Erster Joggathon 2020: Reaktionen

„Darf ich auch Purzelbäume schlagen?“

Der Joggathon am 17. Mai fand zum ersten Mal zeitgleich in Deutschland und am „Projektort“ statt: in Beirut, Libanon, wo wir die Schule unseres Partners mit dem Erlös des Joggathons unterstützen. Aber inmitten einer Ausgangssperre, Wirtschaftskrise und Ausnahmesituation einen Joggathon zu organisieren ist nicht ganz einfach! Trotzdem gingen unsere Kollegen vor Ort mit Begeisterung an die Sache – und machten den „Joggathon Beirut“ trotz aller Herausforderungen zu einem vollen Erfolg. Sie berichten:

„Anfangs als wir begannen, für den Joggathon zu werben, flippten viele meiner Freunde aus. Einer von ihnen rief mich sogar sofort an. Er sagte zu mir: ‚Josie, du musst absagen! Das kannst du nicht tun! Die Polizei wird dir eine Geldstrafe auferlegen.‘ Er war echt überrascht, als ich ihm hinterher die Details vom Joggathon schickte! Er schrieb: ‚Das ist großartig! Es ist toll, wie ihr die Schüler mit involviert habt. Ich wünschte, unsere Schule würde so etwas auch tun!‘ Ein anderer Freund war begeistert von dem, was wir für unsere Schule tun. Er konnte uns nicht finanziell unterstützen, also fragte er mich: ‚Würde es helfen, wenn ich gemeinsam mit den Kindern laufe?‘ Natürlich sagte ich ja. Und er lief 4 Kilometer mit unseren Kindern.“

Besonders die Schüler der NES waren begeistert über die Idee, gemeinsam für ihre Schule zu laufen. „Darf ich auch Purzelbäume oder ein Rad schlagen? Zählt das?“, wollte ein Schüler wissen. Nachdem ihm erklärt wurde, wie ein Joggathon funktioniert, lief er stolze 8 Kilometer – und schlug am Ende doch noch einen Purzelbaum für die Schule.

„Ich trainiere jeden Tag. Wie kann ich für die Schule rennen?“, fragte ein anderer, sobald er die erste Ankündigung des Joggathons sah. „Ich bin bereit. Ich werde einen Rekord aufstellen!“ Und dann lief er über 10 Kilometer an der Mittelmeerküste in Beirut.

Dass ihre gelaufenen Kilometer einen Unterschied machen, gab den Kindern noch zusätzliche Motivation. Ein Fünftel der Gesamtspenden wurden so im Libanon „erlaufen“; etwa ein Drittel davon durch lokale Spenden, der Rest durch Sponsoren in Deutschland.

Auch die Lehrer waren sehr motiviert durch diese Veranstaltung. Seit Monaten versuchen sie, ihre Schüler irgendwie online weiter zu unterrichten – nicht so einfach, da die meisten Schüler aus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen kommen. „Der Joggathon war großartig, sowohl von der psychologischen als auch der physischen Seite her“, erklärte ein Lehrer. „Wir dachten nicht mehr an all die Probleme um uns herum, sondern an den guten Zweck, für den wir liefen.“ Die Bildungskoordinatorin der Schule reflektierte: „Während ich für die NES lief, dachte ich darüber nach, welch ein riesiger Segen diese Schule für so viele Familien ist. Daher lief ich mit großer Freude.“

Und die Schulleiterin schrieb in einem Dankesbrief:

„Wir sind so dankbar für eure Freundschaft. Wir als Schulleitung waren uns natürlich schon bewusst, wie viel Helping Hands die Schule über die vergangenen Jahre unterstützt hat. Aber durch diesen Joggathon haben auch unsere Lehrer, Schüler und Eltern herausgefunden, dass wir gute Freunde in Deutschland haben, die ihr Bestes geben, um der NES zu helfen.

Dieses Event kam zu einer Zeit, in der wir uns als Schule besonders verletzlich und gefährdet fühlen. Der Joggathon hat geholfen, unsere Stimmung zu heben, und hat uns Hoffnung für die Zukunft gegeben. Gott hat diese Veranstaltung benutzt, um uns daran zu erinnern, dass er sich um unseren Dienst kümmert. In mehr als einer Hinsicht können wir weiterhin die Gegenwart Jesu für die Kinder in Beirut sein, weil ihr die Gegenwart Jesu in Deutschland seid. Möge Gott euch weiter segnen!“

 

Auch in Deutschland waren die Läufer begeistert dabei und das veränderte Format wurde in dieser Ausnahmesituation gut angenommen: „Individuell unterwegs aber doch für eine gemeinsame Sache, gerade unter Corona Bedingungen genial!“, schlussfolgerte unser Schriftführer Fabian Fuß. Und Simon Bangert, 1. Vorsitzender von Helping Hands e.V., fasste  zusammen, was viele fühlten:

„Der Joggathon 2020 hat in vielerlei Hinsicht unsere Erwartungen übertroffen. Sei es das starke Engagement der Läufer in Deutschland und im Libanon oder die Großzügigkeit der Sponsoren. Wir sind dankbar dafür, dass wir so viele Menschen bewegen konnten. Danke.“

 

Der „erste“ Joggathon 2020 war eine Veranstaltung der Kirche des Nazareners Gelnhausen in Kooperation mit Helping Hands e.V.

Vom 7. bis 14. Juni findet ein weiterer (dezentralisierter) Joggathon in Berlin statt. Der Berliner Joggathon unterstützt zu 50% ebenfalls die Schule in Beirut.

Erster Joggathon 2020: in Zahlen

Erster Joggathon 2020 „dezentralisiert“: in Gelnhausen und Umgebung, Stuttgart und Odenwald, Düsseldorf, Barcelona, Bonn und Beirut!

Der Joggathon fand am 17. Mai (bis 23. Mai) statt; ein weiterer Joggathon ist für Berlin und Hamburg in der zweiten Juniwoche geplant. Die Läufer liefen jeweils eine Stunde.

 

Statistik für alle in Deutschland registrierten Läufer:

53 Läufer

An 30+ Orten in Gelnhausen und Umgebung, Stuttgart, Odenwald, Düsseldorf, Bonn, Barcelona

Ältester Läufer: ca. Mitte 70, 5km

Jüngster Läufer: 6 Jahre, 6km (jüngster Teilnehmer im Kinderwagen: 9 Monate)

Schnellster Läufer: Christian Bangert mit 13,63km

Gesamtstrecke: 449,51 Kilometer + 50km per Rad

Gesamter Sponsorenbetrag: 6.544 Euro

 

Statistik für alle im Libanon registrierten Läufer:

68 Läufer (davon 22 Schüler und 14 Lehrer bzw. Personal der NES sowie Eltern und Freunde der Schule)

In 26 Gruppen an über 15 Orten in und um Beirut, anderweitig im Libanon sowie in den USA

Ältester Läufer: 79 Jahre, 4km

Jüngster Läufer: 3 Jahre, 3km (jüngster Teilnehmer im Kinderwagen: 1,5 Jahre)

Gesamtstrecke: 298,5 Kilometer + 18km per Rad

Gesamter Sponsorenbetrag: 430 Euro durch Sponsoren in Beirut und USA + ca. 1.150 Euro durch Sponsoren in Deutschland

(Statistiken Stand 31. Mai)

 

Wir danken allen Läufern, Sponsoren, Organisatoren und Ermutigern, die zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben!

Hier findet ihr einen kleinen Rückblick in Bildern.

 

 

Jog-a-thon 2020 (English)

Welcome to the Jog-a-thon (German: Joggathon) 2020 in Germany, Lebanon and beyond!

The Jog-a-thon is a charity run that different Churches of the Nazarene in Germany (mainly Gelnhausen and Berlin) organise every year around May or June. Due to corona-restrictions the jog-a-thon is taking place in a „decentralised“ format this year: runners participate alone, in pairs or as family group, wherever they are, but in a joint effort. The raised funds will support the Nazarene Evangelical School in Beirut, Lebanon, and the school is joining the charity run! The event organisers are inviting people from all over Europe and beyond to join the jog-a-thon – together with participants from Germany, Lebanon, Spain, and hopefully lots of other places!

The joint event is planned for Sunday, 17th May 2020, from 12 to 1pm CEST but you’re welcome to run earlier or later in the day or during the following week.

 

You’re in?

Great! This is how it works:

1. Sign up (by using this form or by sending a message or comment on the Helping Hands Facebook page in your own language that you plan to jog for the NES)

2. Recruit sponsors/supporters who will agree to donate a certain amount for each kilometre or mile that you run or walk

3. Select a route

4. Run, jog or walk your selected route on 17th May, or any time from May 17th – 23rd

5. Calculate the distance you covered by using a tracking app on your mobile device or calculating with Google maps or similar

6. Report the actual distance to your sponsors and direct them to donate here: https://helpinghandsev.org/jahresprojekt-2020-spenden/ (if you’re Nazarene, you can donate through your district or NCM, but mark your donation clearly)

7. Let us know by email, Facebook or Instagram the distance you covered, the funds you raised, and the country you’re from, and add pictures if you like (#joggathon2020)

Questions? Write to us at joggathon2020@helpinghandsev.org

 

We are supporting:

… the Nazarene Evangelical School in Beirut, Lebanon, who are joining us for the event (running in Beirut). The NES is a haven of peace in a country in turmoil, defined by mutual trust and respect, cultural and religious diversity without discrimination as well as a high-quality education. The current economic crisis in Lebanon has massively worsened due to corona; and those most at risk suffer the most – children and families who were already vulnerable before: refugees, migrant workers, ethnic and religious minorities. Many fear that they won’t be able to return to their classes once schools reopen. We are participating in the jog-a-thon to keep all the kids in school!

 

Jog-a-thon Signup

Yes! I want to participate in the jog-a-thon event on 17th May 2020 (or during the following week).

 

This jog-a-thon is an event of the Church of the Nazarene Gelnhausen in cooperation with Helping Hands e.V. Another jog-a-thon will take place in Berlin from 7th to 14th June.

Alles Gute zum Muttertag!

Mütter sind (über)lebenswichtig – das würde wohl keiner bestreiten. Aber auch gerade in der „Entwicklungshilfe“ sind Mütter mit die wichtigsten Akteure. Denn für Mütter steht das im Mittelpunkt, was ihren Kindern, ihrer Familie am meisten nützt. Projekte sind erfolgreicher und verändern nachhaltiger, wenn Mütter involviert sind. Das haben auch unsere Partner erkannt, und deshalb sind Mütter, unter anderem in sogenannten „Selbsthilfegruppen“, ein nicht-wegzudenkender Teil unserer Projekte.

Und diesen Müttern sollten wir auch mal Danke sagen!

Das hat unser Partner in Albanien dieses Jahr zum Muttertag umgesetzt, der in Albanien bereits am 8. März stattfand – also gerade noch rechtzeitig vor den Corona-Beschränkungen. Die Kinder unseres Kinderzentrums in Kombinat luden ihre Mütter zu einem besonderen Fest ein. Nach einem gemeinsamen Programm, wo über die Beziehung zwischen Müttern und Kindern gesprochen und natürlich auch gemeinsam gegessen und getrunken wurde, kam der Höhepunkt der Feier, wie unser Partner berichtet:

„Der beste Moment war, als die Kinder ihren Müttern Geschenke gaben. Das war das erste Mal, dass diese Frauen von ihren Kindern Geschenke bekommen haben. Die Kinder waren so glücklich, weil sie sehen konnten, wie glücklich ihre Mütter waren.

Diese Frauen haben alle keine gute Bildung, sie arbeiten auf der Straße oder sind arbeitslos, also haben sie nicht viel gesagt. Aber sie haben ihre Freude durch ihr strahlendes Lächeln gezeigt.“

Knapp 30 Mütter und Kinder konnten an dem Tag dabei sein; für die anderen Mütter nahmen ihre Kinder die Geschenke mit nach Hause. Viele dieser Frauen leben unter sehr schwierigen Verhältnissen und leiden unter häuslicher Gewalt. Das Kinderzentrum gibt ihnen die Hoffnung, dass es wenigstens ihren Kindern einmal besser gehen wird.

 

Die Muttertags-Feier wurde von Helping Hands e.V. aus Spenden zum Jahresprojekt 2019 gefördert.