Update von der NES-Schule im Libanon
Zwei Monate ist es her, dass die Nahostkrise eine dramatische Wendung nahm. Zwei Monate, in denen auch im Libanon die Bomben fielen und die Angst zum täglichen Begleiter wurde. Zwar herrscht seit ein paar Tagen Waffenruhe, doch keiner glaubt so wirklich, dass die Krise ausgestanden ist. Und für die tausenden Familien, die über Angehörige trauern oder deren Zuhause beschädigt oder zerstört ist, hat sich auch mit der Waffenruhe nichts geändert.
Die NES-Schule am Rande Beiruts ist mittendrin. „Es ist eine enorme Last“, reflektiert Schulleiterin Marlene. „Aus unserer Schulfamilie haben wir bereits drei Eltern verloren. Viele unserer Kinder leben in völlig überfüllten Wohnungen, da Verwandte zusammenziehen, um sich sicherer zu fühlen. Die Angst ist allgegenwärtig. Bei plötzlichen Geräuschen zucken alle zusammen. Das Gefühl der Ungewissheit und Sorge sitzt tief, und viele haben sowohl emotional als auch körperlich zu kämpfen. Spannungen zwischen verschiedenen Gruppierungen tragen zur Instabilität und Unsicherheit bei. Darüber hinaus sind noch die Preise stark gestiegen, und Familien haben mehr denn je Mühe, ihre Grundbedürfnisse zu decken.“
Und wieder einmal bemüht sich das Team der NES-Schule mit voller Hingabe und viel Kreativität darum, eine „Oase des Friedens im Chaos“ zu schaffen. Seit Ostern findet der Unterricht wieder relativ „normal“ statt. Die Kinder kommen zur Schule, lernen und spielen gemeinsam, schreiben Klausuren und freuen sich über besondere Aktivitäten: Geburtstage werden gefeiert, im Chemieunterricht Experimente durchgeführt, die besten Matheschüler ausgezeichnet und zum Welttag des Buches ein ganzer Tag dem Thema Lesen gewidmet. Ein bisschen gewohnter Alltag, mit „Unterbrechungen“, die Freude machen und Mut schenken: ein einfaches, aber unbezahlbares Geschenk für diese Kinder.
Doch auch die Angst wird nicht einfach ignoriert. Sara, die Schultherapeutin, ist seit Wochen intensiv damit beschäftigt, den Kindern, Eltern und Lehrern die nötigen „Hilfsmittel“ an die Hand zu geben, um die traumatische Zeit zu durchstehen und die Erlebnisse so zu verarbeiten, dass langfristig Heilung stattfinden kann. Bis dahin ist noch ein weiter Weg. Aber das hält das NES-Team nicht davon ab, ihr Bestes zu geben, um den Kindern weiterhin Sicherheit und Stabilität zu bieten.
Darin benötigt das NES-Team dringend unsere Unterstützung! Das Therapieprogramm wird noch mehrere Jahre nötig sein, um wirklich langfristige Heilung zu ermöglichen. Und durch die noch weiter verschärfte wirtschaftliche Lage können sich noch weniger Familien das Schulgeld leisten. Mit einer Spende für das „NES Therapieprogramm“ oder den „NES Studienfond“ tragen Sie dazu bei, dass die NES-Schule weiterhin eine Oase des Friedens im Chaos sein kann! (Zur Online-Spende)
Foto: Zum Unabhängigkeitstag im November legten Schüler beschriftete Herzen im Umriss Libanons ab.

