Rückblick auf Berliner Joggathon-Projekte in Uganda und Ruanda

Seit etwa 10 Jahren unterstützt der Berliner Joggathon, organisiert von lokalen Gemeinden der Kirche des Nazareners in Berlin und Umgebung, die Projekte der beiden paXan-Teams. Auch während der Corona-Pandemie wurden solche Projekte gefördert; jedoch konnten in den Jahren 2020 beide und 2021 ein Team nicht persönlich bei der Projektumsetzung dabei sein. Die Projekte wurden stattdessen von den Partnern vor Ort umgesetzt: 2020 eine Bananenplantage in Ruanda, und 2021 Wasserversorgung für eine Schule in Uganda.

Im August 2025 hatte Vereinsmitglied Christoph Nick die Gelegenheit, die beiden Projekte zu besuchen. Er berichtet:

Im Jahr 2021 wurde die Kahooma School in der Nähe von Mbarara, Uganda, unterstützt. Unser Partner „Nazarene Compassionate Ministries (NCM)“ betreibt insgesamt drei Schulen im Bezirk Mbarara. Dort werden etwa 1100 Schülerinnen und Schüler von rund 30 Lehrkräften unterrichtet. In Uganda gibt es keinen klassischen Kindergarten, sondern drei Vorschulklassen: „Baby Class“, „Middle Class“ und „Top Class“. Erst danach beginnt die Grundschule mit „Primary 1“ und diese Vorschule gehört ebenso zum genannten Schulsystem.

Die Kahooma School liegt etwa eine Autostunde außerhalb von Mbarara. Mit zunehmender Entfernung von der Stadt werden die Lebensumstände einfacher, aber auch beschwerlicher. Massive Häuser verschwinden, während Lehmhütten mit Wellblechdächern häufiger werden. In kleinsten Hütten mit nur ein oder zwei Räumen leben oft Familien mit bis zu zehn Kindern. Meist gibt es neben dem Wohnhaus nur ein Plumpsklo sowie eine überdachte Feuerstelle, an der die oft einzige Mahlzeit des Tages zubereitet wird.

Eine zentrale Wasserversorgung existiert nicht. Wasser muss entweder aus Brunnen oder aus Wasserlöchern geholt werden – verbunden mit erheblichen hygienischen und gesundheitlichen Risiken. Genau hier setzte das damalige Projekt an: Mit den gesammelten Mitteln wurde ein 40.000-Liter-Regenwassertank samt Pumpe installiert. Dies kam nicht nur der Schule, sondern auch dem gesamten Dorf zugute. Zunächst wurde das gesammelte Wasser an Familien verteilt, wodurch die Hoffnung auf sauberes Trinkwasser aufkeimte. Zusätzlich erhielten Schüler und Eltern Schulungen im Umgang mit Wasser und Hygiene und wurden ermutigt, selbst Wasser zu sammeln. Kinder lernen, Verantwortung für ihren eigenen Körper zu übernehmen – dazu gehört Körperpflege ebenso wie die Zubereitung von Essen, der Anbau von Obst und Gemüse oder die Herstellung eigener Seife.

Heute verfügen einige Häuser im Dorf über kleinere Regenwassertanks. Die Schule unterstützt weiterhin Familien, die sich keinen eigenen Tank leisten können oder deren Vorräte nicht ausreichen. Damit ist die Kahooma School zu einer wichtigen Anlaufstelle für die gesamte Dorfgemeinschaft geworden. Sie bietet nicht nur Hoffnung, sondern auch praktische Hilfe – unabhängig von Herkunft, Ethnie oder Religion. Grundsätzlich können alle Kinder die Schule besuchen; ärmere Familien erhalten Unterstützung durch reduzierte Schulgebühren. Darüber hinaus bekommen alle Kinder morgens ein Frühstück aus Haferbrei, da Lernen mit gefülltem Magen deutlich leichter fällt.

Neben diesem Projekt wurde im Jahr 2020 auch ein Projekt in Ruanda unterstützt. Dort konnte mit den gesammelten Mitteln eine Bananenplantage gegründet werden. Gestartet wurde mit 84 Bananenpflanzen, heute sind es deutlich mehr, auch wenn keine genaue Zahl vorliegt. Die Plantage liegt in unmittelbarer Nähe einer Schule im Bezirk Nyagatare. Dort lernen Kinder und ihre Eltern den Umgang mit Nutzpflanzen – allen voran der Banane, die in Ostafrika nicht nur ein gesunder Snack, sondern ein Grundnahrungsmittel ist.

Darüber hinaus vermittelt das Projekt grundlegende finanzielle und organisatorische Fähigkeiten. Die Dorfgemeinschaft trägt gemeinsam Verantwortung für die Pflege der Plantage. Der Gewinn aus dem Verkauf der Bananen wird gemeinschaftlich verwaltet und vor allem zur Gesundheitsversorgung Bedürftiger eingesetzt.

Mittlerweile hat dieses Projekt Nachahmer gefunden: In Ruanda existieren heute bereits drei solcher Plantagen.

Christoph Nick

Eine Aula für die Ashrafieh-Schule in Amman

Schule in Jordanien ist dankbar für neuen Raum zur Charakterförderung

„Wir möchten eine Schule sein, die eine verantwortungsbewusste Generation ausbildet – Kinder bzw. Erwachsene, die Verantwortung übernehmen für sich selbst, aber auch für ihr Umfeld. Eine Generation, die das Gelernte weitergibt an andere, und die den Herausforderungen des Lebens gewachsen ist. Wir möchten ein gutes Lernumfeld schaffen für die Kinder, wir möchten Charakter stärken, wir möchten wie eine Familie sein, deren Mitglieder sich gegenseitig unterstützen und das Leben miteinander teilen.“ (Rektorin)

Die Schule in Amman, Jordanien, befindet sich in Ashrafieh, einem der sozialschwächsten Gebiete der Stadt. Vor 70 Jahren wurde die Schule für armenische Flüchtlinge gegründet; heute lernen dort syrische, irakische, ägyptische und jemenitische Kinder gemeinsam mit jordanischen Schülern. Das ist in Jordanien nicht selbstverständlich, da in staatlichen Schulen Flüchtlings- bzw. Migrantenkinder stark abgegrenzt werden und nicht mit einheimischen Kindern lernen dürfen. Doch in der Schule in Ashrafieh lernen diese Kinder gemeinsam wie in einer Familie.

„Rashidi* war früher an einer öffentlichen Schule. Dort hat er sehr gelitten und ist ständig gemobbt worden. Als er zu uns kam, war ihm zuerst gar nicht bewusst, dass er jetzt an einem sicheren Ort ist. Unsere Lehrer kümmerten sich sehr um ihn und ermutigten ihn, sodass er im Unterricht gut aufholte und auch erkennen konnte: Hier bin ich zuhause, hier bin ich angenommen. Das hat sein Verhalten sehr positiv verändert.“

Selbst muslimische Familien senden ihre Kinder am liebsten hierher, weil sie in dieser Schule ein sicheres und respektvolles Umfeld erfahren. Für die meisten ist das Schulgeld eine große Herausforderung, denn als Tagelöhner oder Bauarbeiter reicht ihr Einkommen nur gerade für Miete, Nebenkosten und Lebensmittel; deshalb werden die Schulgebühren möglichst niedrig gehalten. Davon lassen sich gerade so die Lehrergehälter bezahlen; für dringende Renovierungen oder notwendige Umbauten müssen andere Gelder generiert werden.

Dank der großzügigen Unterstützung des Berliner Joggathons konnte im vergangenen Sommer ein wichtiger Umbau an der Schule vorgenommen werden. Bisher stand in den alten Schulgebäuden kein Raum zur Verfügung, in dem sich mehr als 20 oder 30 Personen auf einmal versammeln oder größere Treffen stattfinden konnten. Um diesen Raum zu schaffen, wurde eine Dachterrasse gefestigt, ummauert, renoviert und so als Versammlungsraum bzw. Aula ausgebaut. Dort können nun 80 bis 100 Personen zusammenkommen.

Die Aula wurde im vergangenen Schuljahr schon eifrig genutzt: für wöchentliche Lehrertreffen, Workshops, Feierlichkeiten, Elternabende,  Wahlfächer und Schülerversammlungen.

„Die Aula spielt eine entscheidende Rolle dabei, die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler durch verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen zu fördern“, drückt die Rektorin ihre Dankbarkeit aus. „Ihre multifunktionale Nutzung hat die Beziehungen innerhalb der Schulgemeinschaft gestärkt und die Kommunikation zwischen Schülern, Eltern und Mitarbeitern verbessert.“

 

Helping Hands e.V. fördert die Ashrafieh-Schule in Amman seit vielen Jahren, vornehmlich durch Kinderpatenschaften. Das Aula-Projekt wurde ermöglicht durch Spenden aus dem Berliner Joggathon 2023 – ein herzliches Dankeschön an alle, die sich daran beteiligt haben!