Joggathon 2020

Der Gelnhäuser Joggathon 2020 findet statt!

Zwar können wir aufgrund von Kontaktsperre & Co. dieses Jahr nicht gemeinsam um die Kreissportanlage in Gelnhausen laufen, aber das ist ja kein Grund, den Joggathon ausfallen zu lassen! Deshalb gibt es den „Joggathon to go“: Wir laufen gemeinsam für den guten Zweck (die NES-Schule in Beirut im Libanon), und zwar allein, zu zweit oder als Familie – jeder, wo er oder sie will, aber trotzdem zusammen … gerne in ganz Deutschland oder außerhalb – und die Schüler und Lehrer der NES-Schule laufen in Beirut mit!

Das gemeinsame Event ist für Sonntag, den 17. Mai 2020, von 12 bis 13 Uhr geplant; gerne kann auch später am Tag (oder in der folgenden Woche) gelaufen werden.

 

Du bist dabei?

Super! So funktioniert’s:

1. Melde dich an (mit diesem Formular online oder per E-Mail)

2. Suche dir Sponsoren (dieses Infoblatt hilft dir dabei)

3. Finde einen Mitläufer, wenn du magst, und wähle eine Laufstrecke

4. Installiere eine Tracking-App auf deinem Handy (nett, aber nicht erforderlich)

5. Folge uns online, um keine Infos zu verpassen (#joggathon2020)

6. Stehe am Sonntag, 17. Mai, um 12 Uhr in den Startlöchern (gerne auch später am Tag oder in der Woche)

7. Lauf! für den guten Zweck :))

8. Erzähle uns per E-Mail, Facebook oder Instagram, wie viel du gelaufen bist und welchen Betrag du „erlaufen“ hast (gerne mit Foto)

9. Folge uns online, um zu sehen, wer sonst so mitgelaufen ist – in Deutschland und im Libanon! (#joggathon2020)

10. Freu dich mit uns, dass Kinder in Beirut die Chance auf eine Zukunft haben!

 

Noch Fragen?

Hier findest du weitere Details zum Event und Projekt und

hier findest du die Infos kompakt auf einer Seite zum runterladen und weiterleiten (pdf).

Oder schreibe uns eine Mail an joggathon2020@helpinghandsev.org!

 

Joggathon Anmeldung

Hiermit melde ich mich verbindlich zum Joggathon am 17. Mai 2020 an.

 

Der Joggathon am 17. Mai ist eine Veranstaltung der Kirche des Nazareners Gelnhausen in Kooperation mit Helping Hands e.V.

Im Juni findet ein weiterer (dezentralisierter) Joggathon in Berlin statt: vom 7. bis 14. Juni engagieren sich zahlreiche Läufer und Sponsoren in der Hauptstadt (ausführliche Infos zu diesem Event findet ihr hier). Der Berliner Joggathon unterstützt zu 50% ebenfalls die Schule in Beirut – wir laufen also gemeinsam mit Berlin und Beirut, Gelnhausen und ganz Deutschland dafür, dass Kinder im Libanon eine Zukunft haben!

Kreativität und Durchhaltevermögen

„Bisher sind wir noch in Sicherheit, aber das Leben ist extrem schwer geworden. Das ganze Land steht still. Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird. Es gibt kein Essen mehr. Oder ich sollte sagen: nur noch für die Reichen. Die Preise sind zu hoch für die wenigen Lebensmittel, die es noch gibt. Die Läden sind leergekauft. Die nächsten Wochen werden sehr hart sein.“ So schrieb Bentina, Gründerin und Direktorin der Arche Schule in Kenia, Ende März. Seitdem hat die Lage sich kontinuierlich verschlimmert. „Lebensmittel sind das größte Problem hier. Die Familien stehen vor einer wirklich schweren Zeit. Meine Familie auch!“

Die Elendsviertel der Großstädte, wo sich Hunderttausende auf engem Raum drängen, sind besonders hart von der Corona-Krise betroffen, und das ist auch im Kariobangi-Slum in Nairobi nicht anders: Social Distancing, perfektionierte Hygiene, Lernen oder Arbeiten von zuhause aus – das alles ist hier unmöglich. „Wir wissen nicht, was wir unseren Lehrern sagen sollen“, erklärt Bentina. „Hier bei uns können wir nichts von daheim aus machen. Die Technik ist zu unterentwickelt, unsere Kinder haben keine Computer zuhause, somit hat Schulunterricht in Afrika einfach aufgehört. Das ist eine sehr traurige Situation für alle Afrikaner!“

Nur wenige Tage nach dem ersten Corona-Fall wurden in Kenia durchgreifende Maßnahmen eingeführt – Schulen, Geschäfte, Büros geschlossen, Versammlungsverbot, nächtliche Ausgangssperre … und ständig kommen neue, härtere Beschränkungen hinzu, die teilweise mit kaum Warnung über Nacht in Kraft treten und das Leben besonders für die gefährdetste Bevölkerungsgruppe schier unerträglich machen.

Innerhalb weniger Tage wurden über 150.000 Menschen in den verschiedenen Slums um Kariobangi arbeitslos. Jetzt stehen die Familien vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen, denn sie sind darauf angewiesen, täglich ihr Geld zum Überleben zu verdienen – zum Beispiel durch kleine Kioske oder Essensverkauf am Straßenrand, als Haushaltshilfe oder Gärtner. Das ist in dieser Lage kaum möglich, wie ein Vertreter unseres Partners beschreibt:

„Die Samosa-Verkäuferin, die vom Verkauf an die Schulkinder lebt, hat keine Kunden mehr. … Der Mann, der sonst äthiopischen Kaffee kocht,  wartet vergebens auf seine Stammkunden. … Die, die sonst im Stau zwischen den Autos alles anbieten, von Erdnüssen über Ladekabel bis zu Schuhregalen, bleiben zu Hause, da es keinen Stau mehr gibt.“ (D. Kroppach)

Besonders alleinerziehende Mütter sind hart getroffen; aber auch die vielen Familien, wo Väter in den Schlachthäusern arbeiteten, die nun geschlossen sind, weil die Beschränkungen den Transport unmöglich machen.

Jetzt hungern Hunderttausende, von denen ohnehin schon viele mangelernährt waren – und wenn das Virus ihren Slum treffen sollte, haben diese Menschen noch weniger Chancen, die Krankheit zu überstehen. Das haben natürlich auch Bentina und ihr Team von engagierten Lehrern erkannt, und stellten in kürzester Zeit einen Plan für präventive Soforthilfe auf die Beine – nicht, um Menschen abhängig von Hilfsleistungen zu machen, sondern um sie in dieser Ausnahmesituation im Kampf ums tägliche Überleben zu unterstützen. Denn die Kinder der Arche erhalten ja auch sonst täglich eine warme Mahlzeit in der Schule, die derzeit wegfällt.  „Die Idee der Hilfe ist, den Familien einen Grundstock zu geben, aber nicht alles zu übernehmen, sondern auch immer noch eine Eigenleistung zu erwarten.“ (D. Kroppach)

Aus jeder Schulklasse wurden 10 besonders bedürftige Familien ausgewählt, die einzeln zur Schule kommen und – unter strengen Regeln zu Hygiene und Mindestabstand – ein Paket mit Lebensmitteln für eine Woche abholen können: Mais, Reis, Zucker, Bohnen, Linsen, Tee, Öl und Seife. „Die Freude war groß, als sie die Lebensmittel in Empfang nehmen durften, “ berichtet unser Partner,  „vor allem bei denen, die schon seit Tagen keine warme Mahlzeit mehr hatten.“

Mehrere Wochen konnten so Verteilungen stattfinden, bis der nächste Schlag drohte: Bei einer Verteilung im größten Slum Nairobis war es zu Zwischenfällen gekommen; zwei Menschen kamen um. Danach wurden Verteilaktionen erst einmal verboten und alle Spenden sollten über Regierungskanäle laufen. Doch glücklicherweise ist Bentina, die Direktorin der Arche Schule, nicht nur sehr mutig, sondern auch vor Ort sehr angesehen und gut vernetzt, und konnte so eine offizielle Erlaubnis bekommen, die Essensverteilungen in Kariobangi weiterzuführen – unter anderem, weil ja die Schulmahlzeit für die Kinder derzeit wegfällt. Es gibt zwar neue Regelungen, zum Beispiel muss jeder erst mit einem „Fieber Gun“ gemessen werden und dann unterschreiben, dass er oder sie ein Paket bekommen hat, aber Bentina und die Lehrer sind froh und erleichtert, dass sie so ihre Familien weiter unterstützen können.

In dieser Lage zeichnet die Arche sich nicht nur im Durchhaltevermögen aus, sondern auch durch eine gute Portion Kreativität. In einer der ersten Verteilaktionen erhielten die Schüler der Klassen 6 bis 8 ein Buch, das zumindest eine Art Unterricht weiter möglich macht. Ein Vertreter unseres Partners beschreibt:

„Durch die Bücher, die wir für die älteren Schüler kaufen konnten, können diese weiter von zu Hause arbeiten. Jeweils zwei Lehrer kommen zur Schule, um sich jeweils einzeln die Sachen anzusehen, die die Schüler gemacht haben. Mehr ist leider momentan nicht möglich, um nicht die Regeln zu brechen. Andere Lehrer haben Videos aufgezeichnet und per WhatsApp an die Schüler gesendet, damit diese wenigstens etwas vom Material bekommen.

Die Nähfrauen fangen jetzt an, Mundschutze zu nähen. Seit gestern ist es eine Vorschrift diese zu tragen, für alle, jederzeit! Das wird den Frauen helfen, ein eigenes Einkommen zu bekommen.“ (D. Kroppach) Wer ohne Mundschutz erwischt wird, muss fast 200 Euro Strafe bezahlen, für die Menschen hier eine ungeheure Summe. Daher haben die Nähfrauen zumindest eine Zeitlang ein kleines gesichertes Einkommen.

Und auch in Kariobangi hat das „digitale Lernen“ nun zaghaft Einzug gehalten. Die Lehrer der Klassen 6 bis 8 nehmen Lektionen auf – bisher auf ihrem privaten Handy; inzwischen konnten zwei neue Telefone gekauft werden, die diese Arbeit deutlich erleichtern – und schicken sie an die Eltern der Kinder. Manche der Familien haben kein Telefon, sodass dann Kinder aus der Nachbarschaft zu zweit die Lektionen anhören.

 

Eine Herausforderung, der die Arche sich noch gegenübersieht, sind die Gehälter der Lehrer. Denn unter den momentanen Umständen können die Eltern kein Schulgeld mehr bezahlen, das für zehn Lehrer und Mitarbeiter (etwa die Hälfte der Angestellten) die Gehaltskosten deckte. Das wird sich auch nach der Krise nicht sofort bessern, da die Familien über Monate hinweg wirtschaftlich beeinträchtigt sein werden. Doch natürlich möchte die Arche ihre Lehrer nicht im Stich lassen.

Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, der Arche und ihren Lehrern durch diese schwierige Zeit zu helfen, dann spenden Sie mit dem Vermerk „Coronakrise Kenia“ per Überweisung oder online. Damit tragen Sie dazu bei, dass den Familien im Kariobangi-Slum auch über die Krise hinaus wirkungsvoll geholfen wird und ihre Leben und vor allem die der Kinder nachhaltig verändert werden!

 

Lesen Sie wie unsere Partner in Nepal und in Albanien in Zeiten der Coronakrise Hoffnung bringen.

Ein neues Kapitel der alten Geschichte

„Es wirkt wie ein chemisches Experiment, das Verstecktes plötzlich hervorhebt. Als Läden, Restaurants, Fabriken und die Bauindustrie geschlossen wurden, als die Reichen und die Mittelschicht sich in ihre umzäunten Kolonien zurückzogen, begannen unsere Städte und Megacities die Arbeiter auszuspucken – die Wanderarbeiter – so wie einen ungewollten Haufen.

Viele, die von ihren Arbeitgebern oder Vermietern herausgeworfen worden waren, Millionen Verarmter, hungriger, durstiger Menschen, Jung und Alt, Männer, Frauen, Kinder, Kranke, Blinde, Behinderte, die keinen Ort mehr hatten, ohne öffentliche Verkehrsmittel, machten sich auf einen langen Marsch nach Hause in ihre Dörfer. Sie wanderten über Tage (…) – hunderte von Kilometern. Einige starben auf dem Weg. Sie wussten, sie würden nach Hause kommen und möglicherweise langsam verhungern.“      (Booker-Preis-Autorin Arundhati Roy über ihr Heimatland Indien; faz.de 14.04.2020)

Die fatalen Auswirkungen der Coronakrise lassen sich nicht in Fallzahlen messen. In zahlreichen Ländern der Welt gibt es nur wenige bestätigte Erkrankte – und trotzdem droht Millionen der Tod. Die Vereinten Nationen sprechen von „Hungersnöten biblischer Ausmaße binnen weniger Monate“ und warnen, dass die Zahl der Menschen, die unter akutem Hunger leiden, sich weltweit durch die Krise verdoppeln wird, sodass „ohne humanitäre Hilfe … über einen Dreimonatszeitraum täglich 300.000 Menschen verhungern [könnten]“ (zdf.de 22.04.2020).

Eine übertriebene Prognose? Wohl kaum. Bereits seit Wochen berichten unsere Partner in Kenia und Bangladesch, in Nepal und Albanien und anderswo, dass die Familien in ihrem Umfeld schon jetzt nichts mehr zu essen haben. Ausgangssperre bedeutet: Millionen haben keine Chance mehr, ein Einkommen zu verdienen. Felder dürfen nicht bestellt werden, sodass auch langfristig keine Besserung in Sicht ist. Wer doch auf die Straße geht, wird verprügelt oder bekommt eine Haftstrafe. Und selbst wenn sie Geld hätten: Die meisten Lebensmittel können sich ohnehin nur noch die Reichen leisten, denn die Preise stiegen teilweise über Nacht aufs Fünffache. So nie-dagewesen diese Coronakrise ist, eigentlich schreibt sie nur ein neues Kapitel der alten Geschichte: Die Reichen profitieren, die Armen leiden. Und die Kluft zwischen Arm und Reich ist so groß wie eh und je.

Doch davon haben sich unsere Partner noch nie beeindrucken lassen. Sie packen an, wo es nötig ist, und stehen ihren Nachbarn zur Seite, leisten Hilfe dort, wo die Menschen besonders benachteiligt sind, wo die Kluft die größten Wunden hinterlässt. Und es erreichen uns immer mehr Berichte, nicht nur von der überwältigenden Not, sondern von den kleinen und großen Maßnahmen, die unsere Partner planen und durchführen, um diese Not zu lindern und neue Hoffnung zu schenken in einer Zeit der Unsicherheit und Verzweiflung.

So wie unser Partner in Nepal. Weniger als 50 Personen wurden dort positiv auf das Virus getestet; es gab noch keinen Todesfall. Trotzdem ist das Land seit Mitte März unter „Lockdown“. Die Menschen haben Angst, vor allem aber leiden sie unter Hunger, denn Lebensmittel sind knapp und viele haben ihr Einkommen verloren. Besonders die Wanderarbeiter im Kathmandu-Tal sind gefährdet, denn sie können weder Geld verdienen, um Essen und Miete zu bezahlen, noch können sie in ihre Heimatdörfer zurückkehren. Unser Partner, NCM Nepal, erhielt zahlreiche Anfragen für Nothilfe, und wählte schließlich sieben Orte im Kathmandu-Tal aus. Dort verteilten sie – natürlich unter strengen Sicherheitsvorkehrungen – an 450 Familien jeweils 25kg Reis, 2kg Linsen, 2kg Zucker, 2 Liter Öl, 2kg Salz und 2 Stück Seife. „Es war so wundervoll, diesen Menschen in ihrer Angst und Unsicherheit ein kleines Lächeln aufs Gesicht zu zaubern!“, berichteten unsere Kollegen vor Ort nach der Verteilung.

Eine dieser lächelnden Menschen ist Rukmini. Ihr Mann starb vor acht Jahren und sie hat kein Stück Land, wo sie Gemüse anbauen könnte. Daher ernährt die 45-Jährige ihre beiden Söhne dadurch, dass sie bei Nachbarn Geschirr spült, jeden Tag außer Samstag. Sie berichtet:

„Wir sind zu dritt: meine zwei Söhne und ich. Nach zwei Wochen Lockdown in Nepal habe ich kein Essen mehr für meine Familie. Sonst gehe ich zu meinen Nachbarn, um durch Geschirr spülen Geld zu verdienen. Aber als der Lockdown begann, wurde mir gesagt, dass ich nicht zu ihrem Haus gehen soll, sondern daheim bleiben. Die Nahrungsmittel, die ich in der Wohnung hatte, waren kaum genug für eine Woche. Ich zerbrach mir den Kopf, wie und was ich meinen Kindern zum Essen geben kann! Keine Arbeit heißt kein Geld. … Dann kam NCM Nepal mit Nothilfepaketen, welch ein Segen! Die Lebensmittel sind genug für uns für einen ganzen Monat. Ich bin so dankbar und meine Familie wird beten für alle, die uns in dieser schwierigen Stunde helfende Hände gereicht haben!“

Lesen Sie wie unsere Partner in Kenia und in Albanien in Zeiten der Coronakrise Hoffnung bringen.

Helping Hands engagiert sich besonders in der längerfristigen Wiederaufbauhilfe nach Katastrophen. Durch eine Spende mit dem Vermerk „Coronakrise“ tragen Sie dazu bei, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern Kindern und Familien darin unterstützen können, eine neue Perspektive für die Zukunft zu finden. So werden die Lebensumstände der Familien nachhaltig verbessert und sie sind dadurch vor weiteren Katastrophen besser geschützt.