„Für mich ist die Arche-Schule ein Licht“

Eine Mutter berichtet, wie die Arche-Schule in Kenia das Leben ihrer Familie verändert hat

„Ich heiße Kamila* und bin kenianische Staatsbürgerin, aber ursprünglich komme ich aus Äthiopien. Als ich die Arche-Schule kennenlernte, hatten meine Kinder bereits zwei Jahre keine Schule besucht. Wir hatten eine sehr schmerzhafte Trennung hinter uns. Ich war immer Hausfrau und hatte mich voll und ganz auf meinen Mann verlassen. Nach der Trennung waren wir obdachlos. Viele Tage lang flehte ich völlig unbekannte Menschen an, uns für nur eine Nacht aufzunehmen.

In die Arche-Schule hat mich Gott geführt. Eine Freundin erzählte mir davon. Sie sagte dass es eine gute Schule ist, und so hatte ich den Mut, dort hinzugehen. Ich flehte die Lehrer an und gab zu, dass ich kein Schulgeld bezahlen konnte, aber mich so sehr nach Hilfe sehnte. Die Lehrer prüften meine Situation und erkannten, wie schlimm es uns ging. Sie waren so einfühlsam! Sie haben mir ein kleines Zimmer gemietet, in dem ich und meine Kinder unterkamen. Zu der Zeit hatte ich nicht einmal eine Decke, um meine Kinder zuzudecken. Aber ich war so ermutigt, endlich einen sicheren Zufluchtsort zu haben!

Meine drei Kinder sind jetzt seit fünf Jahren in der Arche-Schule. Und letztes Jahr hat die Schule mir geholfen, mit ein wenig Startkapital ein kleines Geschäft zu gründen. Da habe ich gemerkt, dass dieser Gott ein Gott ist, der Wunder tut!

Ich habe einen kleinen Laden eröffnet und der Erlös hilft mir, genug Nahrung für meine Kinder zu kaufen. Jetzt fangen auch meine Kinder an, wirklich eine Zukunft zu sehen. Die Arche-Lehrer sind für mich und meine Kinder wie Familie. Sie unterstützen uns auf so viele Weise – sozial, emotional, geistlich … und natürlich auch meine Kinder auf ihrem Bildungsweg.

Für mich als Mutter, aber auch als Mitglied der örtlichen Gemeinschaft, ist die Arche-Schule ein Licht: das Licht unseres Stadtteils, der Menschen hier, und das Licht meiner Familie. Und das sehe nicht nur ich so: Über viele Jahre haben viele Menschen betont, wie wichtig die Arbeit der Arche-Schule ist und welch großen Einfluss und positive Veränderung sie in unserem Umfeld bewirkt.“

 

Kamila ist eine von zwölf Frauen, die 2024 an unserem neuen Kleinstunternehmen-Schulungsprogramm für Mütter teilnahm – einen ausführlichen Bericht lesen Sie hier. (Das Foto zeigt eine andere Frau aus diesem Schulungsprogramm.)

Die Arche-Schule unterstützten wir als Helping Hands e.V. seit über 15 Jahren – u.a. durch Patenschaften für Kinder, deren Eltern sich das Schulgeld nicht vollständig leisten können. Falls Sie eine Patenschaft für ein Arche-Kind übernehmen möchten, wählen Sie bitte auf dem Patenschafts-Formular „Afrika“.

 

*Name zum Schutz der Privatsphäre geändert

„Die beste Idee überhaupt“

Neues Schulungsprogramm im Kariobangi-Slum in Kenia schafft nachhaltige Veränderung

„Unser Fazit: Dieses Kleinstunternehmen-Schulungsprogramm für die Mütter war die beste Idee überhaupt. Es hat ein selbstständiges, selbstbewusstes und sehr motiviertes Team von Frauen hervorgebracht. Ihre Zukunft, die bisher nur düster war, ändert sich jetzt drastisch. Auch das Leben ihrer Kinder hat sich verändert. Sie besuchen die Schule und Colleges, manche sogar die Universität.“

Der Alltag im Kariobangi-Slum in Nairobi, Kenia, ist alles andere als einfach – vor allem für Mütter. Polygamie ist hier normal, und meist werden die Frauen dann mit ihren Kindern sitzengelassen. Aus Verzweiflung nehmen sie unwürdige „Arbeit“ an – sie betteln auf der Straße, verkaufen illegalen Alkohol, bieten Sex gegen Bezahlung. Das reicht in der Regel nur fürs nackte Überleben, und die Kinder haben keine Chance, sich gesund zu entwickeln oder zur Schule zu gehen.

„Ich bin eine alleinerziehende Mutter, mein Mann verließ mich für eine andere Frau“, beschreibt Caroline ihre Erfahrung. „Zu der Zeit habe ich gerade unser jüngstes Kind gestillt und hatte keinen Job. Unser Vermieter war gnadenlos und hat uns ausgesperrt. Meine Kinder mussten alle mit der Schule aufhören, weil ich kein Geld hatte.“

Die Frauen zu bevollmächtigen und somit eine ganze Familie und die Zukunft der Kinder zu „retten“, das ist das Ziel des Schulungsprogramms, das die Arche-Schule im Kariobangi-Slum startete. Die Arche-Schule dient den Familien hier seit einem Vierteljahrhundert und hat schon Hunderten von Kindern eine ausgezeichnete Bildung und einen hoffnungsvollen Start ins Erwachsenenleben ermöglicht.

Während der Corona-Pandemie wurde klar, dass auch die Familien noch intensiver unterstützt werden müssen, um ein gesundes Umfeld für die Kinder zu ermöglichen. Damals wurde schon ein kleines Schulungsprogramm für 15 Frauen durchgeführt, von denen 12 noch aktiv ihre Geschäfte betreiben. Im Frühjahr 2024 entwickelte das Leitungsteam der Arche dann ein strukturiertes Programm, das jedes Jahr eine weitere Gruppe von Frauen darin schult und begleitet, neue Kleinstgewerbe zu gründen bzw. bestehende auf eine erfolgreiche Basis zu stellen. So sollen die Frauen langfristig genügend Einkommen generieren, um die Kosten für Nahrungsmittel, Miete, Ausbildung und andere grundlegende Bedürfnisse ihrer Familien selbst tragen zu können, anstatt auf Hilfsgüter angewiesen zu sein. Das Programm umfasst Schulungen, Unterstützung bei der Marktanalyse und beim Verfassen eines Business-Plans, Startkapital und wöchentliches Followup durch Janet, die Koordinatorin des Programms. Alle 12 Arche-Mütter der 2024er Gruppe sind noch aktiv in ihren Kleinstunternehmen engagiert.

„Ich bin so dankbar für dieses Programm der Arche-Schule, durch das ich gelernt habe, mein eigenes Geschäft erfolgreich zu starten – ich verkaufe jetzt Bananen, Orangen, Mangos, Zwiebeln und Avocados –, und die nötigen finanziellen Mittel dafür habe ich auch erhalten“, berichtet Caroline. „Jetzt hab ich einen kleinen Raum für uns als Familie gemietet, meine Kinder gehen wieder zur Schule, und wir haben wenigstens zwei Mahlzeiten am Tag. Dank der Betreuung durch Janet weiß ich, wie ich Preise festsetze und wie ich meinen Gewinn kalkulieren kann. Ich bin zuversichtlich, dass das Geschäft mir bald helfen wird, unsere gesamten täglichen Bedürfnisse zu decken und unseren Lebensstandard zu verbessern.“

Auch Hellen, ebenfalls eine alleinerziehende Mutter, ist begeistert: „Ich war eine von den glücklichen Personen, die am Schulungsprogramm teilnehmen durfte. Ich habe gelernt, wie man Buchhaltung macht und mit Kunden umgeht, und mein Geschäft auf eine sichere Basis gestellt. Meine Kinder gehen jetzt regelmäßig zur Schule, und wenn sie nach Hause kommen, dann finden sie Mahlzeiten auf dem Tisch – alles dank eurer Hilfe!“

Das Kleinstunternehmen-Programm ist ein einfaches Konzept – aber es funktioniert. Zentral ist die viertägige „Business“-Schulung, in denen die Frauen Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen, um ein kleines Unternehmen zu starten und erfolgreich zu verwalten und weiterzuentwickeln. Später folgt eine weitere Schulung zum „Auffrischen“; auch eine Einheit für psychische Gesundheit wird den Frauen angeboten, da viele unter traumatischen Erfahrungen leiden. Janet besucht jede Geschäftsfrau mindestens zweimal pro Woche, um ihre Bücher und Kosten zu prüfen, Hinweise zur Preisgestaltung und Vermarktung der Produkte zu geben und ihnen zu helfen, tatsächlich Gewinn zu erzielen.

Gemeinsam mit Janet haben die Frauen schon einige Herausforderungen bewältigt – unter anderem die Sprachbarriere, da viele eingewandert sind und sich in der Landessprache kaum verständigen können; hier sind die Schulkinder oft eine große Hilfe. Aber trotz dieser kleinen Hürden ist Janet sehr zuversichtlich über den Erfolg des Programms:

„Aufgrund der Schulungen und den wöchentlichen Besuchen haben wir jetzt 24 aktive Unternehmen, 20 davon führen ihre Buchhaltung schon gut durch, und 19 sind ausgezeichnet in der Vermarktung ihrer Produkte oder Dienste und ziehen neue Kunden an, sodass ihr Gewinn steigt und das Unternehmen wächst. Die Teilnehmer der früheren Gruppe können 60% der Bedürfnisse ihrer Familien selbst begleichen – zum Beispiel eine ausgewogene Ernährung, Schulkosten und Miete – und werden bis Ende dieses Jahres wohl unabhängig sein. Die 2024er-Gruppe hat bereits 45% erreicht, d.h. sie können zu einem Teil das Schulmaterial und Lebensmittel für ihre Familie kaufen und die Miete bezahlen. Sie werden wohl noch bis Mitte nächsten Jahres wöchentliche Besuche benötigen, um vollständig selbstständig zu werden. Da sie alle gute Aufzeichnungen über ihre Ver- und Einkäufe und den Fortschritt ihres Geschäfts machen, können sie in Zukunft auch Darlehen von Banken beantragen.

Insgesamt ist das Betteln stark zurückgegangen; die Familien sind nicht mehr auf Almosen von Freunden oder Nachbarn angewiesen. Auch die häusliche Gewalt hat sich verringert, und die Kinder besuchen zu 100% die Schule. Die Schulung zur psychischen Gesundheit hat außerdem den Frauen geholfen, mit ihrem Umfeld gesunde Beziehungen zu fördern.“

Auch Torsten S., erfolgreicher Geschäftsmann und Mitglied von Helping Hands, der im Frühjahr 2025 einige der Geschäftsfrauen im Rahmen einer privaten Reise persönlich besuchen konnte, ist beeindruckt von den beobachteten Ergebnissen: „Eine Frau mit einem kleinen Gemüsestand hat mir bestätigt, dass sie aus ihrem Einkommen drei Kinder und ein Enkelkind ernährt und Schule und Unterkunft bezahlt. Eine andere Frau hat einen Friseursalon gestartet und viel Potential, Geld zu verdienen, denn ihre Kundinnen scheinen sehr zufrieden zu sein und durch Mundpropaganda bekommt sie neue Kunden.

Insgesamt hat diese Initiative nachhaltig die Lebenssituationen der Familien verändert. Die Frauen sind selbstständig und strahlen ein großes Selbstbewusstsein aus, dass sie ihr Leben selbst managen können. Es ist schön zu sehen, dass das wirklich Hilfe zur Selbsthilfe ist!“

Vierundzwanzig erfolgreiche Geschäftsfrauen … vierundzwanzig Familien, die einen gesunden Alltag erleben dürfen und mit Hoffnung auf Morgen blicken … somit auch fünfzig bis hundert Kinder, die die Schule besuchen und eine echte Chance für die Zukunft haben – das zieht auch Kreise weit über die ursprüngliche Gruppe hinaus. Janet reflektiert: „Wir glauben, dass der Erfolg dieses Projekts diesen Teil des Kariobangi-Slums auf eine neue Ebene bringt und viele Menschen zum Nachahmen animiert. Wir sind sehr dankbar für diese Vision und freuen uns auf die Fortsetzung des Programms.“

Derzeit steht eine neue Gruppe von Frauen in den Startlöchern, um die Schulungen zu beginnen, ihre Geschäftspläne auszuarbeiten und umzusetzen. Aber dieses Mal sind es nicht nur Mütter von Arche-Schülern. Denn schon nach kurzer Zeit hat das Programm über die Schule hinaus Wirkung gezeigt – einige Frauen aus der Community kamen zur Arche und haben gebeten, ins Projekt aufgenommen zu werden. Janet hat bereits mehrere Monate mit ihnen zusammengearbeitet, um Kontakte zu knüpfen und die Frauen auf das Schulungsprogramm vorzubereiten.

Und plötzlich hat das Ziel des Schulungsprogramms sich geöffnet in eine viel breitere Vision: nicht nur einzelne Familien zu bevollmächtigen, sondern einen ganzen Stadtteil nachhaltig zu verändern und einen Ort der Hoffnung zu erschaffen, wo bisher die Hoffnungslosigkeit herrschte.

Ein Schritt in Richtung Heilung

Therapieprogramm an der NES-Schule in Beirut durchläuft erfolgreich erste Phase

„Ich weiß gar nicht genau, wie ich mich fühle – nur traurig und verwirrt bin ich die ganze Zeit.“ Charbel*, ein Siebtklässler an der NES-Schule in Beirut, Libanon, wohnt direkt neben einer Gegend, die von häufigen Bombenangriffen betroffen ist. Er hat eine schreckliche Zeit hinter sich. Aber das Schlimmste dabei: Er fühlte sich mit seiner Angst und seinen Fragen völlig allein. „Meine Eltern zeigen ihre Gefühle nicht, es ist, als ob sie weit entfernt von mir sind.“

Charbel machte einen wichtigen Schritt: In einer Pause suchte er den Raum der Schul-Therapeutin auf und kam mit seinen Fragen zu ihr. Sara, ausgebildete Psychologin, arbeitet seit 2022 als Therapeutin an der NES-Schule und hat schon einige traumatische Ereignisse mit den Kindern durchgearbeitet. Der Beginn der Bombenangriffe im Herbst 2024 hat die Traumata noch verschärft. Deshalb hat die NES-Schule ein umfassendes Therapieprogramm entworfen, das nach Ostern in eine zweimonatige Testphase startete. Seitdem arbeitet Sara noch konzentrierter mit den Schulklassen und mit einzelnen Kindern zusammen. Charbel konnte sie helfen, seine Emotionen zu erkennen, zu akzeptieren und auszusprechen und gesunde Wege zu finden, mit negativen Gefühlen und Trauma umzugehen.

„Seit mehr als drei Jahren arbeite ich als Psychologin an der NES, und ich sehe die direkten und indirekten Auswirkungen des Krieges auf unsere Schüler und ihre Familien: ein wachsendes Gefühl der Unsicherheit, Hilflosigkeit und emotionalen Betäubung,“ berichtet Sara. „Viele Eltern und Kinder fühlen sich überfordert, weil sie keine Kontrolle über ihre Lebensumstände haben, oder sie ertrinken in toxischer Positivität – dem Druck, hoffnungsvoll zu bleiben, während sie echte Ängste und Trauer unterdrücken.“

Besonders stark betroffen sind die etwa hundertfünfzig Kinder aus geflüchteten Familien, die an der NES in einem Nachmittagsprogramm unterrichtet werden. Für sie wurde ein spezielles Programm entwickelt, das u.a. in wöchentlicher Einzel- und Gruppentherapie grundlegende Aspekte der psychischen Gesundheit fördert. „Viele dieser Kinder – manche sind erst 12 Jahre alt – sind mit Erwachsenen-Pflichten belastet; viele müssen arbeiten, um Eltern und jüngere Geschwister zu unterstützen. Überhaupt ihre Gefühle zuzulassen oder einzugestehen fühlt sich für sie ‚verboten‘ an.“ Das Programm bietet den Kindern einen sicheren Raum, um ihre Gefühle auszudrücken – oft zum ersten Mal – und Vertrauen aufzubauen.

Doch es sind nicht nur die Kinder, die Hilfe brauchen. Deshalb bezieht das Therapieprogramm auch Lehrer und vor allem Eltern mit ein. „Viele Betreuungspersonen sind sich ihrer eigenen emotionalen Wunden und unverarbeiteten Traumata nicht bewusst“, erläutert Sara. „Dieser Mangel an Bewusstsein beeinträchtigt oft ihre Fähigkeit, ihre Kinder emotional zu unterstützen, und kann unbeabsichtigt Ängste, Furcht oder Distanziertheit auf die Kinder übertragen.“

In verschiedenen Schulungen und Selbsthilfegruppen lernen Eltern und Lehrer, mit ihren eigenen Ängsten umzugehen und auf die Gefühle der Kinder richtig zu reagieren: „Mir war nicht klar, wie sehr meine eigenen Gefühle mein Kind beeinflussen“, gaben Teilnehmer zu. Dabei kamen bei vielen Eltern tiefere emotionale Wunden zu Tage, die oft noch aus früheren Kriegen und Konflikten stammten. Nach einer Weile begannen die Eltern, ihre Ängste, Herausforderungen und Verwundbarkeit offen anzusprechen – und merkten dadurch, dass sie nicht allein sind: „Mir war nicht bewusst, dass andere Eltern auch sowas durchmachen“, betonten mehrere Teilnehmer. Sara ist über die bisherigen Ergebnisse zuversichtlich: „Die Eltern verstehen langsam aber sicher, dass ehrliche Anerkennung von Gefühlen eine Form der Stärke ist und nicht der Schwäche, und sie bauen eine kleine, aber bedeutsame Gemeinschaft der gegenseitigen Unterstützung auf.“

Den Eltern und Lehrern die Mittel an die Hand geben, auf Traumata richtig einzugehen, und den Kindern helfen, ihre Emotionen zu verstehen und zu steuern, gesunde Beziehungen aufzubauen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen – das sind die Ziele dieser Testphase des Therapieprogramms an der NES-Schule. Damit wird Resilienz gestärkt und das soziale Gefüge der ganzen Schulgemeinschaft positiv beeinflusst. Ein sicheres Lernumfeld, gesundes emotionales Bewusstsein, Stabilität, Hoffnung … all das befähigt Kinder und Erwachsene, persönliche und externe Krisen erfolgreich zu bewältigen.

Für manche ist das noch ein langer Weg – zum Beispiel für Layla*. Layla ist 12 und hat keine Eltern. Sie lebt in einer mildtätigen Einrichtung und besucht an der NES das Nachmittagsprogramm. Während der Gruppentherapie sollte sie im Rahmen eines Spiels ein Beispiel erwähnen, in welchen Situationen sie sich geliebt fühlt. Ihre Antwort: „Ich kann mich an keinen Moment erinnern, wo ich Liebe gefühlt habe.“ Sara lud sie ein, später in ihr Büro zu kommen, und so begann ein heilender Prozess: „Diese Aussage fasst alles zusammen, was Layla in sich vergraben hatte. Sie erzählte mir von schrecklichen Erfahrungen, dass sie mehrmals versucht hatte davonzulaufen, sich selbst verletzen wollte, wie schwer es ihr fällt, ihre Gefühle auszudrücken, wie allein sie sich die meiste Zeit fühlt.

Seitdem treffen wir uns regelmäßig. Wir finden Wege, wie sie ihren Schmerz ausdrücken kann; sie lernt, dass sie um Hilfe bitten darf, dass ihre Gefühle zählen, dass sie und ihre Geschichte wertvoll sind. Der Weg vor ihr ist noch holprig … aber jedes Mal, wenn sie kommt und ein wenig mehr von sich selbst mitteilt, ist es ein Schritt zur Heilung.“

Ein Schritt in Richtung Heilung – das soll auch diese Testphase des Therapieprogramms sein. Die Testphase endet mit dem laufenden Schuljahr Mitte Juni. „Die ersten Wochen haben ein klares Ergebnis gezeigt“, schlussfolgert Sara, „nämlich den dringenden Bedarf an strukturierter Unterstützung für die psychische Gesundheit der Kinder, und dass Heilung mit sicheren Räumen, offenem Dialog und den richtigen ‚Werkzeugen‘ beginnt.

Die Veränderungen, die wir schon nach kurzer Zeit beobachten können, zeigen deutlich, dass Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit sind – vor allem in Krisenzeiten. Natürlich sind wir nicht perfekt – aber wir sind fest entschlossen, jeden Tag unser Bestes zu geben, um unsere Mission als ganzheitliche Schule zu erfüllen, die Herz, Verstand und Zukunft jedes einzelnen Schülers und jeder Familie fördert.“

Wenn Sie dazu beitragen möchten, dass Kinder und Familien im Libanon sich psychisch gesund entwickeln und mit neuer Hoffnung in die Zukunft blicken können, dann spenden Sie bitte mit Vermerk „NES Therapieprogramm“ oder „Jahresprojekt 2025“ (zur Online-Spende).

 

*Namen zum Schutz der Privatsphäre geändert