatten viel Spaß dabei, mit ihren Freunden die verschiedenen Spiele im Zentrum zu spielen.“

An allen fünf Wochentagen erhalten die Kinder während der Pause eine kleine nahrhafte Mahlzeit. Dafür werden regionale Bioprodukte verwendet und kein „Junk Food“ toleriert. Den meisten Eltern fehlen die Kenntnisse über nahrhafte Lebensmittel oder ausgewogene Ernährung; daher ist geplant, die Mütter in Schulungen über nahrhafte Ernährung aufzuklären, sodass sie dies selbst in ihren Familien umsetzen können.

In beiden Dörfern wurde bisher je eine Selbsthilfegruppe gegründet, die eine Satzung aufgestellt und Spar- und Darlehensprogramme initiiert haben; darin sind in Ithung 27 Haushalte involviert und in Ghalegaun 34. Die Gruppen treffen sich regelmäßig, nehmen an Schulungen teil und diskutieren Dorfangelegenheiten. In Ithung spart jeder Haushalt NPR 300 pro Monat, in Ghalegaun NPR 100; dies wurde sogar während des Lockdowns weitergeführt. Bis Jahresende hatten beide Gruppen zusammen NPR 157.400 (ca. EUR 1.200) gespart; dieses Kapital wird in kleinen Darlehen zu niedrigen Zinsraten abwechselnd an Mitglieder der Gruppen ausgegeben und in Einkommensprojekte („income generating activities“) investiert.

Schulungen bzw. bewusstseinsbildende Veranstaltungen und Diskussionen in den Gruppen wurden z.B. zu den folgenden Themen durchgeführt: Hygiene und sanitäre Einrichtungen, Alkoholabhängigkeit und andere soziale Probleme, Bevollmächtigung von Frauen, Selbstständigkeit. Die Selbsthilfegruppen fungieren auch als das Management-Komitee des Kinderzentrums und unterstützen die verschiedenen Aktivitäten, die an beiden Standorten stattfinden.

„Bevor das Programm begann, standen alle alleine da. Sie mussten ihre Probleme einzeln lösen, was schwieriger ist als in einer Gruppe. Nun haben sie eine gute Plattform für Diskussionen, Wissensaustausch und gegenseitige Hilfe. Jetzt wissen sie, wie wichtig es ist, gemeinsam in einer Gruppe zu arbeiten, um Erfolg zu erzielen! Durch die Selbsthilfegruppen und später die Kooperative hoffen sie, ihren wirtschaftlichen Status und die ganze Dorfgemeinschaft zu verbessern.“

Um eine ausgewogene und nahrhafte Ernährung in den Haushalten zu gewährleisten, wurden Schulungen zum Anbau von Wintergemüse angeboten und Saatgut verteilt. Dies fand im Herbst in Ghalegaun statt; die Schulung in Ithung musste aufgrund des Lockdowns verschoben wurden (da es deutlich höher liegt, herrscht hier ein anderes Klima und für den Anbau von Wintergemüse war es zu spät). Zahlreiche Familien haben ihre eigenen Gemüsegärten angelegt und können teilweise bereits daraus ernten. Die Hoffnung ist, dass somit auch die Mangelernährung der Kinder verringert oder beseitigt werden kann. Gemüse, das nicht von der Familie verzehrt wird, wird verkauft und trägt zum Familieneinkommen bei.

 

Das integrative Kinderzentrum in Ithung und Ghalegaun hatten wir, gemeinsam mit dem integrativen Kinderzentrum in Piluwa (Bericht folgt), als unser Jahresprojekt 2021 gewählt. Der Rückblick basiert auf Berichten von unserem örtlichen Partner. Einen Reisebericht von November 2021 finden Sie in diesem Beitrag.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Spendern, die mit uns diese wichtigen Projekte unterstützt haben! Beide Zentren haben nun mit dem zweiten Jahr begonnen, in dem besonders die Einkommensprojekte (inklusive Viehzucht und Landwirtschaft) für Familien gefördert werden.

In insgesamt ca. fünf Jahren werden die Kinderzentren finanziell selbsttragend sein (im dritten und vierten Jahr nur Teilförderung). Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns, unseren Partner in Nepal und die Familien in Piluwa, Ithung und Ghalegaun dabei unterstützen, dieses Ziel zu erreichen! Spenden Sie bitte mit Vermerk „integrative Kinderzentren Nepal“.

Fatale Fluten und tödliche Trockenheit in Madagaskar

„Regenzeit“ – eigentlich sollte dieses Wort Hoffnung erwecken: auf fruchtbares Land, gefüllte Brunnen, grüne Wälder. Aber vor allem in Zeiten des Klimawandels bringt die Regenzeit oft mehr Zerstörung und Leid. So wie derzeit in Madagaskar: Dort gab es nach einem heftigen Sturm „Ana“ und zwei Wochen Regen starke Überschwemmungen und Landrutsche; am Wochenende traf ein weiterer Tropensturm „Batsirai“ die Insel. Vier bis sechs Zyklone werden noch vor Ende März, dem Ende der Regenzeit, erwartet.

Und bereits jetzt sind die Auswirkungen verheerend. Gebäude sind eingestürzt, Brücken beschädigt, Straßen unpassierbar, Schulen überflutet. Etwa 130.000 Menschen waren nach „Ana“ betroffen, Dutzende sind gestorben und 72.000 haben ihr Zuhause verloren, davon ca. 20.000 in der Hauptstadt Antananarivo. „Batsirai“ hat weitere 55.000 Menschen heimatlos gemacht und die Verwüstung ausgeweitet.

Unser Kollege vor Ort berichtet:

„Die Menschen sagen, dass sie Lebensmittel und Kleidung verloren haben, sogar die Ernte auf ihren Feldern, die sie nicht rechtzeitig abernten konnten. Manche leben in Zelten, andere in einem Stadion der Regierung, bunt gemischt, und das während der Pandemie; wir wissen nicht, wie es weitergehen soll.

Wir benötigen Essen, Decken, um die Menschen warm zu halten, und Matratzen. An einigen Orten werden Matratzen nur schwangeren Frauen gegeben, die anderen schlafen auf dem Boden. Als NCM Madagaskar hoffen wir, dass wir den Menschen hier helfen können, mit Matratzen, Decken und Lebensmitteln.“

Etwa tausend Kilometer weiter südlich haben die Menschen ganz andere Probleme. Hier im Ambovombe-Bezirk ist die Regenzeit seit Jahren ausgeblieben – die Folge ist extreme Dürre und die schlimmste Hungersnot, die das Land je erlebt hat. Aber auch in „normalen“ Jahren ist Wasser ein großes Problem. Die Frauen laufen oft viele Meilen zu einem Flüsschen oder Brunnen, um kleine Mengen Wasser zu bekommen. Das hat unter anderem zur Folge, dass 70% der Mädchen die Schule abbrechen, weil sie Wasser holen müssen. Auch Hygiene und die damit verbundenen Gesundheitsprobleme sind eine große Herausforderung. Unser örtlicher Partner möchte sich daher in sechs Dörfern (ca. 4.200 Haushalte) für zuverlässige, gesunde und für Frauen sichere Wasserversorgung einsetzen. Wir sind derzeit im Gespräch, wie das am besten umgesetzt werden und Helping Hands sich daran beteiligen kann.

Wenn Sie den betroffenen Familien in Madagaskar eine helfende Hand reichen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Madagaskar“ auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394, BIC: HELADEF1GEL (zur Online-Spende). Bitte geben Sie immer die vollständige Adresse an, damit Sie am Jahresende eine Spendenquittung erhalten können. Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bestätigt, dass Helping Hands e.V. mit den anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.

Einfach nur herrlich

Umfassendes Dorfentwicklungsprojekt in Khotang, Nepal, schafft Veränderung

Einfach nur herrlich: einen Tag lang wandern, Sonnenschein und frische Luft genießen, die Aussicht bestaunen, Flora und Fauna erforschen, sich mal so richtig verausgaben, und am Ende des Tages zur Belohnung eine heiße Dusche, ein ausgiebiges Abendessen und dann ab ins weiche Bett.

Oder noch besser: auf kleinen, steilen Trampelpfaden tausend Höhenmeter überwinden, unter Bananenstauden und riesigen Weihnachtssternen hindurchwandern, auf den Fluss im Tal zurückblicken, der am Mt. Everest entspringt, und auf der Anhöhe dem majestätischen Panorama des Himalajas gegenüberstehen.

Die Kinder und Familien in Jhapa und Gurdum, in Bahuntar und Kharka, in Baisetar und Jayaram tun das jeden Tag.

Aber auf sie wartet keine heiße Dusche – weiter oben nicht mal fließend Wasser – und kein weiches Bett, auch kein ausgiebiges Essen: nicht immer genug, um satt zu werden. Und sie wandern auch nicht zur Erholung und nicht zum Sport. Für die Kinder ist es der Schulweg – etwas kürzer in der Grundschule, in höheren Klassen auch mal ein oder zwei Stunden zu Fuß, morgens früh, wenn der Nebel sich noch in Schwaden um den Dschungel schlingt, und abends spät, wenn die Dämmerung bereits ins Tal gekrochen ist. Und das für Unterricht, in dem sie nichts lernen und der ihnen kaum Optionen für die Zukunft bietet! Für die Eltern ist es mal der Weg zur Arbeit, öfter zum Markt, gelegentlich auch zur kleinen Gesundheitsstation, in der es nur die allergrundlegendste medizinische Hilfe gibt.

Idyllisch mag ihre Heimat sein, aber das Leben ist sehr hart. Tagtäglich mühen die Menschen sich ab mit Gärten und kleinen Feldern und etwas Vieh, aber der Boden ist trocken, felsig und steil, daher gibt er nicht viel her. Für ertragreicheren Ackerbau fehlen ihnen die Kenntnisse; mit Viehzucht kennen sie sich zwar aus, doch erhalten sie durch fehlende Marktmöglichkeiten nur dürftige Preise für ihre Tiere. Somit können sie ihre Familien nur etwa die Hälfte des Jahres vom eigenen Ertrag ernähren, manche sogar nur vier Monate. Den Rest des Jahres nehmen sie Kredite auf, meist zu hohen Zinsen, und verschulden sich mehr und mehr. Viele verlassen ihr Zuhause und suchen anderswo ihr Glück – oft vergeblich.

Doch das darf sich ändern!

Im Oktober konnte in sechs Dörfern im Khotang-Bezirk in Nepal ein umfassendes Dorfentwicklungsprojekt beginnen. Für die Kinder bedeutet das regelmäßige Unterstützung in Kinderzentren, sodass ihnen der Schulbesuch tatsächlich eine Chance für die Zukunft bietet. Für die Erwachsenen bedeutet es Förderung im Ackerbau, Viehzucht und Kleinsthandel sowie der Aufbau eines funktionierenden Marktsystems, sodass sie bis Projektende das ganze Jahr über ihre Familie ausreichend versorgen können, ohne Kredite aufnehmen zu müssen. Zudem werden durch Selbsthilfegruppen und eine Kooperative lokale Strukturen geschaffen, sodass die Menschen die sozioökonomische Entwicklung ihrer Dörfer selbst in die Hand nehmen und weit übers Projektende hinaus positive Änderungen erreichen. Bis April 2025 soll das Projekt laufen, das zu 75% vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird.

Und die Familien in Jhapa und Gurdum, in Bahuntar und Kharka, in Baisetar und Jayaram haben Hoffnung.

Ende November haben wir sie besucht.

Früh morgens von Jayaram am Dudhkoshi-Fluss steil den Hang hinauf nach Gurdum und Jhapa, wo über ein Drittel der Projektfamilien wohnen. Während wir über die Klippen klettern und dabei mächtig schnaufen, erinnert sich Ramila, eine Kollegin des örtlichen Partners, an ihre Kindheit. Jeden Tag ist sie diesen Pfad gelaufen – bis Klasse 5 eine Stunde Fußweg, bis Klasse 8 dann zwei oder drei Stunden, die letzten beiden Jahre konnte sie nur am Wochenende heimkommen, nach sechs Stunden Fußmarsch. „Oft habe ich einen Sack Reis auf dem Rücken mit hier hoch geschleppt, auf dem Heimweg von der Schule. Was sollten wir auch tun? Unser einziger Markt ist im Tal in Jayaram.“

Weit oben auf dem ersten Hügel, ein Stück von Ramilas Zuhause entfernt, treffen wir Anissa, die gerade ihrem Großvater das Frühstück serviert – die Eltern sind schon längst unterwegs, um zu arbeiten. Anissa besucht die 4. Klasse in der Grundschule in Gurdum und freut sich schon auf das Kinderzentrum, das im Januar dort beginnen wird. „Ich möchte mal Sängerin werden“, verrät sie uns. Tirpasing, der Großvater, wiegt den Kopf hin und her, als wir ihn auf das Projekt ansprechen. „Ich bin alt, ich kann mich nicht an alles erinnern, ich weiß nicht, was kommen wird – aber eins weiß ich: Ich habe Hoffnung!“

Einige Höhenmeter weiter lernen wir Gombhir Bahadur und seine Familie kennen. Er hatte kürzlich einen Unfall und kann zurzeit nicht arbeiten, weder auf dem Feld noch sonstwo. Aber über das Projekt hat er sich schon gut informiert. „Ich bin sehr glücklich, dass meine zwei Töchter im Jayaram Kinderzentrum gefördert werden und meine beiden Enkel, die noch klein sind, bald das Gurdum Kinderzentrum besuchen“, erzählt er uns in der Rai-Sprache, die nur wenige von uns verstehen. „Ich bin Bauer und sehr froh über die Veränderungen, die auf uns zukommen. Ich hoffe, dass meine Ziegenzucht durch das Projekt deutlich verbessert werden kann.“

Wir laufen an der Schule in Gurdum vorbei, wo der Unterricht heute noch nicht begonnen hat. Ein Klassenzimmer ist vom Erdbeben noch stark beschädigt, dafür ist die Aussicht herrlich – in der Ferne ist die Bergkette des Himalajas überm Hügelrand erschienen. „Zurzeit kommen nicht so viele Kinder hierher“, erklärt Ramila, „weil sie das Gefühl haben, dass sie ohnehin nichts lernen. Aber durch das Kinderzentrum wird das anders – dann wird sich auch der Schulbesuch stark verbessern.“

An einem Haus halten wir an und bekommen ein typisches lokales Frühstück serviert: geröstete Maiskörner und Sojabohnen. Während wir im Hof sitzen, kommen ein paar Nachbarn vorbei und werden spontan zum Frühstück eingeladen. Hinter unseren Gastgebern stehen zwei blaue Fässer: Ihr Wasser müssen sie im Tal kaufen und mit einem Traktor hochtransportieren lassen, denn auf ihrer Höhe gibt es bereits kein Wasser mehr.

Bevor wir das Gebiet von Gurdum verlassen und nach Jhapa weiterwandern, treffen wir noch Banita, die gerade ihre Ziege füttert. Was sie für Erwartungen ans Projekt hat?, fragen wir sie.

„Das ist ein sehr gutes Programm, weil unsere Kinder in ihrer Schulbildung unterstützt werden. Das ist das erste Mal, dass in unserem Dorf so ein Projekt stattfindet! Wir haben viel Hoffnung, dass es einiges positiv verändern wird. Wir sind ganz begeistert über dieses Projekt!“

Banita nimmt ihre kleinste Tochter auf den Arm; die zweite versteckt sich scheu hinterm Gebäude, die älteste ist in der Schule. Ihr Mann gesellt sich dazu, auch sein Blick ist voll Zuversicht. Was sie sich für ihre Töchter erhoffen?, fragen wir weiter.

„Darüber haben wir noch gar nicht so wirklich nachgedacht“, geben sie zu, „weil sie bisher nur so eine schlechte Bildung erhalten. Aber wir wären sehr glücklich, wenn unsere älteste Tochter die Chance hat, Krankenschwester zu werden!“

Nach einem weiteren längeren Fußmarsch erreichen wir Jhapa, dem höchsten Dorf. Hier ist die Hügelkuppe abgeflacht, sodass mehr Ackerbau möglich ist. Aber es gibt keine Wasserquelle, somit kann bisher nur im Sommer, in der Regenzeit, Getreide und Gemüse angebaut werden. Und der einzige Markt ist in Jayaram – anderthalb bis zwei Stunden hin, drei bis vier Stunden zurück.

Bevor wir uns – nach einer kurzen Verschnaufpause am höchsten Punkt, mit Blick auf den Mt. Everest – auf den Rückweg ins Tal machen, besuchen wir noch Maghmaya und Hitusari. Maghmaya freut sich über die landwirtschaftliche Unterstützung und möchte eine Schweinezucht aufbauen. „Und wir sind so dankbar über dieses Programm, weil unsere Kinder in ihrer Schulbildung gefördert werden!“

Hitusari lebt mit ihren drei Kindern in einem kleinen Steinhäuschen. Auch sie möchte in eine Schweinezucht investieren. „Ich bin so froh über dieses Projekt, und ganz aufgeregt, was es uns bringen wird. Ich freue mich auch darauf, in der Selbsthilfegruppe etwas Geld sparen zu können. Besonders diesen Aspekt finde ich toll!“ Mit ihrer Schwester und dem kleinen Neffen steht sie vor ihrer Hütte und schaut uns nach, im Gesicht ein erwartungsvolles Lächeln.

Als wir nach Dunkelwerden wieder im Projektbüro in Jayaram ankommen, wartet zwar ein gutes Essen auf uns, aber keine heiße Dusche und kein allzu weiches Bett. Trotzdem ist es einfach nur herrlich: einen Tag lang wandern und sich mal so richtig verausgaben, und als Belohnung: Menschen kennenlernen, an deren Leben wir ein paar Jahre lang teilhaben dürfen, ihre Heimat sehen, ihre Träume teilen, ihre Hoffnung spüren.

 

Für dieses Projekt muss Helping Hands e.V. mit einem Eigenanteil von 10% aufkommen (ca. 35.000 EUR). Wenn Sie die Kinder und Familien in Jhapa und Gurdum, in Bahuntar und Kharka, in Baisetar und Jayaram unterstützen möchten, dann wählen Sie bitte „Khotang (Nepal)“ auf unserem Online-Spendenformular.