Giving Tuesday – Wir sind dabei!

Eine weltweite Bewegung des Gebens

Fast jeder kennt das Erntedankfest. In Amerika wird es am vierten Donnerstag im November gefeiert. Es ist dort das größte Familienfest, gefolgt vom größten Einkaufstag und dem Beginn der Weihnachtszeit. Vor zehn Jahren haben sich einige Visionäre verpflichtet, nicht nur an sich selbst und die Familie zu denken, sondern am Dienstag danach den Giving Tuesday zu feiern – ein Tag für freigebige Menschen. Dieses Jahr ist das der 29.11., also genau in einem Monat.

Man sollte es nicht für möglich halten, aber es scheint, dass viele auf eine solche Initiative gewartet haben! Inzwischen wird der Tag in über 75 Ländern begangen, und allein in den USA wurden in den letzten Jahren jeweils etwa 2,5 Milliarden Dollar gegeben! Dabei hat Giving Tuesday ein großes Ziel:

Es geht nicht um Almosen, sondern darum, etwas gemeinsam zu schaffen und anderen die Chance zu geben, selbst aktiv zu werden. Davon profitieren Beschenkte und Geber gleichermaßen. Anders gesagt: Die Mission von Giving Tuesday ist es, die Welt gerechter und großzügiger zu machen.

Wir als Helping Hands e.V. sind Teil dieser Bewegung! Ab dem 15. November werden deshalb auf Facebook, Instagram und LinkedIn alle zwei Tage Informationen aus aller Welt unter dem Schlagwort Gemeinsam voran weitergegeben.

Seid ihr dabei? Hier geht es zu unseren Kanälen auf den sozialen Medien:

Instagram: https://www.instagram.com/helpinghandsev/

Facebook: https://www.facebook.com/helpinghandsev/

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/helping-hands-ev

Weitere Details gibt es auch auf dieser Seite: https://helpinghandsev.org/givingtuesday/ (Vorsicht Spoiler: Hier sind alle 8 Grafiken bereits zu sehen …)

Weihnachtspäckchen schenken Weihnachtsfreude

Noch viele Päckchen für die Ukraine gesucht!

Die Lebkuchen und Dominosteine in den Supermärkten werden schon wieder alt … aber für Weihnachtspäckchen ist noch Zeit! Noch bis zum 15. November nehmen wir sehr gerne Päckchen entgegen (hier geht’s zur Packliste).

Wohin geht es dieses Jahr?

Die Mehrzahl der Päckchen reisen dieses Jahr in die Ukraine. 240 Tage dauert der Krieg dort nun schon. „Eine völlige humanitäre Katastrophe – Städte und Dörfer zerbombt und dem Erdboden gleich gemacht, nicht genügend Wasser und Nahrungsmittel …“, so beschrieb unser Partner schon vor Monaten die Lage. Und jetzt kommt noch der Winter dazu! „Im Moment werden besonders Lebensmittel und Hygieneartikel dringend benötigt“, betonen die Kollegen vor Ort.

Und genau das ist in unseren Weihnachtspäckchen enthalten! Deshalb möchten wir dieses Jahr so viele Päckchen wie möglich in die Ukraine versenden. Über Rumänien werden die Päckchen in die südliche Ukraine Richtung Odessa gebracht sowie ggf. nach Chernivtsi und Ivano-Frankivsk und je nach Kriegslage weiter ins Land transportiert. Verteilt werden die Päckchen in den ärmeren ländlichen Gebieten an geflüchtete Personen, vor allem an Familien mit Kindern und ältere Menschen.

Helfen Sie mit, den Menschen in der Ukraine zu dieser Weihnacht ein Licht der Hoffnung anzuzünden!

Und was ist mit anderen bedürftigen Menschen?

Über der aktuellen Krise möchten wir natürlich auch andere Menschen in Not nicht vergessen!

Deshalb sammeln wir Päckchen auch für Kinder aus bedürftigen Familien in Albanien und für die Senioren unseres Partners in Sighişoara, Rumänien. „Ich werde nie ihre Gesichter vergessen, als sie die Päckchen erhielten. Sie sahen aus wie die glücklichsten Kinder der Welt“, berichtete unser albanischer Kollege letzten Dezember von einer kleinen Dorfschule nahe der Hauptstadt. „Eines der glücklichen Kinder sagte: ‚Ich hab noch nie ein Geschenk bekommen!‘“

Was gehört in ein Päckchen?

Zum Inhalt eines Päckchens gehört (bitte nicht von der Packliste abweichen!): 1kg Reis (kein Milchreis), 1kg Nudeln, 500g Kaffee (gemahlen und vakuumverpackt), 1 Tüte Gummibärchen, 3 Tafeln Schokolade (gerne größer als 100g), 2 Pakete Früchte- oder Kräutertee, 4 Röhrchen Vitamintabletten, 1 Shampoo, 2 Tuben Zahnpasta, 2 Zahnbürsten, 2 Stück Seife (bitte in Tütchen verpacken), 1 Deostift, 1 Handcreme, 10 Päckchen Taschentücher (nicht parfümiert).

Hier finden Sie die Packliste als „Liste“ aufgeteilt.

Und wann und wo kann ich das Päckchen abgeben?

Wir nehmen im Büro in Gelnhausen (Frankfurter Str. 16-18; bitte Seiteneingang West benutzen) bis zum 15. November Päckchen entgegen; da allerdings alle Päckchen vor Versand geprüft werden müssen, sind wir dankbar, wenn die meisten Päckchen etwas früher kommen.

Andere Abgabestellen in der Region und ganz Deutschland finden Sie hier.

Und wenn ich kein Päckchen packen aber die Aktion trotzdem unterstützen möchte?

Dann freuen wir uns über eine Spende mit Vermerk „Weihnachtsfreude“ auf unser Konto bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394 (Online-Spende). Damit können wir einerseits weitere Päckchen vor Ort kaufen (ein Päckchen kostet ca. 25 EUR) und andererseits in Bulgarien und anderen Ländern wieder ein lokales Weihnachtsfreude-Projekt unterstützen; 2021 wurde zum Beispiel eine Weihnachtsfeier für die Kinder unseres Kinderzentrums in Albanien sowie Heizkosten und warme Mahlzeiten für die Kinder unserer Partnerschulen in Bulgarien durch diese Spenden beglichen.

Kann ich dafür eine Spendenquittung bekommen?

Für Geldspenden erhalten Sie selbstverständlich eine Spendenquittung (dafür bitte die vollständige Adresse angeben). Für Sachspenden können wir leider keine Spendenquittungen ausstellen.

„Vor Ort hat sich schon einiges verändert“

Franzi Huth berichtet aus Nepal

Ankunft und erste Eindrücke

An einem sonnigen Dienstagnachmittag erreichen wir nach einer sechsstündigen Fahrt endlich Tuwachung, eine ländliche Gemeinde im Osten Nepals. Die Gegend liegt inmitten einer bergigen Landschaft, wie sie in vielen Regionen des Landes zu finden ist. Das kleine “Zentrum”, das eher als idyllische Siedlung bezeichnet werden kann, ist umgeben von Bergen und Wäldern, die wiederum mehrere kleine Dörfer beheimaten. Wir erreichen das Zentrum über eine etwas wackelige Brücke, die die einzige Zufahrtsmöglichkeit nach Tuwachung darstellt. Sie führt über einen reißenden Fluss, der die Gemeinde vom Rest der Region trennt.

Besucht ist die Gegend nur sehr selten, in erster Linie wird sie als Zwischenstopp für durchreisende Touristen genutzt, was an den kleinen Cafés sowie dem Hostel direkt am Ortseingang unschwer zu erkennen ist. Zudem befinden sich einige kleinere Shops, die Ähnlichkeiten zu Kiosks in deutschen Städten aufweisen, direkt an der Hauptstraße.

Die Umgebung wirkt wie einem Landschaftskalender entsprungen, die idyllische Brücke über dem Fluss und die umliegenden Berge und Wälder machen die malerische Kulisse perfekt. Trotzdem kann sie über die Armut, die schnell und überall deutlich erkennbar wird, nicht hinwegtäuschen. Die notdürftig gezimmerten Hütten, provisorisch wirkende Ställe und die spärlich gekleideten Kinder zeigen ein deutliches Bild von der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation in Tuwachung.

Aufgrund der mangelnden Infrastruktur in diesen doch sehr ländlichen, abgeschiedenen Dörfern beschränkt sich das Arbeitsangebot fast vollständig auf lokale Landwirtschaft. Somit widmen sich die meisten der Dorfbewohner dem Anbau von Getreide und Gemüse oder auch dem Züchten von Nutztieren. Letztere sind in den Dörfern an jeder Ecke zu finden, neben den unübersehbaren Büffeln und Ziegen läuft einem auch schnell mal eine Henne mit ihren Küken oder eine Gänsefamilie über den Weg. Landwirtschaftliche Erzeugnisse werden zu einem großen Teil selbst verbraucht, untereinander wird oft getauscht. Wer ein paar Hühner hält, kann beispielsweise Eier abgeben und bekommt dafür Mais, Hirse oder Kartoffeln. Darüber hinaus berichten viele Bewohner von ihrem Wunsch, ihre Produkte auch in Kathmandu zu verkaufen, wo sich lokale Erzeugnisse großer Beliebtheit erfreuen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat sich dessen angenommen und möchte mit sogenannten Income-Generating-Activities (IGAs) helfen, doch dazu später mehr. Zunächst einmal ein allgemeiner Blick auf die Bevölkerung: Diese besteht fast ausschließlich aus Hindus, die zudem der gleichen Kaste angehören. Somit kommt es in Tuwachung – im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Nepals – nur sehr selten zu religiösen Konflikten. Auffallend ist darüber hinaus die Demografie und die große Menge an Kindern, die in den Dörfern leben. In so ziemlich jedem Haushalt leben mehrere, die meisten von ihnen noch ziemlich jung.

Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit dem BMZ

Wie bereits angedeutet, fördert das BMZ unterschiedliche Projekte in verschiedenen Ländern des Globalen Südens. Die in erster Linie finanzielle Unterstützung erfolgt in der Regel nach erfolgreicher Bewerbung einer deutschen Organisation, bzw. eines Vereins. Im Fall von Tuwachung war dieser Verein Helping Hands e. V., der die Dorfgemeinschaft erfolgreich für ein potenzielles Entwicklungsprojekt vorschlug und dafür Fördergelder des Ministeriums erhielt. Die finanzielle Unterstützung kann ganz unterschiedlich eingesetzt werden, in Tuwachung werden davon unter anderem beispielsweise Nutztiere gekauft, um ausgewählten Haushalten eigenständiges Wirtschaften zu ermöglichen, getreu dem Motto “Hilfe zur Selbsthilfe”. Auch ein Wasserauffangbecken wurde auf Kosten des Projekts eingerichtet, um die Bewässerung der Felder auch in Dürrezeiten zu sichern. Zudem nahm sich die Kooperation des dürftigen Gesundheitssystems vor Ort an und beschloss unter anderem, Entwurmungskuren an die Bevölkerung – insbesondere an Kinder – zu verteilen. Diese Kuren sind relativ kostengünstig und einfach zu beschaffen, haben jedoch eine verhältnismäßig große Wirkung für die Gesundheit der Bewohner. Bereits 2008 wurde ihr positives Kosten-Nutzen-Verhältnis im Rahmen des Kopenhagener Konsens betont und wird seit jeher als beliebtes Ernährungsprogramm in Projekten des Globalen Südens eingesetzt.

Bisher kleinere Teilerfolge

Seitdem das Projekt in Kooperation mit dem BMZ vor einem Jahr startete, hat sich vor Ort einiges verändert. Bereits jetzt deuten sich erste Erfolge der Zusammenarbeit an. So zum Beispiel sehen einige Bewohner einem Rückgang in der Kinderarbeit, die noch heute vermehrt in vielen ländlichen Gebieten Nepals auftritt. Das Projekt unterstützt die lokale Schulbildung finanziell, indem es die Schulgebühren sowie verschiedene Materialien wie Schulranzen, Blöcke oder Stifte zur Verfügung stellt. Die Wirkung dessen ist bereits jetzt erkennbar: Kinder besuchen die Schule nun deutlich länger als noch vor einem Jahr, als der Großteil der Schüler nach der 6. oder 7. Klasse die Schule abbrechen und in der Landwirtschaft arbeiten musste. Heute sieht das Ganze anders aus: Über 90% der 12–15-Jährigen besuchen die lokale Schule, die meisten von ihnen streben darüber hinaus eine Einschreibung in der nächstgelegenen High School an. Die positive Entwicklung ist vermutlich nicht zuletzt auf die Bemühungen des Projekts zurückzuführen, das Familien die Bedeutung von Bildung nahebringt und sie finanziell in diesem Vorhaben unterstützt.

Doch nicht nur Kinder, sondern auch ihre Eltern können von den Bildungsprogrammen des Ministeriums profitieren: In sogenannten “Self Help Groups” (SHGs) schließen sie sich mit jeweils 24 weiteren Dorfbewohnern zusammen, um gemeinsam zu sparen. Monatlich wird ein kleiner Teil des – zugegebenermaßen zumeist bescheidenen – Einkommens gespart und anschließend an ein ausgewähltes SHG-Mitglied ausgezahlt. Meistens wird das Geld, ähnlich wie ein Kredit, als Startkapital verwendet, um beispielsweise einen kleinen Shop zu eröffnen oder Tiere für die Landwirtschaft zu kaufen. Im Laufe der nächsten Monate wird das Geld Stück für Stück an die Gruppe zurückgezahlt, inklusive Zinsen. Ziel ist hierbei, den einzelnen Gruppenmitgliedern den Start in die Selbstständigkeit zu ermöglichen und somit – ganz im Sinne der “Hilfe zur Selbsthilfe“ – ein Stück weit finanzielle Sicherheit zu gewährleisten. Was auf den ersten Blick wirkt wie ein klassischer Mikrokredit, unterscheidet sich von diesem einerseits durch seine Informalität, vor allem aber darin, dass die Gruppenmitglieder nicht von einem Kreditinstitut in Abhängigkeit gebracht werden, sondern die Gruppengelder selbstbestimmt verwalten und damit auch das Potenzial entfalten, die weitere Entwicklung ihrer Dörfer selbst in die Hand zu nehmen.

Ergänzt werden die SHGs mit sogenannten „Income Generating Activities” (IGAs), die in erster Linie aus Schulungen im Umgang mit Finanzen bestehen. Was zunächst aufwändig und umfangreich klingt, wird in der Praxis relativ einfach umgesetzt: Ein Experte aus der Finanzbranche (hierbei ist es den Initiatoren besonders wichtig, dass es sich um einen „local“, also einen Nepalesen, handelt) besucht auf Kosten des Projekts das Dorf und unterrichtet interessierte Bewohner in Grundlagen der Haus- und Betriebswirtschaft. Somit lernen sie, einen eigenen Laden möglichst effizient zu führen oder landwirtschaftliche Erzeugnisse gewinnbringend zu verkaufen. Insbesondere jetzt, wo einige Dorfbewohner den Wunsch äußern, ihr Gemüse und Getreide in Kathmandu zu verkaufen, könnten die IGAs eine entscheidende Unterstützung darstellen.

Langfristige Wirkung schwer absehbar

Bei all den positiven ersten Eindrücken muss jedoch berücksichtigt werden, dass das Projekt – Stand heute – erst ca. ein Jahr alt ist. Im Oktober 2021 wurde es quasi inmitten der Corona-Pandemie etabliert. Diese nahm zwar auf den ersten Blick keinen großen Einfluss darauf, trotzdem zeigt sie uns, wie fragil die globale Entwicklung ist und wie schnell entsprechende Fortschritte verloren gehen können. Dies wurde während der letzten zweieinhalb Jahre nicht nur in verschiedenen Gegenden Nepals, sondern auch in vielen weiteren Regionen dieser Welt spürbar deutlich. Aufgrund dessen sind die sich abzeichnenden Erfolge zunächst einmal mit Vorsicht zu genießen. Die langfristigen Auswirkungen des Projekts vor Ort sind derzeit einfach noch nicht abschließend feststellbar, dies wird letztlich die Zeit zeigen.

Jedoch sind das Programm und die Unterstützung des BMZ durchaus jetzt schon als sinnvoll zu betrachten, und zwar nicht nur aufgrund der einzelnen Fortschritte individueller Bewohner. Die wirtschaftliche und somit auch gesellschaftliche Situation vor Ort ist noch immer prekär: Derzeit leben etwa drei Viertel der örtlichen Bevölkerung unterhalb der offiziellen, nepalesischen Armutsgrenze. Hierfür gibt es einen einleuchtenden Erklärungsansatz: das heimische Bildungswesen. Bildung wurde in den vergangenen Jahren oft vernachlässigt, da Schüler als unterstützende Arbeitskräfte in der Landwirtschaft benötigt wurden. Nun sind Schulbesuche jedoch innerhalb eines Jahres sichtbar angestiegen, was vermutlich nicht zuletzt auf die finanzielle Unterstützung des Projekts zurückzuführen ist. Doch das Projekt unterstützt Familien noch auf einem weiteren Weg: Indem Eltern mit Hilfe der IGAs die Bedeutsamkeit von Bildung und Schulabschlüssen für den Austritt aus der Armut nähergebracht wird, wächst deren Eigeninteresse an einem möglichst ausgeprägten Bildungsweg für ihre Kinder.

Noch bleibt einiges zu tun

Trotz bisheriger Anstrengungen und sichtbarer Erfolge bleibt noch vieles offen. Ein Spaziergang durch die umliegenden Dörfer legt insbesondere ein Problem unmissverständlich dar: der regionale Umgang mit Abfall, der keinen größeren Gegensatz zu unserer typisch deutschen Mülltrennung aufweisen könnte. Überall liegen leere Plastikwasserflaschen, Müllbeutel und Verpackungsreste auf dem Boden, kreuz und quer auf den Feldwegen und im umliegenden Gestrüpp.

Doch nicht nur immer größer werdende Müllberge stellen ein (potenzielles) Problem für die Gemeinde dar. Darüber hinaus fehlt es in vielen Haushalten noch immer an Elektrizität, was natürlich in erster Linie auf die mangelnde Infrastruktur in der ländlichen Gemeinde zurückzuführen ist. Was für die Bewohner tagsüber nur bedingt ein Hindernis darstellt, wird abends, nach Anbruch der Dunkelheit, durchaus problematisch. Die fehlende Elektrizität führt zum Mangel an elektrischem Licht, vom Internet ganz zu schweigen. Obwohl das BMZ immer wieder die Bedeutsamkeit von Bildung für nachhaltige Entwicklung betont, scheint dies doch ein bedeutsames Hindernis für das Lesen und Lernen zu sein.

Ein weiteres Problem zeigt sich schnell bei einer Führung durch eines der Dörfer, nur wenige Kilometer außerhalb des Gemeindezentrums. Stolz zeigen uns die Bewohner ein eher provisorisch wirkendes Wasserauffangbecken, das das Projekt ihnen bereitstellt. Hierin wird Regenwasser gesammelt, um während der Dürreperioden, die in der Gegend häufig auftreten, Wasser zur notwendigsten Versorgung verfügbar zu haben. Schnell wird jedoch klar, dass diese Becken nicht einmal annähernd genug Wasser sammeln können, um die umliegenden Agrarflächen zu bewirtschaften. Die Region ist jedoch abhängig von effizienter Landwirtschaft und ihrer Erzeugnisse.

Bei unserem Besuch in Tuwachung wird also schnell klar, noch bleibt einiges zu tun. Das Projekt in Kooperation mit dem BMZ ist auf insgesamt dreieinhalb Jahre angesetzt, eines davon ist bereits vergangen. Die bisherige Entwicklung bestätigt den Erfolg der bisherigen Herangehensweise, Universallösung aller Probleme vor Ort ist sie jedoch nicht. Inwieweit die Unterstützung des Ministeriums nachhaltige Entwicklung für die Region und positive Veränderungen für ihre Bewohner bringt, wird sich wohl erst im Laufe der nächsten Jahre abschließend zeigen.

 

Franzi Huth absolvierte im Rahmen ihres Master-Studiengangs in Development Studies von August bis Oktober 2022 ein Praktikum bei unserem Partner NCM Nepal. Dabei konnte sie auch zwei von Helping Hands geförderte Projekte besuchen und evaluieren.

Anmerkung: Das beschriebene Projekt in Tuwachung liegt im Bezirk Khotang; in früheren Berichten zu diesem Projekt wurde diese Ortsangabe verwendet.

 

paXan 2022 Moldawien

Die Republik Moldau gilt als das ärmste Land Europas und kämpft besonders zurzeit mit gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Themen. Die Rate von Suchtkranken ist extrem hoch, das Bruttoinlandsprodukt sehr niedrig. Hinzu kommen Flüchtlinge aus der Ukraine und natürlich die Nähe zu eben diesem Nachbarn.

So waren unsere Erwartungen entsprechend niedrig, als wir uns als kleines paXan-Team mit vier Personen auf den Weg in die moldauische Hauptstadt Chișinău machten, und wir wurden äußerst positiv überrascht. Wir wurden empfangen von sehr freundlichen und offenen Menschen, einer Gemeinde, der die Suchtkranken ein großes Anliegen sind, von sauberen und gepflegten Dörfern und Städten mit viel Grünfläche und von sehr viel sehr gutem Essen.

Die Gemeinde, die einzige im Land, ist eine sehr lebendige Gemeinschaft, in der alle Altersgruppen repräsentiert sind und die ein großes Herz für suchtkranke Menschen hat. So werden betroffene Menschen aktiv in der Stadt angesprochen und zu über die Woche verteilten Aktivitäten wie ein Café-Abend eingeladen. Hier finden die Personen Menschen, die sie nicht verurteilen, die ihnen offen zuhören und helfen wollen, sich von ihren Süchten zu befreien. Für Personen, die einen Entzug benötigen und diesen auch verfolgen wollen, existiert eine Partnerschaft mit einem Rehabilitationszentrum in Ratus, einem Dorf etwas außerhalb der Stadt. Hier können bis zu 12 Personen Hilfe bekommen, wobei die meisten Betten bis vor kurzem für ukrainische Flüchtlinge zur Verfügung gestellt wurden. Das Haus wurde vor zwei Jahren von einer älteren Frau an eine andere Gemeinde geschenkt, mit der die Kirche des Nazareners vor Ort sehr eng zusammenarbeitet.

Als Team haben wir in den ersten Tagen unseres Einsatzes einige Renovierungsarbeiten, primär Spachtel und Streicharbeiten, in der Gemeinde durchgeführt sowie dann den Eingangsbereich des Zentrums weiter ausgebaut. Ein Vorraum sowie die Außentreppe wurden gefliest, gespachtelt und für die nächsten Arbeitsschritte vorbereitet. Vom Projektgeld konnte ferner ein neuer Zaun bestellt werden, der in der nächsten Zeit montiert werden soll.

Wir sind dankbar für die Unterstützung durch Gebete und Finanzen und freuen uns darauf, näher über unsere Erfahrungen berichten zu können.

Und da nach paXan auch gleichzeitig vor paXan ist, hier noch ein Hinweis: Voraussichtlich im September 2023 soll es für einen weiteren Einsatz nach Afrika gehen. Wir sind gerade dabei, die Details für ein Projekt zu definieren. Wer Interesse an einer Teilnahme hat (18- bis 30-Jährige), darf sich gerne jetzt schon bei Christoph Nick melden: christoph.nick@helpinghandsev.org

Christoph Nick für das paXan-Team