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Ayana will Ärztin werden

Im Kariobangi-Slum in Nairobi, Kenia, erhalten Schüler in der Arche-Schule eine echte Chance

Während Familien in Deutschland sich so langsam auf die Sommerferien freuen, sind die Arche-Schulkinder und ihre Lehrer in Kenia noch so richtig im Stress. Denn durch die Lockdowns hatten sie zweieinhalb Trimester („Terms“) Unterricht verpasst; das versucht die Schulbehörde alles wieder aufzuholen und hat pro Jahr ein weiteres Trimester eingeschoben und alles etwas gestaucht, sodass mehr Lernmaterial in weniger Zeit vermittelt werden soll. Dadurch begann das neue Schuljahr nicht im Januar, sondern im April, soll aber trotzdem bis Anfang November fertig sein – mit nur zweimal einer Woche Ferien. Ganz schön anstrengend!

Trotzdem sind alle froh, dass sie endlich wieder „normal“ in die Schule gehen dürfen. Anfangs noch mit Maske und Abstand – dafür wurden in den Schulhof der Arche Container gestellt, um mehr Raum zu haben; die Masken – für jede Klasse eine andere Farbe – wurden nachmittags in der Schule gewaschen und aufgehängt, sodass sie am nächsten Morgen wieder neu benutzt werden konnten. Inzwischen ist der Unterricht wieder ohne Maske möglich und in den gewohnten Klassenräumen. Nur die Zelte und Container stehen noch, da die Schule weitere 100 Kinder aus dem Kariobangi-Slum aufgenommen hat.

Im März gab es endlich wieder eine Absolvierungsfeier – welch ein Fest! Die Achtklässler freuten sich, dass sie nach den schweren Prüfungen so richtig feiern konnten; die Kindergartenkinder, die nun in die 1. Klasse aufrücken, marschierten stolz in ihren Roben auf die Bühne, die unter einem großen Zelt auf der neugepflasterten Straße vor der Schule aufgebaut worden war. Auch die Klassenfahrt der 8. Klasse in den Nairobi Nationalpark konnte wieder stattfinden – die Achtklässler des letzten Jahres wurden mit eingeladen – sowie die Freizeit, zu der traditionell alle „Highschooler“ eingeladen sind.

Aber auch wenn alle froh sind, dass der Unterricht wieder regulär stattfindet – das bringt auch Sorgen mit sich. Denn die Eltern konnten schon für drei „Terms“ kaum das Schulgeld aufbringen, für vier ist das den meisten geradezu unmöglich. Das Leben in den Slums wurde durch die Pandemie noch mehr zum Überlebenskampf, denn der Großteil der ohnehin dürftigen Einnahmequellen brach weg. Keine Touristen bedeutet keine Käufer für Schnitzereien und Handarbeiten auf den Massai-Märkten, keine Jobs in Hotels, kaum Abnehmer für Agrarprodukte … „Manche Familien sind so am Ende“, beschreibt unser örtlicher Partner die Lage.

Vor einigen Monaten haben wir das Helping Hands Patenschaftsprogramm auf die Arche-Schule in Nairobi ausgeweitet und die ersten Patenschaften vermittelt. Und gerade jetzt gibt es noch so viele Kinder und Familien, die dringend Unterstützung brauchen!

Eine davon ist Ayana*. Sie wohnt bei ihrer Tante und Onkel und drei älteren Cousinen. Geboren wurde sie in Äthiopien, wo ihre Mutter noch lebt. Doch nachdem der Vater starb, wurde die junge Mutter gezwungen, einen viel älteren Mann zu heiraten. Der mochte Ayana nicht und zwang die Tante, sie nach Kenia mitzunehmen.

Seit einigen Jahren besucht Ayana nun die Arche-Schule. Sie ist eine sehr gute Schülerin und hat vor allem in Mathematik und Naturwissenschaften hervorragende Noten – Ärztin möchte sie einmal werden. „Wir sind guter Zuversicht“, sagt Bentina, ihre Schulleiterin, „dass sie diesen Traum auch verwirklichen kann, wenn sie weiter so gut lernt!“ Auch im sozialen Bereich zeichnet sie sich aus; bei Lehrern und Kameraden ist sie sehr beliebt und wurde zur Leiterin der Schülervertretung gewählt. Ihre Stärken sind besonders Schauspiel und Debatte; „sie kann Diskussionsgruppen sehr gut leiten, und zeigt wirkliche Reife in allen Bereichen“, lobt Bentina.

Doch wie bei vielen anderen Schülern steht Ayanas Familie vor großen Herausforderungen. Bentina berichtet: „Sie leben in einer Mietswohnung mit zwei Zimmern. Mit dem wenigen Geld, das ihr Onkel als Gelegenheitsarbeiter verdient, kann er kaum die Schulgebühren für seine eigenen Kinder bezahlen, die Grundbedürfnisse befriedigen und außerdem noch für Ayana sorgen.

Als Arche-Schulteam haben wir uns die Zeit genommen, die Familie zu Hause zu besuchen. Wir haben gesehen, in welch schlimmem Zustand die Familie ist. Sie können sich nicht mal jeden Tag eine Mahlzeit leisten. Deshalb sind wir überzeugt, dass Ayana wirklich Unterstützung für ihre Schulbildung braucht!“

Bald wird Ayana in eine Highschool außerhalb des Kariobangi-Slums aufrücken und ihrem Traum, einmal Ärztin zu werden, einen Schritt näher kommen – aber nur, wenn sich eine Möglichkeit findet, die hohen Schulgebühren zu begleichen. Und hunderte jüngere Kinder, die noch einige Jahre an der Arche-Schule vor sich haben, hoffen ebenso auf die Chance, ihren Traum für eine gute Schulbildung und einen „richtigen“ Beruf zu verwirklichen.

Wenn Sie durch eine Patenschaft dazu beitragen möchten, dass Ayana und ihre Kameraden und Kameradinnen diese Chance erhalten, dann kontaktieren Sie uns bitte oder füllen das Online-Formular aus (bei Region „Afrika“ wählen). Natürlich hilft auch eine einmalige oder monatliche Spende – dann bitte in der Online-Spende „Arche-Schule (Kenia)“ auswählen oder mit diesem Vermerk auf das Konto von Helping Hands e.V. überweisen (IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394).

 

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