Änderungen im Team von Helping Hands

Zum 1. September 2023 gibt es im Helping Hands Team in Gelnhausen einige Veränderungen.

Zum einen wechselt Elke Tengler in den wohlverdienten Ruhestand. Elke ist seit genau 21 Jahren im Team und hat sich vor allem in den Bereichen Buchhaltung, Büromanagement und Verwaltungsaufgaben, Patenschaften, Spenderkontakt und für den Weihnachtstransport engagiert.

„Elke war in den letzten über 20 Jahren die treue Seele unseres Mitarbeiterteams“, betont Dennis Lieske, 1. Vorsitzender von Helping Hands e.V. „Sie hat einen Großteil der Helping Hands-Geschichte miterlebt und sich in der Buchhaltung, bei den Kinderpatenschaften, den Weihnachtspäckchen und bei vielen anderen Aufgaben leidenschaftlich für den Verein und seine Sache eingesetzt. Wir freuen uns für sie über ihren neuen Lebensabschnitt und wünschen ihr auch im Ruhestand Gottes segensreiche Leitung!“

In einer kleinen Abschiedsfeier am 28. August erinnerte sich Pastor Hans-Günter Mohn, langjähriges Vorstandsmitglied bei Helping Hands e.V., an Elkes unermüdlichen Einsatz:

„Ohne deine Arbeit hier im Helping-Hands-Büro wäre vieles nicht gelaufen. Du hast dich um die Finanzen gekümmert … um die Organisation von Hilfstransporten … um Freistellungsbescheide des Finanzamtes … um das Spendensiegel … du hast Sitzungen vorbereitet … und warst das Verbindungsglied zu den Gemeinden … du hast Kontakte gepflegt … und du hast unglaublich vieles gemacht, was keiner gesehen hat – aber notwendig war, damit alles in guter Ordnung laufen kann. Du hast dein Leben mit Helping Hands geteilt, und bist dadurch so vielen Menschen zum Segen geworden – Menschen, die dich nie gesehen haben oder sehen werden.“

Nicht in den „Ruhestand“ (obwohl wohlverdient), aber von der Geschäftsführung in eine Beraterfunktion wechselt Dr. Hermann Gschwandtner, der Helping Hands mitgegründet und viele Jahre als 1. Vorsitzender und seit 2020 als Geschäftsführer gedient hat. Dennis Lieske erläutert: „Helping Hands würde es ohne Hermann nicht geben. Wir sind dankbar, in welcher Art und Weise er in den letzten Jahrzehnten Gottes Ruf gefolgt ist und Helping Hands zu einem national und international angesehenen Partner in der Entwicklungszusammenarbeit gemacht hat. Es ist ohne Zweifel ein großes Geschenk, dass er auch in Zukunft als Berater dem Verein mit Rat und Tat zur Seite steht.“

Die Geschäftsführung übernimmt ab dem 1. September Dorothea Gschwandtner, die seit 2021 bereits als „Geschäftsführung international“ tätig gewesen ist  und sich seit 1999 in verschiedenen Funktionen für den Verein engagiert hat. Dorothea wurde in der Vorstandssitzung vom 4. August 2023 vom amtierenden Vorstand als Geschäftsführung ernannt. „Der Vorstand ist Dorothea von Herzen dankbar, dass sie ab September vollumfänglich die Geschäftsführung übernimmt“, bestätigt Dennis Lieske. „Ihr Hintergrund sowie ihre jahrelange, hervorragende Arbeit in der internationalen Projektarbeit von Helping Hands qualifizieren sie ohne Weiteres für diese Aufgabe. Helping Hands ist „ihr“ Verein geworden und wir freuen uns sehr darauf, dass sie ihr großes Herz für Menschen, ihre interkulturelle Kenntnis sowie ihre kommunikativen Gaben auch in der Zukunft federführend einsetzen wird. Wir bitten alle Helping Hands-Mitglieder und -Freunde um treues Gebet für sie in dieser großen Aufgabe!“

Bereits am 1. Juni durften wir Sebastian Wahl im Helping Hands Team begrüßen. Sebastian ist im Bereich Projektmanagement eingestiegen und hat sich bereits in zahlreiche Aspekte eingearbeitet. Neben umfassenden Auslandserfahrungen bringt er auch Fachwissen im Bereich Sozialwissenschaften und Social Transformation mit. Dennis Lieske schreibt:

„Mit Sebastian haben wir einen sehr talentierten Mitarbeiter als Verstärkung unseres Teams bekommen. Trotz seines noch jungen Alters bringt er bereits einiges an Erfahrung in internationaler Entwicklungszusammenarbeit mit. Mit seinem Studienabschluss und seinen zwischenmenschlichen Qualifikationen passt er wunderbar in unser Team. Wir sind Gott dankbar für Seine Führung und wünschen Sebastian einen gesegneten Start bei Helping Hands!“

Damit besteht das Team von Helping Hands in Gelnhausen ab September weiterhin aus fünf Mitgliedern: Dorothea Gschwandtner (Geschäftsführung), Dr. Hermann Gschwandtner (Berater), Sebastian Wahl (Projektmanagement), Mareike Kraska (Buchhaltung und Büro), Stefanie Habrich (Patenschaften und Social Media).

Wirkungsbeobachtung: Integrative Kinderzentren in Nepal, 2. Jahr

Integrative Kinderzentren fördern die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und verbessern die wirtschaftliche Situation der Familien nachhaltig. Durch gestärkte Selbsthilfestrukturen können die Maßnahmen langfristig vor Ort eigenverantwortlich weitergeführt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind kontinuierliche Evaluierungen des Projektfortschritts notwendig, damit Maßnahmen angeglichen und erforderliche Schritte eingeleitet werden können. Dieses Monitoring wird einerseits durch unseren örtlichen Partner durchgeführt; andererseits ermöglichen regelmäßige Projektbesuche (mind. einmal pro Jahr) von Helping Hands Mitarbeitern, dass Änderungen besprochen und zeitnah umgesetzt werden können.

Beim Projektbesuch Ende 2022 im integrativen Kinderzentrum in Ithung/Ghalegaun, Nepal, wurden u.a. folgende erforderlichen Schritte festgestellt:

Im Kinderzentrum

Es wurde beobachtet, dass die erlernte Hygiene (hier: Händewaschen vor dem Essen) direkt im Kinderzentrum nicht umgesetzt wurde. Außerdem ist die Müllentsorgung ein großes Problem.

->> Ab sofort soll das Händewaschen im Kinderzentrum besonders hervorgehoben werden. Für die Müllentsorgung werden große Mülltonnen auf dem Schulhof aufgestellt und Mitarbeiter kontaktieren die örtlichen Behörden, dass der Müll auch abgeholt wird. In Hausbesuchen und im Kinderzentrum soll dieses Thema ebenfalls konkret behandelt werden.

Da der Unterricht oft in größeren Gruppen stattfindet, sind nicht alle Inhalte altersgerecht.

->> Soweit möglich, sollen die Kinder in kleinere Gruppen unterteilt und mehr Fokus auf altersgerechte Materialien gelegt werden. Falls das aufgrund von Personalmangel nicht möglich ist, können einzelne Altersgruppen einer stillen Aufgabe nachgehen, während andere Gruppen unterrichtet werden. Die Mitarbeiter der Kinderzentren bemühen sich darüber hinaus, noch mehr Ehrenamtliche für die Zentren zu gewinnen, ggf. können auch ältere Kinder den jüngeren helfen (dafür sollten sie geschult werden).

Es fehlt insgesamt an Material, vor allem an kreativem Material.

->> Die Lehrer werden ermutigt, sich bei NCM Nepal zu melden, wenn sie etwas benötigen. NCM Nepal bemüht sich, mehr allgemeines Material zur Verfügung zu stellen; ggf. können Lehrer darin geschult werden, selbst kreatives Material herzustellen. Ein erster Schritt ist, dass NCM Nepal mit den Lehrern spricht um herauszufinden, welches Material benötigt wird.

Manche Lehrer bzw. Ehrenamtliche könnten sich in folgenden Bereichen verbessern: Classroom Management, Aufmerksamkeit für alle Kinder, kreative Aufgaben für „Leerlauf“-Abschnitte (z.B. wenn der Lehrer die Hausaufgaben der anderen Kinder nachschaut), Lehrmethoden, Korrektur und konstruktives Feedback zu Aufgaben.

->> NCM Nepal hat beschlossen, regelmäßige Schulungen für Lehrer aller von NCM Nepal geförderten Kinderzentren anzubieten. Wenigstens einmal pro Jahr sollen die Lehrer zusammenkommen und Inhalte lernen sowie Zeit für Austausch haben, um voneinander zu lernen. Eine solche Lehrerschulung hat bereits stattgefunden.

In den Selbsthilfegruppen

In Gesprächen mit den Familien wurde festgestellt, dass die meisten die Selbsthilfegruppe nur als eine Spar- und Kreditgruppe betrachten und den weiterführenden Aspekt der Bevollmächtigung und Stärkung von örtlichen Selbsthilfestrukturen nicht verstanden haben.

->> Helping Hands wird dazu Material ausarbeiten und mit NCM Nepal durcharbeiten, sodass dieser Aspekt des Projektes angepasst werden kann.

Da die Projekte jetzt ins dritte Jahr gehen, wurde lokal der Wunsch geäußert, dass die Selbsthilfegruppen offiziell registriert werden und dadurch verschiedene Rechte in Anspruch nehmen können.

->> Dieser Schritt wurde bereits durchgeführt. Zusätzlich werden die lokalen Leiter angehalten, andere Dorfbewohner dazu zu ermutigen, weitere Selbsthilfegruppen zu gründen und das Gelernte der ursprünglichen Gruppen umzusetzen.

Einkommensaktivitäten

Damit die durchs Projekt neu begonnenen Einkommensaktivitäten tatsächlich ein besseres Einkommen erzielen, braucht die Zielgruppe verschiedene Schulungen, z.B. in verbesserter Viehzucht etc. Zusätzlich sollte regelmäßig technisches Monitoring stattfinden.

->> NCM Nepal wird einen Plan zusammenstellen, welche Schulungen benötigt werden und welche Kosten damit verbunden sind. In diesem Rahmen wird auch geprüft, wie und wie oft technisches Monitoring durchgeführt werden kann. In einem der beiden Dörfer gibt es bereits ein „Monitoring Team“, ggf. wird das auch im zweiten Dorf eingeführt.

Für den Verkauf von Vieh müssen bessere Märkte erschlossen werden.

->> Die Leiter der Selbsthilfegruppen sollten in Marktmanagement geschult werden und darin unterstützt, selbst bessere Märkte zu finden. Ggf. kann hier mit einem anderen Projekt koordiniert werden, das derzeit in dieser Gegend stattfindet und ähnliche Herausforderungen hat.

Es ist unbedingt erforderlich, dass jeder Haushalt einen „Business Plan“ entwirft und kontinuierlich evaluiert. Derzeit hat die Zielgruppe keine Vorstellung davon, welche Schritte und Investitionen notwendig sind, um ein bestimmtes (wirtschaftliches) Ziel zu erreichen.

->> Helping Hands erstellt Material, um das Konzept eines „Business Plan“ zu erklären, und stellt dieses den NCM Nepal Mitarbeitern zur Verfügung, die sich dann um entsprechende Schulung aller Haushalte in den Projekten kümmern.

 

Die Umsetzung dieser aus der Wirkungsbeobachtung abgeleiteten Erkenntnisse wird beim nächsten Projektbesuch im Oktober 2023 überprüft und weitere Maßnahmen besprochen.

 

„Laufend Gutes tun“

Beim Kapstadt-Marathon am 15. Oktober

„Das Laufen hat mir über eine der schwersten Situationen in meinem Leben geholfen,“ erläutert Matthias. „Jeder trauernde Mensch läuft seinen eigenen Weg in eigenem Tempo. Jeder Trauerweg ist individuell, verschieden von anderen. Mit Laufen habe ich es geschafft, mit meiner Trauer zu überleben.“

Erst war es nur ein langsam hochkriechendes Gefühl. Nicht unangenehm, eher ungewohnt. Und irgendwann formte sich daraus eine sehr konkrete Frage: „Warum läufst du nur für dich? Mir wurde klar, dass ich immer nur da draußen bin, um mir selbst etwas Gutes zu tun.“

Nicht dass dies verwerflich wäre, aber eigentlich könnten auch andere von meiner Leistung profitieren! In der Marathon Community ist es längst normal, die persönlichen Laufhighlights als Aufhänger zu nutzen, um im Freundes- und Bekanntenkreis oder auch in Kooperation mit Unternehmen konkrete Geldbeträge für den guten Zweck zu sammeln.

„Das möchte ich auch! Als jemand, der in Kapstadt lebt und läuft, starte ich meinen ganz persönlichen Charity-Lauf, um in Kapstadt ein Hoffnungslicht anzuzünden.“ Das Hope & Light Schul- und Dienstzentrum am Westkap ist dafür im wahrsten Sinne ein lohnenswertes Ziel. Das Training für den 15. Oktober läuft bereits!

„Auf Hope & Light Community Welfare wurden meine Frau und ich vor gut drei Jahren durch ein Benefizkonzert aufmerksam. Kurz nach dem Konzert besuchten wir die Einrichtungen und sahen, welch tolle Projekte hier entstanden sind. Sofort haben wir die Patenschaft für ein Schulkind übernommen und damit das monatliche Schulgeld. Außerdem unterstützen wir den Kindergarten von Hope & Light durch praktische Mitarbeit vor Ort. Auf diesem Weg möchten wir allen Mitarbeitern von Hope & Light danken. Sie setzen sich täglich dafür ein, benachteiligten Kindern eine bessere Zukunft durch Bildung zu ermöglichen. Nicht immer sind die Umstände vor Ort einfach, deshalb ist die Arbeit und der Einsatz der Mitarbeiter so bewundernswert.“

„Wir wollen möglichst viele dazu bewegen, für jeden gelaufenen Marathonkilometer einen frei wählbaren Geldbetrag zu spenden.“

Jetzt spenden

Hier sind ein paar Vorschläge:

  • 2,50 € je Kilometer (= 105 €)
  • 10,00 € je Kilometer (= 420 €)
  • 25,00 € je Kilometer (= 1.050 €)

Eine reguläre Patenschaft beträgt 60 EUR monatlich pro Kind.

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Sommerfest auf dem Lindenhof

Dankbarer Rückblick auf ein weiteres Jahr mit umfassendem ehrenamtlichem Einsatz

Sommerlich war zwar nicht das Wetter, aber die Besucher des „Sommerfests“ auf Schloss Emmerichshofen bei Kahl brachten die Sonne einfach selbst mit – durch das Lächeln auf den Gesichtern der Kinder und Erwachsenen und die herzliche Dankbarkeit, mit der auf das vergangene Jahr zurückgeblickt wurde. Denn schon über ein Jahr ist es her, dass das Kinderheim „Mistoditey“ aus Kiew im „Lindenhof“ bei Schloss Emmerichshofen Zuflucht fand! Dutzende von Ehrenamtlichen haben sich in diesen 15 Monaten dafür eingesetzt, dass die 30 Kinder und Betreuerinnen sich willkommen fühlen und alle Herausforderungen des täglichen Lebens meistern können; das Sommerfest am 1. August war der Anlass, sich für den herausragenden Einsatz zu bedanken.

Und in einem Jahr hat sich schon einiges geändert! Besonders beeindruckend war, dass Liliya, Leiterin des Heims, einen eigenen „Übersetzer“ hatte: einer der älteren Jungen des Heims, der seit einem Jahr die Paul-Gerhardt-Schule in Kahl besucht und schon sehr gut Deutsch gelernt hat. Auch die anderen Kindern sind gut integriert und bedankten sich auf unterschiedliche Art und Weise – zum Beispiel durch ein einstudiertes Lied, aber auch ein selbstgebasteltes Gemälde mit den Händen der kleineren Kinder.

Ulrike von Waitz, die den Lindenhof zur Verfügung gestellt und zum Sommerfest eingeladen hatte, hob den unermüdlichen Einsatz der verschiedenen Helfer hervor – die Lehrerinnen und Lehrer an der Schule, Helfer beim Deutschlernen, handwerkliche Unterstützung im Gebäude, Patinnen und Paten und viele mehr: „Die praktische, aber auch besonders die finanzielle Unterstützung machen es möglich, dass die Kinder und ihre Betreuerinnen im Lindenhof so unbeschwert leben können. Dass das so großartig funktioniert, erfüllt uns mit größter Dankbarkeit!“

Besonderer Dank wurde in diesem Rahmen auch an die Evonik Industries AG ausgesprochen. Denn die Küche im Lindenhof ist nur für einen kleinen Haushalt ausgestattet und es wäre dort unmöglich, jeden Tag für 30 Personen zu kochen. Durch das Engagement verschiedener Mitarbeiter erklärte die Evonik Industries AG sich bereit, die Bewohner des Lindenhofs werktags durch die Kantine des Evonik-Standortes Hanau mit einem reichhaltigen Mittagessen zu versorgen. Diese großzügige Aktion – im Wert von ca. 1.500 EUR pro Woche – läuft nun schon seit Juni 2022. Zusätzlich zu den täglichen Mahlzeiten konnten durch den Elternstammtisch von Evonik auch einige andere benötigte Güter gespendet werden, zum Beispiel Schuhe, Winter- und Sommerkleidung, Auto-Kindersitze sowie Weihnachtsgeschenke für die Betreuerinnen, die ihre Familien mitten im Krieg zurücklassen mussten.

Eun-Ok Busch, HR Specialist bei Evonik Industries AG und zuständig für das Projekt #JoinInAtEvonik (Integration von Geflüchteten), reflektierte über ihren Besuch beim Sommerfest: „Für mich hat sich der Weg von unserer Konzernzentrale Essen im Ruhrgebiet nach Schloss Emmerichshofen sehr gelohnt.  Hier vor Ort zu sein und die Möglichkeit zu haben, die Kinder, Betreuerinnen und Ehrenamtlichen persönlich zu treffen, ist unbeschreiblich. Ich bin sehr froh, dass ich mit Unterstützung von zahlreichen Evonik Kolleg*innen und des Vorstandes auch dazu beitragen kann, dass sich die Kinder und Betreuerinnen in Deutschland willkommen und sicher fühlen. „

Insgesamt war das Sommerfest geprägt von Dankbarkeit und einem ermutigenden Rückblick auf die vielen hunderten Stunden ehrenamtlicher Mitarbeit, die den Dienst am Lindenhof möglich machen. So kann Integration gelingen!