„Es ist eine riesige Verantwortung“

Team der NES-Schule in Beirut reflektiert über erste Schulwoche

„Ich bin so glücklich, dass ich wieder in der Schule sein kann!“ Der Fünftklässlerin Jenny* kann man die Begeisterung anhören, als am 8. Oktober an der NES-Schule in Beirut wieder der Unterricht beginnt. „Ich hab die Schule ja schon früher gemocht, aber jetzt – jetzt liebe ich sie! Das Internet ist im Libanon so schlecht, da lernt man online einfach nichts. Und hier kann ich alle meine Freunde sehn, und neue kennenlernen! Ich bin ja so froh, dass die Schule wieder offen ist!“

Tägliche Angriffe, Bombeneinschläge die gesamte Nacht hindurch … da ist jeder neue Schultag ein kleines Wunder. Inzwischen konnten alle Klassen mit dem neuen Schuljahr beginnen. Dabei gehörte zum Programm der ersten Tage nicht nur die fröhlichen „Back-to-School“ Aktivitäten, sondern auch ernstere Themen. Zum Beispiel besuchte die Psychotherapeutin der Schule jede Klasse einzeln und sprach darüber, wie man mit schwierigen Zeiten und Stress umgehen kann, ohne dass es in Trauma umschlägt, lehrte gesunde Bewältigungsstrategien und bot den Schülern einen sicheren Raum, um ihre Gefühle auszudrücken. „Ziel ist es, dass die Kinder den richtigen Fokus behalten können und die nötigen Widerstandskräfte aufbauen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern und gestärkt daraus hervorzugehen“, erklärt Schulleiterin Marlene M.

Eine ganze Woche schon hat das NES-Team durchgehalten, die „alten“ Schüler willkommen geheißen, neue Schüler integriert und Kind-um-Kind Lösungen in ihren individuellen familiären Herausforderungen gesucht. Aber das NES-Team ist sich auch des Risikos bewusst:

„Es ist eine riesige Verantwortung, die Kinder hier zu haben“, betont Josette M., die an der NES-Schule für das soziale und emotionale Wohlbefinden der Kinder verantwortlich ist. „Ich bin froh um jeden Tag, an dem die Kinder nach Hause gehen, ohne dass wir von Bomben und Luftangriffen unterbrochen wurden.

Natürlich mache ich mir Sorgen um die Kinder! Die meisten haben in den Angriffen geliebte Menschen verloren, oder haben zumindest Verwandte, die verletzt wurden. Ich kann den Schmerz in ihren Augen sehen, die Trauer, die Angst … Alles ist voller Traurigkeit, überall.

Aber trotzdem – ich bin so dankbar, dass wir die Schule öffnen konnten! Es ist wie eine Oase für die Kinder. Hier können sie lernen und spielen und Freude im Alltag finden und die schrecklichen Kriegsnachrichten eine Weile vergessen.“

Deshalb arbeitet das NES-Team weiterhin unermüdlich daran, so viele Kinder wie möglich in dieser „Oase“ willkommen zu heißen. Wenn Sie dabei mithelfen möchten, dann spenden Sie bitte mit Vermerk „Libanon“ oder „NES Studienfond“ (zur Online-Spende).

Weitere Infos zur NES-Schule bzw. dem Studienfond finden Sie auf dieser Seite.

 

* Name geändert

Schule im Libanon nimmt Unterricht wieder auf

Ein Schulhof voller Kinder die lachen und lärmen, Körbe werfen, Tore schießen oder ihr Pausenbrot genießen, in der Ecke tuscheln oder schnell die letzte Hausaufgabe erledigen – so sollte der Alltag in der NES-Schule in Beirut aussehen. Und das ist ab heute wieder Realität!

Trotz der extrem angespannten Lage im Libanon hat sich unser Partner vor Ort entschlossen, den Unterricht wieder aufzunehmen. Vorerst für die Klassen 4 bis 9; im Laufe der Woche kommen Kindergarten und der Rest der Grundschule dazu, und nächste Woche kann hoffentlich das STEP-Nachmittagsprogramm beginnen.

Seit zehn Jahren werden in diesem Programm Kinder unterrichtet, deren Familien vor einem anderen Krieg flüchten mussten. „Aber ein paar der syrischen Familien sind jetzt in die Heimat zurückgekehrt“, berichtet Schulleiterin Marlene. „Wir wollen so viele geflüchtete Kinder wie möglich im Nachmittagsprogramm aufnehmen, Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften oder die bei Verwandten untergekommen sind, und sie hier unterrichten – sonst sitzen sie alle nur rum und haben nichts zu tun und verpassen ihre Bildung.“

Das alles ist eine große Herausforderung – aber die NES ist auf Herausforderungen gut vorbereitet. „Unsere Psychotherapeutin lehrt die Kinder, wie sie mit ihrer Angst zurechtkommen und wie sie reagieren sollen, wenn sie die Bomben hören. Alle unsere Lehrer haben gestern an einer speziellen Schulung vom Roten Kreuz teilgenommen. Wir machen auch Evakuierungsübungen mit den Kindern, sodass alle im Notfall genau wissen, was zu tun ist. Und wir prüfen für jedes Kind individuell, was wir tun können, um ihnen am besten zu helfen.“

Natürlich ist die Angst allgegenwärtig; jede Nacht wird vom Bombenlärm zerrissen, oft bis 4 oder 5 Uhr morgens. Aber das hält die Familien der NES nicht davon ab, ihren Nachbarn zu helfen. Eltern und Kinder sammeln Kleider, Schuhe und Matratzen für geflüchtete Familien, helfen dabei, Essenspakete und warme Mahlzeiten auf den Straßen zu verteilen und Hygienematerial weiterzugeben.

Leider wächst auch unter den „regulären“ NES-Familien die Not. „In vielen unserer Familien hat der Vater durch die Bombenangriffe den Job verloren“, erklärt Marlene. „Sie bekommen keinen Pfennig mehr. Einige sind zu uns gekommen und wollten ihre Kinder aus der Schule nehmen, weil sie kein Schulgeld bezahlen können, aber wir haben ihnen gesagt, ihre Kinder sollen bleiben! Gestern sagte ein Vater zu uns, ‚wisst ihr, wir haben nicht einmal Brot‘. Deshalb helfen wir auch mit Essenspaketen.“

Wenn in der NES-Schule die Pause vorüber ist, herrscht wieder Stille auf dem Schulhof. Eine trügerische Stille? Nein – denn die Klassenzimmer sind voller Leben. Voller Kinder, die leben und lernen wollen, und für die jeder neue Schultag ein Geschenk ist.

 

Wenn Sie mithelfen möchten, dass Kinder im Libanon auch in dieser Kriegssituation weiterhin Bildung erhalten und einen Zufluchtsort haben, dann spenden Sie bitte mit Vermerk „Libanon“ oder „NES Studienfond“ (zur Online-Spende).

Weitere Infos zur NES-Schule bzw. dem Studienfond finden Sie auf dieser Seite.

„Dort ist nichts mehr, nichts!“

Krieg im Libanon betrifft auch NES-Schule in Beirut

„Die aktuelle Lage … es ist einfach nur verrückt. Wir wissen nicht, wie das noch weitergeht!“

Mitte September ist die Zeit, an der die NES-Schule in Beirut das neue Schuljahr beginnt. Auch in Krisenzeiten, trotz der Unsicherheit – ob Revolution, Pandemie, Wirtschaftskrise oder Erdbeben. Auch in diesem Jahr, der Furcht zum Trotz. Ganze vier Tage konnte Unterricht stattfinden. Dann begann die Bombardierung der libanesischen Hauptstadt.

„Es ist wie im Erdbeben“, berichtet Marlene, Schulleiterin der NES. „Unvorstellbar! In Dahiyeh, entlang der Straße zum Flughafen, sind die Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Und im Süden, die Dörfer – die christlichen genauso wie die muslimischen – sind alle völlig zerstört, dort ist nichts mehr, nichts!“

In nur wenigen Tagen sind tausende Zivilisten getötet worden, darunter Hunderte von Kindern; über eine Million mussten bereits fliehen, das sind 20% der Bevölkerung. Viele kommen bei Verwandten unter, andere finden in den staatlichen Schulen eine Unterkunft – wenn sie Glück haben.

„Tausende von Menschen sind auf der Straße, leben in ihren Autos. Und die Syrer, sie werden in den staatlichen Unterkünften abgewiesen und haben keine andere Wahl, als auf der Straße zu schlafen, es bricht einem wirklich das Herz! Und jetzt wird es Herbst, es fängt an zu regnen. Deshalb verteilen wir jeden Tag warme Mahlzeiten an die Familien auf den Straßen. Wir haben auch Matratzen und Kissen verteilt an die Familien, die Verwandte aufgenommen haben, oft zwei oder drei Familien; da leben jetzt teilweise 15 bis 20 Personen in einer kleinen Wohnung.“

Aber über aller Hilfsbereitschaft schwebt unaufhörlich die Angst. Die schreckliche Furcht, dass die Geflüchteten vielleicht der Hisbollah angehören und man damit selbst Zielscheibe der nächsten Bombardierung wird. Auf diese Art wurden schon Hunderte von Unbeteiligten zu Opfern. Daher trauen die meisten Menschen sich nicht, Fremden eine Zuflucht zu bieten.

„Es ist eine sehr kritische Zeit. Es ist wirklich sehr, sehr gefährlich. Wir müssen sehr weise sein. Natürlich helfen wir, so viel wir können, wie auch immer wir können.“

Und da hat die NES-Schule schon einen Plan: Im „STEP“ Nachmittagsprogramm sollen möglichst viele Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften aufgenommen werden. „Damit ihre Bildung nicht so lange unterbrochen wird“, erklärt Marlene. „Denn selbst wenn es einen Waffenstillstand gibt, können diese Familien erst in vielen Monaten die Flüchtlingsunterkünfte verlassen, denn sie haben keine Häuser mehr, in ihren Dörfern ist ja alles dem Erdboden gleich, da ist nichts mehr übrig.“

Bisher ist zwar noch nicht klar, wann die Schulen wieder öffnen dürfen. Aber sobald vom Bildungsministerium die Erlaubnis kommt, ist die NES bereit:

„Wir überlegen, in zwei Schichten zu öffnen. Es ist zu riskant, 360 Kinder auf einmal in der Schule zu haben. Aber wenn wir in zwei Schichten unterrichten, dann sind es nur die Hälfte Kinder, wenn dann etwas passiert, können wir schnell genug evakuieren.“

Eine Herausforderung bleibt: In dieser Situation ist keine Familie in der Lage, auch nur einen geringen Betrag fürs Schulgeld zu bezahlen – vor allem nicht die Familien, die noch für ein Dutzend geflüchtete Verwandte alle Ausgaben begleichen müssen, und schon gar nicht die geflüchteten Familien selbst. Noch weiß die Schulleiterin nicht, wie sie Ende des Monats die Gehälter der Lehrer bezahlen soll. Aber weder für sie noch für das restliche Personal an der NES ist das ein Grund, aufzugeben oder die Hoffnung zu verlieren.

„Das ist eins, was wir tun können: Bildung anbieten; unsere Schule tagsüber öffnen und Kindern die Möglichkeit zum Lernen geben.“

Und weiterhin, auch in dieser neuen Katastrophe, eine Oase des Friedens sein.

 

Wenn Sie mithelfen möchten, dass Kinder im Libanon auch in dieser Kriegssituation weiterhin Bildung erhalten und einen Zufluchtsort haben, dann spenden Sie bitte mit Vermerk „Libanon“ oder „NES Studienfond“ (zur Online-Spende).

Neue Zusammenarbeit mit dem Bonani Hope Center in Südafrika

Seit knapp 10 Jahren hat Lunathi eine Vision. Er möchte, dass Kinder in seinem Heimatdorf Khalinyanga – einem kleinen, ärmlichen Dorf im ländlichen Ostkap Südafrikas – besser aufwachsen können als er. Besser heißt in seinem Fall ohne Hunger, Missbrauchserfahrungen und frühen Kontakt zu Drogen. Aber dafür mit richtiger Schulbildung, ausgewogener Ernährung und einem Ort, an dem man einfach Kind sein kann.

Nach einem langen Prozess der Ausbildung und des Planens, Netzwerkens und Träumens ist er heute Mitgründer des Bonani Drop in Center. Einem integrativen Kinderzentrum, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, solch ein sicherer Hafen für die Kinder aus der Gegend zu sein. Momentan bekommen dort knapp 100 Kinder eine Mahlzeit, werden beim Lernen unterstütz und mit den nötigen Schulmaterialen ausgestattet. Medizinische Versorgung und Tanz- und Sportangebote tragen zu einer ganzheitlichen Förderung der Kinder bei. In all dem legt das Team von Bonani großen Wert auf die Stärkung der Familien, sodass die Eltern dazu bevollmächtigt werden, sich selbst um ihre Kinder kümmern zu können. Der tägliche Zulauf an neuen Kindern, die von immer weiter weg zu Bonani kommen, zeigt den großen Bedarf für nachhaltige Veränderung in der Region.

Wir sind dankbar ab sofort an Lunathis Vision mitwirken zu dürfen. Gemeinsam arbeiten wir daran, die Lebensrealität der Kinder wirkungsvoll zum Besseren zu verändern. Dafür soll in Zukunft vor allem noch die Arbeit mit den Familien weiter gestärkt werden. Ganz praktisch spiegelt sich dass in Seelsorge, Beratung und Erziehungsprogrammen sowie Schulungen zu Finanzmanagement und dem Aufbau kleiner Geschäfte wider.

Wir freuen uns über die gemeinsame Zusammenarbeit mit Lunathi und seinem Team und sind gespannt, was die Zukunft für Khalinyanga bereithält.

Piluwas Zukunft nimmt Form an

Integratives Kinderzentrum jetzt im vierten Jahr

„Das ist meine Kuh ‚Mali‘ – und ich bin ihre Mutter!“ Roti Maya lacht übers ganze Gesicht, während sie ihrer Kuh über den breiten Rücken streicht. „Sie versteht alles, was ich sage. Wenn sie brüllt und ich ihren Namen rufe, dann beruhigt sie sich. Ich liebe sie sehr!“ Sie hebt einige Blätter auf, entfernt die harten Stiele, hält dem Tier das Grün hin. „Durch unser Projekt hatte ich acht junge Büffel bekommen. Einen hat leider ein Tiger gerissen. Aber die anderen hab ich großgezogen und verkauft, und dann diese Milchkuh und drei Ziegen gekauft.“ Ein oder zwei Liter Milch spart sie täglich für ihre Kinder auf, der Rest wird verkauft. Mit diesem Einkommen kann Roti Maya eine gute Ausbildung für die Kinder bezahlen; bald ist auch genügend gespart für eine zweite Kuh. „Die hab ich auch schon kennengelernt, und bald gehört sie mir!“ erzählt Roti Maya lachend.

Ein geregeltes Einkommen, Ertrag von Viehzucht und Küchengärten für eine bessere Ernährung, eine ordentliche Ausbildung für die Kinder – das sind nur ein paar der Ziele des integrativen Kinderzentrums in Piluwa in der südlichen Ebene Nepals. Dabei beinhaltet die Förderung der Kinder neben Hausaufgabenhilfe auch das nötige Schulmaterial, nahrhafte Mahlzeiten, Hygiene und alles was sie sonst noch brauchen, um sich ganzheitlich positiv zu entwickeln. Die Förderung der Familien hat zum Ziel, dass das Einkommen so verbessert wird, dass sie langfristig für ihre Kinder besser sorgen können – durch Selbsthilfegruppen, verbesserten Gemüseanbau, verbesserte Viehzucht oder alternative Einkommenserwerbe: wie zum Beispiel der kleine Laden von Chandramaya, in dem die Großmutter so ziemlich alles anbietet, was man hier im Alltag braucht, von Puffreis über Zahnbürsten bis hin zu Batterien.

Inzwischen ist das Projekt im vierten Jahr, und daher konnten schon viele Veränderungen beobachtet werden. Wenn man von Haus zu Haus geht, Läden und Teestuben erkundet, Ziegen, Büffel und Schweine trifft und vor allem viele motivierte Mütter, Großmütter und Väter kennenlernt, dann besteht bald kein Zweifel: Piluwas Zukunft nimmt Form an!

Das gilt auch für Samjhana. Als ihr Mann sie verließ, wusste Samjhana nicht, wie sie alleine für ihren kleinen Sohn und die Eltern sorgen sollte. Sie begann, mit einer kleinen fahrbaren Teestube aus Holz ein geringes Einkommen zu verdienen. Das ging ein paar Jahre so. In der Selbsthilfegruppe fand sie viel Unterstützung und erhielt schließlich aus der Gruppe ein Darlehen zu einem guten Zinssatz. Mit diesem Geld und dem Einkommen aus der Teestube konnte sie ein richtiges kleines Haus aus Beton bauen, dass sie als Gasthaus führt; „Hotel“ nennt sie es. Jetzt kann sie jeden Tag einen kleinen Betrag sparen, und hat noch große Pläne für die Zukunft: „Dieses Geschäft macht mir viel Spaß. Ich möchte das Hotel noch erweitern und eine weitere kleine Hütte mit Gästezimmern bauen und Übernachtungen anbieten. Und natürlich möchte ich sparen für die Ausbildung meines Sohnes, und auch für Gesundheitsvorsorge.“ Mit ihrem Einkommen kann sie Sohn und Eltern gut ernähren. „Ich wünsche mir, dass es für meinen Sohn mal einfacher sein wird als für mich. Ich bin überzeugt, dass er sich zu einem guten Menschen entwickeln und viel erreichen wird.“

Direkt gegenüber von Samjhanas Gasthaus ist das Gebäude, in dem das Kinderzentrum stattfindet. Jeden Morgen und jeden Nachmittag erschallt die Gegend von Kinderlachen – die meisten Kinder kommen zweimal am Tag, so wohl fühlen sie sich hier. Die zwei Lehrer kümmern sich hingebungsvoll um jedes Kind; inzwischen kommen auch einige ältere Kinder, die bereits vom Kinderzentrum „graduiert“ haben, um ehrenamtlich zu helfen. „Wir müssen unsere Kinder nie daran erinnern, dass jetzt Zeit fürs Kinderzentrum ist“, berichten die Eltern. „Sie gehen alle automatisch hin, weil sie so gerne dort sind!“ Und das liegt sicherlich nicht nur an der nahrhaften Mahlzeit, die die Kinder dort bekommen. „Das Kinderzentrum ist ein sicherer Ort für sie, ein Zufluchtsort“, erklärt ein Lehrer. „Und die Eltern sind auch sehr froh zu wissen, dass die Kinder hier sind und sich um sie gekümmert wird.“

Alle Familien, die zum Piluwa Kinderzentrum gehören, sind sich einig: Diese tolle Sache muss weitergehen! Aber wie? Kontinuierliche Förderung von außerhalb ist weder nachhaltig noch wünschenswert, da ein zentrales Ziel des Projektes ist, die Unabhängigkeit und Eigeninitiative der Menschen zu stärken. Deshalb sind integrative Kinderzentren von Anfang an darauf ausgelegt, früher oder später – je nach lokaler Situation – finanziell und strukturell selbsttragend zu werden.

Und da ist Piluwa schon auf einem sehr guten Weg! Denn das Projektteam, die Leitungsteams der beiden Selbsthilfegruppen und auch die Familien sind sehr motiviert, das Projekt langfristig selbst weiterzuführen. „Wir werden uns gegenseitig helfen und selbst unsere Bedürfnisse erfüllen und werden keine Unterstützung von anderen mehr brauchen!“, betont eine Mutter. „Unsere Kinder werden sehr talentiert und ehrlich sein und für ihre Familie und Dorfgemeinschaft Verantwortung übernehmen – das ist mein Traum!“

Und die Leiterin der Selbsthilfegruppe ergänzt: „Ich träume, dass wir nicht nur keine Unterstützung von anderen mehr brauchen, sondern dass stattdessen wir anderen Unterstützung geben können, und dass durch uns und unsere Gruppen vielen Menschen geholfen werden kann!“

Eine etwas zu idealisierte Vision der Zukunft? Vielleicht. Aber genau diese Zukunft nimmt in Piluwa Form an.

 

Lesen Sie auch die früheren Beiträge zu diesem Kinderzentrum:
Ein Herz für Piluwa
Eine Zukunft für Piluwa

Wenn Sie dazu beitragen möchten, dass Piluwas Zukunft noch weiter Form annimmt, dann spenden Sie mit Vermerk „Integrative Kinderzentren Nepal“ (zum allgemeinen Online-Spendenformular; zum Formular für Integrative Kinderzentren).

Ein paar Impressionen aus dem Straßenkinderzentrum in Antananarivo, Madagaskar

Im AKANYAMI-4, dem Straßenkinderzentrum in Antananarivo, Madagaskar, können sich die Kinder über neues Spiel- und Sportmaterial freuen. Das neue Spielzeug macht aber auch nicht einfach nur Spaß, sondern es fördert die Kinder auch in ihrer ganzheitlich Entwicklung. Hierfür hatte die Gelnhäuser Gemeinde der Kirche des Nazareners die Erlöse ihres alljährigen Weihnachtsbasars gespendet.

Ein Leuchtturm im Ozean des Elends

Wie die Arche-Schule im Kariobangi-Slum in Kenia Kinderleben nachhaltig verändert

Wir stehen in einem winzigen, dunklen Raum, in der hintersten Ecke eines kleinen Compounds, zu dem von der staubigen Nebenstraße des Slums eine klapprige Blechtür führt. Die Kammer ist fast völlig ausgefüllt von einem Bett; auch ein kleiner Gaskocher hat noch Platz. Übers Bett und den schmutzigen Boden quer verteilt liegen Kleidungsstücke, leere Tüten, mal hier ein Heft und da ein Schuh.

Auf dem Bett sitzt Kiah*, blickt uns verwirrt an, als wir das Zimmer betreten. Ihr Jüngster hockt neben ihr und isst aus einer Plastiktüte; alle anderen sind in der Schule.

Geduldig stellt Bentina, die Schulleiterin, ein paar Fragen an die junge Mutter, erkundigt sich nach ihrem Ergehen, gibt einige Ratschläge. Sie weiß: Noch bis vor kurzem ging es Kiah und ihren Kindern viel schlechter. Da lebten sie noch auf der Straße, bis sich das Schulpersonal ihrer annahm und ihnen einen Wohnraum verschaffte.

Kiah leidet seit ihrer Kindheit an einer geistigen Behinderung. Deshalb landete sie auf der Straße, nahm Drogen. Es kam, wie es kommen musste: Sie wurde schwanger. Inzwischen hat sie vier Kinder; wer die Väter sind, weiß keiner.

Aber wer kümmert sich denn um die Kinder, nachdem die Mutter es offensichtlich selbst nicht kann?

„Wir kümmern uns“, antwortet Bentina schlicht. „In der Arche-Schule bekommen sie all ihre Mahlzeiten; wir schauen regelmäßig nach der Familie und sorgen für alles, was sie brauchen. Durch die Patenschaften ist auch ihr Schulgeld gedeckt.“

Und noch mehr bekommen Kiahs Kinder hier: Liebe und Fürsorge. Zeit und ein offenes Ohr. Wertschätzung und Respekt. Für sie ist die Arche-Schule ihr Zuhause.

Seit 25 Jahren ein „Leuchtturm“

Und sie sind nicht die einzigen, auf die das zutrifft! Im letzten Vierteljahrhundert hat die Arche-Schule im Kariobangi-Slum in Kenia hunderte von Kinderleben nachhaltig verändert. Das liegt nicht zuletzt an der Vision von Bentina und Bernard, dem leitenden Ehepaar, und dem großartigen Kollegium an der Schule. Auch die Community selbst hat ihren Teil dazu beigetragen, dass die Arche-Schule zu einem Leuchtturm im Ozean des Elends geworden ist.

Vor 25 Jahren waren Bentina und Bernard in Kibera, dem gigantischen Elendsviertel am Rande Nairobis, tätig, als sie gebeten wurden, in Kariobangi Kurse für Erwachsenenbildung anzubieten. Schon nach kurzer Zeit sagten die Männer und Frauen in den Kursen: „Wir kommen hierher um zu lernen, aber unsere Kinder sitzen zuhause und lernen nichts. Könnt ihr nicht vormittags unsere Kinder unterrichten, und uns nur abends?“

So begann 1999 auf Bitte der Familien die Arche-Schule – und bis heute sieht es die Community als „ihre Schule“ an, sorgt für Sicherheit trotz des gefährlichen Umfelds, löst religiöse Konflikte, engagiert sich in Gremien, hilft ehrenamtlich bei Renovierungsarbeiten, kümmert sich „um jedes Kind auf der Straße, das einen roten Arche-Pulli trägt“. Vom Kindergarten mit einer Handvoll Kindern wuchs die Arche über die Jahre zu einer vollen Schule mit mehreren Gebäuden und 450 Schülern bis zur 8. Klasse. Durch eine  kürzliche landesweite Umstellung des Schulsystems kann das bald bis zur 9. Klasse und einem Schulabschluss auf Niveau einer mittleren Reife ausgeweitet werden; derzeit wartet die Schule noch auf die endgültige Genehmigung für diesen Schritt.

Eine ganz besondere Atmosphäre

Die Eltern aus Kariobangi sind unglaublich dankbar, dass sie ihre Kinder an die Arche-Schule schicken können. Denn die zeichnet sich nicht nur durch eine gute Schulbildung aus, sondern eine so herzliche, respektvolle Atmosphäre, dass sie wahrlich wie ein Leuchtturm aus dem rauen Umfeld des Slums hervorsticht.

„In den öffentlichen Schulen werden die Kinder heute noch geschlagen und angeschrien“, erklärt Bentina. „Und wenn nicht, dann gibt es keinerlei Disziplin. An der Arche machen wir das anders – das lernt jeder neue Lehrer gleich als erstes. Und es funktioniert! Die Eltern sagen, dass die Arche Kinder viel besseres Benehmen haben als andere. Manchmal schicken die Behörden schwierige Kinder von anderen Schulen zu uns, weil sie sich hier am ehesten Erfolg versprechen.“

Wenn man in der Arche den Unterricht besucht, merkt man diese Atmosphäre sofort. Kein Lehrer muss die Stimme erheben, alle gehen geduldig und liebevoll auf die Schüler ein, trotz teils völlig überfüllten Klassenräumen. Aber die Kinder nutzen das nicht aus, sondern halten sich an – teilweise selbst aufgestellte – Regeln und danken den Lehrern durch Gehorsam und einer Disziplin, die auf gegenseitigem Respekt basiert. Auch untereinander achten die Kinder aufeinander, kümmern sich um solche, die im Unterricht nicht so gut mitkommen. Und wenn nachmittags die Schule aus ist, merkt man, dass die meisten Kinder lieber dableiben würden.

Investition in die Zukunft

„Die Arche hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin“ – immer wieder höre ich diesen Satz von Absolventen, von denen fast jeden Tag welche an der Schule vorbeikommen um Hallo zu sagen, oder auch, um ehrenamtlich in den Kindergartenklassen und der Bibliothek mitzuhelfen. Einer davon ist Shakur*.

Shakur ist heute 20 Jahre alt und hat vor einigen Jahren von der Arche absolviert und dann, dank eines Stipendiums, das die Arche für Highschooler organisiert, den offiziellen High School Schulabschluss geschafft. Jetzt wartet er auf die notwendigen Dokumente, um im September eine Berufsausbildung zu beginnen. Als er vorbeikommt und mal wieder im Büro seiner Schulleiterin sitzen darf, strahlt er übers ganze Gesicht – genau so, als ob er nach Hause gekommen ist und endlich seine Familie wiedersieht. Und Bentina heißt ihn wie einen lieben Sohn willkommen, hört ihm zu, ermutigt ihn.

„Das Leben da draußen ist nicht einfach“, gibt Shakur zu. „Alle Jungs in meinem Alter sind drogenabhängig, haben die Schule abgebrochen, die Mädels sind schwanger. Ich bin der einzige, der anders ist, der einzige, der einen Schulabschluss hat. Und ich bin so froh darüber!“

Voll Zuversicht strahlt er seine Schulleiterin an, dann blickt er kurz aus dem Fenster. „Ich vermisse die Arche. Einige meiner Geschwister sind noch hier. Ich möchte ein Vorbild für sie sein. Ich bin so dankbar für die Arche – die Arche hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin!“

Dorothea Gschwandtner

 

Dieser Bericht basiert auf einem Projektbesuch unserer Geschäftsführung im Februar 2024. Als Helping Hands e.V. unterstützen wir die Arche Schule seit mind. 15 Jahren; u.a. durch Einzelprojekte wie die Fertigstellung des derzeitigen Schulgebäudes mit Inventar, Lehrerausbildung, Hygienestationen u.v.m. Seit 2022 vermitteln wir Patenschaften für Kinder an der Arche-Schule, denn vor allem seit Corona können sich viele Familien nicht das gesamte Schulgeld leisten. Falls Sie eine Patenschaft für ein Arche-Kind übernehmen möchten, wählen Sie bitte auf dem Patenschafts-Formular „Afrika“.

Derzeit sind wir in Gesprächen mit der Schulleitung, um ein umfassenderes Angebot für Familien zu erarbeiten und durch Schulungen und Investition in Kleinstunternehmen die wirtschaftliche Lage der Familien nachhaltig zu verbessern. Dazu folgen in den nächsten Wochen noch weitere Informationen.

* Name zum Schutz der Privatsphäre geändert

„Laufend Gutes tun“

Beim Kapstadt-Marathon am 15. Oktober

„Das Laufen hat mir über eine der schwersten Situationen in meinem Leben geholfen,“ erläutert Matthias. „Jeder trauernde Mensch läuft seinen eigenen Weg in eigenem Tempo. Jeder Trauerweg ist individuell, verschieden von anderen. Mit Laufen habe ich es geschafft, mit meiner Trauer zu überleben.“

Erst war es nur ein langsam hochkriechendes Gefühl. Nicht unangenehm, eher ungewohnt. Und irgendwann formte sich daraus eine sehr konkrete Frage: „Warum läufst du nur für dich? Mir wurde klar, dass ich immer nur da draußen bin, um mir selbst etwas Gutes zu tun.“

Nicht dass dies verwerflich wäre, aber eigentlich könnten auch andere von meiner Leistung profitieren! In der Marathon Community ist es längst normal, die persönlichen Laufhighlights als Aufhänger zu nutzen, um im Freundes- und Bekanntenkreis oder auch in Kooperation mit Unternehmen konkrete Geldbeträge für den guten Zweck zu sammeln.

„Das möchte ich auch! Als jemand, der in Kapstadt lebt und läuft, starte ich meinen ganz persönlichen Charity-Lauf, um in Kapstadt ein Hoffnungslicht anzuzünden.“ Das Hope & Light Schul- und Dienstzentrum am Westkap ist dafür im wahrsten Sinne ein lohnenswertes Ziel. Das Training für den 15. Oktober läuft bereits!

„Auf Hope & Light Community Welfare wurden meine Frau und ich vor gut drei Jahren durch ein Benefizkonzert aufmerksam. Kurz nach dem Konzert besuchten wir die Einrichtungen und sahen, welch tolle Projekte hier entstanden sind. Sofort haben wir die Patenschaft für ein Schulkind übernommen und damit das monatliche Schulgeld. Außerdem unterstützen wir den Kindergarten von Hope & Light durch praktische Mitarbeit vor Ort. Auf diesem Weg möchten wir allen Mitarbeitern von Hope & Light danken. Sie setzen sich täglich dafür ein, benachteiligten Kindern eine bessere Zukunft durch Bildung zu ermöglichen. Nicht immer sind die Umstände vor Ort einfach, deshalb ist die Arbeit und der Einsatz der Mitarbeiter so bewundernswert.“

„Wir wollen möglichst viele dazu bewegen, für jeden gelaufenen Marathonkilometer einen frei wählbaren Geldbetrag zu spenden.“

Jetzt spenden

Hier sind ein paar Vorschläge:

  • 2,50 € je Kilometer (= 105 €)
  • 10,00 € je Kilometer (= 420 €)
  • 25,00 € je Kilometer (= 1.050 €)

Eine reguläre Patenschaft beträgt 60 EUR monatlich pro Kind.

Jetzt spenden

Eine Vision wird Wirklichkeit

Wie das Straßenkinderzentrum „A-MI-4“ in Madagaskar Familien verändert

„Mauvais quatre mi“ – auf vier Arten schlecht – dieses französische Sprichwort wird in Madagaskar genutzt, um Straßenkinder zu beschreiben: ihr Zuhause, ihr Benehmen, ihre Sprache, ihren Auftritt.

„A-MI-4“ heißt dagegen das Straßenkinderzentrum, das unser örtlicher Partner 1997 mit 100 Kindern in Antananarivo begann: Ankizy (Kinder) – MIno (glauben) – MIanatra (lernen) – MItombo (wachsen) – MIkajy ny zony (ihre Rechte respektieren). Denn hier werden diese Kinder als wertvoll erachtet und erfahren nachhaltige Veränderung: „Dass die Leben dieser Kinder völlig verändert werden, das erhoffe ich mir – und nicht nur ihre eigenen Leben, sondern auch später die ihrer Kinder!“, so beschreibt Therese R., die das Zentrum von 1999 bis 2018 leitete, ihre Vision.

Eine Vision, die fast Unmögliches für möglich hält! Denn die Kinder kommen aus nicht sehr vielversprechenden Verhältnissen. Über 80% der Kinder kennen ihre Väter – wenn überhaupt – nur als Männer, die, grundsätzlich betrunken, immer mal vorbeikommen, um ein weiteres Kind in die bereits kinderreichen Familien zu setzen – und dann bleiben die Mütter alleine zurück und müssen sehen, wie sie den Nachwuchs am Leben erhalten. Chronische Unterernährung ist die Norm, sodass die Kinder ihr Leben lang unter Lernschwierigkeiten leiden.

„Straßenfamilien“ finden ein Zuhause

„Straßenfamilien“ wäre vielleicht der bessere Begriff, um das Umfeld dieser Kinder zu beschreiben. Nur ca. 10% sind Vollwaisen, aber die meisten Familien leben oder lebten ursprünglich auf der Straße. „Diese Familien haben keine Unterkunft“, berichtet Therese, „sie schlafen unter Brücken oder wo auch immer sie Zuflucht finden können, unter Plastik, in Kartons … Wir haben das Projekt mit diesen Kindern und ihren Familien begonnen. Und zuallererst haben wir ihnen beigebracht, nicht im Müll nach ihrer Nahrung zu suchen. Wir haben ihnen geholfen, Arbeit zu finden, zum Beispiel Wäsche waschen oder Wasser tragen. Und wir haben sie mit Grundstücksbesitzern vermittelt, die ihnen erlaubt haben, eine kleine Hütte aus Holz zu bauen und dem Besitzer für den Boden ein wenig Miete zu bezahlen. Innerhalb weniger Monate schliefen sie nicht mehr auf der Straße, sondern hatten ihr eigenes Dach überm Kopf, und haben das dann genutzt, um jeden Tag etwas Geld zu verdienen. Wir sehen so viel Unterschied in ihrem Leben! Wir haben uns auch weiterhin jeden Monat mit ihnen getroffen und sie gelehrt, ihre Probleme dort anzupacken, wo sie sind.“

Heute sind diese Familien keine „Straßenfamilien“ mehr. Aber sie sind immer noch sehr arm und schaffen es so gerade, mit ihrem mageren Einkommen die Familie über Wasser zu halten. Und dann sind da natürlich immer neue „Straßenfamilien“, um die das Zentrum sich kümmert, um ihnen zuerst eine Bleibe und dann eine Hoffnung für die Zukunft zu geben.

Ganzheitliche Förderung von Kindern und Familien

Diese Hoffnung sieht, mehr als 25 Jahre nach der Gründung, konkret so aus: Die Kinder (ab 6 Jahren) schlafen zwar bei ihren Familien, erhalten aber Frühstück und Mittagessen im Zentrum. Die Grundschüler (Klasse 1 bis 4) besuchen auch im Zentrum den Unterricht; von der 5. bis zur 9. Klasse besuchen sie eine öffentliche Schule, wenn möglich werden sie auch noch in der Oberstufe und Universität gefördert. Neben dem akademischen Unterricht lernen die Kinder auch Hygiene und Körperpflege (inkl. Wäsche waschen) und erhalten medizinische Fürsorge.  Ihre sozialen Fertigkeiten werden gefördert, auf dem großen Schulhof können sie Sport und Spiele machen, und sie erhalten moralische und geistliche Unterweisung. Mit den Eltern finden wöchentliche Treffen statt; die Lehrer und anderen Mitarbeiter werden durch regelmäßige Teamtreffen und Weiterbildungen gefördert.

Die Mitarbeiter des A-MI-4-Zentrums in Antananarivo sehen es als ihre Mission, „die ganzheitliche Entwicklung von Kindern zu fördern, die Grundrechte der Kinder zu schützen und zu verbessern“ und ihnen einen sicheren Ort zu geben, an dem sie sich geliebt fühlen – „damit sie in Zukunft ein besseres Leben führen können“. Dass sie dieses Ziel erreichen, und auch die Vision von Therese R. Wirklichkeit wird, dass zeigen die Erfolge: Inzwischen haben schon einige der Kinder eine Universitätsausbildung absolviert, sogar ein paar Masterabschlüsse waren dabei.

Zum Beispiel Mathieu*, den ein Mitarbeiter des Zentrums entdeckte, als er im Müll nach Essen suchte. Er konnte die Mutter überzeugen, den Zehnjährigen in die Schule zu schicken. Inzwischen hat er die Universität abgeschlossen, völlig verändert durch das A-MI-4-Zentrum.

Oder Raphael*, der erzählt: „Ich begann hier in der 1. Klasse; damals war ich 6. Meine Eltern sind verstorben. Gott hat mir durch das Street Kids Center eine Tür geöffnet, damit ich eine gute Ausbildung bekommen kann. Vor zwei Jahren habe ich meinen Abschluss gemacht und studiere jetzt an der Universität. Mein Leben hat sich durch das Zentrum wirklich verändert!“

Die meisten Kinder schaffen es zwar nicht so weit – durch die Mangelernährung im Kleinkindalter reichen ihre geistigen Fähigkeiten meist nur für den Abschluss in der 8. oder 9. Klasse, manchmal sogar weniger. „Aber selbst diejenigen, die die Schule nicht mit guten Noten abschließen, haben ein viel besseres Leben“, betont Therese. „Sie sind als Erwachsene viel bessere Eltern, sie verhalten sich besser, behandeln ihre Familien besser, finden Schulen für ihre Kinder und angemessene Arbeit für sich selbst.“

Nachhaltige Veränderung

Denn auch das gehört zur Vision von Therese und ihrem Mann Richard: „In diesem Zentrum möchten wir nicht einfach nur den Kindern etwas zu essen geben – wir wollen Eltern beibringen, wie sie selbst ihre Lebensmittel anbauen können.“ Im übertragenen Sinne heißt das, was auch wir als Helping Hands uns vorgenommen haben: wirkungsvoll helfen und nachhaltig verändern. Dann wird nicht nur ein negatives Sprichwort ins Positive umgewandelt, sondern Chancenlosigkeit spürbar in Hoffnung verwandelt.

 

Das Straßenkinderzentrum „A-MI-4“ finanziert sich vornehmlich durch Patenschaften. Zwischenzeitlich besuchten 380 Kinder das Zentrum; derzeit sind es aufgrund von fehlenden Paten nur 250. Helping Hands hat das Zentrum seit 2007 mit Patenschaften unterstützt (insgesamt ca. 35; derzeit werden 17 Patenkinder gefördert).

Gerne vermitteln wir weitere Patenschaften für Kinder aus „Straßenfamilien“ in Antananarivo, damit sie wie Mathieu und Raphael eine echte Chance für die Zukunft haben können! Kontaktieren Sie uns bitte für Details: kinder@helpinghandsev.org.

 

* Namen geändert