„Jeden Tag aufs Neue Wunder“ oder „Andriy und die Gitarre“

Kinderheim Mistoditey schenkt seit letztem Sommer wieder in Kiew Kindern einen Zufluchtsort und eine Zukunft

Als Anastasiya* vom Sozialamt in einem Krankenhaus gefunden wurde, war sie schon über einen Monat allein – keiner hatte je nach ihr gefragt. In „Mistoditey“ fand die Sechsjährige ein neues Zuhause und die Zuneigung, nach der sie sich sehnt.

Die Brüder Viktor* (11) und Borys* (7) lebten auf einer Müllkippe, in verheerenden Umständen, ohne Wärme, Zuflucht, grundlegendste Fürsorge. All das erhalten sie nun in Mistoditey.

Der zwölfjährige Andriy* kannte nur instabile Verhältnisse, daher hatte er jegliches Vertrauen in andere und sich selbst verloren und konnte kaum kommunizieren. In Mistoditey durfte er einen neuen Anfang machen.

Vier Schicksale unter Tausenden, denen derzeit in der Ukraine das Nötigste für eine sichere Kindheit fehlt. Vier wertvolle Kinder, die seit Juli 2024 im Heim „Mistoditey“ in Kiew einen Zufluchtsort und eine neue Heimat gefunden haben. Erst seit letztem Sommer ist das wieder möglich – denn nach Kriegsbeginn musste das Heim selbst Zuflucht suchen, die die damals zwanzig Kinder mit zehn Mitarbeitern im Lindenhof bei Aschaffenburg fanden. Über zwei Jahre engagierten sich dutzende ehrenamtliche Helfer in Kahl, Alzenau und aus ganz Deutschland, um den Kindern und Erwachsenen eine Heimat fern der Heimat zu schenken.

Nachdem im vergangenen Sommer dann alle Kinder entweder in ihre Familien zurückgekehrt oder neue Familien gefunden hatten, entschied die Leitung von Mistoditey sich, der Bitte der ukrainischen Behörden zu folgen und die Arbeit direkt in Kiew wieder aufzunehmen – denn aufgrund des Krieges ist die Not größer als je zuvor! Durch die treue Unterstützung zahlreicher Spender für das „Lindenhof-Projekt“ wurde der Neubeginn in Kiew zur Realität. Liliya, die Leiterin, betont:

„Dank eurer Unterstützung konnten wir nicht nur trotz des Krieges die Arbeit im Heim wieder beginnen und neue Kinder aufnehmen, sondern ihnen auch ein echtes Zuhause bieten. Ihr leistet nicht nur materielle Hilfe: Dank eurer Unterstützung wissen ukrainische Kinder, dass sie nicht allein auf der Welt sind. Jeder Euro gibt ihnen den Glauben an das Gute zurück, schenkt ihnen eine Kindheit, von der sie geträumt haben, und schafft Stabilität in den unsichersten Zeiten.“

Anastasiya und Andriy, Viktor und Borys sind vier der jeweils bis zu 15 Kinder, die in Mistoditey die Chance für einen Neubeginn erhalten. Das Heim kümmert sich umfassend um ihre grundlegenden Bedürfnisse – ausgewogene Mahlzeiten mit Milch- und Fleischprodukten, frischem Obst und Gemüse, ausreichende Wärme auch in der Winterzeit, grundlegende Gesundheitsfürsorge wie Zahnarztbesuche sowie spezielle Behandlung bei chronischen Erkrankungen. Dadurch haben sich Gewicht und Essgewohnheiten aller Kinder stabilisiert.

„Jeder Aspekt ihres Wohlbefindens ist ein Zeugnis eures Engagements“, berichtet Liliya. „Dank eurer Hilfe können wir Lebensmittel, Nebenkosten, Pflege und alle anderen grundlegenden Bedürfnisse bezahlen. Eure Spende ist nicht einfach Geld – es ist tägliche Wärme, Nahrung, Licht, Trost, Fürsorge. Es ist Leben – erfüllt von Sinn und Hoffnung.“

Mistoditey kümmert sich aber nicht nur um die Grundbedürfnisse, auch die kognitive und psychische Entwicklung der Kinder wird maßgeblich gefördert. Jedes Kind nimmt an einem auf ihn oder sie zugeschnittenen Therapieprogramm teil. Das Heim kooperiert mit inklusiven Einrichtungen, sodass alle Kinder eine qualitativ hochwertige Schulbildung erhalten. Mithilfe von Ehrenamtlichen bietet das Heim eine Vielzahl von Kreativ-Workshops an – zum Beispiel Kunst und Musik, Gedichte und Geschichten, Tanz und Töpferei. Außerdem wird gemeinsam gespielt, gekocht und saubergemacht, Geburtstage besonders gestaltet und Erfolge gefeiert.

Alles Dinge, die in funktionierenden Familien eigentlich selbstverständlich sind … für die Kinder in Mistoditey ist es das, wovon sie schon immer geträumt haben: eine normale Kindheit, ein stabiles Zuhause, Liebe, Fürsorge und Aufmerksamkeit. Und den Unterschied kann man sehen!

Anastasiya hat herausgefunden, dass sie Geschichten liebt – und nicht nur die, die sie in den Büchern lesen kann! Jetzt setzt sich das vorher schüchterne, zurückgezogene Mädchen gerne zu ihren „Geschwistern“, liest den jüngeren vor und schafft mit viel Phantasie ihre eigenen Geschichten, die sie mit Begeisterung erzählt. Ihre Stimme, voller Wärme und Freude, ist ein Symbol ihrer Heilung geworden.

Viktor hat sich unglaublich entwickelt, seit er nicht  mehr auf der Müllkippe ums Überleben kämpft. Er ist ruhig und höflich, der Beste in seiner Klasse, gewinnt Preise und zeigt ein außerordentliches Talent im Zeichnen und Töpfern. Auch darin macht Mistoditey einen riesigen Unterschied: Es stellt das Selbstwertgefühl der Kinder wieder her und hilft ihnen, die Gaben zu entdecken, die schon immer in ihnen steckten.

Das gilt auch für Andriy. Verschlossen, verunsichert – so kam er ins Heim. Doch von Anfang an hörte er ganz genau hin, wenn jemand Gitarre spielte. Der Musiklehrer ermutigte ihn, es mal selbst auszuprobieren. Welch eine Veränderung! Jetzt musiziert Andriy ständig, komponiert eigene Melodien, leitet das Musikteam und hilft den anderen Kindern im Musikunterricht. „Wenn ich spiele“, sagt er, „dann fühle ich mich stark. Die Gitarre ist wie meine Stimme; durch die Musik kann ich Dinge ausdrücken, die ich mit Worten nicht sagen kann.“ Jetzt träumt Andriy davon, Musiker zu werden. Sein Selbstvertrauen ist gewachsen, und seine Erfolge inspirieren andere Kinder, ihre Ängste zu überwinden.

Als Andriy im März in eine andere Einrichtung wechselte, wo auch seine berufliche Bildung gefördert wird, schrieb er an jeden einzelnen Mitarbeiter einen ausführlichen Brief, in dem er sein Herz öffnete und erzählte, wie er sich durch Mistoditey verändert hatte – wie ein einst verschlossener, trauriger Junge zu einem offenen, liebenswürdigen, mit Dankbarkeit erfüllten Menschen wurde.

Das sind Geschichten, die „nachhaltiger Veränderung“ ein Gesicht geben – aber es sind eben nicht nur Geschichten, sondern wertvolle Kinder, die nun eine Heimat und eine Zukunft haben:

„Wir sind so dankbar für eure Unterstützung! Dank euch ist unser Zentrum zu einem Ort geworden, an dem Kinder ihr Leben wieder aufbauen, neue Möglichkeiten entdecken und wieder zu träumen beginnen. Gemeinsam mit euch bewirken wir jeden Tag aufs Neue Wunder!“

 

Vor Kriegsbeginn finanzierte sich Mistoditey vollständig aus lokalen Spenden. Seit Herbst 2024 konnten wir das Heim aus Spenden fürs Lindenhof-Projekt in ihren monatlichen Ausgaben unterstützen. Da lokale Unterstützer aufgrund der derzeitigen Situation inzwischen fast alle die Förderung einstellen mussten, ist der weitere Betrieb des Zentrums über die Jahresmitte hinaus sehr fraglich. Wenn Sie dazu beitragen möchten, dass traumatisierte und heimatlose Kinder in der Ukraine weiterhin einen Zufluchtsort bei Mistoditey finden können, dann spenden Sie bitte mit Vermerk „Mistoditey“ oder „Lindenhof“ (zur Online-Spende).

* Namen zum Schutz der Privatsphäre geändert

Jeder Stift ein Baum für die Zukunft

Klimawandel-Projekt in Bangladesch schafft weitreichende nachhaltige Veränderung

Wer Shawpna einmal begegnet ist, vergisst sie nicht so schnell wieder. Die junge Frau aus Mongla im südwestlichen Bangladesch ist nicht nur selbstbewusst, intelligent und attraktiv – sie besitzt auch eine Ausstrahlung, in der ihre bunte Umwelt noch klarer aufleuchtet, eine Präsenz, die einen innehalten lässt. Wenn sie lächelt, fühlt man sich wie sehnlichst vermisste, geliebte Geschwister, und in ihrer ärmlichen Hütte heißt sie Besucher willkommen wie in einem Palast.

Dabei ist Shawpnas Heimat alles andere als ein prächtiges Reich. Immer heftigere Wirbelstürme bedrohen Leben und Besitz der verarmten Bewohner; der Fluss schwemmt aus der bengalischen Bucht nicht nur den Müll des Planeten an, sondern auch immer mehr Salzwasser, das Acker unfruchtbar macht. Auf dem Rückweg reißen die Fluten meterweise Flussufer mit; auch die Sundarban, der größte Mangrovenwald der Welt, kann diesem Angriff nicht ewig trotzen.

Doch Shawpna und ihre Nachbarn haben im Projekt gelernt*, wie sie den Herausforderungen begegnen können. Die Hütte errichten sie höher und binden sie mit Seilen an Bäumen fest, damit der Sturm sie nicht wegreißt. Gegen die Versalzung des Bodens hilft natürlicher Kompost; durch Umstellung auf salzresistentere Pflanzen und Meeresfrüchte oder alternative Erwerbsmöglichkeiten kann das Einkommen gesichert werden.

Auch Shawpna und ihr Bruder setzen diese Maßnahmen bedachtsam um. Doch vor einigen Monaten hatte der Bruder einen Unfall. Dadurch ist Shawpna nun die einzige, die ein Einkommen verdient, um für die betagten Eltern zu sorgen. Ein Projektmitarbeiter vermittelte ihr einen Job, in dem sie für eine andere NRO Studien durchführt. Das ging so lange gut, bis aufgrund der politischen Veränderungen in den USA die Gelder gestoppt wurden und Shawpna ihren Job verlor.

Aber davon ließ die junge Frau sich nicht unterkriegen! Im Dezember hatte sie an einem Bürgerprogramm teilgenommen und wurde auf jemand aufmerksam, der einen Papierstift benutzte. Das brachte sie auf eine neue Geschäftsidee, die gleich mehrere Lösungsansätze bietet: ein Einkommen für sie und andere, eine sauberere Umwelt, nachhaltige Veränderung durch gemeinsames Engagement.

Diese Idee verfolgte sie, schaute sich auf YouTube an, wie man Papierstifte herstellt, kontaktierte NROs, Schulen und Unternehmen, um sich gleich einen kleinen Markt zu schaffen, und begann ihre „Paper-Pen Business“. Das Design erstellt sie in einem Internet-Café in der Stadt und druckt es in einem Copyshop, kauft die Kuli-Minen und rollt zuhause das Papier zu Stiften; 100 Stück schafft sie in etwa fünf Stunden.

Das ist nicht nur eine clevere Geschäftsidee, weil NROs diese Papierstifte toll finden. Shawpna möchte auch tatsächlich einen Unterschied für ihre Umwelt machen. Dafür verkauft sie nicht nur an NROs oder Unternehmen, sondern auch auf dem lokalen Markt. 6 Taka kostet dort ein Plastikkuli, daher verkauft Shawpna ihren Papierkuli ebenfalls für 6 Taka, auch wenn sie dann nur 2 Taka Profit macht. Auf den Stift druckt sie Slogans wie „Schützt die Umwelt“ oder „Vermeidet Plastik – rettet die Sundarban“.

„Ich möchte mich dafür einsetzen, dass der Müll in unseren Flüssen und Teichen abnimmt“, betont sie. „Um die Fische zu schützen – Fische sind unser Lebensunterhalt – und auch die Sundarban.“

Dafür hat sie noch andere Ideen: Zum Beispiel plant sie, preiswerte aber robuste Stofftaschen herzustellen und für den gleichen Preis anzubieten wie die Kunststofftaschen, die man derzeit noch auf dem Markt erhält. Da die Stofftaschen länger halten, ist Shawpna überzeugt, dass sie auch so einen nachhaltigen Unterschied für die Umwelt machen kann, auch wenn ihr Profit dann etwas geringer ausfällt.

Doch nicht nur die Umwelt liegt Shawpna am Herzen. Auch für ihre Nachbarn, für ihre ganze Dorfgemeinschaft möchte sie sich einsetzen.

„Ich hoffe, dass mein Papierstifte-Unternehmen gut läuft, damit ich noch ein paar Frauen dafür einstellen kann“, erklärt sie. „Auch die Stofftaschen machen wir dann gemeinsam. Es ist viel besser, wenn wir ein Team sind und uns die Arbeit teilen.“

In ihrer Selbsthilfegruppe ist Shawpna die Erste Vorsitzende. Auch dort hat sie schon viel bewegt; u.a. haben sich unter ihrer Initiative drei Gruppen zusammengeschlossen – „um uns gegenseitig zu motivieren, nachhaltiger zu sein, voneinander zu lernen, und weil wir uns einfach mögen“, erklären die Frauen. Zusätzlich zu ihren diversen individuellen Kleinstgewerben – zum Beispiel Ziegenzucht, Teestuben oder traditioneller Schmuck – haben die Frauen der drei Gruppen ein gemeinsames Unternehmen für Handarbeiten gegründet und sich einen Markt aufgebaut, „damit wir unabhängig sein können!“

Shawpna ist hier eine treibende Kraft, die ihre Nachbarinnen immer wieder zusammenbringt und motiviert und auch Chancen und Erfolge nicht für sich behält, sondern mit den anderen Frauen teilt. Ihre Zuversicht und Innovation gibt der Gruppe auch eine Zukunft, denn nur mit festem Zusammenhalt können die Frauen sich in ihrem männlich-dominanten Umfeld durchsetzen.

„Im Projekt habe ich eine Menge Schulungen besucht und viel gelernt, sodass ich jetzt in der Lage bin, uns als Gruppe zu vertreten – unsere Rechte einzufordern, unsere Stimme zu erheben, neue Ressourcen zu finden. Nach Abschluss des Projekts werde ich mich darum bemühen, von verschiedenen Regierungsministerien und gleichgesinnten NROs Unterstützung zu erhalten, damit wir so unsere Gruppe langfristig weiterführen können.“

Vor kurzem hat Shawpna ihr Studium in Sozialwissenschaft erfolgreich abgeschlossen. Aber das, was sie braucht, um die positiven Veränderungen in ihrer Dorfgemeinschaft langfristig aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln, hat sie im Projekt gelernt: „Wir haben so viel Wissen und Kenntnisse von euch erhalten – und wir sind jetzt alle sehr selbstbewusst und zuversichtlich!“, betont sie. Vor allem für die Schulungen zum Klimawandel bzw. Klimaschutz ist sie dankbar, „denn jetzt habe ich selbst die Initiative ergriffen, und ohne die Schulungen hätte ich das nicht gewusst.“

Auf die Bemerkung, dass ihr Einsatz für den lokalen Umweltschutz ja auch Auswirkungen für den Rest des Planeten hat, lacht die junge Frau fröhlich: denn in ihren Papierstiften ist ein Geheimnis versteckt.

„In jeden Papierstift rolle ich ein kleines Samenkorn mit ein. Wenn der Stift dann leer ist und weggeworfen wird, wächst ein großer Baum daraus.“

Jeder Stift ein Baum für die Zukunft – Shawpnas Zukunft und die ihrer Familie, ihres Dorfes, ihres weiteren Umfelds … aber auch unsere Zukunft und die unseres Planeten.

Denn Zukunft gestalten, das geht nur gemeinsam.

 

* Das Projekt zur „Klimawandel-Adaption und Katastrophenrisikominderung“ in Mongla, Bangladesch begann im Herbst 2021 und läuft noch bis Ende April 2025. Ein kurzes Erklär-Video zu diesem Projekt finden Sie hier.

Der Schein trügt nicht

Klare Erfolge im Dorfentwicklungsprojekt in Khotang, Nepal

Wie auf einer Postkarte thront das aus hellem Stein erbaute Haus auf seiner Hügelkuppe, inmitten eines Meeres aus grünen Feldern, dahinter die blauen Bergrücken. So richtig idyllisch sieht es aus, als ob es für einen Reiseführer posiert. Aber ob der Schein trügt?

Vor drei Jahren hätte Khamraj, der das Häuschen aus lokal gesammelten Steinen selbst erbaut hat, diesen Eindruck wohl schnell berichtigt. Mit elf Personen im Haushalt – Großeltern, Eltern, vier Kinder und Bruder mit Schwägerin – und so wenig Ernte, dass der Ertrag für kaum vier Monate im Jahr reichte, hieß es immer wieder: hungern, oder noch einen weiteren Kredit zu hohem Zinssatz aufnehmen.

Aber heute ist das alles anders. Nach drei Jahren Schulungen und Input durch unser Projekt hat sich Khamraj eine richtige kleine Farm aufgebaut. Dazu gehören Kühe, Ziegen, Schweine und Hühner, alle in ordentlichen Ställen und gut gezüchtet. Ein eingezäunter Garten liefert Gemüse für die Familie, auf den Feldern wachsen grüne Bohnen, die für einen sehr guten Preis verkauft werden können. Zusätzlich verdient er noch ein Einkommen durch Holzschneiden.

„Es ist ein riesiger Unterschied zu vorher!“, betont Khamraj. „Vier Ziegen habe ich vom Projekt bekommen, jetzt habe ich acht. Durch den Verkauf kann ich meine Schweinezucht vergrößern. Eine Hühnerfarm will ich auch aufbauen. Es hat sich wirklich viel verändert! Vor allem weiß ich jetzt, wie ich Viehzucht, Ackerbau und andere Einkommensaktivitäten selber weiterentwickeln kann. Das habe ich alles durchs Projekt gelernt!“

Sorgsam erbaute Ställe, perfekt angelegte Gärten und Felder, ein sauberer Hof mit Hygiene-Station und ordentlichem Toilettenhäuschen, zur Krönung noch ein paar Blümchen – so richtig verheißungsvoll sieht es aus. Und der Schein trügt nicht!

Das umfassende Dorfentwicklungsprojekt im Bezirk Khotang, Nepal, begann im Herbst 2021 und läuft noch bis Ende April 2025. Es ist begeisternd zu sehen, was sich gerade auch im letzten Jahr dort alles verändert hat! Die 200 Projekt-Familien haben eine ganz neue Perspektive auf ihren Alltag und ihre Zukunft entwickelt. Noch vor kurzer Zeit mussten sie auch für alltägliche Ausgaben Kredite mit hohem Zinssatz aufnehmen und hatten keine rechte Vorstellung davon, wie sie ihre Viehzucht, den Ackerbau oder Kleinsthandel wie einen Dorfladen durch sinnvolle Investitionen weiterentwickeln können.

Aber jetzt haben Khamraj und seine Nachbarn klare Pläne und Ziele. Sie wissen, wie sie ihre Unternehmen selbst kontinuierlich verbessern und aufbauen können. Die alltäglichen Dinge können sie sich jetzt leisten; sogar für die weiterführende Bildung ihrer Kinder können die meisten etwas zurücklegen. Wenn sie einen Kredit brauchen, holen sie sich den zu einem angemessenen Zinssatz aus ihrer Selbsthilfegruppe. Das hat dazu geführt, dass es inzwischen in diesem Gebiet von Khotang keine Kredithaie bzw. Institutionen mit schlechtem Zinssatz mehr gibt!

Und auch wenn die finanzielle Förderung durchs Projekt zu Ende ist, geht es in Khotang weiter. Im Herbst 2024 haben die Projekt-Familien eine Kooperative gegründet, die große Ziele hat. Unter anderem sind die Mitglieder bereits dabei, ein funktionierendes Marktsystem aufzubauen, sodass die Haushalte nicht nur genug produzieren, sondern ihren Ertrag auch für angemessene Preise verkaufen können.

„Durch den Verkauf ihrer Produkte wird sich jeder Haushalt selbst versorgen können – alle werden so sein“, erklärt einer der Männer im Leitungsgremium bei ihrem ersten Treffen. Voll Zuversicht sind die Frauen und Männer, dass sie auch nach Projektende die Maßnahmen selbstverantwortlich weiterführen werden. „Gemeinsam schaffen wir das! Auch wenn wir nicht wissen, was die Zukunft für uns bereithält – gemeinsam können wir die Herausforderungen bewältigen und uns weiterentwickeln.“

Unser Jahresprojekt 2025

In der „Oase des Friedens“ – gemeinsam wachsen und Heilung erleben (Libanon)

Seit fünf Jahren jagt im Libanon eine Krise die andere – Revolution, Zusammenbruch der Wirtschaft, Pandemie, verheerende Hafenexplosion, Erdbeben … und nun noch der Krieg. Durch all diese Krisen hindurch ist die NES-Schule in Beirut eine „Oase des Friedens“ geblieben und bietet Hunderten von Kindern einen Zufluchtsort, die sonst gar keine Schulbildung bekämen. Doch die Krisen hinterlassen auch tiefe Wunden und verzögern oder verhindern die gesunde Entwicklung der Kinder.

Deshalb hat das NES-Team ein umfassendes Therapie-Programm erarbeitet, das für die Kinder Sprachförderung, Trauma-Beratung und Prävention anbietet und zusätzlich Eltern und Lehrer in umfassenden Schulungen dazu ausrüstet, die Kinder auf dem Weg der Erneuerung zu begleiten. Ziel ist, dass die Kinder und ihre Familien durch die Krisen gemeinsam wachsen und Heilung erleben und so die Resilienz entwickeln, künftigen Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen und gestärkt daraus hervorzugehen.

Für das Jahresprojekt 2025 streben wir einen Betrag von mindestens 50.000 Euro an.

Weitere Informationen und regelmäßige Updates gibt es auf der Seite zum Jahresprojekt.

Das „Last-Minute“ Geschenk, das Zukunft schafft: Mit einer Geschenkspende schenken Sie nachhaltige Veränderung!

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit des Gebens, der Besinnlichkeit und der Freude – eine Gelegenheit, unsere Verbundenheit zu zeigen und Wertschätzung auf besondere Weise auszudrücken. Häufig machen wir das mit kleinen oder größeren Geschenken, die uns zwar kurz Freude bringen, dann aber in einer Schublade verstauben.

Wir laden Sie dieses Jahr dazu ein, den wahren Geist des Schenkens neu zu entdecken! Mit einer Geschenkspende schenken Sie doppelt Freude – Ihren Lieben und zugleich Menschen, die dringend Unterstützung brauchen. Statt schnell vergänglicher Präsente setzen Sie mit einer Geschenkspende auf nachhaltige Hilfe, die tatsächlich und langfristig positive Veränderung schafft.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Winterjacke für ein Schulkind in Nepal? In den Bergdörfern dort herrschen eisige Winter, doch Heizungen gibt es nirgends. Oder schenken Sie einer Familie in Süd-Madagaskar ein paar Hühner für eine Hühnerzucht, die ihnen hilft, sich selbst ein kleines Einkommen zu erwirtschaften.

Auf dieser Seite können Sie noch weitere sinnvolle Geschenkideen entdecken und die Geschenkspende direkt bestellen.

Zeigen Sie Freunden und Familie, dass Sie an sie denken und zugleich Verantwortung für eine gerechtere Welt übernehmen. Mit einer Geschenkspende schenken Sie Hoffnung, Chancen und Perspektiven – ein Geschenk, das weit über die Feiertage hinauswirkt.

Ein starkes Fundament für die Zukunft

Ermutigende Ergebnisse aus Projektbesuch im integrativen Kinderzentrum in Ghalegaun, Nepal

„Wir haben eine Vision für die Zukunft: gut ausgebildete Kinder, eine starke Selbsthilfegruppe, finanzielle Unabhängigkeit … wir möchten unser Wissen mit den Nachbardörfern teilen und unsere Kinder lehren, andere zu fördern und diese Tradition des gegenseitigen Unterstützens  weiterzuleben.“

„Wir schaffen jetzt das Fundament dafür … Schritt für Schritt wollen wir unser Dorf leiten, dass wir gemeinsam stark werden und das Programm eigenständig weiterführen können.“

Zwei Jahre ist es her, dass die Leiter der Selbsthilfegruppe im Bergdorf Ghalegaun im Osten Nepals diese Vision mit uns teilten. Seit Anfang 2021 fördern wir dort ein integratives Kinderzentrum, das bessere Bildung für die Kinder und ein geregeltes Einkommen für die Familien ermöglicht. Im November waren wir erneut vor Ort um zu sehen, wie sich das Fundament entwickelt hat. Und uns begeistert, war wir beobachten können:

Um sieben Uhr morgens kommen die Kinder ins Kinderzentrum gerannt, quetschen sich auf die Bänke, lachen, blicken erwartungsvoll auf die Lehrerin, die die Anwesenheitsliste durchgeht. Fast alle sind da – fast doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Da hing noch die Frage im Raum, ob die Dorfschule nicht schließen wird wie so viele andere kleine Dorfschulen in Nepal – stundenlang hätten die Kinder dann laufen müssen, viele hätten ihre Bildung wohl abgebrochen. Das Gegenteil ist passiert: Die Schülerzahl ist so angestiegen, dass die Regierung der Schule weitere Lehrer zur Verfügung gestellt hat. Die Förderung im Kinderzentrum hat hier den entscheidenden Unterschied gemacht.

Auf dem Weg durchs Dorf begegnen uns einige Personen mit Milchkannen, die die Milch ihrer durchs Projekt erhaltenen Kühe zur Sammelstelle bringen – die paar hundert Rupien, die sie dabei verdienen, mussten sie sich früher von Kreditinstituten mit hohem Zinssatz ausleihen. Ob Viehzucht mit Kühen, Ziegen oder Schweinen, kleine Läden, Schreinereien oder ähnliches – alle Familien betonen, dass sie sich jetzt die meisten alltäglichen Dinge leisten und sogar für die weiterführende Bildung ihrer Kinder aufkommen können; früher war das für die ärmeren Familien unerschwinglich.

Haus um Haus besuchen wir, bestaunen Gemüsegärten und Ställe, hören von Herausforderungen und freuen uns über Erfolge – und in den Gesprächen wird klar, dass die meisten Haushalte verstanden haben:  Wenn ich mein kleines Unternehmen oder meine Viehzucht weiterentwickeln möchte, dann muss ich vom täglichen Einkommen einen Betrag sparen und sinnvoll investieren. Vor Projektbeginn war Sparen hier ein Fremdwort! Aber so können auch Rückschläge ausgeglichen werden, und die Familien wissen, wie sie ihre Lage in Zukunft eigenständig verbessern können.

Besonders beeindruckt ein Besuch bei Tejan, dem Schriftführer der Selbsthilfegruppe, der seine Vision selbst tatkräftig umsetzt. Nur eine Kuh hat er durchs Projekt erhalten, zusammen mit Schulungen zu verbesserter Viehzucht und Gemüseanbau. Die Einnahmen vom Milchverkauf und das Gelernte hat er so geschickt investiert und umgesetzt, dass er nun fünf Kühe und Kälber hat, außerdem eine Ziegenzucht und sieben große Plastik-Gewächshäuser für Gemüse und Obst. Um seine Farm auszuweiten, hat er Land von seinen Brüdern gemietet. Und er hat noch große Pläne: Eine Fisch- und Bienenzucht möchte er aufbauen, mehr Obst und Gemüse sowie Kardamom anbauen, die Ställe verbessern und seine kleine Farm als integrierte Landwirtschaft nachhaltig gestalten.

„Ich möchte ein Vorbild für andere sein“, erklärt er. „Wenn ich es gut mache, dann können andere das sehen und es auch besser machen. Am besten lernt man ja von guten Beispielen.“

Ein Fundament schaffen für die Zukunft – Tejan arbeitet eifrig daran. Für sein Dorf, aber natürlich auch für seine Familie. Seinen zwei Söhnen, jetzt 11 und 13 Jahre alt, möchte er eine gute Ausbildung ermöglichen. „Ich tue das ja alles auch für meine Kinder“, betont er. „Wenn sie mal etwas Besseres sein möchten, dann werde ich versuchen, ihnen das zu ermöglichen. Meine Hoffnung ist, dass sie sich zu guten und erfolgreichen Männern entwickeln.

Aber was ich mir am meisten wünsche: dass sie nach der Ausbildung wieder hier ins Dorf zurückkommen. Dass sie nicht ins Ausland gehen wie so viele andere. Ich habe noch so viele Pläne, die kann ich gar nicht alle allein umsetzen. Wenn meine Söhne zurückkommen und mit mir gemeinsam die Farm weiter ausbauen – das wäre mein Traum.“

Zum Abschluss treffen wir uns wieder mit dem Komitee der Selbsthilfegruppe; Tejan ist natürlich auch dabei. Ein enorm ermutigendes Gespräch! „Früher“, erzählt Tejan, „waren viele Dorfbewohner sehr negativ eingestellt. Hier können wir ja doch nichts erreichen, meinten sie. Aber jetzt haben sie ihre Meinung geändert, jetzt entwickelt sich was! Und unsere Nachbarn, die sehen das und lernen von unserem Beispiel.“

„Besonders wichtig ist das Kinderzentrum“, betonen die Mütter, „jetzt wollen die Kinder alle in die Schule gehen! Und ihre Noten sind besser, sie haben mehr Chancen – früher, da konnten nur die reichen Familien ihren Kindern eine ordentliche Bildung ermöglichen. Aber jetzt ist es egal, ob man arm oder reich ist – alle Kinder haben die gleiche Chance!“

Ohne Zweifel: Das Fundament festigt sich, die Vision nimmt Form an. Kann auch die finanzielle Unabhängigkeit erreicht werden? Dafür sind noch ein paar weitere Schritte nötig; unter anderem sollte ein kleines gemeinschaftliches Unternehmen aufgebaut werden, aus dessen Einkommen die Selbsthilfegruppe das Kinderzentrum vollumfänglich weiterführen kann. Aber die wichtigsten Grundlagen sind gelegt, um die begonnenen positiven Veränderungen aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln … ein starkes Fundament für die Zukunft.

 

Lesen Sie auch die früheren Beiträge zu diesem Kinderzentrum.

Wenn Sie dazu beitragen möchten, dass das Fundament in Ghalegaun noch weiter gefestigt wird, dann spenden Sie mit Vermerk „Integrative Kinderzentren Nepal“ (zum allgemeinen Online-Spendenformular; zum Formular für Integrative Kinderzentren).

Dieses Weihnachtsgeschenk verändert Leben!

Wir bieten nachhaltige Alternative zu „Weihnachtspäckchen“

Fast ein Vierteljahrhundert lang haben wir jährlich zu Weihnachten nach Albanien, Bulgarien und Rumänien selbstgepackte „Weihnachtspäckchen“ mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versandt, die Tausenden von bedürftigen Kindern, Familien und Senioren eine Freude zu Weihnachten gemacht haben. Das waren (gerechnet ab 2010) insgesamt über 10.000 Weihnachts- und Schulpäckchen, die, gemeinsam mit anderen Gütern, mehr als 88 Tonnen Weihnachtsfreude verbreitet haben! Hunderte Einzelpersonen und Gruppen aus ganz Deutschland haben sich daran beteiligt.

Dieses „Weihnachtsgeschenk“ möchten wir, gemäß unseres Grundsatzes „wirkungsvoll helfen und nachhaltig verändern“, ab sofort noch nachhaltiger umsetzen. Und zwar mit einer „Geschenkspende“, die doppelt Freude schenkt – einer lieben Person hier in Deutschland, sowie Menschen andernorts, die dringend Unterstützung brauchen. Nachhaltige Hilfe statt vergänglicher Präsente – so kann der wahre Geist des Schenkens ganz neu entdeckt werden!

Angeboten wird zum Beispiel eine Geschenkspende, die einem Schulkind in Nepal eine Winterjacke spendet – dort wird es im Winter in den Bergdörfern bitterlich kalt. Oder ein paar Hühner für eine Familie in Süd-Madagaskar, die sich damit eine Hühnerzucht aufbauen und ausreichend ernähren können. Zu jeder Geschenkspende erhalten Spender eine personalisierte Karte, die sie ihren Freunden, Verwandten oder Kollegen zum Weihnachtsfest überreichen können.

Weitere Geschenkideen und alle nötigen Details gibt es hier.

Mit einer Geschenkspende schenken Sie Hoffnung, Chancen und Perspektiven – eine Geste, die weit über die Feiertage hinaus Bedeutung hat!

 

Und in diesem Kurzvideo erfahren Sie, warum wir keine Weihnachtspäckchen mehr verschicken.

Zehn Jahre Zufluchtsort

Kinderzentrum Kombinat in Albanien blickt auf vergangenes Schuljahr zurück

„Als wir letztes Jahr nach den Sommerferien das Kinderzentrum wieder eröffnet haben, waren die Kinder so glücklich. Endlich wieder was zu tun! Endlich wieder ein Ort, an dem sie bleiben dürfen! Wir haben ihnen geholfen, ihre Schulbücher zu besorgen und einzubinden, damit sie länger halten. Das machen die Kinder richtig gerne! Schulmaterial und Taschen haben sie auch bekommen. Und dann haben wir mit ihnen geübt, was sie im letzten Schuljahr gelernt haben.“

Zehn Jahre ist es her, dass ein paXan-Team in Kombinat, Albanien, ein Kinderprogramm durchführte, durch das im folgenden Jahr das Kinderzentrum Kombinat entstand. Zehn Jahre, in denen Kindern aus den bedürftigsten Familien dieses sozialschwachen Vorortes von Tirana durch Hausaufgabenhilfe, Schulmaterial und weitere Aktivitäten eine ordentliche Bildung ermöglicht wurde. Zehn Jahre, in denen die Kinder einen Ort hatten, an dem sie sich geliebt und angenommen fühlen, ein Zufluchtsort, wo jemand auf sie wartet, der sie kennt und sieht. Die meisten dieser Kinder sind jetzt Jugendliche oder junge Erwachsene, und es sind ihre kleinen Geschwister, die sich nach den langen Ferien so sehr den Start des Kinderzentrums herbei ersehnen. Denn auch nach zehn Jahren ist das Kinderzentrum Kombinat weiterhin ein Zufluchtsort für zahlreiche Kinder des Ortes.

Gesti, lokaler Pastor und Gründer des Kinderzentrums, blickt auf das Schuljahr 2023-24 zurück:

„Im September kamen zwei unserer jüngsten Kinder zum ersten Mal in die Schule. Sie waren aufgeregt und etwas ängstlich, aber wir sind mit ihnen zur Schule gegangen, und das hat ihnen geholfen.

Wir haben auch ein paar neue Gesichter im Zentrum. Mit dem Rathaus haben wir eine gute Beziehung aufgebaut, und sie besuchen uns regelmäßig; wir sprechen über die Herausforderungen der Kinder und sie laden uns zu ihren Treffen ein. Im Herbst hatten die Sozialarbeiter uns gebeten, vier weitere Kinder aufzunehmen, die aus schwierigen Verhältnissen kommen – das zeigt, dass wir immer bekannter werden im Ort und sie für unseren Dienst dankbar sind.

Es war gar nicht so einfach, diese Kinder zu integrieren – zwei Mädchen, zum Beispiel, kommen aus einer Roma-Familie, die Eltern sind Analphabeten und haben die Kinder immer alleine zuhause behalten. Dadurch hatten sie früher gar keinen Kontakt zu anderen Kindern, und waren anfangs sehr schüchtern und distanziert. Aber jetzt haben sie sich total verändert, sie fühlen sich geliebt und umsorgt, und wollen die ganze Zeit nur im Kinderzentrum bleiben.

Die Schulen, mit denen wir kooperieren, unterrichten weiterhin in zwei Schichten, daher haben wir im Kinderzentrum zwei Gruppen, eine vormittags und eine nachmittags, insgesamt 34 Kinder. Wir sind so dankbar für den tollen Einsatz unserer Mitarbeiter – Lehrerin Vera und ihre liebevolle Hingabe für die Kinder – Eda, die sich mit um die Familien kümmert– die Jugendlichen aus der Gemeinde, die ihre Zeit investieren um zu helfen – und natürlich Mama Vera, die jeden Tag mit viel Liebe die warmen Mahlzeiten kocht. Die Kinder sind so glücklich über das Essen und holen sich mit Begeisterung einen dritten oder vierten Teller voll; manchmal lächeln wir darüber, aber dann erinnern wir uns, dass das für viele Kinder die einzige Mahlzeit am Tag ist.

Das letzte Schuljahr war voller besonderer Aktivitäten. Dieses Jahr konnten wir den Besuch einer mobilen Zahnarztklinik organisieren – das war dringend nötig – und kümmern uns um die medizinische Versorgung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen wie Diabetes. Wir haben die Geburtstage der Kinder gefeiert und natürlich Weihnachten und Ostern – die Weihnachtsfeier gemeinsam mit den Eltern ist für die Kinder der Höhepunkt des Jahres! Im Sommer hatten wir noch ein Ferienprogramm; besonders die Wasserspiele haben die Kinder genossen.

Wir freuen uns so, den Fortschritt im Leben der Kinder zu beobachten und von Eltern und Lehrern die guten Berichte zu hören! Am Ende des Schuljahres haben die Kinder Zeugnisse bekommen und wir haben mit ihnen die tollen Ergebnisse gefeiert. Manche der Kinder sind die besten in ihrer Klasse – was für einen Unterschied macht es doch, wenn Kinder einen Ort haben, an dem sie geliebt werden und sich jemand um sie kümmert!

Jetzt sind wir ins neue Schuljahr gestartet. Ein Schuljahr, das viele Herausforderungen bringen wird, und viele wundervolle Momente. Danke, dass ihr uns auf dieser Reise begleitet!“

 

Das Kinderzentrum in Kombinat finanziert sich unter anderem durch Patenschaften. Wenn Sie ein Kind in diesem Kinderzentrum unterstützen möchten, dann wählen Sie bitte auf dem Patenschaftsformular als Region „Osteuropa“. Selbstverständlich können Sie das Kinderzentrum auch durch eine Spende unterstützen; dann wählen Sie bitte bei der Online-Spende „Kinderzentrum Kombinat (Albanien)“.

Wir schaffen das!

Ermutigende Erfolgsgeschichten aus dem Großprojekt in Mongla, Bangladesch

Ein weiteres Jahr ist vergangen in Mongla im südwestlichen Küstengebiet von Bangladesch, und wir stehen wieder am Flussufer. Dasselbe Flussufer wie vor ein, vor zwei Jahren – und eben doch nicht dasselbe. Wieder hat der Fluss mehrere Meter Land gefressen. Die Familien, die mal ein ordentliches Stück Land viele Gehminuten vom Fluss entfernt hatten, wohnen jetzt am Ufer und schauen zu, wie das Wasser Monat für Monat ihr Land verschlingt, bis nichts mehr übrig ist.

Und trotzdem – die Menschen geben nicht auf. Sichern beim Sturm ihre Hütten, züchten Hühner und Ziegen, lernen neue Fertigkeiten, sodass sie auch noch ein Einkommen verdienen können, wenn Fischteiche und Gemüsegärten im Fluss verschwunden sind.

Um ausreichende Vorsorgemaßnahmen für den Katastrophenfall und eine funktionierende Anpassung an die geänderten klimatischen Bedingungen – darum geht es in diesem Großprojekt, das wir seit Herbst 2021 mit finanzieller Förderung der Bundesregierung hier in Mongla unterstützen, und das jetzt in die Endphase läuft. Dabei wurden die Maßnahmen im Frühjahr ordentlich auf die Probe gestellt: Wirbelsturm „Remal“ hat gezeigt, was bei der Katastrophenvorsorge funktioniert und was noch verbesserungswürdig ist.

Die Berichte, die wir hören, als wir im Rahmen einer Projektreise in Mongla von Haus zu Haus ziehen, machen Mut. Da ist zum Beispiel Minoti, deren Hühner- und Entenzucht wir letztes Jahr bestaunen durften. Diese Geflügelzucht hat sie ausgebaut, dann mit ihrem Einkommen und einem Darlehen aus der Selbsthilfegruppe eine Kuh gekauft, inzwischen hat sie schon vier Kühe, die in einem ordentlichen Stall untergebracht sind. Minoti ist Witwe, aber mit ihrem Einkommen kann sie nun ihre zwei Kinder gut versorgen. Im Wirbelsturm hat sie fast nichts verloren – ihr Vieh hatte sie in Sicherheit gebracht, das Haus ordentlich gesichert; nur ein kleines Stück Dach musste sie erneuern und den Garten neu aussäen. Sogar das in dieser Gegend ewig-präsente Trinkwasserproblem hat sie gelöst, indem sie sich hinter die Hütte einen großen, betonierten Wasserspeicher gebaut hat. Minoti – fleißig, innovativ, motiviert, freundlich und selbstständig – ist eine große Ermutigung für ihre Nachbarn und Freunde, denn nichts motiviert so sehr wie ein gutes Beispiel!

Leider gibt es auch viele, die im Sturm sehr viel verloren haben, teils weil sie nicht genügend Vorsorgemaßnahmen umgesetzt hatten, manchmal auch einfach, weil sie an der falschen Stelle wohnen. Aber auch hier werden in Gesprächen zwei Dinge deutlich: einerseits, dass den Menschen bewusst ist, welche Nachbarn besser vorbereitet waren, und sie das nachahmen möchten, und andererseits, dass zwar viel Hab und Gut verloren ging, das erlernte Wissen aber weiterhin besteht – die Mehrzahl der Personen, die Viehzucht oder kleine Unternehmen im Zyklon verloren haben, haben bereits neu begonnen oder planen es noch vor Ende des Jahres.

Und immer wieder treffen wir auf beeindruckende Beispiele von Innovation, Kreativität und ersten großen Erfolgen.

Labuni aus Chandpai hat im Rahmen des Projektes ein „Market Development Training“ besucht; jetzt verkauft sie mit ihrer Häkelgruppe inzwischen über Facebook bis nach Dhaka; ein Händler exportiert ihre Ware sogar. Ihre kreativen Ideen sorgen dafür, dass die Nachfrage nicht abnimmt. 25 Frauen verdienen so durch Häkeln ein Einkommen, und Labuni sucht ständig nach weiteren, weil sie so viele Aufträge bekommt; u.a. bietet sie auch Kurse an, sodass weitere Frauen die Fertigkeiten erlernen können.

Protap in Chila hat seine Krabbenzucht so erfolgreich ausgebaut, dass er jetzt monatlich 30.000 Taka (ca. 250 EUR) netto verdient; letztes Jahr waren es noch 20.000 Taka; ohne den Zyklon hätte er vermutlich schon 35.000 Taka erreicht. Auch seine Ware wird ins Ausland exportiert. Früher konnte er durch Fischzucht seine sechsköpfige Familie so gerade eben ernähren. Seit er im Projekt die Schulungen zur Krabbenzucht mitgemacht hat und umgestiegen ist, geht es ihnen richtig gut; ein ordentliches Haus konnte er bauen, und hat sogar etwas Erspartes auf der Bank.

Tohomina, eine der Ärmsten in der Zielgruppe, strahlt übers ganze Gesicht, als wir zu Besuch kommen. Letztes Jahr ging es ihr noch richtig schlecht, die Hütte war am Zerfallen, das magere Einkommen reichte für nichts. Aber dank der stetigen Bemühungen des Projektteams wohnt Tohomina mit Mann und zwei kleinen Kindern jetzt in einer ordentlichen Hütte – die Nachbarn halfen ihr beim Bau – die auch beim Zyklon stehenblieb. Gemüse und Geflügelzucht liefen gut bis zum Sturm, aber trotz der Verluste ist Tohomina jetzt voller Zuversicht; man kann ja schließlich immer wieder neu anfangen, wenn man die nötigen Kenntnisse hat.

Am letzten Nachmittag lernen wir noch Rituparna kennen, die hervorragend Englisch kann und deren künstlerische Fähigkeiten uns sprachlos machen: u.a. selbst entworfener Schmuck und individuell bemalte Taschen von einer Qualität, die auch auf dem deutschen Markt problemlos verkauft werden könnten. Bisher hat sich Rituparna ihren eigenen Markt noch nicht so richtig erschlossen; sie verkauft zwar über Facebook, aber die Einnahmen sind im Vergleich zur Qualität gering. Doch ein enormes Potential schlummert hier – und wieder sind wir beeindruckt, dass Rituparna dabei nicht sich selbst im Blick hat, sondern sich vor allem bessere Chancen für die Mädchen wünscht, denen sie ihre Künste weitervermittelt.

Schlussendlich ist eine der Erkenntnisse unseres Besuches: Mit der richtigen Kenntnisvermittlung und langfristiger Begleitung  und Ermutigung können vor allem die Grundlagen verändert werden, sodass Menschen auch bei Rückschlägen oder in schwierigen Situationen nicht aufgeben, sondern mit Zuversicht weitermachen oder Neues beginnen, denn sie wissen: Wir können das schaffen, denn wir haben es schon einmal geschafft!

 

Dieser Reisebericht konzentrierte sich auf den Aspekt des Projektes, der zum Ziel hat, den Familien alternative Einkommensmöglichkeiten zu vermitteln, sodass sie trotz Katastrophen und Klimawandel ihre Familien ernähren können. Ein weiterer Bericht wird sich spezifisch auf die verschiedenen Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge auf Haushalt- und Dorfebene beziehen.

Hier finden Sie ein kurzes Erklär-Video zu diesem Projekt.

Dieses Projekt wird zu 75% vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert; Helping Hands e.V. muss einen Eigenanteil von 12,5% aufbringen (ca. 32.000 EUR). Wenn Sie die Familien in Chila und Chandpai (Mongla) im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels unterstützen möchten, spenden Sie bitte mit Vermerk „Mongla“.

Neue Zusammenarbeit mit dem Bonani Hope Center in Südafrika

Seit knapp 10 Jahren hat Lunathi eine Vision. Er möchte, dass Kinder in seinem Heimatdorf Khalinyanga – einem kleinen, ärmlichen Dorf im ländlichen Ostkap Südafrikas – besser aufwachsen können als er. Besser heißt in seinem Fall ohne Hunger, Missbrauchserfahrungen und frühen Kontakt zu Drogen. Aber dafür mit richtiger Schulbildung, ausgewogener Ernährung und einem Ort, an dem man einfach Kind sein kann.

Nach einem langen Prozess der Ausbildung und des Planens, Netzwerkens und Träumens ist er heute Mitgründer des Bonani Drop in Center. Einem integrativen Kinderzentrum, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, solch ein sicherer Hafen für die Kinder aus der Gegend zu sein. Momentan bekommen dort knapp 100 Kinder eine Mahlzeit, werden beim Lernen unterstütz und mit den nötigen Schulmaterialen ausgestattet. Medizinische Versorgung und Tanz- und Sportangebote tragen zu einer ganzheitlichen Förderung der Kinder bei. In all dem legt das Team von Bonani großen Wert auf die Stärkung der Familien, sodass die Eltern dazu bevollmächtigt werden, sich selbst um ihre Kinder kümmern zu können. Der tägliche Zulauf an neuen Kindern, die von immer weiter weg zu Bonani kommen, zeigt den großen Bedarf für nachhaltige Veränderung in der Region.

Wir sind dankbar ab sofort an Lunathis Vision mitwirken zu dürfen. Gemeinsam arbeiten wir daran, die Lebensrealität der Kinder wirkungsvoll zum Besseren zu verändern. Dafür soll in Zukunft vor allem noch die Arbeit mit den Familien weiter gestärkt werden. Ganz praktisch spiegelt sich dass in Seelsorge, Beratung und Erziehungsprogrammen sowie Schulungen zu Finanzmanagement und dem Aufbau kleiner Geschäfte wider.

Wir freuen uns über die gemeinsame Zusammenarbeit mit Lunathi und seinem Team und sind gespannt, was die Zukunft für Khalinyanga bereithält.