Weihnachtsfreude unterwegs

Etwas früher unterwegs als sonst, dafür mit Umweg: Unser „Weihnachtstransport“ hat sich am 20. November auf die Reise nach Albanien gemacht – mit einem „kurzen“ Logistik-Abstecher in die Niederlande. Voraussichtlich Mitte Dezember werden die Päckchen – zusammen mit 122 Päckchen eines holländischen Partners – dann in Albanien ankommen und dort vielen hunderten Familien unerwartete Weihnachtsfreude schenken. Die Mitarbeiter unseres örtlichen Partners freuen sich bereits sehr darauf!

Insgesamt 579 Weihnachtspäckchen wurden diesen Herbst gepackt, eine stattliche Zahl fürs Corona-Jahr! Zusätzlich enthält der Weihnachtstransport folgende Überraschungen für die Kinder und Familien:

149 „Schulpäckchen“ und mehrere Kisten mit weiteren Schulartikeln. In einem Land wie Albanien, wo viele Kinder einfach nur deshalb die Schule verlassen, weil ihre Familien sich das Schulmaterial nicht leisten können, ist das nicht nur ein schönes Geschenk, sondern Hilfe mit langfristiger Wirkung. Und das weitere Schulmaterial fördert natürlich besonders unser Kinderzentrum in Kombinat!

126 selbstgestrickte Schals und 24 Paar Socken für Kinder. Liebevoll handgearbeitet von zwei Seniorinnen aus dem Kinzigtal – ein besonderes Weihnachtsgeschenk für die Kinder, deren Zuhause in den Wintermonaten meist eisig kalt ist.

Wie immer beteiligten sich Einzelpersonen und Gruppen in ganz Deutschland an unserer Weihnachtspäckchenaktion. Zum Beispiel die Jugendgruppe der Kirche des Nazareners in Gelnhausen, die in einer digitalen Päckchenpackaktion – also gemeinsam live vor der Kamera – 38 Päckchen nicht nur gepackt, sondern wunderschön künstlerisch verziert haben – Weihnachtspäckchen schenken eben Weihnachtsfreude! Dabei wurden sogar Klassenkameraden mit engagiert, die für den Päckcheninhalt zusammenlegten.

Das verbreitet Hoffnung … im Herzen der Schenker genauso wie bei den Beschenkten! Das sind in diesem Jahr einerseits die Kinder, die unser Kinderzentrum in Kombinat besuchen, das wir als Jahresprojekt 2019 unterstützt hatten. Zusätzlich möchten die Mitarbeiter vor Ort auch eine lokale Schule beschenken und vor allem im örtlichen Kinderkrankenhaus Weihnachtsfreude verbreiten. Etwa 70 Kinder leben dort langfristig, viele haben Behinderungen oder sind aus den ärmsten Gebieten anderer Städte.

„Danke für alles!“, schrieb der Leiter unseres Partners in Albanien vergangene Woche. „So viel Einsatz! Es wird eine riesige Freude für die Kinder sein.“

Und auch wir sagen DANKE! Ein herzliches Dankeschön fürs mitmachen, fürs Päckchen packen, verzieren, prüfen, abliefern, verpacken … es sind Hunderte von freiwilligen Helfern und Spendern, die diesen Weihnachtstransport möglich machen!

Ein großes Dankeschön auch für die zahlreichen weiteren Spenden für die Weihnachtsaktion, die in den letzten Monaten eingingen. Dafür kann zum Beispiel in Rumänien und Bulgarien für viele weitere Kinder und Familien päckchenweise Weihnachtsfreude vor Ort eingekauft werden.

Weihnachtspäckchen schenken Weihnachtsfreude – Folge 3

Der Countdown läuft … bereits nächste Woche machen sich unsere Weihnachtspäckchen auf den Weg nach Albanien! Trotzdem nehmen wir noch bis zum 15. November Päckchen entgegen (oder gerne ein paar Tage früher – hier geht’s zur Packliste).

Ist viel zu knapp und überhaupt Einkaufen im Moment nervig? Dann freuen wir uns auch über eine Spende, damit vor Ort päck­chen­weise „Weihnachts­freude“ gekauft und weiter­gegeben werden kann – z.B. in Bul­garien und Rumä­nien (wir empfehlen: 25 EUR pro Päckchen, inkl. Verpackung usw. – online spenden oder überweisen mit Vermerk „Weihnachtsfreude“).

In den letzten zwei Wochen haben wir ältere Menschen in Rumänien und Familien in den bulgarischen Bergen kennengelernt, die sich über Weihnachtspäckchen freuen werden – heute ist zum Abschluss noch Albanien an der Reihe.

Kinder und Familien in Kombinat, Albanien

Unser örtlicher Kollege schreibt:

„Wir sind bisher noch nicht wieder im Lockdown, und ich hoffe sehr, dass das nicht passiert. Viele Menschen haben die Hoffnung verloren und werden immer aggressiver. Ein neuer Lockdown würde nicht nur die Wirtschaft töten, sondern auch die Menschen.

Auch in Kombinat ist die Situation sehr hart. Ein Jahr nach dem Erdbeben sind zahlreiche Familien immer noch ohne Zuhause. Viele haben ihr Obdach verloren, sind umgezogen oder anderswo untergekommen. Zwei Schulen in der Gegend wurden auch zerstört und die Kinder mussten die Schule wechseln. Und dann kam der Lockdown wegen der Pandemie! Dadurch haben viele ihren Job verloren. Das Leben wird immer schwieriger. Wir hören immer öfter über Selbstmord, oder andere, die versuchen das Land zu verlassen oder umgekommen sind. Die Kinder merken all diese Dinge und man sieht, wie sie das bedrückt.

Unser Land hat eine sehr schwere Zeit vor sich. Wir wünschen uns, dass die Weihnachtspäckchen für die Kinder ein Segen sind, und dass sie ihnen viel Freude bescheren in dieser Weihnachtszeit!“

Die Päckchen werden unter anderem an Kinder weitergegeben, die unser Kinderzentrum in Kombinat besuchen, sowie die Kinder aus bedürftigen Familien im Kindergarten. Zusätzlich spenden sie auch ca. 70 Kindern in einem Kinderkrankenhaus in Kombinat Weihnachtsfreude; die Kinder wohnen dort permanent, viele haben Behinderungen oder sind aus extrem bedürftigen Familien außerhalb Tiranas. Je nach Anzahl werden Päckchen auch in der lokalen Schule verteilt.

(Archivbild – Geschwister im Kinderzentrum)

Schule – Na endlich!

Während Deutschland sich an einen neuen Lockdown gewöhnt, scheint die Lage sich für manche unserer Partner zu entspannen. Zwar sind Wirtschaftskrise und Pandemie, Hunger und Angst weiterhin präsent, aber zumindest dürfen an vielen Orten die Kinder wieder in die Schule – wenn das nicht gute Nachrichten sind! Hier ein kurzer Überblick:

Ganz aktuell: In der NES-Schule im Libanon ist seit dem 26. Oktober das Gebäude wieder von Kinderlachen erfüllt! Gar nicht so selbstverständlich: Das erste Mal seit März dürfen die Schüler wieder zum Präsenzunterricht. Die Mittelstufe begann vergangenen Montag, der Kindergarten am Dienstag, seit dem 2.11. sind auch die Grundschüler vor Ort. Sie lernen in einer Welt, die nicht mehr dieselbe ist: Nicht nur der ewige Lockdown hat die Kinder sehr belastet, sondern auch die verheerende Explosion im August. Deshalb bot die Schule bereits im September zwei Traumaseelsorge-Seminare für Schüler und Lehrer an – noch dringender nötig, als ursprünglich gedacht. „Uns war vorher gar nicht bewusst, wie sehr die Lehrer dieses Seminar brauchten!“, so die Schulleiterin. „Sie schütteten ihre Herzen aus und konnten sich auch gegenseitig ermutigen.“

In Nepal begann unser Kinderzentrum in Piluwa am 19. Oktober mit dem Unterricht, nachdem es eine Woche vorher als erweitertes Dorf­entwick­lungs­projekt feierlich wieder- bzw. neueröffnet wurde (Details dazu lesen Sie hier). Die Familien haben sehr darauf gewartet und sind voller Hoffnung für die Zukunft.

In der Arche-Schule im Kariobangi-Slum in Kenia hieß es erst, alle Schulen seien bis Januar geschlossen. Wie erfreut waren wir zu erfahren, dass seit Mitte Oktober die Abschlussklassen (4. und 8. Klasse) wieder zum Unterricht kommen dürfen! Neue Waschbecken wurden installiert, es wird viel Abstand gehalten, regelmäßig Temperatur gemessen … und alle sind froh, endlich wieder in der Schule zu sein. Für später ist geplant, im Schulhof Container und Zelte aufzustellen, damit auch die anderen Klassen bald wieder zum Unterricht kommen können. Fast ein ganzes Schuljahr haben sie dann verloren, denn Online-Unterricht ist im Slum kaum möglich. Die Lehrer bemühten sich sehr, die Kinder von der Straße wegzuhalten, indem sie Bücher verteilten, per Handy kurze Videos aufnahmen und die Schüler aufforderten, jeweils einzeln zu ihnen zu kommen, um Hilfe bei Aufgaben zu erhalten.

Nach 7 Monaten öffneten sich am 5. Oktober im Straßenkinderzentrum in Antananarivo, Madagaskar, wieder die Pforten. Während des Lockdowns wurde ein bereits vorher geplantes Projekt mit Unterstützung von Helping Hands verwirklicht: Für das Zentrum wurde ein Wassertank installiert, der nun den ganzen Tag über fließendes Wasser ermöglicht. „Die Kinder kamen zurück und können jetzt jeden Tag ganz einfach sauberes Wasser bekommen“, berichtete unser Partner. „Könnt ihr euch vorstellen, wie das gewesen wäre mit dem Händewaschen, ohne Wasser? Der Wassertank kam genau zum richtigen Zeitpunkt!“

Bereits seit Anfang des neuen Schuljahres ist das Kinderzentrum in Albanien wieder geöffnet. Die Kinder tragen Masken, es wird regelmäßig desinfiziert und Temperatur gemessen. Wir hoffen, dass das Kinderzentrum auch über den Winter offen bleiben kann.

Das gilt auch für die Schule in Vidrare, Bulgarien: Dort konnte das neue Schuljahr wieder im Schulgebäude beginnen – nach vier Wochen intensiver Planung, um alle Vorschriften einzuhalten – und die Mitarbeiter vor Ort hoffen sehr, dass die Schule offen bleibt. „Andere Formen des Unterrichts funktionieren hier nicht wirklich“, erklärt unser örtlicher Partner. „Online geht gar nicht – die Plattformen sind zwar kostenlos, aber die Eltern können sich den Internetzugang nicht leisten. Die Lehrer haben Material entworfen und in gedruckter Form an die Familien verteilt.“

Auch andere Bedürfnisse erfüllt die Schule: zum Beispiel Nahrung und Wärme. Wenn die Kinder in der Schule sind, sparen die Eltern eine Menge Brennholz und zwei Mahlzeiten pro Tag, die sie sonst gar nicht bezahlen könnten. Hier griff die Dorfgemeinschaft sich gegenseitig unter die Arme: Familien, die etwas besser dran waren, und auch das Schulkollegium sammelten Kleidung und packten Essenspakete für die bedürftigeren Familien. Ein schönes Beispiel von lokaler Initiative!

Weihnachtspäckchen schenken Weihnachtsfreude – Folge 2

Der November ist angebrochen und die Adventszeit steht vor der Tür … höchste Zeit für die Weihnachtspäckchen! Noch bis zum 15. November nehmen wir sehr gerne Päckchen entgegen (hier geht’s zur Packliste), die in Albanien vielen Kindern und Familien Weihnachtsfreude schenken werden.

Aber auch in Ländern wie Rumänien und Bulgarien möchten wir die Menschen nicht vergessen. Damit vor Ort päckchenweise Weihnachtsfreude gekauft und weitergegeben werden kann, freuen wir uns über eine Spende (wir empfehlen: 25 EUR pro Päckchen, inkl. Verpackung usw. – online spenden oder überweisen mit Vermerk „Weihnachtsfreude“).

Letzte Woche durften wir ältere Menschen in Rumänien kennenlernen, die sich über Weihnachtspäckchen freuen werden – heute geht die Reise in die bulgarischen Berge.

Kinder und Familien in Vidrare, Bulgarien

„Vor ein paar Wochen kam Melisa* zu mir und reichte mir ein Säckchen mit Münzen“, erzählt Zhana, unsere Kollegin vor Ort. „‚Für Weihnachten!‘, sagte sie.“

Melisa besucht seit einem Jahr die Schule im Bergdorf Vidrare in Bulgarien. Mit ihren Großeltern wohnt sie im Nachbardorf – der Vater hat sie verlassen, die Mutter ging in den Westen, um Arbeit zu suchen. Melisa hat sich in der Schule gut eingelebt, ist sehr engagiert und sogar Mitglied der Schülervertretung. Als die Sechstklässlerin im vergangenen Jahr ein Weihnachtspäckchen von Helping Hands erhielt, freute sie sich: „Meine Oma hat gesagt, sie machen das für uns jedes Jahr und wir haben es gar nicht verdient. Das ist Liebe, oder?“ Deshalb sind die Päckchen so wertvoll, weil sie nicht nur körperliche Bedürfnisse erfüllen, sondern jedes Päckchen bringt auch Hoffnung und Freude zu den Menschen.

Die Corona-Pandemie hat auch in Vidrare das Leben auf den Kopf gestellt. Die Schule ist zwar inzwischen wieder offen – glücklicherweise, denn keine Familie kann sich genügend Internet leisten, um vom angebotenen Online-Unterricht zu profitieren – aber die letzten Monate waren extrem schwer für die Familien. Wenn die Kinder in der Schule sind, sparen die Eltern eine Menge Brennholz und zwei Mahlzeiten pro Tag, die sie sonst gar nicht bezahlen könnten.

In dieser Situation kam die Dorfgemeinschaft auf erstaunliche Weise zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Familien, die etwas besser dran waren, und auch das Schulkollegium sammelten Kleidung und packten Essenspakete für die bedürftigeren Familien. „Gott sei Dank für diese Mobilisierung der Dorfbewohner. Die Dorfgemeinschaft ist lebendig und unabhängig. Welch ein unerwarteter Segen!“, berichtete Zhana.

Aber was ist mit Weihnachten? Päckchen können nach derzeitigen Auflagen nicht importiert werden. „Im Sommer haben wir diskutiert, was wir tun können, um von uns aus die bedürftigen Familien in unseren Dörfern zu unterstützen, aufgrund der neuen Regeln und Beschränkungen. Vor ein paar Wochen kam Melisa zu mir und reichte mir ein Säckchen mit Münzen. Sie hatte Himbeeren gepflückt und sie verkauft und mir den Erlös gebracht. ‚Das ist für unser Weihnachtsprojekt – ich möchte jetzt schon damit anfangen!'“

Wir sind begeistert von dieser Initiative der Menschen in Vidrare und umliegenden Dörfern! Mit Spenden für unsere „Weihnachtsfreude“ möchten wir die lokale Initiative nicht ersetzen, sondern würdigen und das noch erweitern, was die Dorfgemeinschaft schon von sich selbst aus tut.

(* Name geändert)