Ein ganz normaler Schultag

NES-Schule in Beirut, Libanon, hat mehr Schüler als je zuvor

Ein ganz normaler Schultag! Am Vormittag Französisch und Mathe, nach der großen Pause die erste Klassenarbeit in Arabisch. Dann ein bisschen Sportunterricht, und nach der zweiten Pause dürfen die Klassen 4 bis 9 noch im Hof bleiben: Denn jetzt wird der Schulsprecher gewählt. Die Kandidaten halten eine kurze Rede, ihre Mitschüler applaudieren, klar zeichnet sich der Klassensprecher der 9. Klasse als Spitzenkandidat hervor. Dann stellen die Kinder sich klassenweise an zwei bunten Stellwänden an, hinter denen sie ganz anonym ihre Stimme abgeben dürfen. Die Fünftklässler jubeln, als die Glocke ertönt: Eine gesamte Schulstunde hat die Wahl gedauert!

Ein ganz normaler Schultag? Zugegeben: Es wird nicht jeden Tag ein Schulsprecher gewählt. Aber regelmäßiger Unterricht, der einem mal mehr, mal weniger Spaß macht, ab und zu eine Klassenarbeit, Spiel und Spaß in den Pausen, Freunde zum Lachen, sich Streiten und Wieder-Vertragen, Lehrer, die am Fortschritt ihrer Schützlinge interessiert sind – all das gehört zum Schulalltag dazu. Und genau das ist, was sich viele Kinder im Libanon Morgen für Morgen wünschen: einfach einen ganz normalen Schultag!

Aber wie so vieles im Libanon ist auch das nicht selbstverständlich. Dort müssen die Kinder nicht nur das Trauma von monatelangen Lockdowns, Gewalt auf der Straße und der verheerenden Explosion im vergangenen Jahr verarbeiten. Jeder Tag bringt eine neue Krise, keiner weiß, was Morgen droht, das Land versinkt im Chaos und die Erwachsenen haben schon längst aufgegeben, sich über den wirtschaftlichen Untergang aufzuregen – es hilft ja doch nichts.

Und wie immer ist die NES-Schule in Beirut eine Oase des Friedens im Chaos: oder noch viel mehr denn je. 327 Schüler hat die Schule dieses Schuljahr aufgenommen, mehr als irgendein anderes Jahr seit dem Bürgerkrieg – die Klassenräume platzen aus allen Nähten. Und jeden Tag kommen weitere Eltern und flehen die Schulleiterin an, ihren Kindern einen Schulplatz zu gewähren. Die öffentlichen Schulen sind im Streik und haben den Schulbetrieb noch immer nicht aufgenommen. Und überhaupt könnten viele der NES-Schüler gar keine staatliche Schule besuchen oder wären dort extremer Ausgrenzung ausgesetzt – zum Beispiel die 133 syrischen Kinder, aber auch die 62 Kinder von Gastarbeitern aus Äthiopien und Ägypten, Nigeria, dem Sudan und der Elfenbeinküste, aus Sri Lanka, Indien und Bangladesch, aus China und Korea, Palästina und Irak.

Ein ganz normaler Schultag: Für die Kinder im Libanon ist die NES ein Anker im Sturm, ein Ort der Zuflucht, der Geborgenheit. Wenn man mit ihnen auf dem Schulhof steht, ihr unbekümmertes Lachen hört, im Getöse der großen Pause dem Fußball ausweicht, beim Klassenfoto-Schießen zusammen Spaß hat und ihnen nach der 7. Stunde nachwinkt, wenn sie am Schultor von Eltern oder Schulbus abgeholt werden, dann kann man beinahe vergessen, dass ihre Welt am Auseinanderbrechen ist.

Und selbst wenn die Wirtschaftskrise früher oder später überwunden sein sollte, wird die Bevölkerung, von der inzwischen 75% unter der Armutsgrenze lebt, noch lange brauchen, bis sich ihre Lage stabilisiert hat. Deshalb möchten wir mit unserem NES-Studienfond auch vorsorgen: damit jedes neue Schuljahr für so viele Kinder wie möglich mit einem ganz normalen Schulalltag beginnen kann. Wenn Sie für den NES Studienfond spenden möchten, dann wählen Sie bitte „NES Studienfond (Libanon)“ auf unserem Online-Spendenformular.

(Weitere Infos zur derzeitigen Lage im Libanon finden Sie im Blog-Artikel von Anfang Oktober.)

Video-Update aus der Arche-Schule

Auch die Arche Schule im Kariobangi-Slum in Nairobi, Kenia, die wir seit über 10 Jahren unterstützen, wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. In diesem Video erzählt Christel G., wie die Arche-Mitarbeiter die Herausforderungen gemeistert haben und welche spannenden Möglichkeiten die Zukunft bietet!

Schulpäckchen schenken Zukunft

Wir sammeln wieder Schulpäckchen für Albanien

Das neue Schuljahr ist in Deutschland inzwischen schon einige Wochen alt und die ersten Hefte wohl schon vollgeschrieben. Was tun? Naja – halt in den Laden gehn und ein neues Heft kaufen!

Für viele Familien in vielen Ländern der Welt ist das nicht so einfach. Wenn kaum genug zu essen da ist, das Geld für Heiz- oder Kochmaterial fehlt und neue Kleidung nur ein Traum bleibt, dann gehören Hefte, Stifte und Radiergummi zu Luxusgütern. Die Konsequenz: Tausende von Kindern brechen die Schule ab – oder fangen gar nicht erst damit an – weil sie sich schämen, aber auch, weil Lernen ohne Schulmaterial ihnen sinnlos erscheint. Und ohne Bildung ist auch die Zukunft düster. Keine Perspektive für Kinder – nur weil Hefte und Stifte zu teuer sind?

Wir können dieses Problem nicht für alle Kinder auf der Welt lösen – aber für so viele wie möglich. Im Rahmen unseres Weihnachtstransports möchten wir möglichst viele „Schulpäckchen“ nach Albanien schicken, wo sie in Kombinat und Umgebung an Kinder aus bedürftigen Familien verteilt werden – Familien, die von Erdbeben und Corona-Krise hart getroffen wurden und sich schon vorher kaum das Nötigste leisten konnten.

In ein Schulpäckchen gehört (bitte NEUE Artikel):

  • 2 Bleistifte
  • 1 Radiergummi
  • 1 Spitzer
  • 1 Lineal
  • 1 Tintenroller
  • 1 DIN A4 Heft (gern mit Umschlag)
  • 1 DIN A5 Heft (gern mit Umschlag)

 

Bitte in Klarsichthülle oder großer Gefriertüte verpacken und € 0,50 für Transport dazu! Ihr dürft auch gerne noch Buntstifte, Filzstifte oder andere Schulartikel geben—bitte getrennt verpacken, damit jedes Kind das gleiche bekommt (Extras werden individuell verteilt).

Weitere Infos auf dieser Seite. Falls Sie lieber spenden möchten, anstatt ein Schulpäckchen zu packen, bitte auf der Online-Spende „Schulpäckchen“ wählen.

Gemeinsam können wir so viel!

Die NES-Schule in Beirut, Libanon, beginnt mit dem neuen Schuljahr

„Es ist einfach unglaublich – und wir sind machtlos dagegen.“ Marlene, die Schulleiterin der NES in Beirut, Libanon, findet kaum Worte, um die unfassbare Situation in ihrem Land zu beschreiben. „Der Wechselkurs unserer Währung hat sich verzehn- oder fünfzehnfacht. Ein Gehalt, das mal 1000 Dollar wert war, ist jetzt nur noch 80 Dollar wert. Die ärmeren Familien können sich nicht mal das Essen im Supermarkt leisten. Käse – unerschwinglich. Und Fleisch erst recht! Also bringen unsere Schüler trockenes Brot als Mittagessen mit. Benzin, Bücher, Kleidung … alles zehnmal so teuer wie noch vor ein paar Monaten. Und wir reden gar nicht erst über Medikamente! Wir können nur zuschauen, wie alles von Tag zu Tag schlimmer wird – und sind machtlos.“

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hat die NES-Schule diese Woche mit dem neuen Schuljahr begonnen. Am Mittwoch wurden die Kindergartenklassen und die Klasse 9 mit einem bunten „Back to School“-Programm willkommen geheißen, am Freitag folgen Klassen 1-3, am Montag Klassen 6-8, und am kommenden Mittwoch schließlich Klassen 4-5. Warum nur jeden zweiten Tag?

„Wir können es uns nicht leisten, jeden Tag Unterricht zu machen. Es ist fast nie Strom da, sodass unser Generator ständig laufen muss. Aber der Kraftstoff dafür ist einfach zu teuer! Und außerdem können wir von unseren Lehrern nicht erwarten, jeden Tag herzukommen. Eine Tankfüllung kostet so viel wie ein Monatsgehalt – und der Preis wird ständig noch erhöht. Man steht auch einen ganzen Tag dafür an. Deshalb haben wir entschieden, jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag Unterricht in der Schule zu machen, und für Dienstag und Donnerstag geben wir Aufgaben mit nach Hause. Online-Unterricht ist auch keine Option mehr – es hat ja fast niemand Internet oder einigermaßen regelmäßig Strom.“

Aber der Unterricht soll weitergehen, schon, um den Kindern wenigstens ein bisschen Stabilität zu geben, während die Welt um sie herum auseinanderbricht. 260 Kinder sind für dieses Schuljahr an der NES angemeldet – mehr als im Vorjahr – und fast alle brauchen finanzielle Unterstützung. Da ist der Studienfond, den wir als das Helping Hands Jahresprojekt 2020 ins Leben gerufen haben, eine riesige Hilfe! Zu den Kosten pro Kind zählen unter anderem die regulären Schulgebühren, aber auch Transport im Schulbus, Bücher, Uniformen. Schulbücher können im Zweifelsfall durch Kopien ersetzt werden, aber die Uniformen wurden auf Bitte der Eltern beibehalten, da ein T-Shirt im Laden noch viel teurer ist: „Bitte lasst unsere Kinder in Uniformen kommen, wir können uns keine andere Kleidung für sie leisten!“

Und auch andere Lösungen werden erforscht: Auf dem Dach der NES soll jetzt ein kleines Solarsystem installiert werden, das wenigstens für sechs Stunden Strom liefert und so der Generator nicht den ganzen Tag laufen muss. Dafür wurden bereits genügend Spenden versprochen. Und überall sind viel Kreativität, Geduld und Durchhaltevermögen nötig. Aber das sind die Lehrer und Mitarbeiter der NES ja gewöhnt!

„Alone we can do so little. Together we can do so much.“* – diese Worte an der Wand des Schulhofs scheinen der Aussage der Schulleiterin fast ein bisschen zu widersprechen. Natürlich: Gegen den wirtschaftlichen Zusammenbruch können die Schüler und Lehrer der NES wohl wenig tun. Aber gemeinsam können sie das sein, was sie schon seit über 50 Jahren sind: Eine Familie, die zusammenhält. Ein Zuhause für die, die sich heimatlos fühlen. Und eine Oase des Friedens im Chaos ihrer zerbrechenden Welt.

 

Wenn Sie für den NES Studienfond spenden möchten, um Kindern im Libanon den weiteren Schulbesuch zu ermöglichen, dann wählen Sie bitte „NES Studienfond (Libanon)“ auf unserem Online-Spendenformular.

* Alleine können wir so wenig tun. Gemeinsam können wir so viel tun!

Hoffnung wird greifbar

Zentrum für Berufsausbildung in Kombinat, Albanien

Für die Kinder ist das Kinderzentrum wie ein Zuhause. Ein Zuhause, in dem sie geliebt und wertgeschätzt werden. In dem sie in ihren individuellen Stärken gefördert werden und dort Unterstützung finden, wo sie Hilfe brauchen. Ein Zuhause sogar im Lockdown, wenn die Schulen geschlossen sind! Denn für die Kinder in Kombinat, einem der sozialschwächsten Stadtteile der Hauptstadt Albaniens, dem ärmsten Land in Europa, ist Schule per Internet keine Option. Oder doch? Eda und Gesti, Leiter des Kinderzentrums, nahmen die Sache letztes Jahr selbst in die Hand, kauften ein paar Computer fürs Kinderzentrum und kontaktierten die Schulen: Sie mögen doch bitte den Kindern ordentliche Aufgaben und „Homeschooling“ zur Verfügung stellen; um den Rest kümmert sich das Kinderzentrum. So saßen die Kinder jeden Tag während des Lockdowns im Kinderzentrum und machten eben dort Schule, und bekamen außerdem noch eine warme Mahlzeit. Viel besser, als in ihren dürftigen Unterkünften eingesperrt zu sein und ein halbes Jahr Unterricht zu verpassen!

Aber leider kann auch das Kinderzentrum nicht alle Lücken füllen – dafür ist die Not zu überwältigend. „Unsere große Herausforderung ist, dass wir manche Kinder verlieren, wenn sie Teenager werden“, erklärt Gesti. „Manche Mädchen heiraten sehr früh, einige der Jungs fangen an mit Diebstahl, Drogen – das ist halt, was sie von ihrer ‚Gesellschaft‘ kennen.“ Besonders in Kombinat ist das ein Problem, bedingt durch Armut und Perspektivlosigkeit; Prostitution, Drogenhandel, Missbrauch und Gewalt gehören hier zum Alltag.

„Was wir brauchen, sind Möglichkeiten für eine Berufsausbildung oder ähnliches – etwas, dass den jungen Leuten eine Hoffnung für die Zukunft gibt. Ein ‚Haus der Hoffnung‘ – das ist mein Traum. Ein Ort, der als Anlaufstelle dienen kann, wo die Jugendlichen jemand haben, zu dem oder der sie mit ihren Sorgen und Nöten, ihren Fragen und Träumen kommen können. Aber eben auch ein Ort, wo sie einen Beruf erlernen können. Ich würde gerne mit einem Medienprojekt beginnen, später vielleicht eine Nähschule oder anderes.“

Und so entstand der Plan fürs „Haus der Hoffnung“ in Kombinat. In kürzester Zeit wurde eine geeignete Wohnung gefunden, die Ende August von einem paXan-Team ins „House of Hope“ umgebaut wurde, mit Aufenthaltsraum und Bad, Schulungsraum und einem fertig eingerichteten Studio für Ton-, Bild- und Videoaufnahmen. Sevin, ein lokaler Experte, wird die ersten Jugendlichen ehrenamtlich ausbilden. „Wenn man Menschen einen Beruf gibt, dann gibt man ihnen eine Möglichkeit zu leben“, betont er.

Zu diesen Menschen gehört zum Beispiel Gjergj*, der älteste von sieben Brüdern, alle von anderen Vätern. Zwei der Jungs besuchen das Kinderzentrum, die drei jüngsten sind noch zu klein. Und Afrim*, der zweitälteste, hat bereits den „Weg der Gesellschaft“ eingeschlagen; fünfmal wurde er bisher festgenommen. Aber Gjergj gibt nicht auf. Zwar muss er sich oft um seine kleinen Brüder kümmern, aber er geht weiterhin zur Schule und kommt zum Kinderzentrum, wo er und seine Brüder ihre oft einzige warme Mahlzeit am Tag bekommen. Das „Haus der Hoffnung“ schenkt ihm ungeahnte Möglichkeiten – und bei der Renovierung im August war er mit Begeisterung dabei.

Oder Mädchen wie Aisha* und Elira*. Vom Stiefvater missbraucht – leider kein Einzelfall in Kombinat – nahm Elira letztes Jahr den einzigen Fluchtweg aus der verzweifelten Familiensituation, den sie kannte, und „heiratete“, mit nur 14 Jahren. Wenn sie zu der Zeit schon eine Alternative gehabt hätte, wäre ihre Entscheidung vielleicht anders ausgefallen. Auch Aisha droht dieses Schicksal: Ihre Familie will sie aus religiösen Gründen verheiraten, aber Aisha möchte studieren und einen Beruf erlernen. Ihr Zuhause wurde im Erdbeben zerstört und die Familie zog weiter weg, trotzdem kommt sie weiterhin ins Kinderzentrum. Sie ist sehr begabt im musikalischen und journalistischen Bereich – eine Ausbildung im „Haus der Hoffnung“ würde ihr die Chance bieten, nach der sie sich sehnt.

Oder auch Skender*. Gesti lernte ihn kennen durch einen Fußballclub, den er mit Freunden einige Jahre für die Jungs in Kombinat angeboten hatte. Seitdem haben sie engen Kontakt und Skender ist treu bei allen Aktivitäten dabei. Auch seine Familiensituation ist nicht einfach: Die Mutter arbeitet tagaus tagein von morgens bis abends als Näherin, um ihre Familie zu ernähren, aber das meiste Einkommen zerfließt im Alkohol für den Vater. Skenders Chancen für einen guten Beruf waren gering – bis das „Haus der Hoffnung“ ins Leben gerufen wurde, woran auch Skender tatkräftig beteiligt war. Vor allem auf die Ton- und Videotechnik freut er sich schon enorm!

Hoffnung – so ein einfaches Wort, und für viele Menschen weltweit so unerreichbar. Dank des unermüdlichen Einsatzes unseres Partners in Albanien, aber auch den treuen Spenden für unser Jahresprojekt 2019 und das Kinderzentrum in Kombinat, ist Hoffnung für Jugendliche wie Gjergj und Skender, Aisha und Elira greifbar geworden.

 

* Namen zum Schutz der Privatsphäre geändert

Weihnachtspäckchen schenken Weihnachtsfreude

Aktion „Weihnachtsfreude“ für Albanien, Rumänien, Bulgarien

„Oh wie sehr wir uns über dieses Geschenk freuen! Das hatten wir dieses Jahr überhaupt nicht erwartet!“ Das war vergangenen Dezember die häufige erfreut-überraschte Reaktion der Senioren, denen unser Partner in Rumänien seit vielen Jahren dient. „Vielen Dank an diejenigen, die zu unseren Geschenken beigetragen haben. Wir sind so glücklich wie Kinder!“

Und auch dieses Jahr möchten wir viele hunderte Weihnachtspäckchen in osteuropäische Länder senden – zum Beispiel nach Albanien, Bulgarien und Rumänien. Dort können sich sozialschwache Familien schon in „normalen“ Jahren kaum genügend Lebensmittel leisten; im Rahmen der Coronakrise hat sich die Lage für viele Familien drastisch verschlechtert. Wir möchten hier mit den Weihnachtspäckchen auch ein Zeichen der Hoffnung setzen!

Macht ihr mit? Zum Inhalt eines Päckchens gehört (bitte nicht von der Packliste abweichen!): 1kg Reis (kein Milchreis), 1kg Nudeln, 500g Kaffee (gemahlen und vakuumverpackt), 1 Tüte Gummibärchen, 3 Tafeln Schokolade (gerne größer als 100g), 2 Pakete Früchte- oder Kräutertee, 4 Röhrchen Vitamintabletten, 1 Shampoo, 2 Tuben Zahnpasta, 2 Zahnbürsten, 2 Stück Seife (bitte in Tütchen verpacken), 1 Deostift, 1 Handcreme, 10 Päckchen Taschentücher (nicht parfümiert). Bitte mit Transportspende von 3 Euro in einer Tüte direkt bei uns abgeben oder:

NEU!

Wir haben dieses Jahr Sammel- und Abgabestellen an mehreren Orten im Main-Kinzig-Kreis. In Bad Orb (Nahkauf) und Wächtersbach (Globus) können Päckchen direkt im Laden eingekauft und abgegeben werden (im Globus-Zentrum ist die Sammelstelle bei a/m friseure; die Aktion läuft vom 1. bis 30. Oktober); in Gelnhausen, Langenselbold und Rodenbach gibt es separate Abgabestellen (eine regelmäßig ergänzte Liste von allen Abgabestellen gibt es hier).

Päckchen werden bis zum 15. November in Empfang genommen. Gerne kann auch der lokale Einkauf von päckchenweiser „Weihnachtsfreude“ (zum Beispiel in Bulgarien) unterstützt werden; wir empfehlen einen Betrag vob 25 Euro pro Päckchen (beinhaltet auch Verpackung, Transport vor Ort etc.). Eine Spende mit Vermerk „Weihnachtsfreude“ bitte an folgendes Konto überweisen: IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394; BIC: HELADEF1GEL.

paXan 2021 Albanien: „Haus der Hoffnung“

paXan – das heißt: Gemeinsam anpacken. Und Frieden weitergeben. Wertschätzung vermitteln. Und Hoffnung!

Hoffnung schenken, das hat im vergangenen Jahr im Rahmen der Pandemie ganz neu an Wert gewonnen. In Kombinat in Albanien ist es schon seit Jahren Programm. Dieser sozialschwache Stadtteil am Rande Tiranas ist geprägt von Arbeitslosigkeit, Drogenhandel, Missbrauch und Prostitution; für junge Menschen gibt es kaum Perspektiven, dem Kreislauf der Armut zu entfliehen. Infolge des paXan-Einsatzes 2014 wurde daher in Kombinat ein Kinderzentrum begonnen, sodass besonders benachteiligte Kinder eine gute Schulbildung bekommen können, wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag, einen Ort, an dem sie Liebe und Anerkennung erfahren. Das hat schon einen großen Unterschied im Leben der Kinder gemacht! Aber für eine echte Zukunftsperspektive ist noch mehr nötig: zum Beispiel die Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu erhalten. Und so entstand die Idee fürs „House of Hope“ – ein Ort, an dem Jugendliche ausgebildet und in Jobs vermittelt werden, wo sie von Mentoren begleitet und gefördert werden, wo sie ihr Potential entfalten und Hoffnung in Realität verwandeln können.

Mitte Juli fanden die ersten Gespräche dafür statt, und weil die Jugendlichen jetzt Hoffnung benötigen, nicht erst, wenn die Welt wieder „normal“ ist, ging dann alles ganz schnell: Kaum einen Monat später, am 22. August, machte sich – allen pandemiebedingten Hindernissen zum Trotz – ein paXan-Team auf den Weg nach Kombinat, um das House of Hope gemeinsam mit den albanischen Freunden ins Leben zu rufen.

Dafür wurde, wie bei jedem paXan-Einsatz, tatkräftig angepackt: Gemeinsam mit ein paar der Jugendlichen, die bald im House of Hope ausgebildet werden, und örtlichen Leitern schufteten die sechs paXan-Teamler eine Woche lang von morgens früh bis abends spät, um eine Wohnung an der Hauptstraße durch Kombinat in ein kleines Ausbildungszentrum zu verwandeln. Dabei wurde viel gespachtelt und gesägt, gehämmert und gebohrt, gepinselt und gemalt, und sehr, sehr viel geputzt, geplant und gedacht. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Das Bad erstrahlt nun in neuem Glanz, der Treppenaufgang ist frisch renoviert, ein Schulungsraum wartet nur noch auf Tische, der Aufenthaltsraum mit Küchenzeile ist gemütlich eingerichtet und in schönstem Design präsentiert, und als Krönung ist ein Ton- und Bildstudio einsatzbereit – mit gedämmten Wänden, Greenscreen und Lichttechnik. Denn als ersten „Ausbildungszweig“ bietet das House of Hope Schulungen in Ton- und Videotechnik, Fotografie und Grafikdesign an. Dafür gibt es viel Nachfrage in Albanien und darüber hinaus; einige Aufträge warten schon. Ein lokaler Experte wird die Jugendlichen auf ehrenamtlicher Basis ausbilden. Sie können es kaum erwarten, damit anzufangen!

Am 31. August machte sich das paXan-Team auf den Heimweg, aber eigentlich wären alle lieber in Albanien geblieben. Weil wir von allen so herzlich aufgenommen und von Vera so vorzüglich bekocht wurden. Weil es so eine Freude war, mit unseren albanischen Freunden zusammenzuarbeiten (und auch mal gemeinsam an den Strand zu fahren :). Weil es so viel Segen bedeutet hat, an diesem nachhaltigen Projekt zu arbeiten, das einen wirklichen Unterschied für unsere Freunde machen wird. Weil wir auch sonst einfach richtig viel Spaß zusammen hatten! Und ja – auch weil wir das schöne Wetter und das Leben in Albanien vermissen werden, und natürlich all die wertvollen Menschen, die wir kennenlernen durften.

Hoffnung – das ist ein Geschenk, das immer in beide Richtungen segnet. Und so dürfen wir uns nicht nur über die Gewissheit freuen, dass das House of Hope echte Hoffnung schenken wird, sondern auch selbst mit neuer Hoffnung und Zuversicht in den deutschen Alltag zurückkehren. Hoffnung, weil wir selbst erlebt haben, wie mit der richtigen Motivation schon eine Woche Schrauben, Schaum und Spachtelmasse mehrere Leben lang Zukunft schaffen können.

paXan findet statt!

Nach umfassender epidemiologischer Beobachtung 😉 und einem Projektbesuch vor Ort haben wir entschieden, dass wir tatsächlich einen paXan-Einsatz nach Albanien durchführen können. Nach aktuellem Stand ist Albanien kein Risikogebiet (seit ca. 2 Monaten) und hat keine Einreisebeschränkungen (seit ca. 3-4 Monaten).

Wir sind super gespannt auf diesen Einsatz und würden uns riesig freuen, wenn einige von euch dabei sind!

Datum: 22./23. August bis 30./31. August (je nach günstigen Flügen)
Ziel: Kombinat, Albanien
Kosten:
vor Ort (Unterkunft, Verpflegung usw.): 175 – 300 EUR (kommt drauf an, ob wir Hotel buchen oder in der Gemeinde übernachten; wir tendieren zur günstigeren Variante)
Flug: ca. 350 EUR (wenn wir sehr knapp buchen, wird es voraussichtlich teurer)
Leitung: Simon Bangert & Dorli Gschwandtner

Projekt: Als Folge des paXan-Einsatzes 2014 in Albanien wurde in Kombinat (ein Stadtteil am Rande der Hauptstadt Tirana) ein Kinderzentrum für Kinder aus Randgruppen eröffnet, wo sie Hausaufgabenhilfe erhalten, eine warme Mahlzeit, und vor allem die Zuneigung und Akzeptanz, die sie sonst kaum erfahren. Das hat im Leben dieser Kinder schon einen riesigen Unterschied gemacht! Aber es gibt auch viele Jugendliche in Kombinat, die trotz Schulbildung wenig Perspektiven für die Zukunft haben – dieser Stadtteil ist besonders für Gangs, Diebstahl, Drogenmissbrauch und Prostitution bekannt. Damit diese Jugendlichen eine wirkliche Chance für eine lebenswerte Zukunft haben, möchten wir gemeinsam mit der Gemeinde vor Ort ein „House of Hope“ gründen. Dort wird Jugendlichen eine Ausbildung angeboten, mit der sie einen guten Job erhalten können; außerdem werden sie in ihrer Charakterentwicklung begleitet. Der erste Ausbildungszweig konzentriert sich auf Medien (Photographie, Film, Webdesign, Grafikdesign u.v.m.): u.a. sollen Ton- und Filmstudio eingerichtet werden; daran wird sich das paXan-Team beteiligen.

Interessiert? Dann möglichst schnell anmelden! Anmeldeformular gibt es per Mail: paXan@helpinghandsev.org.

Weitere Infos auf der paXan-Seite.

Es gibt keinen Regen mehr

Während andere Teile der Welt mit Starkregen und Überschwemmungen zu kämpfen haben, leidet der Süden Madagaskar weiterhin unter extremer Dürre, die die schlimmste Hungersnot ausgelöst hat, die dieses Land je erlebt hat. Unser Partner in Madagaskar leistet erste Nothilfe, damit die Menschen überhaupt überleben. Aber danach ist noch viel Unterstützung notwendig – längerfristige Investitionen, die helfen sollen, dass die Menschen in Zukunft weniger gefährdet sind.

Hier erzählen uns drei Personen, was sie sich für ihre Familien und Dörfer wünschen:

 

Ich heiße Sija und bin 40 Jahre alt. Ich habe 7 Kinder; die Jungen hüten die Kühe und die Mädchen arbeiten mit mir beim Ackerbau oder bei der Nahrungssuche. Sie gehen nicht zur Schule.

Seit 5 Jahren bin ich geschieden und versuche, meine Familie durch ein bisschen Landwirtschaft zu versorgen. Aber seit es keinen Regen mehr gibt, ist das Leben sehr schwer geworden. Um Wasser zu bekommen, müssen wir lange Strecken laufen, aber auch dann finden wir nur schmutziges Wasser. Wir brauchen dringend Lebensmittel und Wasserbrunnen, aber auch eine Schule für unser Dorf mit dem nötigen Schulmaterial. Und ich wünsche mir, dass Frauen wie ich – alleinerziehende Mütter – darin unterstützt werden, kleine Geschäfte aufzubauen, zum Beispiel um Seifen, Salz oder Zucker zu verkaufen, damit wir für unsere Kinder sorgen können!

 

Ich heiße Remanjondo, bin 45 Jahre alt und habe 7 Kinder. Ich bin der Chef des Dorfes und arbeite auch als Bauer.

Die meisten Menschen aus diesem Dorf sind wegen der Dürre in die Stadt gezogen. Andere Dorfbewohner sind wegen der schweren Hungersnot in den Norden Madagaskars gegangen. Im Moment benötigen wir Lebensmittel und Trinkwasser. Aber was auch ein großer Bedarf hier ist sind Wasserbrunnen und die Installation von Tröpfchenbewässerungssystemen für die Landwirtschaft. Außerdem brauchen wir Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Wenn wir auch nur eine Apotheke im Dorf hätten, würde das den Menschen schon sehr helfen, Zugang zu grundlegender medizinischer Hilfe zu bekommen.

 

Ich heiße Konda, bin 30 Jahre alt und Bauer. Ich habe keine Familie mehr.

Zurzeit gibt es keinen Regen und unsere ganze Ernte ist vertrocknet. Wir wissen nicht, wann wir wieder Regen haben werden. Aber wenn wir Wasser in der Nähe hätten, könnten wir vielleicht etwas Gartenarbeit machen und die Felder bewässern.

Außerdem ist uns die Gesundheitsvorsorge für Frauen und Kinder sehr wichtig. Eine kleine Klinik hier in der Nähe wäre eine große Hilfe. Denn wenn bei schwangeren Frauen die Wehen beginnen, müssen sie noch kilometerweit laufen, um ein Krankenhaus zu erreichen. Dabei leiden sie sehr, und manchmal verlieren wir sowohl Mutter als auch Baby, weil es hier in unserer Nähe keine Gesundheitseinrichtung gibt.

 

Wenn Sie den Menschen in Madagaskar eine helfende Hand reichen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Madagaskar Hungersnot“ auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394, BIC: HELADEF1GEL (zur Online-Spende). Bitte geben Sie immer die vollständige Adresse an, damit Sie am Jahresende eine Spendenquittung erhalten können. Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bestätigt, dass Helping Hands e.V. mit den anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.

Joggathon 2021: Rückblick

Joggathons in Gelnhausen, Berlin, Hanau und Beirut

Es findet wieder ein Joggathon für die NES-Schule statt? „Da wollen wir definitiv dabei sein – unsere Schüler, und auch das Personal! Wann geht es los?“

Das war die begeisterte Reaktion aus Beirut, als bekannt wurde, dass die Hanauer Kirche des Nazareners auch in diesem Jahr mit ihrem Joggathon den Studienfond der NES-Schule in Beirut fördern wollte – eine Unterstützung, die von Woche zu Woche nötiger wird, während der Libanon immer tiefer in eine Wirtschaftskrise abstürzt, die zu den weltweit schlimmsten der letzten 150 Jahre gezählt wird.

In kürzester Zeit wurde der „Parallel-„Joggathon organisiert, und insgesamt 75 Schüler (davon 6, die bereits absolviert haben), 8 Lehrer/Personal und 3 Freunde der Schule liefen am 21. Juni in ihrem bisher zweiten Joggathon durch die Straßen von Beirut – für ihre Schule, für Hoffnung in einer aussichtslosen Lage, aber auch einfach in Dankbarkeit und Gemeinschaft mit den 20 Läufern und einer Rollstuhlfahrerin des Hanauer Joggathons, der vom 21. bis 27. Juni dezentral stattfand (insgesamt 388 Kilometer; 42 Sponsoren; 4.320 EUR). Vor allem in dieser Zeit des Abstandhaltens ein schönes Zeichen der Solidarität über Landesgrenzen hinweg!

Bereits im Mai waren zwei weitere Joggathons gestartet, organisiert von den Kirchen des Nazareners in Berlin und Gelnhausen:

Vom 29. Mai bis zum 5. Juni liefen ca. 40 Joggathon-Athleten in Gelnhausen über 250 Kilometer für unser Jahresprojekt 2021: Integrative Kinderzentren in Nepal; dabei kamen bisher mindestens 7.500 EUR zusammen.

Vom 30. Mai bis zum 6. Juni liefen 77 Läufer im Berliner Joggathon insgesamt 694,35 Kilometer und erliefen stolze 18.068 EUR für den guten Zweck; davon unterstützen je 25% die beiden paXan-Projekte in Uganda (Wassertank für Schule) und Albanien (landwirtschaftliches Projekt) und 50% ein Projekt im Rotlichtmilieu in Frankfurt (kein Helping Hands Projekt).

Wir freuen uns über diese tollen Ergebnisse und bedanken uns sehr herzlich bei allen, die sich mit viel Engagement für die Projekte unserer Partner eingesetzt haben!

Für die Läufer in Beirut suchen wir noch Sponsoren! Bei Interesse bitte eine Mail an: joggathon@kdn-hanau.de – oder direkt für den „Studienfond NES“ spenden (hier geht’s zur Online-Spende).