Joggathon 2021: Rückblick

Joggathons in Gelnhausen, Berlin, Hanau und Beirut

Es findet wieder ein Joggathon für die NES-Schule statt? „Da wollen wir definitiv dabei sein – unsere Schüler, und auch das Personal! Wann geht es los?“

Das war die begeisterte Reaktion aus Beirut, als bekannt wurde, dass die Hanauer Kirche des Nazareners auch in diesem Jahr mit ihrem Joggathon den Studienfond der NES-Schule in Beirut fördern wollte – eine Unterstützung, die von Woche zu Woche nötiger wird, während der Libanon immer tiefer in eine Wirtschaftskrise abstürzt, die zu den weltweit schlimmsten der letzten 150 Jahre gezählt wird.

In kürzester Zeit wurde der „Parallel-„Joggathon organisiert, und insgesamt 75 Schüler (davon 6, die bereits absolviert haben), 8 Lehrer/Personal und 3 Freunde der Schule liefen am 21. Juni in ihrem bisher zweiten Joggathon durch die Straßen von Beirut – für ihre Schule, für Hoffnung in einer aussichtslosen Lage, aber auch einfach in Dankbarkeit und Gemeinschaft mit den 20 Läufern und einer Rollstuhlfahrerin des Hanauer Joggathons, der vom 21. bis 27. Juni dezentral stattfand (insgesamt 388 Kilometer; 42 Sponsoren; 4.320 EUR). Vor allem in dieser Zeit des Abstandhaltens ein schönes Zeichen der Solidarität über Landesgrenzen hinweg!

Bereits im Mai waren zwei weitere Joggathons gestartet, organisiert von den Kirchen des Nazareners in Berlin und Gelnhausen:

Vom 29. Mai bis zum 5. Juni liefen ca. 40 Joggathon-Athleten in Gelnhausen über 250 Kilometer für unser Jahresprojekt 2021: Integrative Kinderzentren in Nepal; dabei kamen bisher mindestens 7.500 EUR zusammen.

Vom 30. Mai bis zum 6. Juni liefen 77 Läufer im Berliner Joggathon insgesamt 694,35 Kilometer und erliefen stolze 18.068 EUR für den guten Zweck; davon unterstützen je 25% die beiden paXan-Projekte in Uganda (Wassertank für Schule) und Albanien (landwirtschaftliches Projekt) und 50% ein Projekt im Rotlichtmilieu in Frankfurt (kein Helping Hands Projekt).

Wir freuen uns über diese tollen Ergebnisse und bedanken uns sehr herzlich bei allen, die sich mit viel Engagement für die Projekte unserer Partner eingesetzt haben!

Für die Läufer in Beirut suchen wir noch Sponsoren! Bei Interesse bitte eine Mail an: joggathon@kdn-hanau.de – oder direkt für den „Studienfond NES“ spenden (hier geht’s zur Online-Spende).

Händewaschen oder Essen?

Die Geschichte einer glücklichen Familie

„Händewaschen vor dem Essen“ – eine sinnvolle Hygienemaßnahme, die jedes Kind kennen sollte: aber zu Corona-Zeiten oft bitter doppeldeutig. Denn an vielen Orten stehen die Familien, die im Lockdown ans Äußerste ihrer Existenz gebracht werden, tatsächlich vor dieser Entscheidung: Investiere ich mein letztes Geld, um Hygiene-Kits zu kaufen, wie empfohlen wird, oder besorge ich lieber Essen für meine Kinder?

In Nepal müssen sich viele der Familien in unseren Kinderzentren diese Gedanken machen. Seit Mai ist das Land extrem von der zweiten Corona-Welle betroffen; Ende Mai hatte die Pandemie dann auch die entlegenen Dörfer erreicht, die in der ersten Welle verschont geblieben waren. Seitdem befindet sich so ziemlich das ganze Land im Lockdown.

Die Familien in Piluwa, Ithung und Ghalegaun sind besonders stark betroffen. „Selbst in den Bergdörfern sind viele Menschen gestorben“, schreibt unser Partner. „Verkehrsmittel, Geschäfte, Arbeitsstellen, Fabriken sind bereits seit etwa zwei Monaten geschlossen. Die Menschen hocken in ihren Häusern in ständiger Angst, nicht nur vor der Pandemie, sondern in Angst vor dem Hunger.“ Sie haben kein Erspartes, mit dem sie sich durch diese Wochen versorgen können, und keine Möglichkeit, etwas zu verdienen; „also leihen sie sich Geld und nehmen minderwertigere Nahrung zu sich, um irgendwie durchzukommen“. Die nett gemeinten Anweisungen des Gesundheitsministeriums, man solle möglichst nahrhaftes, ausgewogenes Essen zu sich nehmen, um das Immunsystem zu stärken, klingt für sie wie Hohn. Die empfohlenen „Safety Kits“ sind für die meisten unerschwinglich.

Unser Partner NCM Nepal würde in dieser Situation gerne mit Lebensmittelpaketen helfen, damit die Familien genügend und bessere Nahrung zu sich nehmen können. Aber in Rücksprache mit den Verantwortlichen vor Ort stellte sich heraus, dass in diesen Dörfern bisher überhaupt keine Hilfe geleistet wird, und somit nicht nur die Familien unserer Kinderzentren, sondern quasi die gesamte Dorfbevölkerung auch im Umkreis versorgt werden müssten. Das aber übersteigt unsere Kapazitäten.

Daher konzentriert sich NCM Nepal in einem ersten Schritt auf die „Safety Kits“, die sich die Familien auch nicht leisten können. Vorerst sollen Masken und Seifen an alle Familien der Kinderzentren verteilt werden – Seife ist in diesem Kontext angebrachter als Händedesinfektionsmittel.

Und natürlich kümmern die Lehrer unserer Kinderzentren sich trotz des Lockdowns weiter um die Kinder, vor allem durch Video- oder Telefonanrufe. Damit möchten sie auch Hoffnung weitergeben; Hoffnung, die zur Zeit dringend benötigt wird, wie ein Vater aus Ghalegaun beschreibt:

Ich bin Bhupesh aus Ghalegaun. Ich komme aus einer armen Familie. Viele Menschen wünschen sich in ihre Kindheit zurück, aber meine Kindheit war es nicht wert, dass man sich an sie erinnert. Dafür war sie viel zu elend. Es tat mir immer sehr weh, wenn meine Freunde bei Festen neue Kleider hatten. Meine Eltern verdienten sehr wenig, aber vor allem waren sie auch abhängig von lokalem Alkohol. Häusliche Gewalt und Armut prägten meine Kindheit. Ich wuchs auf, ohne überhaupt ein Schulgelände zu betreten. Als ich älter wurde, begann ich auf Baustellen und manchmal auf Bauernhöfen zu arbeiten.

Später erlernte ich das Maurerhandwerk und fing an, Geld zu verdienen. Ich habe geheiratet und habe jetzt drei Kinder. Ich bin glücklich, dass ich und meine Frau unsere Kinder zur Schule schicken können. Und jetzt sind wir besonders dankbar, dass unsere Kinder durch das integrative Kinderzentrum in ihrer Bildung unterstützt werden, mit Schulmaterial und Nachhilfeunterricht. Wir haben unsere eigene kleine Hütte und ein kleines Stück Land, auf dem meine Frau Gemüse anbaut. Inmitten von Mangel und Entbehrung ist meine Familie zu einer glücklichen Familie geworden.

Aber seit dem letzten Jahr zerstört die Pandemie unseren Frieden. Mit viel Mühe haben wir das letzte Jahr verbracht und versucht, ein normales Leben zu führen, aber seit Mai 2021 bedroht die zweite Welle unser Leben. Viele Menschen aus unserem Dorf sind mit Covid-19 infiziert und einige von ihnen haben ihr Leben verloren. Meine Familie ist noch sicher, aber der Lockdown wirkt sich sehr negativ auf uns aus. Da die Baustellen seit mehr als zwei Monaten geschlossen sind, ist auch meine einzige Einkommensquelle versiegt. Wenn man auf Baustellen arbeitet, kann man kaum das Allernötigste bezahlen und somit auch kein Geld für die Zukunft sparen. Daher sind wir jetzt in einer finanziellen Krise. Wir kaufen Essen, indem wir uns von Nachbarn etwas leihen, in der Hoffnung, dass der Lockdown bald aufgehoben wird und ich Arbeit bekomme, damit ich das Geld zurückzahlen kann. Die Regierung bittet uns, alle möglichen Gesundheitsmaßnahmen zu befolgen, aber sie sind sich nicht bewusst, dass die armen Leute sich all das überhaupt nicht leisten können.

Wir möchten Menschen wie Bhupesh und den Familien in den Dörfern unseres Jahresprojekts helfende Hände reichen!

Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, dann überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Nepal Corona“ auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394, BIC: HELADEF1GEL (zur Online-Spende). Bitte geben Sie immer die vollständige Adresse an, damit Sie am Jahresende eine Spendenquittung erhalten können. Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bestätigt, dass Helping Hands e.V. mit den anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.

 

Fotohinweis: Das Bild zeigt eine Szene aus Ithung/Ghalegaun vor dem Lockdown (Ende 2020).

Dörfer unseres Jahresprojektes 2021 stark von Corona betroffen

Familien aus unseren integrativen Kinderzentren in Nepal hoffen auf Hilfe

Seit Januar besteht das integrative Kinderzentrum in Ithung/Ghalegaun in Nepal, das wir, gemeinsam mit dem neueröffneten Kinderzentrum in Piluwa, als unser Jahresprojekt 2021 unterstützen. Einige Monate konnte dort regelmäßig der Unterricht stattfinden; die Kinder freuten sich über warme Winterjacken, Schulmaterial und nahrhafte Mahlzeiten, die Eltern wurden in Hausbesuchen ermutigt und blicken mit Hoffnung in die Zukunft.

Aber der massive Corona-Ausbruch im Nachbarland ist schon längst nach Nepal übergeschwappt und hat diesmal leider auch vor den entlegenen Dörfern nicht Halt gemacht. Anfangs befanden sich nur die Städte im Lockdown, aber schon nach wenigen Wochen wurde die Ausgangssperre landesweit ausgeweitet. Das läuft inzwischen anderthalb Monate, und die Menschen wissen nicht mehr, woher sie die nächste Mahlzeit bekommen sollen. Und dazu kommt die Angst vor der Krankheit – in Gegenden, wo das nächste Krankenhaus mehrere Stunden Busfahrt entfernt ist, kann ein schlimmer Verlauf schnell fatal sein. Unser Partner schreibt:

„In dieser zweiten Welle haben sich Menschen selbst in den entlegenen Gebieten mit Covid-19 infiziert. Und der Lockdown dauert weiter an. Piluwa ist bereits ein Hochrisikogebiet für Covid-19, aber wir dachten nicht, dass das Bergdorf Ithung davon betroffen sein würde. Doch leider wurden viele Menschen aus Ithung positiv getestet. Und jetzt ist der Pastor des Dorfes an Corona gestorben! Er lässt seine Frau, drei Söhne und eine Tochter zurück.“

Wenn das Immunsystem durch Hunger geschwächt ist, haben auch gesunde Menschen weniger Chance, einer Infektion standzuhalten. Und die Familien in Ithung, Ghalegaun und Piluwa leiden sehr unter dem strengen Lockdown. Ihre Hoffnung ist, dass der lokale Partner ihnen in dieser Not unter die Arme greifen kann.

Auch wir möchten den Familien in den Dörfern unseres Jahresprojekts helfende Hände reichen!

Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, dann überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Nepal Corona“ auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394, BIC: HELADEF1GEL (zur Online-Spende). Bitte geben Sie immer die vollständige Adresse an, damit Sie am Jahresende eine Spendenquittung erhalten können. Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bestätigt, dass Helping Hands e.V. mit den anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.

Neuer Mut inmitten katastrophaler Wirtschaftskrise

Schüler und Personal der NES in Beirut nehmen an Hanauer Joggathon teil

„Die Situation wird immer schlimmer – in allem. Es ist zum verzweifeln!“

Während man sich andernorts freut, dass ein wenig Normalität in den Alltag zurückkehrt, rutscht der Libanon immer weiter ab in die katastrophalste Wirtschaftskrise, die der moderne Staat je erlebt hat.

Innerhalb weniger Monate hat die lokale Währung 90% ihres Wertes verloren. Das Geld, das noch 2019 einen Einkaufskorb voller Gemüse, Obst, Fleisch, Reis und Milch gefüllt hätte, reicht heute gerade noch für eine Flasche Milch. Ein T-Shirt kostet neunmal so viel wie vor zwei Jahren, der Preis für Öl zum Kochen hat sich versechzehnfacht (Infografiken von AlJazeera). Der Prozentsatz an Menschen, die in Armut leben, hat sich innerhalb eines Jahres auf 55% verdoppelt – inzwischen können sich über die Hälfte der libanesischen Bevölkerung kaum mehr das Nötigste zum Überleben leisten. Auch die Stromversorgung ist am Zusammenbrechen; Generatoren und Kraftstoff für die meisten unerschwinglich.

Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung. Die NES-Schule in Beirut ist weiterhin eine Oase des Friedens im Chaos – und seit Ende Mai kann tatsächlich wieder Unterricht im Schulgebäude stattfinden. „Wir sind begeistert, weil wir jetzt schon fast drei Wochen Präsenzunterricht haben konnten!“, schreibt die Schulleiterin. Normalerweise würden jetzt bereits die Absolvierungen stattfinden, stattdessen gibt es bis Ende Juni Unterricht.

Und nicht nur die Gesichter der Schüler und Lehrer strahlen, dass sie endlich wieder beisammen sein können, auch die Schule erstrahlt in neuem Glanz: Nach der Explosion im August konnten als Teil der Reparaturen auch nötige Renovierungsarbeiten durchgeführt und die Schule in der neuen Schulfarbe gestrichen werden. Die neuen Schuluniformen konnten sich bisher leider die wenigsten Eltern leisten, daher dürfen die Kinder derzeit in den alten Farben kommen oder einfach in neutraler Kleidung.

„Wir hoffen sehr, dass im kommenden Schuljahr alle Kinder ihre eigene Schuluniform haben können und auch Schulbücher in Farbe; dieses Jahr mussten wir viele Kopien machen, damit die Schüler überhaupt Unterrichtsmaterial hatten.“

Auch andere Herausforderungen müssen überwunden werden: zum Beispiel ist es für Personal, Eltern und Schulbusse derzeit nicht einfach, die Schule zu erreichen, weil es fast kein Benzin mehr zu kaufen gibt – „oder man muss zwei drei Stunden anstehen, nur um 10 Liter Benzin einzufüllen“.

Aber wie immer geben Lehrer und Personal der NES-Schule nicht auf. „Es geht uns noch gut, wir sind in Sicherheit, und wir hoffen, dass die Dinge sich ändern werden“, betont die Schulleiterin.

Und Ermutigung kommt auch von anderer Seite!

Vom 21. bis 27. Juni findet in Hanau ein dezentraler Joggathon statt, der auch in diesem Jahr den NES-Studienfond unterstützt. Und jetzt wird die Hilfe noch dringender benötigt!

Und auch dieses Jahr nehmen Schüler und Lehrer der NES-Schule am Joggathon teil und rennen in Beirut „gemeinsam“ mit den Läufern in Deutschland für ihr Projekt (voraussichtlich am 21. Juni).

 

Wer sich am Joggathon beteiligen möchte oder für das Projekt spenden, findet hier alle nötigen Informationen (im Detail: Sponsoren-Info).

Für die Schüler der NES suchen wir Sponsoren! Bei Interesse bitte eine Mail an: joggathon@kdn-hanau.de

Extreme Hungersnot im Süden Madagaskars

Die schlimmste Dürre seit 40 Jahren hat den Süden Madagaskars in eine extreme Hungers­not gestürzt – wohl die schlimmste, die das Land je erlebt hat – durch die das Leben von etwa einer Million Men­schen gefähr­det ist. Der Hunger ist so extrem, dass die Menschen konsumieren, was sie finden können: ungenießbare Pflanzen, Insekten, sogar Lehm. Und sie kön­nen teil­weise nicht ein­mal fliehen, weil das Land durch Lock­downs gelähmt ist; da­durch ist auch die Hilfe er­schwert.

Dennoch möchte unser ört­licher Part­ner helfen – voraussichtlich per Flug – und Hilfe zu 4.000 Familien in 20 Dör­fern in Ambovombe in der Androy-Region bringen; die Region, die am stärk­sten betrof­fen ist: Dör­fer, in denen die Men­schen bisher noch über­haupt keine Hilfe er­halten haben. Zunächst wer­den Lebens­mittel benö­tigt: Reis, Bohnen, Milch, Wasser und Speise­öl; dazu pro Haushalt einen Kanister, eine Pfan­ne, einen lokalen Kocher („Brazier“) und Seife. Wenn der schlimm­ste Hunger besiegt ist, kann länger­fristige Hilfe in Angriff genom­men werden. Zum Beispiel sind mehrere örtliche Kliniken in sehr schlechtem Zustand.

Wir möchten, gemein­sam mit unse­rem Part­ner humedica, in Mada­gas­kar helfen! Weitere Infos folgen in den nächsten Tagen.

Wenn Sie den Menschen in Madagaskar eine helfende Hand reichen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Madagaskar Hungersnot“ auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394, BIC: HELADEF1GEL (zur Online-Spende). Bitte geben Sie immer die vollständige Adresse an, damit Sie am Jahresende eine Spendenquittung erhalten können. Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bestätigt, dass Helping Hands e.V. mit den anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.