Jog-a-thon 2020 (English)

Welcome to the Jog-a-thon (German: Joggathon) 2020 in Germany, Lebanon and beyond!

The Jog-a-thon is a charity run that different Churches of the Nazarene in Germany (mainly Gelnhausen and Berlin) organise every year around May or June. Due to corona-restrictions the jog-a-thon is taking place in a „decentralised“ format this year: runners participate alone, in pairs or as family group, wherever they are, but in a joint effort. The raised funds will support the Nazarene Evangelical School in Beirut, Lebanon, and the school is joining the charity run! The event organisers are inviting people from all over Europe and beyond to join the jog-a-thon – together with participants from Germany, Lebanon, Spain, and hopefully lots of other places!

The joint event is planned for Sunday, 17th May 2020, from 12 to 1pm CEST but you’re welcome to run earlier or later in the day or during the following week.

 

You’re in?

Great! This is how it works:

1. Sign up (by using this form or by sending a message or comment on the Helping Hands Facebook page in your own language that you plan to jog for the NES)

2. Recruit sponsors/supporters who will agree to donate a certain amount for each kilometre or mile that you run or walk

3. Select a route

4. Run, jog or walk your selected route on 17th May, or any time from May 17th – 23rd

5. Calculate the distance you covered by using a tracking app on your mobile device or calculating with Google maps or similar

6. Report the actual distance to your sponsors and direct them to donate here: https://helpinghandsev.org/jahresprojekt-2020-spenden/ (if you’re Nazarene, you can donate through your district or NCM, but mark your donation clearly)

7. Let us know by email, Facebook or Instagram the distance you covered, the funds you raised, and the country you’re from, and add pictures if you like (#joggathon2020)

Questions? Write to us at joggathon2020@helpinghandsev.org

 

We are supporting:

… the Nazarene Evangelical School in Beirut, Lebanon, who are joining us for the event (running in Beirut). The NES is a haven of peace in a country in turmoil, defined by mutual trust and respect, cultural and religious diversity without discrimination as well as a high-quality education. The current economic crisis in Lebanon has massively worsened due to corona; and those most at risk suffer the most – children and families who were already vulnerable before: refugees, migrant workers, ethnic and religious minorities. Many fear that they won’t be able to return to their classes once schools reopen. We are participating in the jog-a-thon to keep all the kids in school!

 

Jog-a-thon Signup

Yes! I want to participate in the jog-a-thon event on 17th May 2020 (or during the following week).

 

This jog-a-thon is an event of the Church of the Nazarene Gelnhausen in cooperation with Helping Hands e.V. Another jog-a-thon will take place in Berlin from 7th to 14th June.

Alles Gute zum Muttertag!

Mütter sind (über)lebenswichtig – das würde wohl keiner bestreiten. Aber auch gerade in der „Entwicklungshilfe“ sind Mütter mit die wichtigsten Akteure. Denn für Mütter steht das im Mittelpunkt, was ihren Kindern, ihrer Familie am meisten nützt. Projekte sind erfolgreicher und verändern nachhaltiger, wenn Mütter involviert sind. Das haben auch unsere Partner erkannt, und deshalb sind Mütter, unter anderem in sogenannten „Selbsthilfegruppen“, ein nicht-wegzudenkender Teil unserer Projekte.

Und diesen Müttern sollten wir auch mal Danke sagen!

Das hat unser Partner in Albanien dieses Jahr zum Muttertag umgesetzt, der in Albanien bereits am 8. März stattfand – also gerade noch rechtzeitig vor den Corona-Beschränkungen. Die Kinder unseres Kinderzentrums in Kombinat luden ihre Mütter zu einem besonderen Fest ein. Nach einem gemeinsamen Programm, wo über die Beziehung zwischen Müttern und Kindern gesprochen und natürlich auch gemeinsam gegessen und getrunken wurde, kam der Höhepunkt der Feier, wie unser Partner berichtet:

„Der beste Moment war, als die Kinder ihren Müttern Geschenke gaben. Das war das erste Mal, dass diese Frauen von ihren Kindern Geschenke bekommen haben. Die Kinder waren so glücklich, weil sie sehen konnten, wie glücklich ihre Mütter waren.

Diese Frauen haben alle keine gute Bildung, sie arbeiten auf der Straße oder sind arbeitslos, also haben sie nicht viel gesagt. Aber sie haben ihre Freude durch ihr strahlendes Lächeln gezeigt.“

Knapp 30 Mütter und Kinder konnten an dem Tag dabei sein; für die anderen Mütter nahmen ihre Kinder die Geschenke mit nach Hause. Viele dieser Frauen leben unter sehr schwierigen Verhältnissen und leiden unter häuslicher Gewalt. Das Kinderzentrum gibt ihnen die Hoffnung, dass es wenigstens ihren Kindern einmal besser gehen wird.

 

Die Muttertags-Feier wurde von Helping Hands e.V. aus Spenden zum Jahresprojekt 2019 gefördert.

Joggathon 2020

Der Gelnhäuser Joggathon 2020 findet statt!

Zwar können wir aufgrund von Kontaktsperre & Co. dieses Jahr nicht gemeinsam um die Kreissportanlage in Gelnhausen laufen, aber das ist ja kein Grund, den Joggathon ausfallen zu lassen! Deshalb gibt es den „Joggathon to go“: Wir laufen gemeinsam für den guten Zweck (die NES-Schule in Beirut im Libanon), und zwar allein, zu zweit oder als Familie – jeder, wo er oder sie will, aber trotzdem zusammen … gerne in ganz Deutschland oder außerhalb – und die Schüler und Lehrer der NES-Schule laufen in Beirut mit!

Das gemeinsame Event ist für Sonntag, den 17. Mai 2020, von 12 bis 13 Uhr geplant; gerne kann auch später am Tag (oder in der folgenden Woche) gelaufen werden.

 

Du bist dabei?

Super! So funktioniert’s:

1. Melde dich an (mit diesem Formular online oder per E-Mail)

2. Suche dir Sponsoren (dieses Infoblatt hilft dir dabei)

3. Finde einen Mitläufer, wenn du magst, und wähle eine Laufstrecke

4. Installiere eine Tracking-App auf deinem Handy (nett, aber nicht erforderlich)

5. Folge uns online, um keine Infos zu verpassen (#joggathon2020)

6. Stehe am Sonntag, 17. Mai, um 12 Uhr in den Startlöchern (gerne auch später am Tag oder in der Woche)

7. Lauf! für den guten Zweck :))

8. Erzähle uns per E-Mail, Facebook oder Instagram, wie viel du gelaufen bist und welchen Betrag du „erlaufen“ hast (gerne mit Foto)

9. Folge uns online, um zu sehen, wer sonst so mitgelaufen ist – in Deutschland und im Libanon! (#joggathon2020)

10. Freu dich mit uns, dass Kinder in Beirut die Chance auf eine Zukunft haben!

 

Noch Fragen?

Hier findest du weitere Details zum Event und Projekt und

hier findest du die Infos kompakt auf einer Seite zum runterladen und weiterleiten (pdf).

Oder schreibe uns eine Mail an joggathon2020@helpinghandsev.org!

 

Joggathon Anmeldung

Hiermit melde ich mich verbindlich zum Joggathon am 17. Mai 2020 an.

 

Der Joggathon am 17. Mai ist eine Veranstaltung der Kirche des Nazareners Gelnhausen in Kooperation mit Helping Hands e.V.

Im Juni findet ein weiterer (dezentralisierter) Joggathon in Berlin statt: vom 7. bis 14. Juni engagieren sich zahlreiche Läufer und Sponsoren in der Hauptstadt (ausführliche Infos zu diesem Event findet ihr hier). Der Berliner Joggathon unterstützt zu 50% ebenfalls die Schule in Beirut – wir laufen also gemeinsam mit Berlin und Beirut, Gelnhausen und ganz Deutschland dafür, dass Kinder im Libanon eine Zukunft haben!

Kreativität und Durchhaltevermögen

„Bisher sind wir noch in Sicherheit, aber das Leben ist extrem schwer geworden. Das ganze Land steht still. Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird. Es gibt kein Essen mehr. Oder ich sollte sagen: nur noch für die Reichen. Die Preise sind zu hoch für die wenigen Lebensmittel, die es noch gibt. Die Läden sind leergekauft. Die nächsten Wochen werden sehr hart sein.“ So schrieb Bentina, Gründerin und Direktorin der Arche Schule in Kenia, Ende März. Seitdem hat die Lage sich kontinuierlich verschlimmert. „Lebensmittel sind das größte Problem hier. Die Familien stehen vor einer wirklich schweren Zeit. Meine Familie auch!“

Die Elendsviertel der Großstädte, wo sich Hunderttausende auf engem Raum drängen, sind besonders hart von der Corona-Krise betroffen, und das ist auch im Kariobangi-Slum in Nairobi nicht anders: Social Distancing, perfektionierte Hygiene, Lernen oder Arbeiten von zuhause aus – das alles ist hier unmöglich. „Wir wissen nicht, was wir unseren Lehrern sagen sollen“, erklärt Bentina. „Hier bei uns können wir nichts von daheim aus machen. Die Technik ist zu unterentwickelt, unsere Kinder haben keine Computer zuhause, somit hat Schulunterricht in Afrika einfach aufgehört. Das ist eine sehr traurige Situation für alle Afrikaner!“

Nur wenige Tage nach dem ersten Corona-Fall wurden in Kenia durchgreifende Maßnahmen eingeführt – Schulen, Geschäfte, Büros geschlossen, Versammlungsverbot, nächtliche Ausgangssperre … und ständig kommen neue, härtere Beschränkungen hinzu, die teilweise mit kaum Warnung über Nacht in Kraft treten und das Leben besonders für die gefährdetste Bevölkerungsgruppe schier unerträglich machen.

Innerhalb weniger Tage wurden über 150.000 Menschen in den verschiedenen Slums um Kariobangi arbeitslos. Jetzt stehen die Familien vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen, denn sie sind darauf angewiesen, täglich ihr Geld zum Überleben zu verdienen – zum Beispiel durch kleine Kioske oder Essensverkauf am Straßenrand, als Haushaltshilfe oder Gärtner. Das ist in dieser Lage kaum möglich, wie ein Vertreter unseres Partners beschreibt:

„Die Samosa-Verkäuferin, die vom Verkauf an die Schulkinder lebt, hat keine Kunden mehr. … Der Mann, der sonst äthiopischen Kaffee kocht,  wartet vergebens auf seine Stammkunden. … Die, die sonst im Stau zwischen den Autos alles anbieten, von Erdnüssen über Ladekabel bis zu Schuhregalen, bleiben zu Hause, da es keinen Stau mehr gibt.“ (D. Kroppach)

Besonders alleinerziehende Mütter sind hart getroffen; aber auch die vielen Familien, wo Väter in den Schlachthäusern arbeiteten, die nun geschlossen sind, weil die Beschränkungen den Transport unmöglich machen.

Jetzt hungern Hunderttausende, von denen ohnehin schon viele mangelernährt waren – und wenn das Virus ihren Slum treffen sollte, haben diese Menschen noch weniger Chancen, die Krankheit zu überstehen. Das haben natürlich auch Bentina und ihr Team von engagierten Lehrern erkannt, und stellten in kürzester Zeit einen Plan für präventive Soforthilfe auf die Beine – nicht, um Menschen abhängig von Hilfsleistungen zu machen, sondern um sie in dieser Ausnahmesituation im Kampf ums tägliche Überleben zu unterstützen. Denn die Kinder der Arche erhalten ja auch sonst täglich eine warme Mahlzeit in der Schule, die derzeit wegfällt.  „Die Idee der Hilfe ist, den Familien einen Grundstock zu geben, aber nicht alles zu übernehmen, sondern auch immer noch eine Eigenleistung zu erwarten.“ (D. Kroppach)

Aus jeder Schulklasse wurden 10 besonders bedürftige Familien ausgewählt, die einzeln zur Schule kommen und – unter strengen Regeln zu Hygiene und Mindestabstand – ein Paket mit Lebensmitteln für eine Woche abholen können: Mais, Reis, Zucker, Bohnen, Linsen, Tee, Öl und Seife. „Die Freude war groß, als sie die Lebensmittel in Empfang nehmen durften, “ berichtet unser Partner,  „vor allem bei denen, die schon seit Tagen keine warme Mahlzeit mehr hatten.“

Mehrere Wochen konnten so Verteilungen stattfinden, bis der nächste Schlag drohte: Bei einer Verteilung im größten Slum Nairobis war es zu Zwischenfällen gekommen; zwei Menschen kamen um. Danach wurden Verteilaktionen erst einmal verboten und alle Spenden sollten über Regierungskanäle laufen. Doch glücklicherweise ist Bentina, die Direktorin der Arche Schule, nicht nur sehr mutig, sondern auch vor Ort sehr angesehen und gut vernetzt, und konnte so eine offizielle Erlaubnis bekommen, die Essensverteilungen in Kariobangi weiterzuführen – unter anderem, weil ja die Schulmahlzeit für die Kinder derzeit wegfällt. Es gibt zwar neue Regelungen, zum Beispiel muss jeder erst mit einem „Fieber Gun“ gemessen werden und dann unterschreiben, dass er oder sie ein Paket bekommen hat, aber Bentina und die Lehrer sind froh und erleichtert, dass sie so ihre Familien weiter unterstützen können.

In dieser Lage zeichnet die Arche sich nicht nur im Durchhaltevermögen aus, sondern auch durch eine gute Portion Kreativität. In einer der ersten Verteilaktionen erhielten die Schüler der Klassen 6 bis 8 ein Buch, das zumindest eine Art Unterricht weiter möglich macht. Ein Vertreter unseres Partners beschreibt:

„Durch die Bücher, die wir für die älteren Schüler kaufen konnten, können diese weiter von zu Hause arbeiten. Jeweils zwei Lehrer kommen zur Schule, um sich jeweils einzeln die Sachen anzusehen, die die Schüler gemacht haben. Mehr ist leider momentan nicht möglich, um nicht die Regeln zu brechen. Andere Lehrer haben Videos aufgezeichnet und per WhatsApp an die Schüler gesendet, damit diese wenigstens etwas vom Material bekommen.

Die Nähfrauen fangen jetzt an, Mundschutze zu nähen. Seit gestern ist es eine Vorschrift diese zu tragen, für alle, jederzeit! Das wird den Frauen helfen, ein eigenes Einkommen zu bekommen.“ (D. Kroppach) Wer ohne Mundschutz erwischt wird, muss fast 200 Euro Strafe bezahlen, für die Menschen hier eine ungeheure Summe. Daher haben die Nähfrauen zumindest eine Zeitlang ein kleines gesichertes Einkommen.

Und auch in Kariobangi hat das „digitale Lernen“ nun zaghaft Einzug gehalten. Die Lehrer der Klassen 6 bis 8 nehmen Lektionen auf – bisher auf ihrem privaten Handy; inzwischen konnten zwei neue Telefone gekauft werden, die diese Arbeit deutlich erleichtern – und schicken sie an die Eltern der Kinder. Manche der Familien haben kein Telefon, sodass dann Kinder aus der Nachbarschaft zu zweit die Lektionen anhören.

 

Eine Herausforderung, der die Arche sich noch gegenübersieht, sind die Gehälter der Lehrer. Denn unter den momentanen Umständen können die Eltern kein Schulgeld mehr bezahlen, das für zehn Lehrer und Mitarbeiter (etwa die Hälfte der Angestellten) die Gehaltskosten deckte. Das wird sich auch nach der Krise nicht sofort bessern, da die Familien über Monate hinweg wirtschaftlich beeinträchtigt sein werden. Doch natürlich möchte die Arche ihre Lehrer nicht im Stich lassen.

Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, der Arche und ihren Lehrern durch diese schwierige Zeit zu helfen, dann spenden Sie mit dem Vermerk „Coronakrise Kenia“ per Überweisung oder online. Damit tragen Sie dazu bei, dass den Familien im Kariobangi-Slum auch über die Krise hinaus wirkungsvoll geholfen wird und ihre Leben und vor allem die der Kinder nachhaltig verändert werden!

 

Lesen Sie wie unsere Partner in Nepal und in Albanien in Zeiten der Coronakrise Hoffnung bringen.

Ein neues Kapitel der alten Geschichte

„Es wirkt wie ein chemisches Experiment, das Verstecktes plötzlich hervorhebt. Als Läden, Restaurants, Fabriken und die Bauindustrie geschlossen wurden, als die Reichen und die Mittelschicht sich in ihre umzäunten Kolonien zurückzogen, begannen unsere Städte und Megacities die Arbeiter auszuspucken – die Wanderarbeiter – so wie einen ungewollten Haufen.

Viele, die von ihren Arbeitgebern oder Vermietern herausgeworfen worden waren, Millionen Verarmter, hungriger, durstiger Menschen, Jung und Alt, Männer, Frauen, Kinder, Kranke, Blinde, Behinderte, die keinen Ort mehr hatten, ohne öffentliche Verkehrsmittel, machten sich auf einen langen Marsch nach Hause in ihre Dörfer. Sie wanderten über Tage (…) – hunderte von Kilometern. Einige starben auf dem Weg. Sie wussten, sie würden nach Hause kommen und möglicherweise langsam verhungern.“      (Booker-Preis-Autorin Arundhati Roy über ihr Heimatland Indien; faz.de 14.04.2020)

Die fatalen Auswirkungen der Coronakrise lassen sich nicht in Fallzahlen messen. In zahlreichen Ländern der Welt gibt es nur wenige bestätigte Erkrankte – und trotzdem droht Millionen der Tod. Die Vereinten Nationen sprechen von „Hungersnöten biblischer Ausmaße binnen weniger Monate“ und warnen, dass die Zahl der Menschen, die unter akutem Hunger leiden, sich weltweit durch die Krise verdoppeln wird, sodass „ohne humanitäre Hilfe … über einen Dreimonatszeitraum täglich 300.000 Menschen verhungern [könnten]“ (zdf.de 22.04.2020).

Eine übertriebene Prognose? Wohl kaum. Bereits seit Wochen berichten unsere Partner in Kenia und Bangladesch, in Nepal und Albanien und anderswo, dass die Familien in ihrem Umfeld schon jetzt nichts mehr zu essen haben. Ausgangssperre bedeutet: Millionen haben keine Chance mehr, ein Einkommen zu verdienen. Felder dürfen nicht bestellt werden, sodass auch langfristig keine Besserung in Sicht ist. Wer doch auf die Straße geht, wird verprügelt oder bekommt eine Haftstrafe. Und selbst wenn sie Geld hätten: Die meisten Lebensmittel können sich ohnehin nur noch die Reichen leisten, denn die Preise stiegen teilweise über Nacht aufs Fünffache. So nie-dagewesen diese Coronakrise ist, eigentlich schreibt sie nur ein neues Kapitel der alten Geschichte: Die Reichen profitieren, die Armen leiden. Und die Kluft zwischen Arm und Reich ist so groß wie eh und je.

Doch davon haben sich unsere Partner noch nie beeindrucken lassen. Sie packen an, wo es nötig ist, und stehen ihren Nachbarn zur Seite, leisten Hilfe dort, wo die Menschen besonders benachteiligt sind, wo die Kluft die größten Wunden hinterlässt. Und es erreichen uns immer mehr Berichte, nicht nur von der überwältigenden Not, sondern von den kleinen und großen Maßnahmen, die unsere Partner planen und durchführen, um diese Not zu lindern und neue Hoffnung zu schenken in einer Zeit der Unsicherheit und Verzweiflung.

So wie unser Partner in Nepal. Weniger als 50 Personen wurden dort positiv auf das Virus getestet; es gab noch keinen Todesfall. Trotzdem ist das Land seit Mitte März unter „Lockdown“. Die Menschen haben Angst, vor allem aber leiden sie unter Hunger, denn Lebensmittel sind knapp und viele haben ihr Einkommen verloren. Besonders die Wanderarbeiter im Kathmandu-Tal sind gefährdet, denn sie können weder Geld verdienen, um Essen und Miete zu bezahlen, noch können sie in ihre Heimatdörfer zurückkehren. Unser Partner, NCM Nepal, erhielt zahlreiche Anfragen für Nothilfe, und wählte schließlich sieben Orte im Kathmandu-Tal aus. Dort verteilten sie – natürlich unter strengen Sicherheitsvorkehrungen – an 450 Familien jeweils 25kg Reis, 2kg Linsen, 2kg Zucker, 2 Liter Öl, 2kg Salz und 2 Stück Seife. „Es war so wundervoll, diesen Menschen in ihrer Angst und Unsicherheit ein kleines Lächeln aufs Gesicht zu zaubern!“, berichteten unsere Kollegen vor Ort nach der Verteilung.

Eine dieser lächelnden Menschen ist Rukmini. Ihr Mann starb vor acht Jahren und sie hat kein Stück Land, wo sie Gemüse anbauen könnte. Daher ernährt die 45-Jährige ihre beiden Söhne dadurch, dass sie bei Nachbarn Geschirr spült, jeden Tag außer Samstag. Sie berichtet:

„Wir sind zu dritt: meine zwei Söhne und ich. Nach zwei Wochen Lockdown in Nepal habe ich kein Essen mehr für meine Familie. Sonst gehe ich zu meinen Nachbarn, um durch Geschirr spülen Geld zu verdienen. Aber als der Lockdown begann, wurde mir gesagt, dass ich nicht zu ihrem Haus gehen soll, sondern daheim bleiben. Die Nahrungsmittel, die ich in der Wohnung hatte, waren kaum genug für eine Woche. Ich zerbrach mir den Kopf, wie und was ich meinen Kindern zum Essen geben kann! Keine Arbeit heißt kein Geld. … Dann kam NCM Nepal mit Nothilfepaketen, welch ein Segen! Die Lebensmittel sind genug für uns für einen ganzen Monat. Ich bin so dankbar und meine Familie wird beten für alle, die uns in dieser schwierigen Stunde helfende Hände gereicht haben!“

Lesen Sie wie unsere Partner in Kenia und in Albanien in Zeiten der Coronakrise Hoffnung bringen.

Helping Hands engagiert sich besonders in der längerfristigen Wiederaufbauhilfe nach Katastrophen. Durch eine Spende mit dem Vermerk „Coronakrise“ tragen Sie dazu bei, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern Kindern und Familien darin unterstützen können, eine neue Perspektive für die Zukunft zu finden. So werden die Lebensumstände der Familien nachhaltig verbessert und sie sind dadurch vor weiteren Katastrophen besser geschützt.

Genau – aber wie?

In aller Welt werden derzeit Richtlinien und Ratschläge verbreitet, wie die Corona-Krise am besten zu durchstehen ist. Daran sollte man sich auch – sofern seriös – halten. Aber für viele der Menschen, denen unsere Partner dienen, ist das leichter gesagt als getan.

Zwei Meter Abstand halten – richtig: aber nicht so einfach, wenn man dicht gedrängt in einem Elendsviertel wohnt, wie die Kinder der „Arche“-Schule in Nairobi, Kenia.

Regelmäßig Hände waschen – klar: aber was, wenn man keinen Zugang zu sauberem Wasser hat, wie es weltweit für 663 Millionen Menschen der Fall ist?  (UNICEF)

Am besten zu Hause bleiben – nicht so schlimm in einer deutschen Wohnung: aber eine ganz andere Sache, wenn man mit 5 oder 10 Menschen in einem einzigen kleinen Raum lebt, wie viele unserer Schüler aus Flüchtlingsfamilien im Libanon – oder wenn man gar kein Zuhause hat!

Auf häusliche Quarantäne vorbereiten – keine schlechte Idee: aber wie für zwei Wochen einkaufen, wenn man von der Hand in den Mund lebt, immer gerade genug Geld für den nächsten Tag?

Daheim Schulunterricht machen – schon hier eine Herausforderung: aber wie geht das ohne Internet, ohne Strom, wie bei vielen Familien aus unseren Schulen und Kinderzentren in Kenia und dem Libanon, Südasien und Osteuropa?

Dann eben mit der Familie wertvolle Zeit verbringen – für die meisten eine gute Option: aber da sind auch die, deren Zuhause von Missbrauch und Gewalt gezeichnet ist, wie viele der Klienten unseres Partners Veritas in Rumänien.

Möglichst keine Hamsterkäufe tätigen – ein bitterer Hinweis für Familien, die sich gar keine Lebensmittel mehr leisten können, wie die Familien unseres Kinderzentrums in Albanien, die unser Partner jetzt mit Essenspaketen versorgt.

Und schließlich: Nicht in Panik verfallen! – natürlich: aber auch das ist leicht gesagt und nicht so leicht getan, wenn Tagelöhner von einem Tag zum anderen keinerlei Einkommen mehr haben und auf kein Sozialsystem hoffen können, das sie auffängt; wenn Lebensmittelpreise über Nacht aufs Fünffache steigen und sich nur noch die Reichen das Essen leisten können; wenn alle wissen, dass ein einziger Krankheitsfall rasend schnell den gesamten Slum infizieren wird, weil Social Distancing und grundlegende Hygiene hier unmöglich sind.

Unsere Partner sind mittendrin, helfen in der akuten Not, soweit es möglich ist, und planen bereits, wie Menschen längerfristig unter die Arme gegriffen und ein Neuanfang ermöglicht werden kann. Wir möchten unsere Partner dabei unterstützen. Machen Sie mit?

 

Hier lesen Sie außerdem, was unsere Partner konkret über die Krise in ihren Ländern berichten und wo bereits geholfen wird.

 

 

Foto: Bangladesch, Symbolbild © Christian Bangert

Corona-Krise anderswo

Dasselbe Virus, aber dramatischere Folgen: Unsere Partner berichten aus aller Welt

„Heute hatten wir die ersten Corona-Fälle. Es ist furchtbar. Alles ist dicht. Man darf sich nicht mehr öffentlich treffen“, so schreibt Gesti aus dem ärmsten Land Europas. „Unser Kindergarten wurde für drei Wochen geschlossen. Dadurch fallen alle Einnahmen weg, und wir wissen nicht, wie wir die Mitarbeiter bezahlen sollen.“

Niemand war auf diese Katastrophe vorbereitet. Doch wie immer trifft es die besonders Benachteiligten am härtesten. Unsere Projektpartner in Südasien und Afrika, Osteuropa und dem Nahen Osten stehen vor ähnlichen Herausforderungen:

Im Libanon ist die Schule unseres Partners nun schon die vierte Woche geschlossen. Das ist besonders schlimm für die Schüler, weil ja schon im Herbst aufgrund der politischen Lage mehrere Wochen Unterricht ausfielen und viele Eltern ihre Jobs verloren haben. „Die Situation hier ist sehr kritisch“, schreibt die Schulleiterin. Besonders gefährdet sind die zahlreichen Schüler aus Flüchtlingsfamilien, die ohnehin schon ums Überleben kämpfen.

In Nepal wurden bisher zwar erst zwei Menschen positiv getestet, trotzdem sind alle Schulen und auch die Kinderzentren unseres Partners für einen Monat geschlossen. Die örtlichen Mitarbeiter überprüfen aber weiterhin regelmäßig, ob die Kinder und Eltern gesund sind, um im Zweifelsfall umgehend helfen zu können. Größere Sorge bereitet unserem Partner die finanzielle Lage: Händler begannen sofort, durch künstliche Verknappung die Preise für alltägliche Produkte und Grundnahrungsmittel in die Höhe zu treiben. Viele haben Angst, dass ihnen bald das Nötigste zum Überleben fehlt.

In Sri Lanka mussten die Kinderzentren ebenfalls vorübergehend geschlossen werden. Nachts herrscht eine Ausgangssperre und die Regierung zieht in Betracht, diese auf tagsüber auszuweiten, da sich das Virus besonders durch Menschen verbreitet hat, die sich der Quarantäne entzogen haben – wodurch auch viel Panik entstanden ist. „Es ist besonders schwierig für die Bedürftigsten, die auf ein tägliches Einkommen angewiesen sind“, berichtet unser Partner. Denn sie besitzen immer nur gerade so viel Geld, um für einen Tag einzukaufen – was sehr schwierig ist, wenn Reichere die Läden leergekauft haben. „Es ist erschreckend und herzergreifend, die Menschen so leiden zu sehen.“

In Bangladesch besuchen normalerweise knapp 5000 Kinder die ca. 50 Kinderzentren unseres Partners. Ein paar dieser Kinderzentren werden zum größten Teil örtlich finanziert – zum Beispiel ein Zentrum in Naogaon: „Die meisten Kinder hier kommen aus sehr benachteiligten Randgruppen“, erklärt unser Partner. „Aber alle möchten ihre Kinder zum Zentrum schicken, weil sie hier so gut versorgt werden. Die meisten Kosten werden örtlich getragen.“ Doch das ist jetzt sehr schwierig geworden, denn auch in Bangladesch haben sich die Preise für alltägliche Dinge teilweise um 50% erhöht. „Es wird eine große Herausforderung, all unsere Mitarbeiter zu bezahlen.“

(Unsere örtlichen Partner in Südasien überlegen derzeit gemeinsam mit unserem internationalen Förderpartner NCM, Lebensmittel und andere nötige Produkte an die bedürftigsten Familien zu verteilen. Dabei sollen sich natürlich alle Helfer an strenge Sicherheitsvorkehrungen halten, um das Virus nicht weiterzuverbreiten.)

In Albanien herrscht zwar weiterhin Ausgangssperre, zur Arbeit dürfen die Einwohner nur von 6 bis 9 Uhr morgens und 16 bis 18 Uhr nachmittags und es fehlt an vielen notwendigen Hilfsmitteln, vor allem auch in Krankenhäusern. Trotzdem konnte unser Partner bereits dringend benötigte Hilfe leisten: An viele der Familien unseres Kinderzentrums verteilten freiwillige Helfer unter Beachtung der Sicherheitsvorkehrungen Tüten mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Die Familien waren dafür enorm dankbar, denn die meisten können sich keine Lebensmittel mehr leisten. Der Kindergarten ist weiterhin geschlossen, doch die Kinder sind zuhause aktiv und senden regelmäßig Bilder von den Bastelarbeiten, die sie unter Anleitung herstellen konnten.

In Rumänien musste unser Partner Veritas alle Programme am 12. März schließen; derzeit bis 22. April. Die Mitarbeiter können in dieser Zeit Arbeitslosengeld erhalten. Die Leiter der verschiedenen Programme (u.a. für Kinder aus benachteiligten Familien, Senioren, Menschen mit Behinderung) bleiben mit ihren Klienten in Kontakt und helfen, wo möglich.

In Kenia befindet sich die Schule unseres Partners in einem der gefährdetsten Gebiete des Landes: dem Kariobangi-Slum in Nairobi. Hygiene beachten, Kontakt meiden – das ist in einem Slum viel schwieriger oder gar unmöglich. Die Familien stehen vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen, denn die meisten sind darauf angewiesen, täglich ihr Geld zum Überleben zu verdienen. Und auch hier mussten alle Schulen geschlossen werden. Das bedeutet für die Kinder der „Arche“ Schule, dass sie in den nächsten Wochen sehr hungrig sein werden, denn für viele ist sonst das Schulessen die einzige richtige Mahlzeit am Tag. Lernen per Internet oder Videokonferenz ist im Slum keine Option; dafür hat die Regierung aber angekündigt, jeden Tag bis nachmittags nur Bildungsprogramme in Radio und Fernsehen auszustrahlen. Trotzdem – den Kindern fehlt vor allem das „Zuhause“, das sie in der „Arche“ gefunden haben!

 

So dramatisch die Lage ist – es besteht auch viel Hoffnung. Denn unsere Partner geben nicht so schnell auf und bemühen sich heute genauso wie gestern und morgen, denen zur Seite zu stehen, die am meisten gefährdet sind.

Deshalb möchten wir auch in dieser Krise unseren Partnern unter die Arme greifen, damit ihre wertvolle Arbeit weitergehen kann und Kindern und Familien in Not geholfen wird!

Ihre Spende ermöglicht einen Neuanfang und Hilfe, wo es am Nötigsten ist. Herzlichen Dank dafür!

Neuer Vorstand gewählt

Helping Hands e.V. stellt sich für die Zukunft auf

Seit fast dreißig Jahren ist es den Mitgliedern und Freunden von Helping Hands e.V. ein Anliegen, in verschiedenen Notsituationen und Ländern wirkungsvoll zu helfen und nachhaltig zu verändern. Damit das möglichst professionell geschehen kann, sind nicht nur vertrauenswürdige Partner in den Einsatzländern, sondern auch eine funktionierende Vereinsstruktur in Deutschland notwendig. Um den Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert gerecht zu werden, wurden in den vergangenen Monaten einige Maßnahmen in die Wege geleitet, zum Beispiel Registrierung bei diversen Bündnissen wie Haus des Stiftens und der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

In der Mitgliederversammlung von Helping Hands e.V. am 2. März 2020 wurde deshalb eine strikte Trennung zwischen dem Verein inklusive Vorstand (Legislative) und der Geschäftsführung (Exekutive) beschlossen: Der Vorstand bestimmt und überwacht die Geschäftsführung im Auftrag des Vereins; die Geschäftsführung leitet die tägliche Arbeit.

Zugleich wurde eine Verjüngung des Vorstandes eingeleitet; das Durchschnittsalter konnte so um etwa 30 Jahre gesenkt werden. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

Simon Bangert, Erster Vorsitzender
Dennis Lieske, Zweiter Vorsitzender
Fabian Fuß, Schriftführer
Dr. Christoph Nick, Beisitzer
Dr. Hermann Gschwandtner, ex officio (Geschäftsführer)

Als erste Amtshandlung bestätigte der neue Vorstand Dr. Hermann Gschwandtner als Geschäftsführer. Dr. Gschwandtner diente dem Verein bisher mehrere Jahrzehnte als Erster Vorsitzender in der Geschäftsführung und kann auf über 30 Jahre Erfahrung in internationaler Entwicklungshilfe zurückgreifen.

Die neuen Mitglieder des Vorstands zeichnen sich durch leitende Verantwortung in Beruf und Kirche aus und engagieren sich schon länger ehrenamtlich bei Helping Hands e.V., vor allem durch Leitung der bzw. Teilnahme an den alljährlichen paXan-Einsätzen.

Wir bedanken uns zugleich ganz herzlich bei Pastor Hans-Günter Mohn und Winfried Friedel für ihren langjährigen Einsatz als Zweiter Vorsitzender bzw. Schriftführer!

NEU: Die Online-Spende

Überweisung – Kreditkarte – PayPal … und hoffentlich bald Sofortüberweisung:

Ab sofort kann über unsere Website wieder online gespendet werden!

Die Spende erfolgt über eine SSL-gesicherte Verbindung. Sie erhalten eine sofortige Spendenbestätigung per E-Mail und automatisch eine offizielle Spendenquittung zu Anfang des folgenden Jahres (falls Sie die nötigen Address-Informationen angegeben haben). Noch Fragen? Kontaktieren Sie uns.

Und hier geht’s zur Online-Spende …

 

Auf dem Online-Spendenformular können Sie ein Projekt angeben, das Sie unterstützen möchten. Für ausgesuchte Projekte können Sie aber auch direkt ein angepasstes Spendenformular ausfüllen. Zum Beispiel für unser Jahresprojekt 2020 im Libanon: Das Formular dazu finden Sie hier.

 

Mein Traum: Ein ganz normales Schulkind sein

Früher war Jiro* ein ganz normales Schulkind. Er ging zum Unterricht, machte seine Hausaufgaben, spielte mit Freunden, freute sich auf die Ferien und war stolz, als sein kleiner Bruder Nabil* geboren wurde.

Dann brach der Bürgerkrieg aus.

Anfangs machte das kaum Unterschied: Die Kämpfe waren weit weg von Jiros Heimatstadt. Zwar musste der Vater sich einen anderen Job suchen, aber ansonsten blieb vieles wie gewohnt. Nabil wurde eingeschult, Jiro spielte weiter mit seinen Freunden.

Bis zu dem Tag, an dem der Vater nicht nach Hause kam. Sein Bus war an einem neuen Checkpoint angehalten worden und alle mussten sich ausweisen. Jiros Vater hatte den „falschen“ religiösen und ethnischen Hintergrund. Der Bus fuhr weiter, der Vater blieb zurück. Bis heute weiß die Familie nicht, ob er noch lebt.

Es war spät abends, als die Mutter ihren Jungs berichten musste, was passiert war. „Mein Herz schlug wie wild“, erinnert sich Jiro. „Die Welt wurde ganz dunkel.“ Monatelang wurde mit den Entführern verhandelt. Nichts geschah.

Schließlich musste die Familie das Land verlassen. „Wir wollten nach Deutschland kommen. Jemand versprach uns zu helfen, wir mussten viel Geld zahlen. Eine Woche vor dem Abflug rief er an und sagte die Reise ab. Jemand anders hatte ihm mehr gezahlt.“

So kamen Jiro, Nabil und seine Mutter nach Beirut, wo sie bei einer Tante wohnen konnten. Das Leben für syrische Flüchtlinge im Libanon ist nicht einfach. Aufgrund der Wirtschaftskrise sind Jobs und bezahlbarer Wohnraum ohnehin schon knapp. Und gegen das Nachbarland verspüren viele Libanesen aus historischen Gründen eine tiefe Aversion. Die meisten staatlichen Schulen nehmen inzwischen keine syrischen Kinder mehr an.

Ein ganz normales Kind zu sein – in die Schule zu gehen und dort als gleichwertiger Kamerad angenommen zu werden, nachmittags Hausaufgaben zu machen und mit Freunden zu spielen, bis die Eltern von der Arbeit nach Hause kommen – dieser „Traum“ ist für viele syrische Kinder im Libanon unerreichbar.

Einige Zeit nach ihrer Ankunft traf Jiros Mutter in einer Kirche eine Frau, die ein Bildungsprogramm für Flüchtlingskinder anbot. Nach einigen Monaten in diesem Programm konnten die Brüder dank eines Stipendiums an die NES wechseln, die Schule unseres Partners in Beirut. Und dort konnte Jiro – endlich – wieder ein ganz normales Schulkind sein!

„Mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Ich hatte Angst. Ich wusste nicht, wie meine Zukunft aussieht. Ich dachte immer negativ.

Aber das hier ist die beste Schule der Welt. Viel besser als meine Schule in Syrien. An der NES hatte ich noch nie das Gefühl, dass jemand mich diskriminiert. Hier fühlt es sich wie ein Zuhause an, wie Familie. Wir kommen gut zurecht mit den Lehrern, ich habe viele Freunde. Im Unterricht hab ich mich verbessert, auch im Sport, in Musik. Alles, was wir machen, macht mir Spaß. Jetzt fühle ich Frieden.“

Im Sommer 2019 absolvierte Jiro von der NES. Er hatte nicht nur gute Noten, sondern entwickelte auch deutliches Führungspotential: Im letzten Jahr leitete er die Schülervertretung. Die Lehrer und anderen Schüler vermissen ihn sehr!

Sein Bruder Nabil ist jetzt in der fünften Klasse. Er hat sich gut eingelebt, ist immer freundlich und wird von allen gemocht. „An der NES hab ich neue Freunde gefunden, die mich nicht mobben. Sie haben mir sogar geholfen, neue Sprachen zu lernen, obwohl ich kam und weniger wusste.“

Kameraden, die nicht mobben, eine Schule, wo man respektiert und wertgeschätzt wird, einfach ein ganz normales Schulkind sein – davon träumen die Flüchtlingskinder im Libanon und andere Kinder aus benachteiligten Randgruppen, die in regulären Schulen keine Chance hätten. Und der NES Studienfond lässt diesen Traum zur Wirklichkeit werden!

Im Rahmen unseres Jahresprojekts 2020 haben wir uns vorgenommen, mindestens 22.000 Euro für den Studienfond und ggf. weitere Projekte zu sammeln. Helfen Sie mit, dass Kinder wie Jiro und Nabil die Chance haben, ein „ganz normales Schulkind“ zu sein!

 

* Namen aus Sicherheitsgründen geändert