Gemeinsam können wir so viel!

Die NES-Schule in Beirut, Libanon, beginnt mit dem neuen Schuljahr

„Es ist einfach unglaublich – und wir sind machtlos dagegen.“ Marlene, die Schulleiterin der NES in Beirut, Libanon, findet kaum Worte, um die unfassbare Situation in ihrem Land zu beschreiben. „Der Wechselkurs unserer Währung hat sich verzehn- oder fünfzehnfacht. Ein Gehalt, das mal 1000 Dollar wert war, ist jetzt nur noch 80 Dollar wert. Die ärmeren Familien können sich nicht mal das Essen im Supermarkt leisten. Käse – unerschwinglich. Und Fleisch erst recht! Also bringen unsere Schüler trockenes Brot als Mittagessen mit. Benzin, Bücher, Kleidung … alles zehnmal so teuer wie noch vor ein paar Monaten. Und wir reden gar nicht erst über Medikamente! Wir können nur zuschauen, wie alles von Tag zu Tag schlimmer wird – und sind machtlos.“

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hat die NES-Schule diese Woche mit dem neuen Schuljahr begonnen. Am Mittwoch wurden die Kindergartenklassen und die Klasse 9 mit einem bunten „Back to School“-Programm willkommen geheißen, am Freitag folgen Klassen 1-3, am Montag Klassen 6-8, und am kommenden Mittwoch schließlich Klassen 4-5. Warum nur jeden zweiten Tag?

„Wir können es uns nicht leisten, jeden Tag Unterricht zu machen. Es ist fast nie Strom da, sodass unser Generator ständig laufen muss. Aber der Kraftstoff dafür ist einfach zu teuer! Und außerdem können wir von unseren Lehrern nicht erwarten, jeden Tag herzukommen. Eine Tankfüllung kostet so viel wie ein Monatsgehalt – und der Preis wird ständig noch erhöht. Man steht auch einen ganzen Tag dafür an. Deshalb haben wir entschieden, jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag Unterricht in der Schule zu machen, und für Dienstag und Donnerstag geben wir Aufgaben mit nach Hause. Online-Unterricht ist auch keine Option mehr – es hat ja fast niemand Internet oder einigermaßen regelmäßig Strom.“

Aber der Unterricht soll weitergehen, schon, um den Kindern wenigstens ein bisschen Stabilität zu geben, während die Welt um sie herum auseinanderbricht. 260 Kinder sind für dieses Schuljahr an der NES angemeldet – mehr als im Vorjahr – und fast alle brauchen finanzielle Unterstützung. Da ist der Studienfond, den wir als das Helping Hands Jahresprojekt 2020 ins Leben gerufen haben, eine riesige Hilfe! Zu den Kosten pro Kind zählen unter anderem die regulären Schulgebühren, aber auch Transport im Schulbus, Bücher, Uniformen. Schulbücher können im Zweifelsfall durch Kopien ersetzt werden, aber die Uniformen wurden auf Bitte der Eltern beibehalten, da ein T-Shirt im Laden noch viel teurer ist: „Bitte lasst unsere Kinder in Uniformen kommen, wir können uns keine andere Kleidung für sie leisten!“

Und auch andere Lösungen werden erforscht: Auf dem Dach der NES soll jetzt ein kleines Solarsystem installiert werden, das wenigstens für sechs Stunden Strom liefert und so der Generator nicht den ganzen Tag laufen muss. Dafür wurden bereits genügend Spenden versprochen. Und überall sind viel Kreativität, Geduld und Durchhaltevermögen nötig. Aber das sind die Lehrer und Mitarbeiter der NES ja gewöhnt!

„Alone we can do so little. Together we can do so much.“* – diese Worte an der Wand des Schulhofs scheinen der Aussage der Schulleiterin fast ein bisschen zu widersprechen. Natürlich: Gegen den wirtschaftlichen Zusammenbruch können die Schüler und Lehrer der NES wohl wenig tun. Aber gemeinsam können sie das sein, was sie schon seit über 50 Jahren sind: Eine Familie, die zusammenhält. Ein Zuhause für die, die sich heimatlos fühlen. Und eine Oase des Friedens im Chaos ihrer zerbrechenden Welt.

 

Wenn Sie für den NES Studienfond spenden möchten, um Kindern im Libanon den weiteren Schulbesuch zu ermöglichen, dann wählen Sie bitte „NES Studienfond (Libanon)“ auf unserem Online-Spendenformular.

* Alleine können wir so wenig tun. Gemeinsam können wir so viel tun!

Hoffnung wird greifbar

Zentrum für Berufsausbildung in Kombinat, Albanien

Für die Kinder ist das Kinderzentrum wie ein Zuhause. Ein Zuhause, in dem sie geliebt und wertgeschätzt werden. In dem sie in ihren individuellen Stärken gefördert werden und dort Unterstützung finden, wo sie Hilfe brauchen. Ein Zuhause sogar im Lockdown, wenn die Schulen geschlossen sind! Denn für die Kinder in Kombinat, einem der sozialschwächsten Stadtteile der Hauptstadt Albaniens, dem ärmsten Land in Europa, ist Schule per Internet keine Option. Oder doch? Eda und Gesti, Leiter des Kinderzentrums, nahmen die Sache letztes Jahr selbst in die Hand, kauften ein paar Computer fürs Kinderzentrum und kontaktierten die Schulen: Sie mögen doch bitte den Kindern ordentliche Aufgaben und „Homeschooling“ zur Verfügung stellen; um den Rest kümmert sich das Kinderzentrum. So saßen die Kinder jeden Tag während des Lockdowns im Kinderzentrum und machten eben dort Schule, und bekamen außerdem noch eine warme Mahlzeit. Viel besser, als in ihren dürftigen Unterkünften eingesperrt zu sein und ein halbes Jahr Unterricht zu verpassen!

Aber leider kann auch das Kinderzentrum nicht alle Lücken füllen – dafür ist die Not zu überwältigend. „Unsere große Herausforderung ist, dass wir manche Kinder verlieren, wenn sie Teenager werden“, erklärt Gesti. „Manche Mädchen heiraten sehr früh, einige der Jungs fangen an mit Diebstahl, Drogen – das ist halt, was sie von ihrer ‚Gesellschaft‘ kennen.“ Besonders in Kombinat ist das ein Problem, bedingt durch Armut und Perspektivlosigkeit; Prostitution, Drogenhandel, Missbrauch und Gewalt gehören hier zum Alltag.

„Was wir brauchen, sind Möglichkeiten für eine Berufsausbildung oder ähnliches – etwas, dass den jungen Leuten eine Hoffnung für die Zukunft gibt. Ein ‚Haus der Hoffnung‘ – das ist mein Traum. Ein Ort, der als Anlaufstelle dienen kann, wo die Jugendlichen jemand haben, zu dem oder der sie mit ihren Sorgen und Nöten, ihren Fragen und Träumen kommen können. Aber eben auch ein Ort, wo sie einen Beruf erlernen können. Ich würde gerne mit einem Medienprojekt beginnen, später vielleicht eine Nähschule oder anderes.“

Und so entstand der Plan fürs „Haus der Hoffnung“ in Kombinat. In kürzester Zeit wurde eine geeignete Wohnung gefunden, die Ende August von einem paXan-Team ins „House of Hope“ umgebaut wurde, mit Aufenthaltsraum und Bad, Schulungsraum und einem fertig eingerichteten Studio für Ton-, Bild- und Videoaufnahmen. Sevin, ein lokaler Experte, wird die ersten Jugendlichen ehrenamtlich ausbilden. „Wenn man Menschen einen Beruf gibt, dann gibt man ihnen eine Möglichkeit zu leben“, betont er.

Zu diesen Menschen gehört zum Beispiel Gjergj*, der älteste von sieben Brüdern, alle von anderen Vätern. Zwei der Jungs besuchen das Kinderzentrum, die drei jüngsten sind noch zu klein. Und Afrim*, der zweitälteste, hat bereits den „Weg der Gesellschaft“ eingeschlagen; fünfmal wurde er bisher festgenommen. Aber Gjergj gibt nicht auf. Zwar muss er sich oft um seine kleinen Brüder kümmern, aber er geht weiterhin zur Schule und kommt zum Kinderzentrum, wo er und seine Brüder ihre oft einzige warme Mahlzeit am Tag bekommen. Das „Haus der Hoffnung“ schenkt ihm ungeahnte Möglichkeiten – und bei der Renovierung im August war er mit Begeisterung dabei.

Oder Mädchen wie Aisha* und Elira*. Vom Stiefvater missbraucht – leider kein Einzelfall in Kombinat – nahm Elira letztes Jahr den einzigen Fluchtweg aus der verzweifelten Familiensituation, den sie kannte, und „heiratete“, mit nur 14 Jahren. Wenn sie zu der Zeit schon eine Alternative gehabt hätte, wäre ihre Entscheidung vielleicht anders ausgefallen. Auch Aisha droht dieses Schicksal: Ihre Familie will sie aus religiösen Gründen verheiraten, aber Aisha möchte studieren und einen Beruf erlernen. Ihr Zuhause wurde im Erdbeben zerstört und die Familie zog weiter weg, trotzdem kommt sie weiterhin ins Kinderzentrum. Sie ist sehr begabt im musikalischen und journalistischen Bereich – eine Ausbildung im „Haus der Hoffnung“ würde ihr die Chance bieten, nach der sie sich sehnt.

Oder auch Skender*. Gesti lernte ihn kennen durch einen Fußballclub, den er mit Freunden einige Jahre für die Jungs in Kombinat angeboten hatte. Seitdem haben sie engen Kontakt und Skender ist treu bei allen Aktivitäten dabei. Auch seine Familiensituation ist nicht einfach: Die Mutter arbeitet tagaus tagein von morgens bis abends als Näherin, um ihre Familie zu ernähren, aber das meiste Einkommen zerfließt im Alkohol für den Vater. Skenders Chancen für einen guten Beruf waren gering – bis das „Haus der Hoffnung“ ins Leben gerufen wurde, woran auch Skender tatkräftig beteiligt war. Vor allem auf die Ton- und Videotechnik freut er sich schon enorm!

Hoffnung – so ein einfaches Wort, und für viele Menschen weltweit so unerreichbar. Dank des unermüdlichen Einsatzes unseres Partners in Albanien, aber auch den treuen Spenden für unser Jahresprojekt 2019 und das Kinderzentrum in Kombinat, ist Hoffnung für Jugendliche wie Gjergj und Skender, Aisha und Elira greifbar geworden.

 

* Namen zum Schutz der Privatsphäre geändert

Weihnachtspäckchen schenken Weihnachtsfreude

Aktion „Weihnachtsfreude“ für Albanien, Rumänien, Bulgarien

„Oh wie sehr wir uns über dieses Geschenk freuen! Das hatten wir dieses Jahr überhaupt nicht erwartet!“ Das war vergangenen Dezember die häufige erfreut-überraschte Reaktion der Senioren, denen unser Partner in Rumänien seit vielen Jahren dient. „Vielen Dank an diejenigen, die zu unseren Geschenken beigetragen haben. Wir sind so glücklich wie Kinder!“

Und auch dieses Jahr möchten wir viele hunderte Weihnachtspäckchen in osteuropäische Länder senden – zum Beispiel nach Albanien, Bulgarien und Rumänien. Dort können sich sozialschwache Familien schon in „normalen“ Jahren kaum genügend Lebensmittel leisten; im Rahmen der Coronakrise hat sich die Lage für viele Familien drastisch verschlechtert. Wir möchten hier mit den Weihnachtspäckchen auch ein Zeichen der Hoffnung setzen!

Macht ihr mit? Zum Inhalt eines Päckchens gehört (bitte nicht von der Packliste abweichen!): 1kg Reis (kein Milchreis), 1kg Nudeln, 500g Kaffee (gemahlen und vakuumverpackt), 1 Tüte Gummibärchen, 3 Tafeln Schokolade (gerne größer als 100g), 2 Pakete Früchte- oder Kräutertee, 4 Röhrchen Vitamintabletten, 1 Shampoo, 2 Tuben Zahnpasta, 2 Zahnbürsten, 2 Stück Seife (bitte in Tütchen verpacken), 1 Deostift, 1 Handcreme, 10 Päckchen Taschentücher (nicht parfümiert). Bitte mit Transportspende von 3 Euro in einer Tüte direkt bei uns abgeben oder:

NEU!

Wir haben dieses Jahr Sammel- und Abgabestellen an mehreren Orten im Main-Kinzig-Kreis. In Bad Orb (Nahkauf) und Wächtersbach (Globus) können Päckchen direkt im Laden eingekauft und abgegeben werden (im Globus-Zentrum ist die Sammelstelle bei a/m friseure; die Aktion läuft vom 1. bis 30. Oktober); in Gelnhausen, Langenselbold und Rodenbach gibt es separate Abgabestellen (eine regelmäßig ergänzte Liste von allen Abgabestellen gibt es hier).

Päckchen werden bis zum 15. November in Empfang genommen. Gerne kann auch der lokale Einkauf von päckchenweiser „Weihnachtsfreude“ (zum Beispiel in Bulgarien) unterstützt werden; wir empfehlen einen Betrag vob 25 Euro pro Päckchen (beinhaltet auch Verpackung, Transport vor Ort etc.). Eine Spende mit Vermerk „Weihnachtsfreude“ bitte an folgendes Konto überweisen: IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394; BIC: HELADEF1GEL.

paXan 2021 Albanien: „Haus der Hoffnung“

paXan – das heißt: Gemeinsam anpacken. Und Frieden weitergeben. Wertschätzung vermitteln. Und Hoffnung!

Hoffnung schenken, das hat im vergangenen Jahr im Rahmen der Pandemie ganz neu an Wert gewonnen. In Kombinat in Albanien ist es schon seit Jahren Programm. Dieser sozialschwache Stadtteil am Rande Tiranas ist geprägt von Arbeitslosigkeit, Drogenhandel, Missbrauch und Prostitution; für junge Menschen gibt es kaum Perspektiven, dem Kreislauf der Armut zu entfliehen. Infolge des paXan-Einsatzes 2014 wurde daher in Kombinat ein Kinderzentrum begonnen, sodass besonders benachteiligte Kinder eine gute Schulbildung bekommen können, wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag, einen Ort, an dem sie Liebe und Anerkennung erfahren. Das hat schon einen großen Unterschied im Leben der Kinder gemacht! Aber für eine echte Zukunftsperspektive ist noch mehr nötig: zum Beispiel die Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu erhalten. Und so entstand die Idee fürs „House of Hope“ – ein Ort, an dem Jugendliche ausgebildet und in Jobs vermittelt werden, wo sie von Mentoren begleitet und gefördert werden, wo sie ihr Potential entfalten und Hoffnung in Realität verwandeln können.

Mitte Juli fanden die ersten Gespräche dafür statt, und weil die Jugendlichen jetzt Hoffnung benötigen, nicht erst, wenn die Welt wieder „normal“ ist, ging dann alles ganz schnell: Kaum einen Monat später, am 22. August, machte sich – allen pandemiebedingten Hindernissen zum Trotz – ein paXan-Team auf den Weg nach Kombinat, um das House of Hope gemeinsam mit den albanischen Freunden ins Leben zu rufen.

Dafür wurde, wie bei jedem paXan-Einsatz, tatkräftig angepackt: Gemeinsam mit ein paar der Jugendlichen, die bald im House of Hope ausgebildet werden, und örtlichen Leitern schufteten die sechs paXan-Teamler eine Woche lang von morgens früh bis abends spät, um eine Wohnung an der Hauptstraße durch Kombinat in ein kleines Ausbildungszentrum zu verwandeln. Dabei wurde viel gespachtelt und gesägt, gehämmert und gebohrt, gepinselt und gemalt, und sehr, sehr viel geputzt, geplant und gedacht. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Das Bad erstrahlt nun in neuem Glanz, der Treppenaufgang ist frisch renoviert, ein Schulungsraum wartet nur noch auf Tische, der Aufenthaltsraum mit Küchenzeile ist gemütlich eingerichtet und in schönstem Design präsentiert, und als Krönung ist ein Ton- und Bildstudio einsatzbereit – mit gedämmten Wänden, Greenscreen und Lichttechnik. Denn als ersten „Ausbildungszweig“ bietet das House of Hope Schulungen in Ton- und Videotechnik, Fotografie und Grafikdesign an. Dafür gibt es viel Nachfrage in Albanien und darüber hinaus; einige Aufträge warten schon. Ein lokaler Experte wird die Jugendlichen auf ehrenamtlicher Basis ausbilden. Sie können es kaum erwarten, damit anzufangen!

Am 31. August machte sich das paXan-Team auf den Heimweg, aber eigentlich wären alle lieber in Albanien geblieben. Weil wir von allen so herzlich aufgenommen und von Vera so vorzüglich bekocht wurden. Weil es so eine Freude war, mit unseren albanischen Freunden zusammenzuarbeiten (und auch mal gemeinsam an den Strand zu fahren :). Weil es so viel Segen bedeutet hat, an diesem nachhaltigen Projekt zu arbeiten, das einen wirklichen Unterschied für unsere Freunde machen wird. Weil wir auch sonst einfach richtig viel Spaß zusammen hatten! Und ja – auch weil wir das schöne Wetter und das Leben in Albanien vermissen werden, und natürlich all die wertvollen Menschen, die wir kennenlernen durften.

Hoffnung – das ist ein Geschenk, das immer in beide Richtungen segnet. Und so dürfen wir uns nicht nur über die Gewissheit freuen, dass das House of Hope echte Hoffnung schenken wird, sondern auch selbst mit neuer Hoffnung und Zuversicht in den deutschen Alltag zurückkehren. Hoffnung, weil wir selbst erlebt haben, wie mit der richtigen Motivation schon eine Woche Schrauben, Schaum und Spachtelmasse mehrere Leben lang Zukunft schaffen können.

paXan findet statt!

Nach umfassender epidemiologischer Beobachtung 😉 und einem Projektbesuch vor Ort haben wir entschieden, dass wir tatsächlich einen paXan-Einsatz nach Albanien durchführen können. Nach aktuellem Stand ist Albanien kein Risikogebiet (seit ca. 2 Monaten) und hat keine Einreisebeschränkungen (seit ca. 3-4 Monaten).

Wir sind super gespannt auf diesen Einsatz und würden uns riesig freuen, wenn einige von euch dabei sind!

Datum: 22./23. August bis 30./31. August (je nach günstigen Flügen)
Ziel: Kombinat, Albanien
Kosten:
vor Ort (Unterkunft, Verpflegung usw.): 175 – 300 EUR (kommt drauf an, ob wir Hotel buchen oder in der Gemeinde übernachten; wir tendieren zur günstigeren Variante)
Flug: ca. 350 EUR (wenn wir sehr knapp buchen, wird es voraussichtlich teurer)
Leitung: Simon Bangert & Dorli Gschwandtner

Projekt: Als Folge des paXan-Einsatzes 2014 in Albanien wurde in Kombinat (ein Stadtteil am Rande der Hauptstadt Tirana) ein Kinderzentrum für Kinder aus Randgruppen eröffnet, wo sie Hausaufgabenhilfe erhalten, eine warme Mahlzeit, und vor allem die Zuneigung und Akzeptanz, die sie sonst kaum erfahren. Das hat im Leben dieser Kinder schon einen riesigen Unterschied gemacht! Aber es gibt auch viele Jugendliche in Kombinat, die trotz Schulbildung wenig Perspektiven für die Zukunft haben – dieser Stadtteil ist besonders für Gangs, Diebstahl, Drogenmissbrauch und Prostitution bekannt. Damit diese Jugendlichen eine wirkliche Chance für eine lebenswerte Zukunft haben, möchten wir gemeinsam mit der Gemeinde vor Ort ein „House of Hope“ gründen. Dort wird Jugendlichen eine Ausbildung angeboten, mit der sie einen guten Job erhalten können; außerdem werden sie in ihrer Charakterentwicklung begleitet. Der erste Ausbildungszweig konzentriert sich auf Medien (Photographie, Film, Webdesign, Grafikdesign u.v.m.): u.a. sollen Ton- und Filmstudio eingerichtet werden; daran wird sich das paXan-Team beteiligen.

Interessiert? Dann möglichst schnell anmelden! Anmeldeformular gibt es per Mail: paXan@helpinghandsev.org.

Weitere Infos auf der paXan-Seite.

Es gibt keinen Regen mehr

Während andere Teile der Welt mit Starkregen und Überschwemmungen zu kämpfen haben, leidet der Süden Madagaskar weiterhin unter extremer Dürre, die die schlimmste Hungersnot ausgelöst hat, die dieses Land je erlebt hat. Unser Partner in Madagaskar leistet erste Nothilfe, damit die Menschen überhaupt überleben. Aber danach ist noch viel Unterstützung notwendig – längerfristige Investitionen, die helfen sollen, dass die Menschen in Zukunft weniger gefährdet sind.

Hier erzählen uns drei Personen, was sie sich für ihre Familien und Dörfer wünschen:

 

Ich heiße Sija und bin 40 Jahre alt. Ich habe 7 Kinder; die Jungen hüten die Kühe und die Mädchen arbeiten mit mir beim Ackerbau oder bei der Nahrungssuche. Sie gehen nicht zur Schule.

Seit 5 Jahren bin ich geschieden und versuche, meine Familie durch ein bisschen Landwirtschaft zu versorgen. Aber seit es keinen Regen mehr gibt, ist das Leben sehr schwer geworden. Um Wasser zu bekommen, müssen wir lange Strecken laufen, aber auch dann finden wir nur schmutziges Wasser. Wir brauchen dringend Lebensmittel und Wasserbrunnen, aber auch eine Schule für unser Dorf mit dem nötigen Schulmaterial. Und ich wünsche mir, dass Frauen wie ich – alleinerziehende Mütter – darin unterstützt werden, kleine Geschäfte aufzubauen, zum Beispiel um Seifen, Salz oder Zucker zu verkaufen, damit wir für unsere Kinder sorgen können!

 

Ich heiße Remanjondo, bin 45 Jahre alt und habe 7 Kinder. Ich bin der Chef des Dorfes und arbeite auch als Bauer.

Die meisten Menschen aus diesem Dorf sind wegen der Dürre in die Stadt gezogen. Andere Dorfbewohner sind wegen der schweren Hungersnot in den Norden Madagaskars gegangen. Im Moment benötigen wir Lebensmittel und Trinkwasser. Aber was auch ein großer Bedarf hier ist sind Wasserbrunnen und die Installation von Tröpfchenbewässerungssystemen für die Landwirtschaft. Außerdem brauchen wir Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Wenn wir auch nur eine Apotheke im Dorf hätten, würde das den Menschen schon sehr helfen, Zugang zu grundlegender medizinischer Hilfe zu bekommen.

 

Ich heiße Konda, bin 30 Jahre alt und Bauer. Ich habe keine Familie mehr.

Zurzeit gibt es keinen Regen und unsere ganze Ernte ist vertrocknet. Wir wissen nicht, wann wir wieder Regen haben werden. Aber wenn wir Wasser in der Nähe hätten, könnten wir vielleicht etwas Gartenarbeit machen und die Felder bewässern.

Außerdem ist uns die Gesundheitsvorsorge für Frauen und Kinder sehr wichtig. Eine kleine Klinik hier in der Nähe wäre eine große Hilfe. Denn wenn bei schwangeren Frauen die Wehen beginnen, müssen sie noch kilometerweit laufen, um ein Krankenhaus zu erreichen. Dabei leiden sie sehr, und manchmal verlieren wir sowohl Mutter als auch Baby, weil es hier in unserer Nähe keine Gesundheitseinrichtung gibt.

 

Wenn Sie den Menschen in Madagaskar eine helfende Hand reichen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Madagaskar Hungersnot“ auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394, BIC: HELADEF1GEL (zur Online-Spende). Bitte geben Sie immer die vollständige Adresse an, damit Sie am Jahresende eine Spendenquittung erhalten können. Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bestätigt, dass Helping Hands e.V. mit den anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.

Joggathon 2021: Rückblick

Joggathons in Gelnhausen, Berlin, Hanau und Beirut

Es findet wieder ein Joggathon für die NES-Schule statt? „Da wollen wir definitiv dabei sein – unsere Schüler, und auch das Personal! Wann geht es los?“

Das war die begeisterte Reaktion aus Beirut, als bekannt wurde, dass die Hanauer Kirche des Nazareners auch in diesem Jahr mit ihrem Joggathon den Studienfond der NES-Schule in Beirut fördern wollte – eine Unterstützung, die von Woche zu Woche nötiger wird, während der Libanon immer tiefer in eine Wirtschaftskrise abstürzt, die zu den weltweit schlimmsten der letzten 150 Jahre gezählt wird.

In kürzester Zeit wurde der „Parallel-„Joggathon organisiert, und insgesamt 75 Schüler (davon 6, die bereits absolviert haben), 8 Lehrer/Personal und 3 Freunde der Schule liefen am 21. Juni in ihrem bisher zweiten Joggathon durch die Straßen von Beirut – für ihre Schule, für Hoffnung in einer aussichtslosen Lage, aber auch einfach in Dankbarkeit und Gemeinschaft mit den 20 Läufern und einer Rollstuhlfahrerin des Hanauer Joggathons, der vom 21. bis 27. Juni dezentral stattfand (insgesamt 388 Kilometer; 42 Sponsoren; 4.320 EUR). Vor allem in dieser Zeit des Abstandhaltens ein schönes Zeichen der Solidarität über Landesgrenzen hinweg!

Bereits im Mai waren zwei weitere Joggathons gestartet, organisiert von den Kirchen des Nazareners in Berlin und Gelnhausen:

Vom 29. Mai bis zum 5. Juni liefen ca. 40 Joggathon-Athleten in Gelnhausen über 250 Kilometer für unser Jahresprojekt 2021: Integrative Kinderzentren in Nepal; dabei kamen bisher mindestens 7.500 EUR zusammen.

Vom 30. Mai bis zum 6. Juni liefen 77 Läufer im Berliner Joggathon insgesamt 694,35 Kilometer und erliefen stolze 18.068 EUR für den guten Zweck; davon unterstützen je 25% die beiden paXan-Projekte in Uganda (Wassertank für Schule) und Albanien (landwirtschaftliches Projekt) und 50% ein Projekt im Rotlichtmilieu in Frankfurt (kein Helping Hands Projekt).

Wir freuen uns über diese tollen Ergebnisse und bedanken uns sehr herzlich bei allen, die sich mit viel Engagement für die Projekte unserer Partner eingesetzt haben!

Für die Läufer in Beirut suchen wir noch Sponsoren! Bei Interesse bitte eine Mail an: joggathon@kdn-hanau.de – oder direkt für den „Studienfond NES“ spenden (hier geht’s zur Online-Spende).

Händewaschen oder Essen?

Die Geschichte einer glücklichen Familie

„Händewaschen vor dem Essen“ – eine sinnvolle Hygienemaßnahme, die jedes Kind kennen sollte: aber zu Corona-Zeiten oft bitter doppeldeutig. Denn an vielen Orten stehen die Familien, die im Lockdown ans Äußerste ihrer Existenz gebracht werden, tatsächlich vor dieser Entscheidung: Investiere ich mein letztes Geld, um Hygiene-Kits zu kaufen, wie empfohlen wird, oder besorge ich lieber Essen für meine Kinder?

In Nepal müssen sich viele der Familien in unseren Kinderzentren diese Gedanken machen. Seit Mai ist das Land extrem von der zweiten Corona-Welle betroffen; Ende Mai hatte die Pandemie dann auch die entlegenen Dörfer erreicht, die in der ersten Welle verschont geblieben waren. Seitdem befindet sich so ziemlich das ganze Land im Lockdown.

Die Familien in Piluwa, Ithung und Ghalegaun sind besonders stark betroffen. „Selbst in den Bergdörfern sind viele Menschen gestorben“, schreibt unser Partner. „Verkehrsmittel, Geschäfte, Arbeitsstellen, Fabriken sind bereits seit etwa zwei Monaten geschlossen. Die Menschen hocken in ihren Häusern in ständiger Angst, nicht nur vor der Pandemie, sondern in Angst vor dem Hunger.“ Sie haben kein Erspartes, mit dem sie sich durch diese Wochen versorgen können, und keine Möglichkeit, etwas zu verdienen; „also leihen sie sich Geld und nehmen minderwertigere Nahrung zu sich, um irgendwie durchzukommen“. Die nett gemeinten Anweisungen des Gesundheitsministeriums, man solle möglichst nahrhaftes, ausgewogenes Essen zu sich nehmen, um das Immunsystem zu stärken, klingt für sie wie Hohn. Die empfohlenen „Safety Kits“ sind für die meisten unerschwinglich.

Unser Partner NCM Nepal würde in dieser Situation gerne mit Lebensmittelpaketen helfen, damit die Familien genügend und bessere Nahrung zu sich nehmen können. Aber in Rücksprache mit den Verantwortlichen vor Ort stellte sich heraus, dass in diesen Dörfern bisher überhaupt keine Hilfe geleistet wird, und somit nicht nur die Familien unserer Kinderzentren, sondern quasi die gesamte Dorfbevölkerung auch im Umkreis versorgt werden müssten. Das aber übersteigt unsere Kapazitäten.

Daher konzentriert sich NCM Nepal in einem ersten Schritt auf die „Safety Kits“, die sich die Familien auch nicht leisten können. Vorerst sollen Masken und Seifen an alle Familien der Kinderzentren verteilt werden – Seife ist in diesem Kontext angebrachter als Händedesinfektionsmittel.

Und natürlich kümmern die Lehrer unserer Kinderzentren sich trotz des Lockdowns weiter um die Kinder, vor allem durch Video- oder Telefonanrufe. Damit möchten sie auch Hoffnung weitergeben; Hoffnung, die zur Zeit dringend benötigt wird, wie ein Vater aus Ghalegaun beschreibt:

Ich bin Bhupesh aus Ghalegaun. Ich komme aus einer armen Familie. Viele Menschen wünschen sich in ihre Kindheit zurück, aber meine Kindheit war es nicht wert, dass man sich an sie erinnert. Dafür war sie viel zu elend. Es tat mir immer sehr weh, wenn meine Freunde bei Festen neue Kleider hatten. Meine Eltern verdienten sehr wenig, aber vor allem waren sie auch abhängig von lokalem Alkohol. Häusliche Gewalt und Armut prägten meine Kindheit. Ich wuchs auf, ohne überhaupt ein Schulgelände zu betreten. Als ich älter wurde, begann ich auf Baustellen und manchmal auf Bauernhöfen zu arbeiten.

Später erlernte ich das Maurerhandwerk und fing an, Geld zu verdienen. Ich habe geheiratet und habe jetzt drei Kinder. Ich bin glücklich, dass ich und meine Frau unsere Kinder zur Schule schicken können. Und jetzt sind wir besonders dankbar, dass unsere Kinder durch das integrative Kinderzentrum in ihrer Bildung unterstützt werden, mit Schulmaterial und Nachhilfeunterricht. Wir haben unsere eigene kleine Hütte und ein kleines Stück Land, auf dem meine Frau Gemüse anbaut. Inmitten von Mangel und Entbehrung ist meine Familie zu einer glücklichen Familie geworden.

Aber seit dem letzten Jahr zerstört die Pandemie unseren Frieden. Mit viel Mühe haben wir das letzte Jahr verbracht und versucht, ein normales Leben zu führen, aber seit Mai 2021 bedroht die zweite Welle unser Leben. Viele Menschen aus unserem Dorf sind mit Covid-19 infiziert und einige von ihnen haben ihr Leben verloren. Meine Familie ist noch sicher, aber der Lockdown wirkt sich sehr negativ auf uns aus. Da die Baustellen seit mehr als zwei Monaten geschlossen sind, ist auch meine einzige Einkommensquelle versiegt. Wenn man auf Baustellen arbeitet, kann man kaum das Allernötigste bezahlen und somit auch kein Geld für die Zukunft sparen. Daher sind wir jetzt in einer finanziellen Krise. Wir kaufen Essen, indem wir uns von Nachbarn etwas leihen, in der Hoffnung, dass der Lockdown bald aufgehoben wird und ich Arbeit bekomme, damit ich das Geld zurückzahlen kann. Die Regierung bittet uns, alle möglichen Gesundheitsmaßnahmen zu befolgen, aber sie sind sich nicht bewusst, dass die armen Leute sich all das überhaupt nicht leisten können.

Wir möchten Menschen wie Bhupesh und den Familien in den Dörfern unseres Jahresprojekts helfende Hände reichen!

Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, dann überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Nepal Corona“ auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394, BIC: HELADEF1GEL (zur Online-Spende). Bitte geben Sie immer die vollständige Adresse an, damit Sie am Jahresende eine Spendenquittung erhalten können. Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bestätigt, dass Helping Hands e.V. mit den anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.

 

Fotohinweis: Das Bild zeigt eine Szene aus Ithung/Ghalegaun vor dem Lockdown (Ende 2020).

Dörfer unseres Jahresprojektes 2021 stark von Corona betroffen

Familien aus unseren integrativen Kinderzentren in Nepal hoffen auf Hilfe

Seit Januar besteht das integrative Kinderzentrum in Ithung/Ghalegaun in Nepal, das wir, gemeinsam mit dem neueröffneten Kinderzentrum in Piluwa, als unser Jahresprojekt 2021 unterstützen. Einige Monate konnte dort regelmäßig der Unterricht stattfinden; die Kinder freuten sich über warme Winterjacken, Schulmaterial und nahrhafte Mahlzeiten, die Eltern wurden in Hausbesuchen ermutigt und blicken mit Hoffnung in die Zukunft.

Aber der massive Corona-Ausbruch im Nachbarland ist schon längst nach Nepal übergeschwappt und hat diesmal leider auch vor den entlegenen Dörfern nicht Halt gemacht. Anfangs befanden sich nur die Städte im Lockdown, aber schon nach wenigen Wochen wurde die Ausgangssperre landesweit ausgeweitet. Das läuft inzwischen anderthalb Monate, und die Menschen wissen nicht mehr, woher sie die nächste Mahlzeit bekommen sollen. Und dazu kommt die Angst vor der Krankheit – in Gegenden, wo das nächste Krankenhaus mehrere Stunden Busfahrt entfernt ist, kann ein schlimmer Verlauf schnell fatal sein. Unser Partner schreibt:

„In dieser zweiten Welle haben sich Menschen selbst in den entlegenen Gebieten mit Covid-19 infiziert. Und der Lockdown dauert weiter an. Piluwa ist bereits ein Hochrisikogebiet für Covid-19, aber wir dachten nicht, dass das Bergdorf Ithung davon betroffen sein würde. Doch leider wurden viele Menschen aus Ithung positiv getestet. Und jetzt ist der Pastor des Dorfes an Corona gestorben! Er lässt seine Frau, drei Söhne und eine Tochter zurück.“

Wenn das Immunsystem durch Hunger geschwächt ist, haben auch gesunde Menschen weniger Chance, einer Infektion standzuhalten. Und die Familien in Ithung, Ghalegaun und Piluwa leiden sehr unter dem strengen Lockdown. Ihre Hoffnung ist, dass der lokale Partner ihnen in dieser Not unter die Arme greifen kann.

Auch wir möchten den Familien in den Dörfern unseres Jahresprojekts helfende Hände reichen!

Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, dann überweisen Sie Ihre Spende bitte mit Vermerk „Nepal Corona“ auf das Konto von Helping Hands e.V. bei der KSK Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394, BIC: HELADEF1GEL (zur Online-Spende). Bitte geben Sie immer die vollständige Adresse an, damit Sie am Jahresende eine Spendenquittung erhalten können. Das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bestätigt, dass Helping Hands e.V. mit den anvertrauten Mitteln sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht.

Neuer Mut inmitten katastrophaler Wirtschaftskrise

Schüler und Personal der NES in Beirut nehmen an Hanauer Joggathon teil

„Die Situation wird immer schlimmer – in allem. Es ist zum verzweifeln!“

Während man sich andernorts freut, dass ein wenig Normalität in den Alltag zurückkehrt, rutscht der Libanon immer weiter ab in die katastrophalste Wirtschaftskrise, die der moderne Staat je erlebt hat.

Innerhalb weniger Monate hat die lokale Währung 90% ihres Wertes verloren. Das Geld, das noch 2019 einen Einkaufskorb voller Gemüse, Obst, Fleisch, Reis und Milch gefüllt hätte, reicht heute gerade noch für eine Flasche Milch. Ein T-Shirt kostet neunmal so viel wie vor zwei Jahren, der Preis für Öl zum Kochen hat sich versechzehnfacht (Infografiken von AlJazeera). Der Prozentsatz an Menschen, die in Armut leben, hat sich innerhalb eines Jahres auf 55% verdoppelt – inzwischen können sich über die Hälfte der libanesischen Bevölkerung kaum mehr das Nötigste zum Überleben leisten. Auch die Stromversorgung ist am Zusammenbrechen; Generatoren und Kraftstoff für die meisten unerschwinglich.

Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung. Die NES-Schule in Beirut ist weiterhin eine Oase des Friedens im Chaos – und seit Ende Mai kann tatsächlich wieder Unterricht im Schulgebäude stattfinden. „Wir sind begeistert, weil wir jetzt schon fast drei Wochen Präsenzunterricht haben konnten!“, schreibt die Schulleiterin. Normalerweise würden jetzt bereits die Absolvierungen stattfinden, stattdessen gibt es bis Ende Juni Unterricht.

Und nicht nur die Gesichter der Schüler und Lehrer strahlen, dass sie endlich wieder beisammen sein können, auch die Schule erstrahlt in neuem Glanz: Nach der Explosion im August konnten als Teil der Reparaturen auch nötige Renovierungsarbeiten durchgeführt und die Schule in der neuen Schulfarbe gestrichen werden. Die neuen Schuluniformen konnten sich bisher leider die wenigsten Eltern leisten, daher dürfen die Kinder derzeit in den alten Farben kommen oder einfach in neutraler Kleidung.

„Wir hoffen sehr, dass im kommenden Schuljahr alle Kinder ihre eigene Schuluniform haben können und auch Schulbücher in Farbe; dieses Jahr mussten wir viele Kopien machen, damit die Schüler überhaupt Unterrichtsmaterial hatten.“

Auch andere Herausforderungen müssen überwunden werden: zum Beispiel ist es für Personal, Eltern und Schulbusse derzeit nicht einfach, die Schule zu erreichen, weil es fast kein Benzin mehr zu kaufen gibt – „oder man muss zwei drei Stunden anstehen, nur um 10 Liter Benzin einzufüllen“.

Aber wie immer geben Lehrer und Personal der NES-Schule nicht auf. „Es geht uns noch gut, wir sind in Sicherheit, und wir hoffen, dass die Dinge sich ändern werden“, betont die Schulleiterin.

Und Ermutigung kommt auch von anderer Seite!

Vom 21. bis 27. Juni findet in Hanau ein dezentraler Joggathon statt, der auch in diesem Jahr den NES-Studienfond unterstützt. Und jetzt wird die Hilfe noch dringender benötigt!

Und auch dieses Jahr nehmen Schüler und Lehrer der NES-Schule am Joggathon teil und rennen in Beirut „gemeinsam“ mit den Läufern in Deutschland für ihr Projekt (voraussichtlich am 21. Juni).

 

Wer sich am Joggathon beteiligen möchte oder für das Projekt spenden, findet hier alle nötigen Informationen (im Detail: Sponsoren-Info).

Für die Schüler der NES suchen wir Sponsoren! Bei Interesse bitte eine Mail an: joggathon@kdn-hanau.de