NEU: Die Geschenkspende

Das etwas andere Geschenk: Nachhaltige Veränderung!

Sie möchten mal was ganz anderes verschenken als Kalender oder Lebkuchengroßpackungen?

Oder Sie haben noch nicht alle Geschenke für Ihre Lieben (oder auch Freunde, Kollegen, Verwandte) zusammen?

Es ist Ihnen wichtig, nachhaltig zu schenken und den „unnötigen Konsum“ nicht zu fördern?

Und überhaupt ist im Laden alles viel zu teuer geworden?

Dann schenken Sie doch mal was ganz Besonders … zum Beispiel:

Schulbildung für Kinder aus benachteiligten Familien … sauberes Trinkwasser in Dürregebieten … Investitionen für Kleinstunternehmen, um Eltern ein gesichertes Einkommen zu ermöglichen … nachhaltige Landwirtschaft in Gegenden, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind …

Seit einer Woche gibt es bei Helping Hands e.V. die GESCHENKSPENDE. Dabei können Sie Spenden für Helping Hands-Projekte als „Geschenk“ weitergeben. Einfach im Online-Formular die Option „Ich möchte diese Spende verschenken“ aktivieren, dann erhalten Sie eine Geschenkurkunde, die Sie den Beschenkten unter den Weihnachtsbaum legen können – oder auch mit der Post oder per Email verschicken.

Die Geschenkspende ist hier verfügbar:

Verschiedene Projekte im Online-Spenden-Formular (Sie können das Projekt wählen, die Geschenkurkunde ist allerdings „allgemein“ gestaltet)

Integrative Kinderzentren in Nepal

Jahresprojekt 2023

Lindenhof (Ukrainehilfe)

Weihnachtsfreude in Bulgarien

Damit Kinder in Vidrare weiter zur Schule gehen können

Mancher mag sich fragen, warum wir seit zwei Jahren keine Weihnachtspäckchen mehr nach Bulgarien senden. Das ist ganz einfach: Die jahrelange Päckchenaktion hat dort so einen Unterschied gemacht, dass die Menschen vor Ort nun selber den bedürftigen Familien in ihren Dörfern unter die Arme greifen. Unsere Kollegin vor Ort, Zhaneta Georgieva, berichtet von dieser begeisternden Entwicklung:

„Was den Dienst hier angeht, so ist es erstaunlich, was die Weihnachtspäckchen bewirkt haben. Sie haben den Menschen in unserer Gegend ein klares Beispiel dafür gegeben, wie man seine Nachbarn sieht und ihnen hilft. Gelobt sei Gott dafür, dass er die Herzen und den Verstand der Menschen geöffnet hat, damit sie beginnen, einander zu helfen und zu versuchen, Wege zu finden, ihr eigenes Leben zu ändern und zu verbessern.

Ich freue mich, dass dies nicht nur eine einmalige Aktion ist, sondern eine gute Gewohnheit wird. Vor zwei Wochen kam einer der reichsten Männer der Gemeinde auf mich zu und fragte, wie er helfen könne. Ich erzählte ihm, dass die meisten der Schulkinder keine guten Winterschuhe haben. Er beschloss, jedem Schüler ein Paar warme Winterschuhe zu kaufen, und jetzt haben wir glückliche Schüler, die mit warmen Füßen herumlaufen. Andere Leute boten an, Jacken und Lebensmittelpakete für die ärmsten älteren Menschen und Familien zu kaufen.

Ich bin wirklich dankbar für diese Entwicklung und preise Gott. Das macht alle Bemühungen wertvoll, und ich danke euch für euer Engagement und euren Fleiß bei allem, was ihr tut!“

Natürlich gibt es trotzdem noch den einen oder anderen Bedarf vor Ort, der mit einer lokalen Spende nicht unbedingt gedeckt werden kann. Deshalb hatten wir ja auch im Rahmen der Weihnachtspäckchenaktion um Spenden für ein zusätzliches „Weihnachtsfreude-Projekt“ in Bulgarien gebeten. Und dieses Projekt können wohl die meisten dieses Jahr gut nachvollziehen: Mittel werden benötigt, um die Schule in Vidrare weiter heizen zu können, damit die Kinder ihre Schulbildung nicht unterbrechen müssen. Zhaneta erklärt:

„Ein Bereich, in dem wir Hilfe brauchen, ist das Füllen des Propantanks zur Beheizung der Schule. Das Budget dafür ist begrenzt und reicht nicht für den gesamten Winter. Unser Ziel ist es, die Kinder in der Schule zu halten und nicht ins Internet zu gehen, denn das wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Aufgrund der steigenden Benzinpreise hat die Regierung den Schulen geraten, auf Fernunterricht umzustellen, aber diese Form ist für unsere Schüler nicht geeignet. Zwei Drittel von ihnen haben zu Hause keinen Internetzugang, weil ihre Familien es sich nicht leisten können.  Wenn es also eine Möglichkeit gibt, bei den Heizkosten zu helfen, sind wir dankbar.“

Dank der großzügigen Spenden für unsere Weihnachtsaktion können wir noch vor Weihnachten die benötigten Mittel nach Bulgarien weiterleiten, damit dort weiter Schule stattfinden kann. Die Schule in Tarnava, die wir letztes Jahr ebenfalls bei den Heizkosten unterstützt hatten, hat bereits die nötigen Mittel erhalten.

Nachhaltige Veränderung – das können unsere bulgarischen Kollegen in vielen Bereichen beobachten. Dazu trägt unter anderem auch ein Theaterprojekt im Dorf Dzurovo bei, das wir durch regelmäßige Spenden in diesem Jahr unterstützen konnten. Am 29. Dezember findet dort eine große Theateraufführung statt – danach werden wir eine weitere „Geschichte der Veränderung“ erzählen.

„Euer Engagement ist ein wichtiger Teil einer positiven Entwicklung hier und ich kann euch nicht genug dafür danken!“ (Zhaneta)

Ein wichtiger Schritt zur langfristigen Heilung

Das Schechem-Home auf den Philippinen kümmert sich um Opfer von sexueller Ausbeutung

Das erste, was mir auffällt, als wir Amys* Familie besuchen, ist das strahlende Lächeln von Tala*, der zwölfjährigen Schwester.

Nicht der desolate Zustand der Bretterhütte, die Mutter, Schwester und kleiner Bruder ihr Zuhause nennen.

Nicht das karge Innere mit dem brüchigen Holzboden, im Dämmerlicht eine echte Stolperfalle.

Nicht die rostigen Nägel, die überall hervorstehen und die nackten Füße der Kinder bedrohen.

Auch nicht der stinkende Bach, neben dem die Hütte kauert; in der Trockenzeit gefährlich für Kleinkinder, in der Regenzeit eine Gefahr für alle – „sie leben im Bach“ beschreiben es die Sozialarbeiter, weil das Gewässer regelmäßig die Umgebung überschwemmt.

Nein: Das erste, was auffällt, als die Sozialarbeiter, eine Bekannte und ich Amys Familie besuchen, ist Talas strahlendes Lächeln. Und der fragende Blick auf dem Gesicht des zweijährigen Bruders. Und das hoffnungsvolle Leuchten in den Augen der Mutter.

Wie es Amy geht, möchte sie wissen, und ob sie weiter ihre Schulaufgaben macht. Das können wir ihr versichern: Alle Kinder im „Schechem-Home“ setzen ihre Schulbildung fort. Und dann drückt sie Jayson, dem Familien-Sozialarbeiter, ein Kleid in die Hand, etwas verlegen erklärt sie, dass sie es „Second-Hand“ gekauft hat – „für Amy zum Geburtstag“. Den hatten wir gestern in der Schechem-Familie mit einem leckeren Mittagessen gefeiert; 15 Jahre ist sie jetzt alt.

Im Juni kam Amy das erste Mal zu Schechem. Sie wurde, wie alle anderen Kinder auch, von der Polizei gebracht. Denn nach intensiver Forschung von International Justice Mission und den lokalen Behörden in dieser Region der Philippinen war Amy als Opfer von OSEC (sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet) erkannt worden. Die Sicherheitskräfte befreiten sie und ein weiteres Mädchen aus dieser Situation und brachten sie zu Schechem. Nach zwei Wochen liefen die Kinder davon und kamen nach Hause, aber die Mutter hatte Angst und informierte die Behörden. So kam Amy ins Schechem-Home zurück.

Die letzten Monate waren nicht einfach. Das Schechem-Home ist ein „Assessment Center“, ein Ort, an dem Kinder, die aus OSEC-Situationen befreit wurden, über mehrere Monate hinweg intensiv psychotherapeutisch und medizinisch betreut werden. Ziel ist, dass die Kinder Fertigkeiten erlernen, mit ihrem Trauma und den Erfahrungen umzugehen, sodass langfristig Heilung stattfinden kann. Gleichzeitig prüfen die Sozialarbeiter, wann und ob die Kinder bei anderen Familienmitgliedern reintegriert werden können oder erst einmal in eine längerfristige Einrichtung wechseln sollten.

Diese Entscheidung fällt nicht leicht. In den meisten Fällen sind die Eltern – vornehmlich die Mütter – die Schuldigen, und die Sicherheit der Kinder kann nicht gewährleistet werden. Und manchmal haben die Familien einfach nicht die Mittel, um für ihre Kinder zu sorgen. Das ist auch der Fall bei Amy. Ihre Mutter war in dem Verbrechen nicht involviert. Aber sie hat kein Einkommen – und weniger als 20 Euro pro Monat erhält sie vom Staat für sich und die beiden Kinder. Ihr Mann ist im Gefängnis wegen Drogenmissbrauchs. Derzeit unterstützt die Großmutter ihre Tochter und deren Kinder; sie arbeitet als Straßenfegerin bei der Kommune.

Deshalb wird Amy in den nächsten Tagen vorerst in ein Kinderheim umziehen, in dem sie ganzheitlich gefördert wird und auch ihre Schulbildung fortsetzen kann. Dass sie überhaupt inzwischen bereit ist für diesen Schritt ist der liebevollen Fürsorge des Schechem-Personals zu verdanken.

„Als Amy zu uns kam, war sie extrem traumatisiert“, erinnert sich Analyn, die Direktorin von Schechem. „Sie hat viel Schlimmes erlebt – nicht nur ihre eigene ‚Befreiung‘ von der Polizei, sondern sie musste auch mit anschauen, wie ihr Vater verhaftet wurde, und hat viel Gewalt in ihrer Familie mitbekommen. Am Anfang hat sie ständig geweint und Wutausbrüche bekommen. Sie war einfach völlig durcheinander. Aber mit der Zeit hat sie gelernt, mit ihrer Wut und ihrer Traurigkeit umzugehen. Sie schreibt viel in ihr Tagebuch. Sie weiß jetzt, was sie tun kann, um für ihr emotionales Gleichgewicht zu sorgen. Natürlich kann solch ein Trauma in nur wenigen Monaten nicht völlig heilen. Aber Amy steht ihren Gefühlen nicht mehr hilflos gegenüber – sie hat die nötigen ‚Fertigkeiten‘ erlernt, um damit umzugehen. Und sie möchte jetzt auch unbedingt einen guten Schulabschluss machen.“

Das Besondere an Schechem ist: Es ist nicht nur ein „Assessment Center“, sondern ein Zuhause, wie eine große Familie, in der sich alle um einander kümmern. Und das hat mindestens so heilende Wirkung wie die vielen Therapiestunden beim Psychologen und den Sozialarbeitern. Auch für Amy hat es einen großen Unterschied gemacht.

Zwar ist sie immer noch eher zurückhaltend. Manchmal sitzt sie etwas abseits, und auf ihrem Gesicht liegt ein Schatten, ein Schatten der Erinnerung, den alle Therapiestunden nicht wegwischen können. Dann setzt sie sich auch mal mit Grace, der Sozialarbeiterin im Heim, in einer Ecke des Grundstücks zusammen und hat ein langes, ernstes Gespräch.

Aber dann ist sie auch wieder mittendrin, beim Spielen und Basteln, beim Kochen und Waschen im Heim. Manchmal ertönt ihr Lachen, hell, fröhlich, unbeschwert. Oder sie kommt ganz unerwartet und gibt mir eine feste Umarmung, und dann lächelt sie, ein strahlendes Lächeln, ein Lächeln, das mir bekannt vorkommt: Es ist das Lächeln von Tala, ihrer Schwester.

 

Das Schechem-Home ist ein wichtiges Bindeglied in den einzelnen Entwicklungsschritten, die ein Kind durchlaufen muss, um aus einer OSEC-Situation zurück zu einem gesunden, sicheren und erfüllten Leben zu gelangen. Das Zentrum finanziert sich ausschließlich durch Spenden; für 2023 wird noch viel Unterstützung benötigt. Wenn Sie das Heim darin unterstützen möchten, Kindern wie Amy die notwendige Förderung und Geborgenheit zu geben, dann wählen Sie bitte bei der Online-Spende das Projekt „Jahresprojekt 2022 Schechem-Home (Philippinen)“.

 Dieser Bericht basiert auf einem Projektbesuch der internationalen Geschäftsführerin im Dezember 2022. Die Namen der Kinder wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert (*).