Endlich mal richtig satt – „Weihnachtsfestmahl“ im Kinderzentrum Kombinat

Es ist einer dieser Tage, auf den die Kinder sich das ganze Jahr über freuen. Ein Tag, an dem sie mit ihrer Familie und ihren Freunden ausgelassen feiern können. Ein Tag, an dem es Geschenke gibt! Und vor allem ein Tag, an dem sie sich endlich mal richtig satt essen können.

Zum vierten Mal feierte im Dezember unser Kinderzentrum in Kombinat, Albanien, dieses ganz besondere Weihnachtsmahl. Dafür werden die Kinder gemeinsam mit ihren Familien in ein nettes Restaurant eingeladen – etwas, das sie sich unmöglich selbst leisten könnten. Das Essen ist vorzüglich, und vor allem: Es ist genug davon da!

An diesem Tag saß Ali*, den wir schon in unserem Jahresprojekt 2019 kennengerlent haben, die ganze Zeit stumm auf seinem Stuhl und aß und aß. Einer der Mitarbeiter fragte ihn: „Bist du glücklich?“ – „Ja!“, antwortete Ali, und seine Augen strahlten. „Das ist das erste Mal, dass ich den Tisch so voll gesehen hab und so viel essen kann, wie ich will!“

Etwa 50 Kinder, Eltern und Mitarbeiter feierten an diesem Tag gemeinsam Weihnachten. Die Mitarbeiter hatten entschieden, das Festmahl auch trotz Corona anzubieten – denn gerade nach diesem Jahr der Hoffnungslosigkeit brauchen die Familien diese Zeit der geteilten Freude und Zuversicht. Gesti, Leiter unseres örtlichen Partners, berichtet:

„Eine Woche vorher hatten die Kinder alle liebevoll Einladungskarten für ihre Eltern gebastelt. An dem Tag kamen dann alle Kinder und Eltern pünktlich beim Restaurant an; sie sahen sehr glücklich aus! Wir hatten einen guten Platz und sehr gutes Essen. Für diesen Tag wünschen wir uns, dass sie einfach alle so richtig das Essen und Trinken genießen können.

Während des Essens schaute ich zu Cimi und seiner Tochter Anna* hinüber. Sie sahen beide sehr froh aus. Ich fragte sie, ob sie die Feier genießen? Cimi sagte, mit Tränen in den Augen: ‚Wir haben daheim nichts mehr zu essen.‘ Seine Frau hat ihn und Anna vor einer Weile verlassen. Die zwei sind jetzt allein und oft haben sie nicht genug Lebensmittel. Wir waren so froh, dass sie sich hier satt essen und auch noch etwas mit nach Hause nehmen konnten.“

Nach dem Festmahl folgte noch die Bescherung: Jedes Kind erhielt ein neues Paar Schuhe, und einige Weihnachtspäckchen wurden verteilt; die restlichen bei der Weihnachtsfeier im Kinderzentrum. „Als sie nach dem Essen die Geschenke bekamen, da lärmte Ali, als ob die ganze Welt ihm gehört!“

Das Weihnachtsessen wurde, wie auch in den Vorjahren, von Helping Hands e.V. aus Spenden im Rahmen des Weihnachtstransports gefördert.

 

* Name geändert

Sauberes Wasser für Ithung und Ghalegaun

„Wasser ist lebensnotwendig für uns alle. In Nepal haben viele Menschen keinen guten Zugang zu Wasser. Vor allem in den ländlichen Gegenden, aber auch in den Städten. Zum Beispiel in Pachthar, im östlichen ‚Hügelgebiet‘ von Nepal. Dort freut sich Surendra M., der Dorfvorsteher und Schulleiter der Dorfschule in Ithung, über den neuen Wasserspeicher mit Wasserhähnen. Die Dorffamilien haben auch selbst so viel sie konnten zum Bau beigetragen. ‚Wir haben so oft versucht, hier einen Wasserspeicher mit Wasserhähnen und Waschbecken zu errichten, aber es hat nie geklappt‘, erklärt Surendra M. ‚Jetzt hat NCM Nepal uns geholfen und uns ermutigt, das Wasserprojekt tatsächlich durchzuführen. Wir sind sehr dankbar dafür!'“

So berichtet unser Partner in Nepal über das Wasser- und Hygieneprojekt, das als Reaktion auf die Coronakrise in den Bergdörfern Ithung und Ghalegaun durchgeführt wurde. Dabei wurde je ein Wasserspeicher errichtet und mit geeigneten Quellen verbunden sowie kindergerechte Wasserhähne und Waschbecken installiert.

Die Dorfbewohner sind extrem dankbar dafür, denn auf 2.500 Meter Höhe gibt es nicht viele Möglichkeiten, durchgehend an Wasser zu kommen – die öffentliche „Pipeline“ liefert nur sehr sporadisch Wasser; die verstreuten Quellen geben entweder nicht genug Wasser oder sind relativ weit entfernt, zumindest für Schulkinder. Das ist besonders in der Coronasituation eine große Herausforderung!

In Ithung wurde ein Speicher errichtet, der 8.000 Liter fasst und auf dem Gelände des neuen integrativen Kinderzentrums steht. Die ursprünglich geplanten 5.000 Liter wurden auf Bitte der Dorfbewohner erweitert, die auch beim Bau des massiven Betonspeichers mit Begeisterung dabei waren und schon überlegen, wie sie die Wasserversorgung bis zur nur 150 Meter entfernten Dorfschule erweitern können. Die Dorfbewohner sind sehr glücklich, dass sie nun Wasser rund um die Uhr haben!

Der Wasserspeicher im Nachbarort Ghalegaun, wo ein Zweigzentrum des integrativen Kinderzentrums eröffnet wurde, wird mit Quellwasser gespeist und fasst insgesamt 2.200 Liter. Die 1,5-Kilometer-lange Wasserleitung zur Quelle wurde zu zwei Dritteln durch die Gemeindeverwaltung bezahlt; die Dorfbewohner trugen mit Arbeitskraft sowie Kies und Splitt bei; die restlichen Kosten wurden von Helping Hands beglichen – also ein starkes Gemeinschaftsprojekt in dieser sehr bedürftigen Gegend.

Auch dieser Tank ist solide und haltbar aus Beton gebaut; das Quellwasser wurde getestet und ist sauber und als Trinkwasser geeignet. Etwa 120 Menschen, davon 39 Kinder des Kinderzentrums, benutzen das Wasser täglich zum Trinken, Waschen und für sanitäre Bedürfnisse.

Suroj M., der Lehrer des neuen Kinderzentrums, freut sich: „Bisher hatten wir solche Probleme, für Kinder und Personal der Schule Wasser zu bekommen. Vor allem sauberes Trinkwasser war eine große Herausforderung. Kinder und Lehrer mussten regelmäßig den Unterricht verlassen, um irgendwo im Dorf Wasser zu holen. Auch Toiletten waren ein großes Problem ohne Wasser! Die Kinder konnten sich nicht die Hände waschen und wurden oft krank. Ich bin so glücklich, diesen neuen Wasserspeicher mit sauberem Wasser und Waschbecken hier zu sehen. Ich bedanke mich bei allen, die dieses ‚Wunderwerk‘ unterstützt haben!“

Im Rahmen der Einweihung der Wasserspeicher am 28. und 29. Dezember kamen außerdem insgesamt 78 Dorfbewohner für je eine Schulung zusammen, in denen der Virologe des Bezirkskrankenhauses und sein Assistent die Teilnehmer über die Symptome von COVID-19 und anderen jahreszeilich bedingten Krankheiten informierte und erklärte, wie man sich am besten schützt. Außerdem lernten die Teilnehmer verschiedene Hygienetechniken, erhielten Poster und Faltblätter sowie Masken, Händedesinfektionsmittel und Seife. Da es bisher noch keinerlei solche Schulung in den Dörfern gegeben hatte, war das Interesse sehr groß, und mehr Familien nahmen teil als ursprünglich geplant.

„Wir hoffen, dass dieses Wasserprojekt und die Schulungen die Hygiene in Ithung und Ghalegaun verbessert und die Menschen besser vor COVID und anderen Krankheiten geschützt sind“, schlussfolgerte unser Partner.

Integrative Kinderzentren in Nepal – wie das in Ithung und Ghalegaun – unterstützen wir als unser Jahresprojekt 2021.

Schüler zeigen Solidarität

Nach verheerender Explosion in Beirut engagieren sich zahlreiche NES-Schüler und Absolventen für ihre Stadt

„Die letzten Tage waren sehr hektisch. Direkt nach der Explosion haben wir uns erst mal darum bemüht, in der Schule den Schutt und die Glasscherben wegzuräumen. Viele unserer Schüler und Ehemaligen sind mit anderen Jugendlichen in die besonders zerstörten Stadtgebiete gegangen und haben dort bei allem und jedem geholfen. Sie haben Gästehäuser hergerichtet, sodass Familien, die ihre Wohnungen verloren haben, dort unterkommen konnten. Dann haben sie geholfen, zwei zerstörte Krankenhäuser aufzuräumen und zu säubern. Zusätzlich haben sie in Ashrafieh zwölf beschädigte Wohnungen und Häuser aufgeräumt und gereinigt. Später haben sie noch sieben Tage lang täglich 225 Mittagsmahlzeiten zubereitet und verteilt, und für betroffene Familien auch Ventilatoren gekauft. Unser befreundetes Hilfswerk, Life Agape Ministry, gibt weiterhin warme Mahlzeiten aus.“ Heute (25.8.) wird außerdem eine „mobile Klinik“ für Verletzte angeboten; auch dabei helfen einige Schüler. „Wir sind sehr stolz darauf, wie unsere Schüler sich engagieren!“

Das ist die NES-Schule in Beirut, Libanon: Dort lernen die Schüler nicht nur Arabisch, Chemie und Mathematik, sondern Nächstenliebe und Solidarität, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern über die eigene Not hinaus auch die Not der anderen zu sehen und zu lindern. Viele der NES-Schüler kommen ohnehin aus sehr schwierigen Verhältnissen – Flüchtlingsfamilien, Gastarbeiter, Waisenkinder – aber selbst die wenigen, deren Familien es vorher einigermaßen gut ging, bekommen die anhaltende Wirtschaftskrise am eigenen Leib zu spüren, denn ein großer Teil der Mittelklasse rutscht immer mehr in die Armut ab. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen? – waren viele Schüler und Absolventen sofort bereit, sich für ihre betroffenen Nachbarn und ihre gemarterte Stadt einzusetzen.

Bei der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut am 4. August kamen knapp 200 Menschen um, mehr als 6000 wurden verwundet. Die Vereinten Nationen warnen vor einer Hungersnot, denn u.a. vernichtete die Detonation 85% der Getreidevorräte (Oxfam). Zudem sind ganze Stadtteile zerstört – viele Bewohner sprechen davon, dass die Explosion mehr Schaden angerichtet hat als 15 Jahre Bürgerkrieg – und daher sind nun etwa 300.000 Menschen obdachlos. Zusätzlich haben viele noch bewohnbare Wohnungen große Schäden erlitten.

„Als Schule helfen wir im Moment vor allem unseren Lehrern und Schülern, die Schäden in ihren Wohnungen zu reparieren. Wir arbeiten mit verschiedenen Handarbeitern zusammen, Schreinern und so, die wir zu den Familien schicken, denen wir helfen möchten, und die wir dann bezahlen.“

Die Schäden dieser Art können, zumindest mit der nötigen finanziellen Unterstützung, beseitigt werden. Aber was ist mit den emotionalen Schäden?

Die Explosion hat für viele Libanesen nicht nur ihre Lebensgrundlage, sondern ihr letztes Fünkchen Hoffnung zerstört. Verheerende Waldbrände vor knapp einem Jahr, dann wochenlange Straßenproteste, die schlimmste Wirtschaftskrise, die das Land je durchlebt hat, eine drastisch fallende Währung und massive Arbeitslosigkeit, dann noch Corona und schließlich dieser katastrophale Schlag – die Bevölkerung ist völlig traumatisiert. Wie lange wird es dauern, bis das Land sich erholt, selbst wenn die politischen, wirtschaftlichen und humanitären Krisen überwunden werden können?

Genau hier macht die NES-Schule so einen wichtigen Unterschied. Auf der einen Seite kümmern sie sich natürlich gerade jetzt um die Schüler, die besonders betroffen sind, wie die Schulleiterin beschreibt: „Wir bemühen uns darum, die verletzten Schüler emotional zu unterstützen. Wir wechseln uns ab, die Schüler zu besuchen, vor allem die, die auch ihr Zuhause verloren haben.

Wir möchten weiterhin ein Licht sein für Menschen, die in Not sind!“

Dieses Licht ist die NES schon seit über 50 Jahren. Kinder, die in anderen Schulen diskriminiert oder sozial ausgegrenzt werden, finden hier einen Ort, an dem sie angenommen und wertgeschätzt sind. Besonders solche Kinder, die an anderen Schulen teilweise gar keinen Platz bekommen würden – Kinder aus Flüchtlings- oder Gastarbeiterfamilien, die auch in dieser Krise ganz besonders hart getroffen sind – können hier in sicherer und herzlicher Atmosphäre eine gute Schulbildung genießen. Das relativ neue „Therapiezentrum“ mit Psychologe und Sprachtherapeut hilft enorm, traumatisierten Kindern die nötige Hilfestellung zu geben, damit sie ihr Trauma verarbeiten und ihren Schulalltag erfolgreich meistern können. Und gerade dieses Jahr, in dem praktisch alle Kinder in Beirut gewissermaßen unter Trauma leiden, ist die Schule als „Oase des Friedens im Chaos“ ein unbeschreiblich wichtiger Anker im durcheinandergewirbelten Leben der NES-Schüler.

Ursprünglich sollten am 1. September die Einführung für die Lehrer beginnen und Mitte September der reguläre Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Da aufgrund der Explosion dutzende Krankenhäuser und Kliniken zerstört wurden und die Corona-Fälle stark angestiegen sind, wurde bis mindestens zum 4. September ein weiterer Lockdown verhängt. Ob demnach der Unterricht im Klassenraum starten kann oder für den Übergang weiter online unterrichtet wird, ist noch unklar – jedenfalls besteht die Hoffnung, dass in Kürze wieder normaler Präsenzunterricht stattfinden kann. Die Reparaturarbeiten an der Schule laufen noch, sind aber hoffentlich bis Mitte September abgeschlossen.

Die Schüler und Angestellten der NES – Berichten zufolge die ganze libanesische Bevölkerung – zeichnen sich in dieser schwierigen Lage durch außerordentliche Solidarität aus. Auch wir können unseren Freunden im Libanon ein Zeichen der Solidarität und der Ermutigung senden. Das geht am besten durch den NES-Studienfond, der maßgeblich dazu beiträgt, dass möglichst viele Schüler weiter ihre „Oase des Friedens“ besuchen können. Das geht auch durch Patenschaften für einzelne Schüler, oder eine Spende mit Vermerk „Beirut Explosion“ (IBAN DE56 5075 0094 0000 022394). Oder Sie schreiben eine ermutigende Nachricht für unsere Kollegen und die Kinder im Libanon (am besten auf Englisch – aber gerne auch auf Deutsch – an: webmaster@helpinghandsev.org). Danke, dass Sie den Kindern und ihren Familien in dieser Zeit besonders zur Seite stehen!

Weitere Fotos auf Facebook und Instagram.

„Die Zerstörung ist unvorstellbar“

Explosion erschüttert Beirut; Schüler und Schule unseres Partners betroffen

„Es ist eine Katastrophe. Wir wissen nicht, was wir sagen sollen. Es ist wie ein Erdbeben … die Zerstörung ist unvorstellbar, überall.“

So schildert es die Schulleiterin der NES-Schule unseres Partners im Libanon am Dienstagabend, wenige Stunden nachdem eine verheerende Explosion am Hafen in Beirut das ganze Land erschütterte – sogar in Zypern, 200 Kilometer entfernt, war der Schlag landesweit zu spüren.

Bisher wird von über 150 Toten und mehr als 5000 Verletzten gesprochen. Nachrichtensender berichten, dass unter anderem auch drei Krankenhäuser zerstört wurden und es ohnehin schon an medizinischem Material mangelt – die Verletzten werden versorgt, so weit es geht.

Zwei NES-Schüler der 5. Klasse wurden durch Glas verletzt und im Krankenhaus behandelt (einer der beiden kam in unserem Blogartikel „Ich habe Schulweh“ zu Wort); ansonsten wurden glücklicherweise keine Schüler und Lehrer getroffen.

Die entsetzliche Kraft der Druckwelle hat aber nicht nur Tausende verletzt, sondern auch weit über den Hafen hinaus Gebäude verwüstet.

„Auch unsere Schule hat kein Glas mehr, keine Türen – eine Menge ist zerstört“, berichtet die Schulleiterin.

Die NES-Schule ist unser Jahresprojekt 2020; bei den Joggathons im Mai und Juni engagierten sich hunderte Läufer und Sponsoren für den „NES-Studienfond“ – Unterstützung, die Schule und Schüler jetzt noch nötiger haben als zuvor.

Denn diese Katastrophe trifft den Libanon nicht aus heiterem Himmel, sondern inmitten einer anhaltenden Wirtschaftskrise, durch die das Land schon vor Corona extrem geschwächt war. Tausende, die bisher der Mittelklasse angehörten, sind unter die Armutsgrenze gerutscht; die, die schon vorher bedürftig waren, wissen kaum, wie sie die Krise überstehen sollen.

„Mehr können wir wirklich nicht mehr ertragen“, schreibt die Schulleiterin. „Unsere Leute haben nichts zu essen, wie sollen wir da die Stadt wieder aufbauen!“

 

Wenn Sie die NES-Schule in dieser Situation unterstützen und den betroffenen Familien eine helfende Hand reichen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Beirut Explosion“ auf unser Konto bei der KSK Gelnhausen (IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394) oder spenden Sie online (Stichwort „Beirut Explosion“). Alternativ können Sie auch direkt für unser Jahresprojekt 2020 spenden, da die Gelder für dieses Projekt in den NES-Studienfond fließen und darüber hinaus genutzt werden, um nötige Renovierungsarbeiten an der Schule durchzuführen.

„Ich habe Schulweh!“

Wir vermissen unsere Schüler.
Wir vermissen unsere Lehrer.
Wir vermissen unsere Klassenräume, Bücherei, Labor und Schulhof.
Wir vermissen das Lachen, den Unterricht, die Freundschaften, die Konflikte.
Wir vermissen die Schule!

So schrieb die „NES“-Schule in Beirut am 1. April auf ihrer Facebook-Seite. Zu dem Zeitpunkt waren die Schulen erst ein paar Tage zu. Inzwischen sind die Sommerferien schon halb rum und noch immer ist nicht klar, ob zum Anfang des nächsten Schuljahres wieder regulärer Unterricht stattfinden kann.

Aber die Schule im Libanon ist Herausforderungen gewöhnt. Und so konnte auch hier eine Lösung gefunden werden. Das ist vor allem dem unermüdlichen Einsatz der Lehrer zu verdanken, unterstützt durch die Administration. „Ich hatte befürchtet, dass ich dieses Schuljahr wiederholen muss“, schreibt ein Mädchen aus der siebten Klasse. „Aber jetzt, mit dem Online-Unterricht, hoffe ich, dass ich in die 8. Klasse versetzt werde!“ Und auch ein Fünftklässler betont: „Ich habe keine Angst vor dem kommenden Schuljahr. Bestimmt werde ich in der 6. Klasse sein.“

Die ersten zwei Wochen des Lockdowns waren in der NES noch der Wiederholung mit Hilfe von Arbeitsblättern gewidmet, dann begann der reguläre Online-Unterricht. Die Lehrer senden Videos oder unterrichten direkt durch eine App, sie geben Aufgaben, die die Schüler bearbeiten und ihnen zurücksenden, worauf sie umgehend Feedback erhalten. Dafür sind Eltern und Kinder sehr dankbar, besonders auch wegen der persönlichen Interaktion, die die Kinder besonders vermissen.

Eine Schülerin aus der neunten Klasse berichtet: „Ich war überrascht zu sehen, dass die Lehrer uns eine Zeit geben, in denen wir sie anrufen können und unsere Fragen stellen. Und das beste ist, dass sie jede einzelne Aufgabe von uns persönlich korrigieren und zurückschicken.“ – „Mein Sohn kommuniziert direkt mit den Lehrern“, beschreibt eine Mutter. „Er schickt Aufgaben und sie korrigieren. Zum Beispiel schrieb ein Lehrer auf eine Aufgabe sofort ‚Richtig, gut gemacht!‘. Es ist, als ob er mit meinem Sohn zusammensitzt.“ Zusätzlich wird durch Gruppenarbeiten und besondere Projekte sowie Facebook-Gruppen ermöglicht, dass die Schüler auch untereinander in Kontakt bleiben.

„Ich mag besonders die Naturwissenschaften; die Experimente machen echt Spaß!“, erzählt Zach aus der sechsten Klasse. „Aber Mathe ist schon schwierig für mich. Da bin ich sehr froh, dass ich meinen Mathelehrer anrufen kann und ihm alle meine Fragen stellen, oder sogar per Video mit ihm reden.“

Die Lehrer sind sehr zufrieden und betonen, wie gut es – wider Erwarten – mit dem Online-Unterricht klappt: „Wenn unsere Schüler eine Online-Unterrichtstunde haben, dann sind alle dabei und genau pünktlich da. Sogar, wenn ihre offizielle Zeit schon rum ist, schreiben sie noch eifrig Textnachrichten. Es ist wirklich toll zu sehen, wie motiviert sie sind. Es macht mir gar nichts aus, ihre ganzen Nachrichten und Fragen zu bekommen und mir die Zeit zum antworten zu nehmen.“ Und ein anderer Lehrer freut sich: „Ich beginne pünktlich um 10 Uhr und, kaum nachdem ich Guten Morgen gesagt habe, werde ich schon mit den ‚Hallo’s der Schüler bombardiert. Das ist sehr ermutigend. Meist sind alle Schüler da, und wir können gemeinsam interagieren. Klar, es ist nicht wie normaler Unterricht – aber es funktioniert.“

Natürlich fordert dieser Online-Unterricht einiges von den Lehrern, denn Online-Unterricht muss eben kreativ sein – für jede Stunde Unterricht sind etwa drei Stunden Vorbereitung erforderlich, zum Beispiel um Diagramme, Bilder, Videos zu erstellen und die richtigen Aufgaben zu finden sowie eine Zusammenfassung zu erstellen, die am Ende der Stunde an die Schüler geschickt wird, damit sie die Aufgaben besser bearbeiten können. „Dieser Online-Unterricht fordert alle Kreativität von mir, die ich in meinen Jahren als Lehrer gelernt habe!“

Ein Junge aus der fünften Klasse schreibt: „Die Videos, die die Lehrer uns schicken, sind sehr hilfreich. Manchmal geben sie uns ein Projekt auf, dann müssen wir ein Foto davon machen und es ihnen zurückschicken. Das macht echt Spaß!“ Und auch die Eltern sind dankbar: „Die Lehrer sind sehr kreativ im unterrichten“, erklärt eine Mutter. „Sie bemühen sich, wie sie nur können, um die Unterrichtsinhalte so klar wie möglich zu vermitteln. Sie begleiten die Kinder Schritt für Schritt. Ich muss meiner Tochter bei gar nichts helfen! Danke an euch Lehrer, dass ihr so kreativ seid und euch so um unsere Kinder bemüht!“

Doch trotz aller Kreativität und Motivation ist die Situation alles andere als ideal. Manche Familien haben kaum Internetzugang oder besitzen keine Tablets oder Laptops, nur ein einziges Handy für mehrere Kinder. Die Eltern bemühen sich, diese Hindernisse einigermaßen zu meistern, sodass ihre Kinder den Unterricht besuchen können. Fürs kommende Schuljahr hofft die Schulleitung, für die ganze Schule gebrauchte Tablets zu erhalten, sodass alle Schüler ungehindert am Online-Unterricht teilnehmen können, falls das erforderlich wird.

Denn bisher stehen die Chancen nicht gut, dass die Lage im Libanon sich bald entspannt hat. In Bezug auf Corona verschlechtert sich die Situation derzeit noch. Und dann ist da noch die Wirtschaftskrise, die Libanon schon vor Corona fest im Griff hatte.

„Dies war ein seltsames und herausforderndes Schuljahr“, schreibt die Schulleitung. „Seit dem Bürgerkrieg vor 20 Jahren standen wir nicht mehr vor solchen Herausforderungen! Für uns im Libanon, selbst wenn die Covid-19 Beschränkungen gehoben werden, müssen wir mit erneuten Straßenprotesten rechnen, denn die Wirtschaft bricht weiter zusammen und unsere Währung verliert täglich an Wert.“

Nachrichtensender sprechen von der schlimmsten Wirtschaftskrise, die das Land je durchgemacht hat, und berichten, dass inzwischen auch die libanesische Mittelklasse in die Armut abrutscht und bald große Teile der Bevölkerung hungern werden; schon jetzt liegt die Hälfte unter der Armutsgrenze.

Das hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf den Schulbesuch. Familien, die sich vorher das Schulgeld leisten konnten, bräuchten jetzt Unterstützung. Und dann sind da natürlich die über 100 Kinder aus syrischen Flüchtlingsfamilien und anderen ethnischen Minderheiten, die um ihren Schulplatz an der NES bangen müssen, weil Unterstützung aus anderen reichen Ländern aufgrund der Coronakrise plötzlich versiegt ist.

Aber da besteht Grund zur Hoffnung: Im Mai und Juni engagierten sich 126 Läufer in Gelnhausen, Berlin und ganz Deutschland bei zwei Joggathon-Spendenläufen für die Schule in Beirut; auch Schüler, Lehrer und Freunde der NES-Schule liefen im Libanon mit. Insgesamt kamen so über 15.500 Euro für einen „Studien-Fond“ zusammen, der besonders solchen Kindern helfen soll, weiterhin die NES-Schule besuchen zu können, die ansonsten überhaupt keinen Schulplatz erhalten könnten – syrische Kinder zum Beispiel werden im Libanon in öffentlichen Schulen meist nicht mehr aufgenommen.

Was das für diese Kinder bedeutet, das beschreiben zwei Schülerinnen aus der 6. und 7. Klasse sehr eindrücklich:

„Ich bin 15 Jahre alt, aber erst in der 6. Klasse. Ich kann es mir nicht leisten, noch ein Schuljahr zu verlieren; ich war so traurig, als der Unterricht gestoppt wurde. Ich wollte weiterlernen und die Jahre ausgleichen, die ich wegen dem Krieg in Syrien verloren habe! Ich dachte, dass der Corona-Virus meinen Traum zerstört hat, aber als die Schule uns in der ersten Woche des Lockdowns kontaktierte und über den Online-Unterricht erzählte, fühlte ich mich sehr ermutigt und aufgeregt. … Ich nehme diesen Unterricht sehr ernst und gebe mein Bestes, um richtig gut zu sein. Aus der Krise habe ich gelernt, nicht aufzugeben!“

„Wir hören meist, dass jemand ‚Heimweh‘ hat. Habt ihr schon mal von jemand gehört, der ‚Schulweh‘ hat? Ich habe Schulweh.
Nachdem wir Syrien verlassen hatten, wurde die NES mein Zuhause, meine Sicherheit, mein Dazugehörigkeitsgefühl. Einige Lehrer wurden meine Mentoren und sogar meine Freunde, ich schütte mein Herz bei ihnen aus, wenn ich traurig bin.
Im Libanon wurde die NES zu meiner neuen Heimat.
… Ich bin dankbar für den Online-Unterricht, aber ich vermisse alles, was irgendwie mit der Schule zu tun hat. Sobald diese Krise rum ist, möchte ich meine Freunde treffen und mit ihnen Basketball spielen. Ich träume davon, dass ich eines Tages aufwache und merke, dass die Covid-19 Krise vorüber ist und ich auf meinem Platz in meinem Klassenzimmer sitze!“

Zweiter Joggathon 2020: In Zahlen

Der zweite „dezentralisierte“ Joggathon fand in der zweiten Juniwoche in Berlin, Hamburg und Umgebung statt. Die Überraschung: Zwar waren weniger Läufer dabei als beim „normalen“ Joggathon, trotzdem wurde ein neuer Rekord aufgestellt: über 15.000 Euro!

 

Hier die gesamte Statistik:

73 Läufer

Gesamtstrecke: 668,84 Kilometer (gelaufen und gefahren; pro Läufer: 9,16 km)

191 Sponsoren

Gesamter Sponsorenbetrag: 15.222 Euro [offizieller Endstand Oktober 2020: 16.703,50 Euro]

Erlös für die NES-Schule im Libanon: 7.611 Euro

Erlös für die Projekte in Belarus und Ruanda: jeweils 3.805,50 Euro

 

Damit sind bei den Joggathons (Gelnhausen, Beirut, Berlin) insgesamt über 15.500 Euro für die Schule im Libanon „erlaufen“ worden. Die Zahlen zum ersten Joggathon im Mai finden Sie hier.

Wir danken allen Läufern, Sponsoren, Organisatoren und Ermutigern, die zu diesem beeindruckenden Ergebnis beigetragen haben!

„Happy Juni!“ Kindergarten in Albanien ist wieder geöffnet

„Happy 1st June, liebe Kinder! In jedem Lächeln von euch wird die Welt noch schöner!“

Als der Kindergarten „AM-EL“ unseres Partners in Kombinat, Albanien, am 1. Juni nach zwölf Wochen wieder öffnen durfte, war die Freude groß. Welch ein Fest! Zwar konnten noch nicht alle Kinder wieder mit dabei sein, weil einige Eltern ihre Arbeitsstelle verloren haben oder ihnen die Lage noch zu unsicher ist, aber die, die kommen können, sind überglücklich.

Die letzten Monate waren nicht einfach für die Menschen in diesem ärmsten Land Europas. Es fehlte an vielen notwendigen Hilfsmitteln, gerade auch in den Krankenhäusern. Ausgangssperren machten es vielen unmöglich, ihr mageres Einkommen weiter zu verdienen, sodass ihre Familien hungerten. „Vor ein paar Tagen riefen einige Eltern vom Kinderzentrum an und sagten, dass sie nichts mehr zu essen haben“, berichtete der Leiter unseres Partners, Gesti Biti, bereits im März. Und dann war da natürlich die Angst und Unsicherheit, die Albaner mit dem Rest der Welt teilen, die aber in einem Land, das eben erst von starken Erdbeben heimgesucht worden ist, die Zweifel und Perspektivlosigkeit noch vertiefen.

Aber unser Partner fand auch viele kreative Ansätze, um den Herausforderungen zu begegnen. Gesti Biti war unermüdlich aktiv, um Lösungen zu finden und den Menschen unter die Arme zu greifen. Mit Unterstützung unseres Partners NCM International konnten mehrmals Lebensmittel und Hygieneartikel an bedürftige Familien verteilt werden – vor allem die, deren Kinder unser Kinderzentrums in Kombinat besuchen. Auch das Krankenhaus, dass sich in Albanien hauptsächlich um Corona-Patienten kümmert, konnte unser Partner mit Hygieneartikeln unterstützen und am Ostersonntag die Ärzte zu einem Ermutigungs-Festmahl einladen.

Und der Kindergarten, an dem im Endeffekt auch die Zukunft des Kinderzentrums hängt? „Wir haben ein großes Problem!“, schrieb Gesti im März. „Wir bekommen keine Gebühren von den Eltern, aber müssen die Gehälter und Miete weiterbezahlen. Wenn das so weitergeht, wird es uns ruinieren. Ich habe mit den Lehrern gesprochen, aber die müssen ja auch ihre Miete bezahlen und etwas essen; es wäre schon hart, sie nicht zu bezahlen.“

Aber auch für dieses Problem gab es eine Lösung. Im Mai konnte Gesti mit einigen Eltern des Kindergartens vermitteln, dass die Lehrer sich dort durch Babysitten ein wenig Geld verdienen konnten und außerdem weiterhin Kontakt zu den Kindern hatten. Zusätzlich war es Helping Hands möglich, die Lehrergehälter für drei Monate zu übernehmen. Die Lehrer waren für diese Unterstützung enorm dankbar.

„Wir sind jetzt in der vierten Quarantäne-Woche durch COVID-19, und diese Zeit ist sehr herausfordernd für mich“, schrieb die Lehrerin Wilsona. „Ich muss alle Rechnungen bezahlen, die täglichen Ausgaben für meine zwei Kinder und meinen Mann und mich. Mein Mann arbeitet auch im Moment nicht, weil seine Arbeitsstelle wegen Corona geschlossen wurde. Das hat uns in starke finanzielle Probleme gebracht. Ich möchte mich sehr herzlich für diese Unterstützung bedanken! Es war wie die Hand Gottes für uns. Vielen Dank!“

Eine andere Lehrerin, Adela, freute sich unter anderem, dass sie nun die Medizin für ihre Eltern bezahlen konnte. „Da alle Straßen gesperrt waren, konnten wir nicht in unsere Heimatstadt fahren, wo wir die Medikamente kostenlos erhalten, und mussten sie daher selbst kaufen. Wir sind sehr dankbar für diese Hilfe in schwerer Zeit!“

Während der Zeit, in der der Kindergarten geschlossen bleiben musste, waren Kinder und Lehrer trotzdem gut beschäftigt. Die Lehrerin jeder Gruppe blieb in Kontakt mit den Eltern, plante die jeweilige Woche vor, kommunizierte den Eltern montags und mittwochs die „Hausaufgaben“ für die Kinder, die dann mittwochs und freitags „abgegeben“ werden mussten: per Foto oder Sprachnachricht in eine WhatsApp-Gruppe. So bastelten, malten und rechneten die Kinder zuhause, lernten Verse auswendig und freuten sich, wenn sie die Arbeiten ihrer Freunde und Freundinnen digital bewundern durften.

Dabei hatten sie eine Menge Spaß! Trotzdem warteten sowohl Kinder als auch Eltern sehnlichst auf den Neustart des Kindergartens, wie Xhuli, eine Mutter, in Worte fasste: „Wir sind so dankbar für den AM-EL Kindergarten. Die Kinder lieben es und wir sind sehr froh zu wissen, dass sie dort sicher sind. Wir können es kaum erwarten, bis der Kindergarten wieder anfängt und wir die Kinder dorthin bringen können!“

Auch Krisela war sehr froh, als sie ihren Sohn am 1. Juni wieder zum Kindergarten bringen konnte. „Es ist so ein schöner, wunderbarer Ort. Unser Sohn ist so gerne dort und spielt mit seinen Freunden. Wir sind sehr glücklich, wenn wir sehen, wie glücklich er ist!“

Erster Joggathon 2020: Reaktionen

„Darf ich auch Purzelbäume schlagen?“

Der Joggathon am 17. Mai fand zum ersten Mal zeitgleich in Deutschland und am „Projektort“ statt: in Beirut, Libanon, wo wir die Schule unseres Partners mit dem Erlös des Joggathons unterstützen. Aber inmitten einer Ausgangssperre, Wirtschaftskrise und Ausnahmesituation einen Joggathon zu organisieren ist nicht ganz einfach! Trotzdem gingen unsere Kollegen vor Ort mit Begeisterung an die Sache – und machten den „Joggathon Beirut“ trotz aller Herausforderungen zu einem vollen Erfolg. Sie berichten:

„Anfangs als wir begannen, für den Joggathon zu werben, flippten viele meiner Freunde aus. Einer von ihnen rief mich sogar sofort an. Er sagte zu mir: ‚Josie, du musst absagen! Das kannst du nicht tun! Die Polizei wird dir eine Geldstrafe auferlegen.‘ Er war echt überrascht, als ich ihm hinterher die Details vom Joggathon schickte! Er schrieb: ‚Das ist großartig! Es ist toll, wie ihr die Schüler mit involviert habt. Ich wünschte, unsere Schule würde so etwas auch tun!‘ Ein anderer Freund war begeistert von dem, was wir für unsere Schule tun. Er konnte uns nicht finanziell unterstützen, also fragte er mich: ‚Würde es helfen, wenn ich gemeinsam mit den Kindern laufe?‘ Natürlich sagte ich ja. Und er lief 4 Kilometer mit unseren Kindern.“

Besonders die Schüler der NES waren begeistert über die Idee, gemeinsam für ihre Schule zu laufen. „Darf ich auch Purzelbäume oder ein Rad schlagen? Zählt das?“, wollte ein Schüler wissen. Nachdem ihm erklärt wurde, wie ein Joggathon funktioniert, lief er stolze 8 Kilometer – und schlug am Ende doch noch einen Purzelbaum für die Schule.

„Ich trainiere jeden Tag. Wie kann ich für die Schule rennen?“, fragte ein anderer, sobald er die erste Ankündigung des Joggathons sah. „Ich bin bereit. Ich werde einen Rekord aufstellen!“ Und dann lief er über 10 Kilometer an der Mittelmeerküste in Beirut.

Dass ihre gelaufenen Kilometer einen Unterschied machen, gab den Kindern noch zusätzliche Motivation. Ein Fünftel der Gesamtspenden wurden so im Libanon „erlaufen“; etwa ein Drittel davon durch lokale Spenden, der Rest durch Sponsoren in Deutschland.

Auch die Lehrer waren sehr motiviert durch diese Veranstaltung. Seit Monaten versuchen sie, ihre Schüler irgendwie online weiter zu unterrichten – nicht so einfach, da die meisten Schüler aus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen kommen. „Der Joggathon war großartig, sowohl von der psychologischen als auch der physischen Seite her“, erklärte ein Lehrer. „Wir dachten nicht mehr an all die Probleme um uns herum, sondern an den guten Zweck, für den wir liefen.“ Die Bildungskoordinatorin der Schule reflektierte: „Während ich für die NES lief, dachte ich darüber nach, welch ein riesiger Segen diese Schule für so viele Familien ist. Daher lief ich mit großer Freude.“

Und die Schulleiterin schrieb in einem Dankesbrief:

„Wir sind so dankbar für eure Freundschaft. Wir als Schulleitung waren uns natürlich schon bewusst, wie viel Helping Hands die Schule über die vergangenen Jahre unterstützt hat. Aber durch diesen Joggathon haben auch unsere Lehrer, Schüler und Eltern herausgefunden, dass wir gute Freunde in Deutschland haben, die ihr Bestes geben, um der NES zu helfen.

Dieses Event kam zu einer Zeit, in der wir uns als Schule besonders verletzlich und gefährdet fühlen. Der Joggathon hat geholfen, unsere Stimmung zu heben, und hat uns Hoffnung für die Zukunft gegeben. Gott hat diese Veranstaltung benutzt, um uns daran zu erinnern, dass er sich um unseren Dienst kümmert. In mehr als einer Hinsicht können wir weiterhin die Gegenwart Jesu für die Kinder in Beirut sein, weil ihr die Gegenwart Jesu in Deutschland seid. Möge Gott euch weiter segnen!“

 

Auch in Deutschland waren die Läufer begeistert dabei und das veränderte Format wurde in dieser Ausnahmesituation gut angenommen: „Individuell unterwegs aber doch für eine gemeinsame Sache, gerade unter Corona Bedingungen genial!“, schlussfolgerte unser Schriftführer Fabian Fuß. Und Simon Bangert, 1. Vorsitzender von Helping Hands e.V., fasste  zusammen, was viele fühlten:

„Der Joggathon 2020 hat in vielerlei Hinsicht unsere Erwartungen übertroffen. Sei es das starke Engagement der Läufer in Deutschland und im Libanon oder die Großzügigkeit der Sponsoren. Wir sind dankbar dafür, dass wir so viele Menschen bewegen konnten. Danke.“

 

Der „erste“ Joggathon 2020 war eine Veranstaltung der Kirche des Nazareners Gelnhausen in Kooperation mit Helping Hands e.V.

Vom 7. bis 14. Juni findet ein weiterer (dezentralisierter) Joggathon in Berlin statt. Der Berliner Joggathon unterstützt zu 50% ebenfalls die Schule in Beirut.

Erster Joggathon 2020: in Zahlen

Erster Joggathon 2020 „dezentralisiert“: in Gelnhausen und Umgebung, Stuttgart und Odenwald, Düsseldorf, Barcelona, Bonn und Beirut!

Der Joggathon fand am 17. Mai (bis 23. Mai) statt; ein weiterer Joggathon ist für Berlin und Hamburg in der zweiten Juniwoche geplant. Die Läufer liefen jeweils eine Stunde.

 

Statistik für alle in Deutschland registrierten Läufer:

53 Läufer

An 30+ Orten in Gelnhausen und Umgebung, Stuttgart, Odenwald, Düsseldorf, Bonn, Barcelona

Ältester Läufer: ca. Mitte 70, 5km

Jüngster Läufer: 6 Jahre, 6km (jüngster Teilnehmer im Kinderwagen: 9 Monate)

Schnellster Läufer: Christian Bangert mit 13,63km

Gesamtstrecke: 449,51 Kilometer + 50km per Rad

Gesamter Sponsorenbetrag: 6.544 Euro

 

Statistik für alle im Libanon registrierten Läufer:

68 Läufer (davon 22 Schüler und 14 Lehrer bzw. Personal der NES sowie Eltern und Freunde der Schule)

In 26 Gruppen an über 15 Orten in und um Beirut, anderweitig im Libanon sowie in den USA

Ältester Läufer: 79 Jahre, 4km

Jüngster Läufer: 3 Jahre, 3km (jüngster Teilnehmer im Kinderwagen: 1,5 Jahre)

Gesamtstrecke: 298,5 Kilometer + 18km per Rad

Gesamter Sponsorenbetrag: 430 Euro durch Sponsoren in Beirut und USA + ca. 1.150 Euro durch Sponsoren in Deutschland

(Statistiken Stand 31. Mai)

 

Wir danken allen Läufern, Sponsoren, Organisatoren und Ermutigern, die zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben!

Hier findet ihr einen kleinen Rückblick in Bildern.