Sommerfest auf dem Lindenhof

Dankbarer Rückblick auf ein weiteres Jahr mit umfassendem ehrenamtlichem Einsatz

Sommerlich war zwar nicht das Wetter, aber die Besucher des „Sommerfests“ auf Schloss Emmerichshofen bei Kahl brachten die Sonne einfach selbst mit – durch das Lächeln auf den Gesichtern der Kinder und Erwachsenen und die herzliche Dankbarkeit, mit der auf das vergangene Jahr zurückgeblickt wurde. Denn schon über ein Jahr ist es her, dass das Kinderheim „Mistoditey“ aus Kiew im „Lindenhof“ bei Schloss Emmerichshofen Zuflucht fand! Dutzende von Ehrenamtlichen haben sich in diesen 15 Monaten dafür eingesetzt, dass die 30 Kinder und Betreuerinnen sich willkommen fühlen und alle Herausforderungen des täglichen Lebens meistern können; das Sommerfest am 1. August war der Anlass, sich für den herausragenden Einsatz zu bedanken.

Und in einem Jahr hat sich schon einiges geändert! Besonders beeindruckend war, dass Liliya, Leiterin des Heims, einen eigenen „Übersetzer“ hatte: einer der älteren Jungen des Heims, der seit einem Jahr die Paul-Gerhardt-Schule in Kahl besucht und schon sehr gut Deutsch gelernt hat. Auch die anderen Kindern sind gut integriert und bedankten sich auf unterschiedliche Art und Weise – zum Beispiel durch ein einstudiertes Lied, aber auch ein selbstgebasteltes Gemälde mit den Händen der kleineren Kinder.

Ulrike von Waitz, die den Lindenhof zur Verfügung gestellt und zum Sommerfest eingeladen hatte, hob den unermüdlichen Einsatz der verschiedenen Helfer hervor – die Lehrerinnen und Lehrer an der Schule, Helfer beim Deutschlernen, handwerkliche Unterstützung im Gebäude, Patinnen und Paten und viele mehr: „Die praktische, aber auch besonders die finanzielle Unterstützung machen es möglich, dass die Kinder und ihre Betreuerinnen im Lindenhof so unbeschwert leben können. Dass das so großartig funktioniert, erfüllt uns mit größter Dankbarkeit!“

Besonderer Dank wurde in diesem Rahmen auch an die Evonik Industries AG ausgesprochen. Denn die Küche im Lindenhof ist nur für einen kleinen Haushalt ausgestattet und es wäre dort unmöglich, jeden Tag für 30 Personen zu kochen. Durch das Engagement verschiedener Mitarbeiter erklärte die Evonik Industries AG sich bereit, die Bewohner des Lindenhofs werktags durch die Kantine des Evonik-Standortes Hanau mit einem reichhaltigen Mittagessen zu versorgen. Diese großzügige Aktion – im Wert von ca. 1.500 EUR pro Woche – läuft nun schon seit Juni 2022. Zusätzlich zu den täglichen Mahlzeiten konnten durch den Elternstammtisch von Evonik auch einige andere benötigte Güter gespendet werden, zum Beispiel Schuhe, Winter- und Sommerkleidung, Auto-Kindersitze sowie Weihnachtsgeschenke für die Betreuerinnen, die ihre Familien mitten im Krieg zurücklassen mussten.

Eun-Ok Busch, HR Specialist bei Evonik Industries AG und zuständig für das Projekt #JoinInAtEvonik (Integration von Geflüchteten), reflektierte über ihren Besuch beim Sommerfest: „Für mich hat sich der Weg von unserer Konzernzentrale Essen im Ruhrgebiet nach Schloss Emmerichshofen sehr gelohnt.  Hier vor Ort zu sein und die Möglichkeit zu haben, die Kinder, Betreuerinnen und Ehrenamtlichen persönlich zu treffen, ist unbeschreiblich. Ich bin sehr froh, dass ich mit Unterstützung von zahlreichen Evonik Kolleg*innen und des Vorstandes auch dazu beitragen kann, dass sich die Kinder und Betreuerinnen in Deutschland willkommen und sicher fühlen. „

Insgesamt war das Sommerfest geprägt von Dankbarkeit und einem ermutigenden Rückblick auf die vielen hunderten Stunden ehrenamtlicher Mitarbeit, die den Dienst am Lindenhof möglich machen. So kann Integration gelingen!

Eine Vision wird Wirklichkeit

Wie das Straßenkinderzentrum „A-MI-4“ in Madagaskar Familien verändert

„Mauvais quatre mi“ – auf vier Arten schlecht – dieses französische Sprichwort wird in Madagaskar genutzt, um Straßenkinder zu beschreiben: ihr Zuhause, ihr Benehmen, ihre Sprache, ihren Auftritt.

„A-MI-4“ heißt dagegen das Straßenkinderzentrum, das unser örtlicher Partner 1997 mit 100 Kindern in Antananarivo begann: Ankizy (Kinder) – MIno (glauben) – MIanatra (lernen) – MItombo (wachsen) – MIkajy ny zony (ihre Rechte respektieren). Denn hier werden diese Kinder als wertvoll erachtet und erfahren nachhaltige Veränderung: „Dass die Leben dieser Kinder völlig verändert werden, das erhoffe ich mir – und nicht nur ihre eigenen Leben, sondern auch später die ihrer Kinder!“, so beschreibt Therese R., die das Zentrum von 1999 bis 2018 leitete, ihre Vision.

Eine Vision, die fast Unmögliches für möglich hält! Denn die Kinder kommen aus nicht sehr vielversprechenden Verhältnissen. Über 80% der Kinder kennen ihre Väter – wenn überhaupt – nur als Männer, die, grundsätzlich betrunken, immer mal vorbeikommen, um ein weiteres Kind in die bereits kinderreichen Familien zu setzen – und dann bleiben die Mütter alleine zurück und müssen sehen, wie sie den Nachwuchs am Leben erhalten. Chronische Unterernährung ist die Norm, sodass die Kinder ihr Leben lang unter Lernschwierigkeiten leiden.

„Straßenfamilien“ finden ein Zuhause

„Straßenfamilien“ wäre vielleicht der bessere Begriff, um das Umfeld dieser Kinder zu beschreiben. Nur ca. 10% sind Vollwaisen, aber die meisten Familien leben oder lebten ursprünglich auf der Straße. „Diese Familien haben keine Unterkunft“, berichtet Therese, „sie schlafen unter Brücken oder wo auch immer sie Zuflucht finden können, unter Plastik, in Kartons … Wir haben das Projekt mit diesen Kindern und ihren Familien begonnen. Und zuallererst haben wir ihnen beigebracht, nicht im Müll nach ihrer Nahrung zu suchen. Wir haben ihnen geholfen, Arbeit zu finden, zum Beispiel Wäsche waschen oder Wasser tragen. Und wir haben sie mit Grundstücksbesitzern vermittelt, die ihnen erlaubt haben, eine kleine Hütte aus Holz zu bauen und dem Besitzer für den Boden ein wenig Miete zu bezahlen. Innerhalb weniger Monate schliefen sie nicht mehr auf der Straße, sondern hatten ihr eigenes Dach überm Kopf, und haben das dann genutzt, um jeden Tag etwas Geld zu verdienen. Wir sehen so viel Unterschied in ihrem Leben! Wir haben uns auch weiterhin jeden Monat mit ihnen getroffen und sie gelehrt, ihre Probleme dort anzupacken, wo sie sind.“

Heute sind diese Familien keine „Straßenfamilien“ mehr. Aber sie sind immer noch sehr arm und schaffen es so gerade, mit ihrem mageren Einkommen die Familie über Wasser zu halten. Und dann sind da natürlich immer neue „Straßenfamilien“, um die das Zentrum sich kümmert, um ihnen zuerst eine Bleibe und dann eine Hoffnung für die Zukunft zu geben.

Ganzheitliche Förderung von Kindern und Familien

Diese Hoffnung sieht, mehr als 25 Jahre nach der Gründung, konkret so aus: Die Kinder (ab 6 Jahren) schlafen zwar bei ihren Familien, erhalten aber Frühstück und Mittagessen im Zentrum. Die Grundschüler (Klasse 1 bis 4) besuchen auch im Zentrum den Unterricht; von der 5. bis zur 9. Klasse besuchen sie eine öffentliche Schule, wenn möglich werden sie auch noch in der Oberstufe und Universität gefördert. Neben dem akademischen Unterricht lernen die Kinder auch Hygiene und Körperpflege (inkl. Wäsche waschen) und erhalten medizinische Fürsorge.  Ihre sozialen Fertigkeiten werden gefördert, auf dem großen Schulhof können sie Sport und Spiele machen, und sie erhalten moralische und geistliche Unterweisung. Mit den Eltern finden wöchentliche Treffen statt; die Lehrer und anderen Mitarbeiter werden durch regelmäßige Teamtreffen und Weiterbildungen gefördert.

Die Mitarbeiter des A-MI-4-Zentrums in Antananarivo sehen es als ihre Mission, „die ganzheitliche Entwicklung von Kindern zu fördern, die Grundrechte der Kinder zu schützen und zu verbessern“ und ihnen einen sicheren Ort zu geben, an dem sie sich geliebt fühlen – „damit sie in Zukunft ein besseres Leben führen können“. Dass sie dieses Ziel erreichen, und auch die Vision von Therese R. Wirklichkeit wird, dass zeigen die Erfolge: Inzwischen haben schon einige der Kinder eine Universitätsausbildung absolviert, sogar ein paar Masterabschlüsse waren dabei.

Zum Beispiel Mathieu*, den ein Mitarbeiter des Zentrums entdeckte, als er im Müll nach Essen suchte. Er konnte die Mutter überzeugen, den Zehnjährigen in die Schule zu schicken. Inzwischen hat er die Universität abgeschlossen, völlig verändert durch das A-MI-4-Zentrum.

Oder Raphael*, der erzählt: „Ich begann hier in der 1. Klasse; damals war ich 6. Meine Eltern sind verstorben. Gott hat mir durch das Street Kids Center eine Tür geöffnet, damit ich eine gute Ausbildung bekommen kann. Vor zwei Jahren habe ich meinen Abschluss gemacht und studiere jetzt an der Universität. Mein Leben hat sich durch das Zentrum wirklich verändert!“

Die meisten Kinder schaffen es zwar nicht so weit – durch die Mangelernährung im Kleinkindalter reichen ihre geistigen Fähigkeiten meist nur für den Abschluss in der 8. oder 9. Klasse, manchmal sogar weniger. „Aber selbst diejenigen, die die Schule nicht mit guten Noten abschließen, haben ein viel besseres Leben“, betont Therese. „Sie sind als Erwachsene viel bessere Eltern, sie verhalten sich besser, behandeln ihre Familien besser, finden Schulen für ihre Kinder und angemessene Arbeit für sich selbst.“

Nachhaltige Veränderung

Denn auch das gehört zur Vision von Therese und ihrem Mann Richard: „In diesem Zentrum möchten wir nicht einfach nur den Kindern etwas zu essen geben – wir wollen Eltern beibringen, wie sie selbst ihre Lebensmittel anbauen können.“ Im übertragenen Sinne heißt das, was auch wir als Helping Hands uns vorgenommen haben: wirkungsvoll helfen und nachhaltig verändern. Dann wird nicht nur ein negatives Sprichwort ins Positive umgewandelt, sondern Chancenlosigkeit spürbar in Hoffnung verwandelt.

 

Das Straßenkinderzentrum „A-MI-4“ finanziert sich vornehmlich durch Patenschaften. Zwischenzeitlich besuchten 380 Kinder das Zentrum; derzeit sind es aufgrund von fehlenden Paten nur 250. Helping Hands hat das Zentrum seit 2007 mit Patenschaften unterstützt (insgesamt ca. 35; derzeit werden 17 Patenkinder gefördert).

Gerne vermitteln wir weitere Patenschaften für Kinder aus „Straßenfamilien“ in Antananarivo, damit sie wie Mathieu und Raphael eine echte Chance für die Zukunft haben können! Kontaktieren Sie uns bitte für Details: kinder@helpinghandsev.org.

 

* Namen geändert

Ein Hoffnungslicht in Kapstadt

Direkt gegenüber vom „Kap der guten Hoffnung“ gibt es für viele nur wenig Hoffnung. Die meisten Menschen in den Townships um Somerset West, einem Vorort von Kapstadt, versuchen sich irgendwie durchzuschlagen. Ihre Kinder schaffen es kaum durch die Schule, falls sie überhaupt zur Schule gehen können. Andere leiden an Ausbeutung und Missbrauch. So war es Jahr um Jahr – bis vor knapp 20 Jahren „Hope and Light“ ein Hoffnungslicht anzündete.

Inzwischen ist eine Schule für über 500 Schüler entstanden sowie eine Vorschule und ein Kinderzentrum, das sich um traumatisierte Kinder kümmert und ihnen ein sicheres und frohes Zuhause anbietet. Die südafrikanische Regierung und einheimische Freunde unterstützen die Arbeit vor Ort, allerdings nur in begrenztem Umfang.

Der südafrikanische Präsident Nelson Mandela hat betont: „Eine gute Ausbildung ist die stärkste Waffe, mit der man die Welt verändern kann.“ Daran arbeitet „Hope and Light“ und bietet Kindern ein neues Zuhause und eine regelmäßige und qualifizierte Ausbildung. Derzeit werden Schritte bedacht, um auch den Familien in den Townships zu helfen und damit die gesamte Arbeit langfristig stabiler zu machen. Dazu gehören auch praktische Ausbildung und Investitionen in Kleinstunternehmen.

Sie können schon jetzt Teil dieser Stafette der Hoffnung werden: Wählen Sie „Hope and Light Schule und Kinderheim“ in unserer Online-Spende oder spenden Sie mit diesem Vermerk auf unser Konto: IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394.

Mehr hierzu in den nächsten Wochen und mit einer speziellen Aktion ab Mitte August.

Es ist keine Schande!

Aktion zum Mitmachen für Schulkinder in der Ukraine

„Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen“, betonte Platon in der Antike.

Heute gibt es hunderttausende Kinder weltweit, die lernen wollen – aber sie schämen sich, zur Schule zu gehen, weil ihnen das nötigste fehlt: Schulmaterial, geeignete Kleidung, das Geld für Gebühren. Dass Kinder aus solchen Gründen die Chance auf eine Zukunft verpassen – das ist eine Schande! Denn schon ein kleines Päckchen mit Schulbedarf trägt dazu bei, dass Kinder lernen können.

Tausende Kinder inmitten von Krieg (Ukraine), verheerender Wirtschaftskrise (Libanon) oder chronischer Armut (Albanien) wünschen sich vor allem eins: einen normalen Schulalltag, der ihnen ermöglicht, trotz verzweifelter Lage mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Damit dieser Wunsch möglichst vielen Kindern erfüllt werden kann, haben wir beschlossen, uns dieses Jahr im Rahmen der traditionellen Weihnachtsaktion auf Schulpäckchen zu konzentrieren.

Machen Sie mit? Zum Inhalt eines Schulpäckchens gehört: 2 Bleistifte, 1 Radiergummi, 1 Spitzer, 1 Geodreieck, 1 Kugelschreiber o.ä., 1 DIN A4 Heft, 1 DIN A5 Heft (gerne in Klarsichthülle oder Gefriertüte verpacken). Gerne können auch separat noch andere Schulartikel gespendet werden. Bitte helfen Sie mit einer Transportspende von 1 Euro.

Schulpäckchen können ab sofort bis Anfang November direkt bei uns abgegeben werden (im Bürotrakt der Kirche des Nazareners Gelnhausen, Frankfurter Straße 16–18, 63571 Gelnhausen; Bürozeiten: MO–FR, 8:30–12:30) oder an einer dieser Sammelstellen. Vom 28.8. bis 9.9. beteiligt sich außerdem die Globus-Markthalle Wächtersbach an dieser Aktion; dort können bereits gepackte Päckchen gekauft und abgegeben werden.

Mit einer Spende ermöglichen Sie, dass zusätzliche Päckchen gekauft und vor Ort weitere Projekte zur „Weihnachtsfreude“ gefördert werden können. Eine Spende mit Vermerk „Schulpäckchen“ oder „Weihnachtsfreude“ bitte an unser Konto überweisen (IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394) oder online spenden.

Weitere Infos auf der Schulpäckchen-Seite

Wenn „Zuhause“ ein Ort der Bedrohung ist

Ein Rückblick auf unser Jahresprojekt 2022: Das „Heim der Zuflucht“ für OSAEC-Opfer in den Philippinen

„Daheim“, bei Mutter und Vater, im Kreis der Verwandten – das sollte für ein Kind der sicherste Ort sein. Ein Ort der Geborgenheit, der Wertschätzung, der Fürsorge.

Die Kinder, denen unser Partner auf den Philippinen dient, haben es anders erfahren.

Auf den Philippinen ist „OSAEC“ (online sexual abuse and exploitation of children – sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet) eine besonders große Gefahr, denn fast alle Erwachsenen haben Internetzugang und sprechen zumindest etwas Englisch. Die Versuchung ist groß; bei manchen sicherlich aufgrund von Armut, bei anderen durch mangelndes Verständnis, den Wunsch auf „einfaches Geld“, und zerbrochene Familienstrukturen.

Denn OSAEC geschieht fast immer daheim. In den meisten Fällen sind die Eltern – vornehmlich die Mütter oder auch Großmütter – die Täter. Und Kinder jeglichen Alters müssen erfahren, dass ihr Zuhause ein Ort der Bedrohung wird. Oft kommt zur OSAEC-Tat auch noch körperlicher Missbrauch dazu.

Seit einiger Zeit ist OSAEC in den Philippinen als kriminelle Handlung eingestuft. Gemeinsam mit der NPO International Justice Mission identifizieren die lokalen Behörden Opfer von OSAEC und befreien sie mithilfe von Sicherheitskräften. Die befreiten Kinder werden dann – mit Umweg über die Polizeistation, um den Fall aufzunehmen – zum „Heim der Zuflucht“ gebracht, das unser örtlicher Partner vor knapp fünf Jahren auf Anfrage der International Justice Mission als erstes dieser Art auf den Philippinen gründete.

Das „Heim der Zuflucht“ ist ein „Assessment Center“, an dem Kinder, die aus OSAEC-Situationen befreit wurden, über mehrere Monate hinweg intensiv psychotherapeutisch und medizinisch betreut werden. Ziel ist, dass die Kinder Fertigkeiten erlernen, mit ihrem Trauma und den Erfahrungen umzugehen, sodass langfristig Heilung stattfinden kann. Gleichzeitig prüfen die Sozialarbeiter, wann und ob die Kinder bei anderen Familienmitgliedern reintegriert werden können oder erst einmal in eine längerfristige Einrichtung wechseln sollten. Das ist keine einfache Entscheidung, denn da meist die Eltern die Täter sind, kann die Sicherheit der Kinder selten gewährleistet werden. Doch oft gibt es an der Tat unbeteiligte Verwandte, die den Kindern ein neues Zuhause bieten können und von den Sozialarbeitern intensiv begleitet und unterstützt werden.

Die ersten Tage

Zu der Förderung, die ein Kind im „Heim der Zuflucht“ erfährt, gehört u.a. folgendes:

Direkt nach Ankunft erhält das Kind ein „Willkommenspaket“ mit Hygieneartikeln, einem Handtuch, einem Tagebuch, einem Stofftier u.a. Am ersten Tag kümmert eine der fünf „Hausmütter“ sich um das Kind, und sie/er hat Zeit, erst mal alleine das Erlebte zu verarbeiten und sich zu beruhigen – viele Kinder malen oder schreiben gerne in dieser Zeit ins Tagebuch. Zeitgleich treffen sich Sozialarbeiter, Polizei und Heimpersonal, um die grundlegendsten Informationen zu diesem „Fall“ auszutauschen.

Die nächsten drei Tage sind eine „Eingewöhnungsphase“, in denen einerseits die Hausmütter prüfen, welche Dinge die Kinder brauchen (wie Kleidung usw.), und andererseits die Kinder dabei unterstützen, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, und sie an ihr neues „Zuhause“ gewöhnen.

Danach beginnt eine 14-tätige Phase, in der die Kinder psychologisch und medizinisch untersucht werden und auch viele Gespräche mit der Sozialarbeiterin des Heims haben. Das Team des Heims trifft sich dann, um zu besprechen, was das Kind an Förderung benötigt. Gleichzeitig beginnt auch der Familien-Sozialarbeiter, Informationen über die Familie einzuholen. Somit kann nach ca. einem Monat schon festgestellt werden, ob die Chance besteht, dass das Kind bei Familienmitgliedern reintegriert werden kann oder später zu einer Pflegefamilie oder in ein anderes Heim wechseln sollte.

Umfassende Förderung

Ein Kind bleibt in der Regel mindestens drei Monate im „Heim der Zuflucht“, da so viel Zeit benötigt wird, um alle Aspekte der Situation umfassend zu beurteilen. Manchmal bleiben Kinder auch länger, bis zu sechs Monate, wenn es schwierig ist, ein neues Zuhause für sie zu finden – das ist vor allem bei Jungen der Fall, da nur sehr wenige Einrichtungen Jungen annehmen, sowie bei Geschwistergruppen (viele der betroffenen Kinder kommen in Geschwistergruppen, da OSAEC in der Regel zuhause stattfindet und meist alle Kinder einer Familie betroffen sind), damit diese nicht getrennt werden.

In dieser Zeit gehört zum Tagesplan der Kinder:

-> Psychotherapiesitzungen, alleine und in der Gruppe – Die Kinder sind sehr dankbar für diese Treffen, vor allem wenn sie merken, dass der Heilungsprozess beginnt. Die erste Einschätzung findet mit einem externen Psychologen statt; die Therapie dann mit der Psychologin des Heims bzw. der Sozialarbeiterin. Dazu gehört auch „Psychoedukation“, sowie ein Verständnis für die Gefahren und Auswirkungen von OSAEC zu vermitteln.

-> grundlegende Hygiene wie Händewaschen, duschen usw. – Da viele Kinder aus den Elendsvierteln kommen, fehlen ihnen oft diese Kenntnisse. Zusätzlich werden den Kindern auch positive Verhaltensweisen beigebracht.

-> medizinische Fürsorge

-> Schulbildung – Die Kinder lernen per Fernunterricht an ihren eigenen Schulen (dieses „Modular Learning“ Modell hat sich während der Pandemie erfolgreich herausgebildet) und werden an vier Tagen pro Woche durch eine Hauslehrerin unterstützt. Der Fernunterricht nimmt nur wenige Stunden des Tagesablaufs ein, da die Kinder stark traumatisiert sind und zu viel Lerndruck im Rahmen des Heilungsprozesses überwältigend sein kann. Manche Kinder sind auf einem normalen Lernniveau, andere sind einige Jahre hinter ihren Altersgenossen zurückgeblieben und brauchen gesonderte Förderung.

-> Fertigkeiten für den Haushalt wie z.B. Kochen und Wäsche waschen – Das Heim lehrt den Kindern auch solche Fähigkeiten, damit sie sich später um ihren eigenen Haushalt bzw. ihre Familie adäquat kümmern können.

-> körperliche Aktivitäten, z.B. Jiu-Jitsu und Zumba – Die meisten Kinder lieben es zu tanzen und haben hier im Heim das Gefühl, dass sie unbeschwert tanzen können, ohne verurteilt zu werden.

-> Nach dem Mittagessen ist Zeit für einen Mittagsschlaf, dann folgen meist Kunst- bzw. Bastelaktivitäten, zwei Stunden Zeit zum Spielen auf dem Spielplatz des Heims, Abendessen und eine Abschlussrunde, wo sich über den Tag ausgetauscht wird. Zu jeder Zeit sind mindestens zwei Hausmütter sowie die Wächterin vor Ort und kümmern sich um alle Bedürfnisse der Kinder.

-> Jeden Dienstag dürfen die Kinder per Videogespräch ihre Familien treffen; gelegentlich findet auch ein Treffen in Person (außerhalb des Heims) mit bis zu drei an der Tat unbeteiligten Familienmitgliedern statt.

Der Heilungsprozess

Natürlich kann in drei Monaten keine völlige Heilung stattfinden. Deshalb konzentriert sich das „Heim der Zuflucht“ darauf, den Kindern die nötigen Fertigkeiten mitzugeben, sodass der Heilungsprozess, der im Heim begonnen hat, langfristig weitergeführt werden kann. Eine sehr detaillierte „Fallbearbeitung“ hilft dabei, alle nötigen Eingriffe zu bestimmen, damit der Heilungsprozess in Gang gebracht wird und vor allem nach Reintegration kein ähnliches Trauma geschehen kann. Dafür sind alle Mitarbeiter des Heims in traumainformierter Pflege geschult und die Kinder sind an allen Prozessen voll beteiligt. Das Kind ist zwar am Ende nicht völlig „verwandelt“, aber die Veränderung hat begonnen und sie/er besitzt Fertigkeiten zur sogenannten „Selbstregulierung“ und weiß, wie er/sie mit herausfordernden Situationen umgehen kann. Selbstverständlich werden die Kinder auch nach Verlassen des Heims von den Sozialarbeitern regelmäßig begleitet und besucht; in anderen Heimen stehen ihnen weitere Sozialarbeiter zur Verfügung.

Dass der Heilungsprozess in drei Monaten bereits ein gutes Stück voranschreiten kann, liegt u.a. daran, dass das „Heim der Zuflucht“ nur Kinder aus OSAEC-Situationen aufnimmt und somit jedes Kind andere Kinder kennenlernen kann, die sehr ähnliches durchgemacht haben und einander verstehen und sich gegenseitig helfen, Trauma zu verarbeiten. Vor allem aber ist das Heim nicht nur ein „Assessment Center“, sondern ein intaktes Zuhause, wie eine große Familie, in der sich alle um einander kümmern. Jayson, der Familiensozialarbeiter, zum Beispiel fühlt sich wie ein „großer Bruder“, spielt und lacht mit den Kindern, hört ihnen zu, gibt Wissen und Fertigkeiten weiter. Dieser Effekt wird auch bestärkt durch die Tatsache, dass das Heim seit Gründung dieselben Mitarbeiter hat, und so eine gut funktionierende Zusammenarbeit entwickelt werden konnte.

Reintegration und Begleitung

Leider können nur wenige Kinder tatsächlich in ihre Familien reintegriert werden. Um das möglich zu machen, prüft Jayson über mehrere Monate hinweg die Situation sehr genau, um sicherzustellen, dass das Kind in ein geschütztes Umfeld kommt und dort auch die nötige Unterstützung hat, dass der Heilungsprozess fortlaufen kann. Dafür muss Jayson erst einmal herausfinden, welche Familienmitglieder an der Tat beteiligt waren. Mit den in Frage kommenden unbeteiligten Personen geht er dann ein umfassendes Schulungsprogramm durch, in dem auch Bewusstsein für OSAEC vermittelt wird und die Familien lernen, wie sie die Kinder bestmöglich in ihrer Entwicklung fördern können. Nach Reintegration begleitet Jayson die Kinder noch über längere Zeit hinweg.

Wenn kein Familienmitglied die Kinder aufnehmen kann, wird nach einer Pflegefamilie gesucht. Leider gibt es derzeit nur sehr wenige Pflegefamilien auf den Philippinen; hier leistet das Heim auch Aufklärungsarbeit. Daher müssen viele Kinder letztendlich in eine andere Einrichtung wechseln, damit dort ihre Therapie weitergeführt werden kann. Allerdings wird auch dort weiterhin daran gearbeitet, dass die Kinder früher oder später in eine Familiensituation wechseln können; zahlreiche Kinder konnten so schlussendlich zu ihren Familien zurückkehren. Mit allen Kindern finden auch Monate oder Jahre später noch Treffen oder Videokonferenz statt, um Updates über ihre Situation zu erhalten.

Nachhaltige Veränderung

Das „Heim der Zuflucht“ ist ein wichtiges Bindeglied in den einzelnen Entwicklungsschritten, die ein Kind durchlaufen muss, um aus einer OSAEC-Situation zurück zu einem gesunden, sicheren und erfüllten Leben zu gelangen. Stephen, Gründer des Heims, fasst es so zusammen:

„Wir bieten den Kindern einen Ort, an dem sie ihr Leben neu beginnen und einen Prozess der Veränderung starten können. Diese Kinder haben Träume in ihrem Leben, und einige Kinder sagen später: Ich möchte mich gegen OSAEC engagieren, ich möchte eines Tages Hausmutter oder Hausvater werden! Wir schaffen Hoffnung für diese Kinder.“

 

Derzeitiger Bedarf im „Heim der Zuflucht“

Das Heim finanziert sich ausschließlich durch Spenden; für 2023 wird noch viel Unterstützung benötigt, u.a. weil sich auch auf den Philippinen die Lebenshaltungskosten stark erhöht haben. Zum derzeitigen Bedarf gehört:

-> Die Räumlichkeiten müssten erweitert werden, sowohl um mehr Aktivitäten durchzuführen, als auch, um mehr Kinder aufzunehmen. Derzeit bietet das Heim Platz für ca. 15 Kinder, aber der Bedarf ist riesig – wenn das Heim voll ist, müssen neu befreite Kinder abgewiesen werden, bis ein Kind aus dem Heim weitervermittelt werden kann.

-> Das Gebäude ist sehr alt und müsste dringend renoviert werden, vor allem die Küche, aber auch die Kinderzimmer. Dafür ist bereits ein Plan erstellt. Ggf. könnte auf den Bürobereich noch ein weiteres Stockwerk gebaut werden.

-> Als dringend benötigtes Element der Therapie möchte das Heim möglichst zeitnah einen „sensory room“ (Sinnesraum/Wahrnehmungsraum) einrichten, wo die Kinder sich aufhalten können, um ihre negativen Emotionen zu verarbeiten. Der Raum soll als kinderfreundlicher Raum mit Wandmalerei, geeinigtem Mobiliar und Spielzeug ausgestattet werden sowie verschiedenes Material enthalten, das die Sinne fördert – zum Beispiel Musikinstrumente, Hüpfbälle, elastische Bänder, Hoola Hoop Reifen, Lego, Glöckchen, Miniaturen u.ä. Dafür wird daran gearbeitet, dass das Büro in ein angrenzendes Gebäude umzieht, sodass der derzeitige Büroraum als sensory room umgestaltet werden kann.

-> Da das Fahrzeug des Heims sehr alt ist und sehr häufig repariert werden muss, sollte es möglichst ersetzt werden. Das Fahrzeug wird u.a. benötigt, um Kinder zur Klinik und zu Gerichtsverhandlungen zu fahren.

In Zahlen

Sensory room – 20.000 EUR

Fahrzeug – 16.500 EUR

Gesamtkosten pro Kind pro Monat – ca. 350 EUR

Das „Heim der Zuflucht“ hat begonnen, lokale Partnerschaften mit Kirchen und Unternehmen (als Teil ihres „Social Responsibility Programme“) auf den Philippinen aufzubauen, um langfristig die Kosten vor Ort decken zu können; das trägt auch dazu bei, das Bewusstsein für die Gefahren von OSAEC zu verstärken. Etwas Einkommen wird auch generiert durch Schmuck, den die Mitarbeiter herstellen und verkaufen, sowie Bastelarbeiten der Kinder. Derzeit ist das Heim allerdings noch stark auf Unterstützung von außerhalb angewiesen.

Für das „Jahresprojekt 2022“ standen bis Ende April knapp 9000 EUR zur Verfügung; derzeit wird geprüft, wie Helping Hands sich am sinnvollsten im „Heim der Zuflucht“ engagieren kann.

Wenn Sie das „Heim der Zuflucht“ darin unterstützen möchten, noch mehr Kindern eine Zuflucht zu bieten, dann wählen Sie bitte bei der Online-Spende das Projekt „Heim der Zuflucht (Philippinen)“.

 

Hinweis: Bisher hatten wir über dieses Projekt als „Schechem-Home“ berichtet; „Heim der Zuflucht“ gibt die Bedeutung des Namens in etwa in Deutsch wieder.

Ein Jahr in der neuen Heimat

Mitten aus dem Kriegsgeschehen in der Ukraine ins stille Unterfranken: Der Lindenhof an den Kahler Seen hieß im Mai 2022 zwanzig Waisenkinder und zehn Betreuer aus Kiew willkommen. Viele Ehrenamtliche standen bereit – eine Gruppe von Kahler Bürgern, die sich schon seit 2015 um Migranten und Flüchtlinge kümmern, Mitglieder der Christlichen Initiative in Alzenau und verschiedene andere Helfer.

Anfangs wirkte alles auch wegen dem guten Wetter eher wie ein längerer Urlaub. Doch Nachrichten und Internet ließ vor allem die Mitarbeiter nicht vergessen, dass zu Hause der Krieg tobte, und Verwandte und Freunde mit dem schlimmsten rechnen mussten. In den ersten Wochen war die Hoffnung groß, dass „wir bald wieder nach Kiew zurückkehren können“. Doch die Wochen dehnten sich in Monate und immer mehr wurde klar: Wir brauchen eine zweite Heimat!

Viele neue Freunde, Geschäftsleute, Firmen und Organisationen halfen bei den ersten Schritten – u.a. die Evonik Industries AG, die seit Juni 2022 die 30 Bewohner des Lindenhofs werktags durch die Kantine des Evonik-Standortes Hanau mit einem reichhaltigen Mittagessen versorgt. Kleidung, Spielzeug, Transport, Zoobesuche und viele andere Aktivitäten sorgen für ein „normales“ Leben, und die meisten Kinder besuchen inzwischen die nahegelegene Paul-Gerhardt-Schule.

Dort wurden die Mädchen und Jungen mit offenen Armen willkommen geheißen. „Die Schule ist prima, der Unterricht interessant und die Lehrer sind gut. Es gibt sogar einen Fußballplatz“, meint einer der neuen Schüler. Und alle sind dankbar für Agnes, die sich seit vielen Monaten intensiv bemüht, allen Deutsch beizubringen.

„Alles bestens“, könnte man sagen. Und doch bleiben Fragen: Viele der Spezialisten, die die Sozial- und Vollwaisen normalerweise betreuen, mussten in der Ukraine bleiben. Die Reintegration der Kinder in Familien und bei Adoptiveltern musste unterbrochen werden. Und wie lange können die Firmen und Stiftungen, die bisher großartig geholfen haben, ihre Unterstützung fortführen? Wie geht es nach der Rückkehr weiter und ist eine Rückkehr überhaupt möglich?

Das sind Fragen, die nicht nur das Lindenhof-Team und all die Helfer beschäftigen. Auch viele andere Freunde aus der Ukraine in unserem Land stehen vor denselben Fragen. Ein „damit können wir uns später beschäftigen“ genügt nicht. Wirkungsvoll und nachhaltig wird die Arbeit nur, wenn wir rechtzeitig für die Zukunft planen. Anders gesagt, wenn wir wirklich an einer neuen Heimat arbeiten und eine hoffnungsvolle Zukunft ermöglichen.

Helping Hands beim SPRING Festival

Schau doch mal vorbei: Stand Nr. 51 in der „Hall of Conference“ beim SPRING Festival in Willingen (Upland) vom 10. bis 15. April 2023!

Wir sind jeden Tag von 8.45 Uhr bis 21.45 Uhr für dich/euch da.

Und das erwartet dich:

  • spannende Berichte und Bilder aus unseren Projekten
  • Infos zu den paXan-Missionseinsätzen für junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren
  • eine Menge interessantes Infomaterial
  • ein tolles neues Angebot für Gesprächskreise!
  • ein offenes Ohr und spannende Gespräche mit unseren Mitarbeitern

 

Jeder Tag ist ein Geschenk – was das konkret bedeutet, das findest du heraus, wenn du unseren Stand besuchst!

Die Standbetreuer heißen Andreas Hesse und Dorothea Gschwandtner. Sprich uns einfach an!

Zehnmal zwölf Stunden und ein Gemälde

Bürger im Main-Kinzig-Kreis engagieren sich für eine bessere Zukunft

Gemeinsam für eine bessere Zukunft einsetzen – das ist vielen Menschen heutzutage ein großes Anliegen. Und das kann ganz unterschiedlich aussehen!

Vor einigen Wochen entschied der Bad Orber Journalist, Coach und Veranstalter Ralf Baumgarten, zugunsten der NES-Schule in Beirut, Libanon, eine Benefiz-Aktion zu veranstalten: den 12-Stunden-Lauf. Natürlich ist er auch selbst dabei, und auch Dorothea Gschwandtner, unsere internationale Geschäftsführerin, wird sich am Karfreitag auf den Weg machen – zwölf Stunden für die NES.

Zwölf Stunden sind eine Menge, entschied der Orber Künstler Wolfgang Rieger – und spendet stattdessen eins seiner Bilder für die Aktion, das bis Sonntag, 23. April, im Schaufenster des Juweliers Plagemann in der Orber Hauptstraße ausgestellt ist und versteigert wird (bitte ein schriftliches Angebot im verschlossenen Kuvert abgeben bei Michael Plagemann oder bei Ralf Baumgarten im Printhouse, Birkenallee 2a, in Bad Orb; der Startpreis liegt bei EUR 250,-).

Zwölf Stunden schaffen wir, aber am besten alle gemeinsam, entschied die NES-Schule in Beirut, und lief selbst bei der Benefiz-Aktion mit. Und zwar bereits vor zwei Wochen: 161 Kinder aus den Jahrgangsstufen 3 bis 9 liefen insgesamt 864 Kilometer in 127 Stunden. Eine beachtliche Leistung! Vielleicht ein Motivationsgrund, diese 161 Schülerinnen und Schüler in ihrem Lauf zu „sponsern“? Oder am besten selber mitlaufen und spenden?

Wir suchen noch mehr Bürger im Main-Kinzig-Kreis – und gerne in ganz Deutschland – die „zwölf Stunden für die NES“ spenden!

Und warum das ganze? Um dazu beizutragen, dass die NES-Schule im Libanon weiterhin eine „Oase des Friedens“ bleiben kann. Denn der kleine Staat im Nahen Osten versinkt immer weiter im Chaos, eine der vergessenen Krisen der Welt. Unsere internationale Geschäftsführerin, Dorothea Gschwandtner, ist eben von dort zurückgekehrt. Sie berichtet von einem Land, in dem immer mehr zerfällt. Von Tunneln und Straßen, an denen nicht mal mehr die Lampen brennen. Von Gehältern, die fast nichts mehr wert sind, und Lebensmittelcoupons, die Lehrern und Familien helfen, durch den Monat zu kommen. Von Tanksäulen, an denen Null-Ziffern aufgeklebt werden, weil der Wert der Währung immer rascher sinkt und die Computer die hohen Zahlen nicht mehr wiedergeben können. Von Gesundheitsversicherungen, die schon lange nicht mehr greifen und Menschen vor allem mit chronischen Erkrankungen in ihrem Leid alleine lassen.

Doch inmitten dieser zerfallenden Welt gibt die NES-Schule den 338 Schülerinnen und Schülern einen sicheren Halt. Einen Ort, an dem der Alltag weitergehen kann. Einen Ort sogar, an dem der Alltag mit Freude erfüllt ist: besondere Feiern zum Muttertag, Fußball- und Basketballturniere, kreativer Unterricht, und zur Abwechslung auch mal ein „12-Stunden-Lauf“! Ein Ort vor allem, an dem jedes einzelne Kind wichtig ist, an dem jede Schülerin und jeder Schüler ernst genommen und wertgeschätzt wird. „You are the joy in our lives“ – „Ihr seid die Freude in unserem Leben“ – betonte eine Mutter nach der Muttertagsfeier.

Wie auch Sie von dieser Freude verschenken können, erfahren Sie auf der Seite „12 Stunden für die NES„.

Und wenn Sie sehen möchten, wie viel Spaß die NES-Schüler bei ihrem Lauf hatten, dann schauen Sie die 153. Folge des Podcasts Walkmän (mit Interview aus Beirut sowie Interview mit dem Künstler):

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Weitere Infos zur Gemälde-Versteigerung auf „Mein Blättche“ online

DIESE WOCHE: Der 12-Stunden-Lauf

Gestern gestartet: der 12-Stunden-Lauf für die NES! Bis Ostern machen sich Menschen in (hoffentlich) ganz Deutschland auf den Weg, um zwölf Stunden mit sich selbst unterwegs zu sein und gleichzeitig die NES-Schule im Libanon zu unterstützen. Weitere Infos dazu gibt es auf der Seite „12 Stunden für die NES„.

Und seit dem Wochenende ist auch ein zweiter Podcast zum Thema online! In der 153. Episode des Podcasts „Walkmän“ berichtet Dorothea Gschwandtner, internationale Geschäftsführerin von Helping Hands e.V., aus Beirut.

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Wie ihr mitmachen könnt:

⇒ Podcast bzw. YouTube Video anhören/anschauen
⇒ Anderen weitererzählen
⇒ Selbst mitlaufen und spenden
⇒ Nicht mitlaufen und für andere Läufer spenden

Weitere Infos und regelmäßige Updates gibt es auf der Seite „12 Stunden für die NES“!

Helping Hands wählt neuen Vorstand

Am 28. März traf sich unsere Mitgliederversammlung in Gelnhausen und per Zoom. Dabei fanden, neben diversen Berichten und einer Vorschau aufs kommende Jahr, auch Vorstandswahlen statt; alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt. Der neue Vorstand von Helping Hands setzt sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender: Dennis Lieske
2. Vorsitzender: Torsten Schwafert
Schriftführer: Dr. Frank Schulze
Beisitzer: Jörg Eich

Dennis Lieske hat bereits drei Jahre als 2. Vorsitzender gedient; er ist u.a. durch paXan schon seit vielen Jahren mit Helping Hands verbunden und bringt seine reichen Erfahrungen aus dem Pastorendienst und European Nazarene College in die Vorstandsarbeit ein.

Torsten Schwafert schreibt:

„Bedürftige in einer Welt voller Ungerechtigkeit und zunehmender Not nachhaltig zu unterstützen ist nicht nur eine offensichtliche Notwendigkeit. In meiner Tätigkeit als Geschäftsführer einer mittelständigen Unternehmensgruppe mit Sitz in den Niederlanden stehen häufig wirtschaftliche Ziele und Effizienz im Mittelpunkt. Den Blick regelmäßig auch auf die Bedürfnisse anderer zu richten ist keine reine Selbstlosigkeit oder lediglich christliche Pflicht, sondern ein Weg zu großer Erfüllung und Dankbarkeit. Neben der Leitung einer Stiftung mit Fokus auf Zahngesundheit in Madagaskar, wo bereits einige tausend Patienten behandelt werden konnten, habe ich seit vielen Jahren eine enge Bindung zu Helping Hands. Als Familie aber auch die Kinder alleine haben durch praktische Einsätze  wunderbare und prägende Erfahrungen machen können und einen Blick und Herz für die Menschen in Not in dieser Welt entwickelt. Gerne bringe ich meine Erfahrungen im Rahmen einer non-Executive Funktion bei Helping Hands ein.“

Dr. Frank Schulze schreibt:

„Seit ich Helping Hands kenne, bin ich begeistert von dem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe und den Basic Needs: Nahrung, Wasser, Housing, Gesundheitsvorsorge und grundlegende Bildung. Aus meiner Ausbildung (Pharmazie) her bin ich an der Gesundheitsvorsorge (Sauberes Trinkwasser und funktionierenden Abwassersystemen/ Hygiene) besonders interessiert und vorbereitet.“

Jörg Eich bringt umfassende Kenntnisse in der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe ein; u.a. hat er mehrere Jahre als Regionalleiter für unsere Partnerorganisation Nazarene Compassionate Ministries in Afrika und Eurasien sowie für unseren deutschen Partner humedica gedient und auch schon auf ganz praktischer Ebene Projekte z.B. in Kamerun selbst umgesetzt.

Wir heißen den neuen Vorstand herzlich willkommen und bedanken uns in diesem Rahmen auch sehr herzlich bei den Vorstandsmitgliedern, die den Verein die letzten drei Jahre geführt haben, für ihren treuen Einsatz, insbesondere bei Simon Bangert und Fabian Fuss, die ihre Ämter als 1. Vorsitzender und Schriftführer mit dieser Mitgliederversammlung niedergelegt haben.