Unser Team wächst!

Es sind spannende Zeiten bei Helping Hands e.V.! Seit im vergangenen Frühjahr die Vereinsleitung in Exekutive (Geschäftsführung) und Legislative (Verein und Vorstand) getrennt und ein völlig neuer Vorstand gewählt wurde, hat es einige weitere Entwicklungen in unserem Team gegeben.

Seit dem 1. April 2021 unterstützt uns Mareike Kraska, ausgebildete Bürokauffrau, in der Buchhaltung und anderen Bereichen. Wir sind sehr dankbar über diesen „Zuwachs“ und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!

Am 29. März 2021 fand unsere erste Mitgliederversammlung in diesem Jahr statt (per Zoom). Dabei durften wir sechs neue Mit­glieder aus Berlin, Stutt­gart, Ulm und Bad Orb will­kommen heißen! Unter anderem fanden auch Vorstands­wahlen statt: Dennis Lieske und Fabian Fuß wurden als 2. Vor­sitzender und Schrift­führer für 2 Jahre in ihrem Amt bestä­tigt. Dadurch fallen die Wahlen für den 1. und 2. Vor­sitzenden in Zukunft nicht mehr auf den­selben Termin; der 1. Vor­sitzende Simon Bangert ist noch für ein Jahr gewählt.

Zudem berief der Vorstand ab dem 1. März 2021 Dorothea Gschwandtner in die Verantwortung der internationalen Geschäftsführung. Frau Gschwandtner hat neben Magisterabschlüssen in relevanten Bereichen auch zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit im In- und Ausland. Die administrative Leitung wird übergangsweise weiter von Dr. Hermann Gschwandtner wahrgenommen.

Mehr über „Unser Team“ erfahren Sie hier.

Hoffnungslicht in der Pandemie

Täglich meldet Indien neue Corona-Horrorzahlen. Wie ist das möglich in einem Land mit einigen der besten medizinischen Einrichtungen der Welt?

Indien ist nicht nur riesengroß, noch immer lebt weit über die Hälfte der Bevölkerung in Großstadtslums oder in entlegenen ländlichen Gebieten. Und je weiter man sich von den Großstädten entfernt, desto katastrophaler ist die Lage.

Dennoch gibt es mitten in der Pandemie Hoffnungslichter: Krankenhäuser wie das Reynolds Memorial Hospital (RMH) in einer entlegenen Gegend Zentralindiens (Washim, Maharashtra). Seit über 80 Jahren dient RMH jedem, der Hilfe braucht. In unmittelbarer Nähe zu RMH bildet das Nazarene Nurses Training College (NNTC) viele Krankenpfleger aus. Neben der Arbeit im Krankenhaus besuchen sie auch die umliegenden Dörfer, um Kranken zu helfen, die keinen direkten Zugang zu medizinischer Hilfe haben. Die Mitarbeiter wissen sich besonders den Menschen verpflichtet, die gesellschaftlich ausgegrenzt sind oder sich keine medizinische Behandlung in einer Privatklinik leisten können.

In den letzten Jahren haben sich für RMH neue Möglichkeiten ergeben, mit zwei der größten christlichen medizinischen Organisationen zu kooperieren, der bedeutendsten christlichen medizinischen Universität Indiens (Vellore Medical College) und der Emmanuel Hospital Association. Dadurch wuchs nicht nur die Zahl der Ärzte und Krankenpfleger, sondern die Dienstbereiche konnten erweitert werden.

Die Corona-Pandemie stellt vor allem das ländliche Indien vor riesige Herausforderungen und damit auch RMH. Inzwischen wurden Dutzende von Patienten mit COVID-19 in einem Sondertrakt von RMH eingeliefert, und fast die Hälfte benötigt Sauerstoff. Die Ärzte sind dankbar, dass rechtzeitig vor der Pandemie ein Generator zur Produktion von Sauerstoff geliefert wurde und so bisher keine Engpässe entstanden.

Daneben läuft die normale Arbeit mit Entbindungen, Operationen und Behandlungen. Ja, RMH befindet sich vor einer der größten Herausforderungen seiner Geschichte, aber die Mitarbeiter sind überzeugt: Wir geben nicht auf, sondern werden für viele ein Hoffnungslicht in der Pandemie sein!

von Dr. Hermann Gschwandtner, Geschäftsführer (Administrativ)

Helping Hands e.V. hat das Reynolds Memorial Hospital in den letzten drei Jahrzehnten wiederholt in kleineren Projekten unterstützt. Zudem war Dr. Gschwandtner 21 Jahre lang Vorstandsmitglied bei RMH.

 

Eine neue Jacke für alle!

Update aus unseren Kinderzentren in Nepal

Wie sollen wir bloß für alle Familienmitglieder genug zu essen besorgen? Wie das Schulmaterial für unsere Kinder bezahlen? Und wo finden wir das Geld für die nötigste Kleidung?

Diese Fragen stellen sich immer mehr Menschen rund um den Globus – die Coronakrise hat den weltweiten Kampf gegen Armut und Hunger um Jahrzehnte zurückgeworfen. Um einige Familien in Nepal bei den Antworten zu unterstützen, dafür engagieren wir und unser Partner vor Ort uns in mehreren integrativen Kinderzentren als unser Jahresprojekt 2021.

Als erstes dieser Zentren wurde bereits im Oktober 2020 das Kinderzentrum in Piluwa neueröffnet. Zwei Mädchen berichten von ihren Erfahrungen:

„Ich heiße Kalita* und gehe in die 6. Klasse. Zuhause sind wir 10 Personen. Mein Vater ist Schreiner und meine Mutter hat keinen Job, weil sie krank ist. Wir haben nur ein Lehmhaus und ein kleines Stück Land. Wenn mein Vater keine Arbeit hat, dann müssen wir ohne Essen ins Bett. Von neuer Kleidung können wir nur träumen!

Aber zum Glück habe ich die Chance bekommen, in Piluwa ins Kinderzentrum zu gehen. Dort helfen mir die Lehrer bei den Schulaufgaben und ich kann mit meinen Freunden spielen. Wir bekommen auch das nötige Schulmaterial und etwas zu essen. Im Winter habe ich diese tolle Jacke bekommen, sie ist so wundervoll vor allem in der Kälte, ich hab mich so gefreut! Und nicht nur ich bin im Kinderzentrum, auch drei meiner Geschwister. Wir waren so begeistert, als wir alle eine neue Jacke bekommen haben – alle vier von uns gleichzeitig!“

„Und ich bin Raika* und gehe in die 3. Klasse. Wir sind 12 in meiner Familie – acht Mädchen und ein Junge! Wir wohnen alle zusammen in einer Holzhütte. Meine Eltern arbeiten bei anderen Leuten auf dem Feld, weil wir nur ein ganz klein wenig Land haben; nur so können sie genug für uns alle zu essen kaufen. Aber sie haben kein Geld, um Schulgebühren zu bezahlen oder Schulmaterial, Kleidung oder gar Spielzeug zu kaufen.

Seit mein Bruder und ich ins Kinderzentrum in Piluwa gehen, bekommen wir diese Dinge dort. Letzten Weihnachten haben wir sogar beide eine neue Winterjacke bekommen, schön warm und weich, die habe ich getragen, bis es nicht mehr kalt war.“

 

Insgesamt 75 Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren aus über 40 bedürftigen Haushalten besuchen derzeit das Kinderzentrum in Piluwa. Wie auch in anderen Kinderzentren erhalten die Kinder dort fünfmal pro Woche Nachhilfe bzw. Unterstützung bei den Schulaufgaben, basteln und spielen Spiele, lernen verschiedene wichtige Dinge, zum Beispiel wie sie am besten gesund bleiben, und bekommen zusätzlich eine kleine Mahlzeit und das benötigte Schulmaterial. Die Winterjacken waren eine Sonderaktion zu Weihnachten und wurden in allen nepalesischen Kinderzentren verteilt.

Zwei Lehrer kümmern sich in Piluwa um die Kinder und treffen sich regelmäßig mit den Eltern. Bereits im Herbst wurde eine Selbsthilfegruppe unter den Müttern gegründet und die Frauen haben verschiedene Schulungen besucht. Jetzt treffen sie sich einmal pro Monat, um wichtige Angelegenheiten durchzusprechen und ihr Sparprogramm weiterzuführen – das wird ihnen die nötige Grundlage geben, um 2021 mit verschiedenen einkommensschaffenden Aktivitäten zu beginnen und so das Familieneinkommen zu verbessern und langfristige Veränderungen einzuleiten.

Auch die Aktivitäten im Kinderzentrum in Ithung und Ghalegaun (ein Zentrum mit zwei Standorten) laufen wie geplant weiter; bisher sind die Zentren vom erneuten Lockdown in einigen Teilen Nepals nicht betroffen.

Weitere Informationen zu unserem Jahresprojekt finden Sie hier.

 

* Name zum Schutz der Privatsphäre geändert

 

Die Kinder in Piluwa freuen sich über ihre neuen Winterjacken: