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Unser Jahresprojekt 2019: Erfolge und Visionen

Unser Jahresprojekt 2019 fördert ein Kinderzentrum und einen Kindergarten in Kombinat, Albanien. Mitte Juni war Ergest Biti, unser Leiter vor Ort, bei uns zu Gast. Im Interview berichtet er von Erfolgen und Visionen.

Helping Hands e.V. (HH): Das Kinderzentrum läuft jetzt einige Jahre. Konntet ihr schon einen Unterschied bei den Kindern sehen?

Gesti (G): Auf jeden Fall. Bevor sie zu uns kamen, konnten einige Kinder nicht mal schreiben. Aber jetzt haben sie richtig gute Noten. Sie brauchten einfach nur ein bisschen Unterstützung, jemand, der sich um sie kümmert und ihnen die Hausaufgaben erklärt. Und wir möchten den Kindern gute Werte beibringen. Nur ein Beispiel: In Albanien werfen die meisten Kinder ihren Müll einfach auf die Straße. Aber unsere Kids machen das nicht mehr – sie heben eher mal den Müll von anderen auf.

HH: Habt ihr auch Kontakte zu den Eltern?

G: Das ist uns ganz wichtig. Im Kinderzentrum haben wir ein monatliches Treffen mit allen Eltern. Wir reden auch mit ihnen über ihre Probleme, geben Rat und helfen, wo wir können, und sie vertrauen uns. Im Kindergarten trifft die Leiterin sich einmal pro Woche mit den Eltern.

HH: Was sind eure Pläne für die Zukunft? Wie werdet ihr die finanziellen Mittel aus unserem Jahresprojekt einsetzen?

G: Zuerst einmal werden wir noch einen weiteren Erzieher für den Kindergarten einstellen. Der Kindergarten ist erst ein Jahr alt, aber läuft schon sehr gut. Einige der Kinder sind aus wohlhabenden Familien, wo der Vater Geschäftsmann ist o.ä. Aber von Anfang an haben wir uns zum Ziel gesetzt, auch Kindern aus sozialschwachen Familien den Kindergartenbesuch kostenlos zu ermöglichen. Pro 10 Kindern geben wir ein volles Stipendium, pro 5 Kindern ein halbes. Derzeit haben wir bei 25 Kindern 3 Kinder mit vollem und 5 mit halbem Stipendium. Damit möchten wir die Familien vor Ort unterstützen. Weil immer mehr Kinder dazukommen, brauchen wir noch einen Erzieher, der eine weitere Gruppe übernehmen kann. Um das möglich zu machen, hilft es uns sehr, wenn fürs erste Jahr das Gehalt aus Spenden bezahlt wird, sodass wir weiter ein paar Kindern einen kostenlos Platz anbieten können und trotzdem der Kindergarten dann so schnell wie möglich finanziell selbsttragend wird. Durch die Einnahmen im Kindergarten kann dann zeitnah auch das Kinderzentrum finanziell unabhängig werden.

HH: Das ist ein tolles Ziel! Was plant ihr sonst noch an neuen Aktivitäten?

G: In Kürze sind Sommerferien, und wir möchten sehr gerne ein Camp für die Kinder vom Kinderzentrum veranstalten. Das kostet so etwa 500 Euro. Im September möchten wir auch wieder Bücher und Schulmaterial verteilen, da die meisten Familien sich das nicht leisten können. Und wir planen auch, in der Zukunft sehr viel mehr in die Schulung von Lehrern zu investieren. Dieses Jahr hatten wir das zum ersten Mal, es ging um Kinderschutz. Das möchten wir jetzt einmal pro Jahr anbieten – eine dreitägige Schulung zu verschiedenen Themen, Zeit für Austausch und auch ein bisschen Entspannung.
Und schließlich – das ist ein großer Bedarf – brauchen wir dringend neue Räumlichkeiten für das Kinderzentrum. Im Moment können wir keine weiteren Anmeldungen annehmen, weil unsere Räume zu klein sind. Aber viele Familien aus dem Ort bitten uns, ihre Kinder aufzunehmen. Wenn wir größere Räumlichkeiten mieten könnten, wäre das sehr hilfreich. Es gibt auch ein Gebäude, das wir im Blick haben, das müsste dann allerdings noch renoviert werden, um es fürs Kinderzentrum zu nutzen.

Weitere Infos zum Jahresprojekt finden Sie auf unserer Website.

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