Achtundvierzig Stunden Wirbelsturm in Bangladesch

Unser Partner in Mongla setzt vor, während und nach der Katastrophe entscheidende Maßnahmen um

„Es war wirklich schlimm! Achtundvierzig Stunden pausenloser Sturm und strömender Regen – viel länger als je zuvor. Massive Verluste im Ackerbau, den Fischfarmen, bei Unterkünften, auch in Infrastruktur. Tausende mussten evakuiert werden.“

Am letzten Maiwochenende wurden Teile von Bangladesch und Indien von Wirbelsturm „Remal“ heimgesucht. Der „Sundarban“, der größte Mangrovenwald der Welt, erlitt verheerende Schäden; das Ökosystem wird wohl mehrere Jahrzehnte brauchen, um sich zu erholen. Auch im Gebiet Mongla, am Nordrand des Sundarban in Bangladesch, wütete der Sturm; dort fördern wir seit drei Jahren ein Projekt zur Klimawandel-Adaption. David, unser Projektleiter vor Ort, konnte eine erste Einschätzung der Lage schicken.

„Alle unsere Projektteilnehmer sind betroffen. Zeitweise stand das gesamte Gebiet von Mongla unter Wasser, der Fluss stieg über zwei Meter an. Wir als Projekt-Team sind alle unversehrt und helfen den Betroffenen, wo wir können.“

Neben den ununterbrochenen Regenfällen erschwerten stundenlange Stromausfälle und sehr eingeschränkte Mobilfunk- und Internetverbindungen die Kommunikation und Koordinierung der Hilfsmaßnahmen. Aber darauf war das Team unseres lokalen Partners vorbereitet!

Denn einer der Hauptaspekte des laufenden Projektes in Mongla ist die Katastrophenvorsorge für genau solche Situationen. Dazu gehören Präventionsmaßnahmen auf allen Ebenen, vom kleinsten Haushalt bis hin zur lokalen Regierung. Über drei Jahre hinweg wurden hunderte von Personen geschult, Komitees wurden eingerichtet, Materialien verteilt und durch kontinuierliches Follow-Up dafür gesorgt, dass die Dörfer im Projektgebiet auf den Katastrophenfall vorbereitet sind. Dazu gehörte zum Beispiel:

Familien haben schon vor Monaten ihre Hütten auf höhere Sockel gebaut und ihre Dächer und auch Wände mit Seilen festgebunden sowie Äste von Bäumen entfernt, die auf ihre Hütten fallen könnten.

Haushalte haben Trockennahrung gelagert und ihre Wertsachen und Tiere in Sicherheit gebracht.

Zwei Wasseraufbereitungsanlagen wurden errichtet, die jetzt sicheres Wasser liefern – besonders nach flächendeckenden Überflutungen absolut überlebenswichtig.

Außerdem wurden vor kurzem 18 schwimmende Latrinen gebaut – eine für jedes Dorf. Da sie auf der Wasseroberfläche treiben, können sie genutzt werden, auch wenn alle anderen Toiletten überschwemmt sind.

Gleich zu Projektbeginn wurden 18 Ward Disaster Management Committees (WDMC) gegründet und die zwei Union Disaster Management Committees aktiviert, die umfassende Pläne erstellt haben, wo und wie im Katastrophenfall reagiert werden sollte.

Diese Komitees wurden mit Megaphonen, Schwimmwesten, Taschenlampen, Gummistiefeln und anderem Material ausgestattet, sodass sie während der Katastrophe voll einsetzbar sind.

Bevor Zyklon Remal Bangladesch erreichte, war unser Projektteam und die Komitees an Planungstreffen zur Minderung der Katastrophengefahr auf höchster lokaler Regierungsebene beteiligt.

Direkt vor dem Zyklon ging das Projektteam und die 270 Mitglieder der WDMC von Tür zu Tür, um alle Haushalte zu warnen, und half dabei, Familien zu evakuieren und sie zum Zyklon-Schutzraum zu bringen, vor allem schwangere und stillende Frauen.

Während des Zyklons unterstützte das Projektteam die Kommunalverwaltung darin, in den Schutzräumen Lebensmittel und Mahlzeiten zu verteilen.

Seit Ende der Katastrophe besucht das Projektteam die Haushalte in der Gegend um festzustellen, welche Schäden verursacht wurden und welche Hilfe benötigt wird.

Noch ist die Bedarfsermittlung nicht beendet. Aber schon jetzt steht fest, dass durch den unermüdlichen Einsatz unseres Projektteams und die umfassenden Präventionsmaßnahmen der Komitees viele Verluste verhindert werden konnten.

Weitere Artikel sowie ein kurzes erklärendes Video zu diesem Projekt finden Sie hier.

Wenn Sie den Menschen in Mongla und unserem Projektteam beim Wiederaufbau und weiteren Präventionsmaßnahmen unter die Arme greifen möchten, dann spenden Sie mit Vermerk „Klimawandel-Projekt Mongla“.

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