Alles Gute zum Muttertag!

Mütter sind (über)lebenswichtig – das würde wohl keiner bestreiten. Aber auch gerade in der „Entwicklungshilfe“ sind Mütter mit die wichtigsten Akteure. Denn für Mütter steht das im Mittelpunkt, was ihren Kindern, ihrer Familie am meisten nützt. Projekte sind erfolgreicher und verändern nachhaltiger, wenn Mütter involviert sind. Das haben auch unsere Partner erkannt, und deshalb sind Mütter, unter anderem in sogenannten „Selbsthilfegruppen“, ein nicht-wegzudenkender Teil unserer Projekte.

Und diesen Müttern sollten wir auch mal Danke sagen!

Das hat unser Partner in Albanien dieses Jahr zum Muttertag umgesetzt, der in Albanien bereits am 8. März stattfand – also gerade noch rechtzeitig vor den Corona-Beschränkungen. Die Kinder unseres Kinderzentrums in Kombinat luden ihre Mütter zu einem besonderen Fest ein. Nach einem gemeinsamen Programm, wo über die Beziehung zwischen Müttern und Kindern gesprochen und natürlich auch gemeinsam gegessen und getrunken wurde, kam der Höhepunkt der Feier, wie unser Partner berichtet:

„Der beste Moment war, als die Kinder ihren Müttern Geschenke gaben. Das war das erste Mal, dass diese Frauen von ihren Kindern Geschenke bekommen haben. Die Kinder waren so glücklich, weil sie sehen konnten, wie glücklich ihre Mütter waren.

Diese Frauen haben alle keine gute Bildung, sie arbeiten auf der Straße oder sind arbeitslos, also haben sie nicht viel gesagt. Aber sie haben ihre Freude durch ihr strahlendes Lächeln gezeigt.“

Knapp 30 Mütter und Kinder konnten an dem Tag dabei sein; für die anderen Mütter nahmen ihre Kinder die Geschenke mit nach Hause. Viele dieser Frauen leben unter sehr schwierigen Verhältnissen und leiden unter häuslicher Gewalt. Das Kinderzentrum gibt ihnen die Hoffnung, dass es wenigstens ihren Kindern einmal besser gehen wird.

 

Die Muttertags-Feier wurde von Helping Hands e.V. aus Spenden zum Jahresprojekt 2019 gefördert.

Joggathon 2020

Der Gelnhäuser Joggathon 2020 findet statt!

Zwar können wir aufgrund von Kontaktsperre & Co. dieses Jahr nicht gemeinsam um die Kreissportanlage in Gelnhausen laufen, aber das ist ja kein Grund, den Joggathon ausfallen zu lassen! Deshalb gibt es den „Joggathon to go“: Wir laufen gemeinsam für den guten Zweck (die NES-Schule in Beirut im Libanon), und zwar allein, zu zweit oder als Familie – jeder, wo er oder sie will, aber trotzdem zusammen … gerne in ganz Deutschland oder außerhalb – und die Schüler und Lehrer der NES-Schule laufen in Beirut mit!

Das gemeinsame Event ist für Sonntag, den 17. Mai 2020, von 12 bis 13 Uhr geplant; gerne kann auch später am Tag (oder in der folgenden Woche) gelaufen werden.

 

Du bist dabei?

Super! So funktioniert’s:

1. Melde dich an (mit diesem Formular online oder per E-Mail)

2. Suche dir Sponsoren (dieses Infoblatt hilft dir dabei)

3. Finde einen Mitläufer, wenn du magst, und wähle eine Laufstrecke

4. Installiere eine Tracking-App auf deinem Handy (nett, aber nicht erforderlich)

5. Folge uns online, um keine Infos zu verpassen (#joggathon2020)

6. Stehe am Sonntag, 17. Mai, um 12 Uhr in den Startlöchern (gerne auch später am Tag oder in der Woche)

7. Lauf! für den guten Zweck :))

8. Erzähle uns per E-Mail, Facebook oder Instagram, wie viel du gelaufen bist und welchen Betrag du „erlaufen“ hast (gerne mit Foto)

9. Folge uns online, um zu sehen, wer sonst so mitgelaufen ist – in Deutschland und im Libanon! (#joggathon2020)

10. Freu dich mit uns, dass Kinder in Beirut die Chance auf eine Zukunft haben!

 

Noch Fragen?

Hier findest du weitere Details zum Event und Projekt und

hier findest du die Infos kompakt auf einer Seite zum runterladen und weiterleiten (pdf).

Oder schreibe uns eine Mail an joggathon2020@helpinghandsev.org!

 

Joggathon Anmeldung

Hiermit melde ich mich verbindlich zum Joggathon am 17. Mai 2020 an.

 

Der Joggathon am 17. Mai ist eine Veranstaltung der Kirche des Nazareners Gelnhausen in Kooperation mit Helping Hands e.V.

Im Juni findet ein weiterer (dezentralisierter) Joggathon in Berlin statt: vom 7. bis 14. Juni engagieren sich zahlreiche Läufer und Sponsoren in der Hauptstadt (ausführliche Infos zu diesem Event findet ihr hier). Der Berliner Joggathon unterstützt zu 50% ebenfalls die Schule in Beirut – wir laufen also gemeinsam mit Berlin und Beirut, Gelnhausen und ganz Deutschland dafür, dass Kinder im Libanon eine Zukunft haben!

Kreativität und Durchhaltevermögen

„Bisher sind wir noch in Sicherheit, aber das Leben ist extrem schwer geworden. Das ganze Land steht still. Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird. Es gibt kein Essen mehr. Oder ich sollte sagen: nur noch für die Reichen. Die Preise sind zu hoch für die wenigen Lebensmittel, die es noch gibt. Die Läden sind leergekauft. Die nächsten Wochen werden sehr hart sein.“ So schrieb Bentina, Gründerin und Direktorin der Arche Schule in Kenia, Ende März. Seitdem hat die Lage sich kontinuierlich verschlimmert. „Lebensmittel sind das größte Problem hier. Die Familien stehen vor einer wirklich schweren Zeit. Meine Familie auch!“

Die Elendsviertel der Großstädte, wo sich Hunderttausende auf engem Raum drängen, sind besonders hart von der Corona-Krise betroffen, und das ist auch im Kariobangi-Slum in Nairobi nicht anders: Social Distancing, perfektionierte Hygiene, Lernen oder Arbeiten von zuhause aus – das alles ist hier unmöglich. „Wir wissen nicht, was wir unseren Lehrern sagen sollen“, erklärt Bentina. „Hier bei uns können wir nichts von daheim aus machen. Die Technik ist zu unterentwickelt, unsere Kinder haben keine Computer zuhause, somit hat Schulunterricht in Afrika einfach aufgehört. Das ist eine sehr traurige Situation für alle Afrikaner!“

Nur wenige Tage nach dem ersten Corona-Fall wurden in Kenia durchgreifende Maßnahmen eingeführt – Schulen, Geschäfte, Büros geschlossen, Versammlungsverbot, nächtliche Ausgangssperre … und ständig kommen neue, härtere Beschränkungen hinzu, die teilweise mit kaum Warnung über Nacht in Kraft treten und das Leben besonders für die gefährdetste Bevölkerungsgruppe schier unerträglich machen.

Innerhalb weniger Tage wurden über 150.000 Menschen in den verschiedenen Slums um Kariobangi arbeitslos. Jetzt stehen die Familien vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen, denn sie sind darauf angewiesen, täglich ihr Geld zum Überleben zu verdienen – zum Beispiel durch kleine Kioske oder Essensverkauf am Straßenrand, als Haushaltshilfe oder Gärtner. Das ist in dieser Lage kaum möglich, wie ein Vertreter unseres Partners beschreibt:

„Die Samosa-Verkäuferin, die vom Verkauf an die Schulkinder lebt, hat keine Kunden mehr. … Der Mann, der sonst äthiopischen Kaffee kocht,  wartet vergebens auf seine Stammkunden. … Die, die sonst im Stau zwischen den Autos alles anbieten, von Erdnüssen über Ladekabel bis zu Schuhregalen, bleiben zu Hause, da es keinen Stau mehr gibt.“ (D. Kroppach)

Besonders alleinerziehende Mütter sind hart getroffen; aber auch die vielen Familien, wo Väter in den Schlachthäusern arbeiteten, die nun geschlossen sind, weil die Beschränkungen den Transport unmöglich machen.

Jetzt hungern Hunderttausende, von denen ohnehin schon viele mangelernährt waren – und wenn das Virus ihren Slum treffen sollte, haben diese Menschen noch weniger Chancen, die Krankheit zu überstehen. Das haben natürlich auch Bentina und ihr Team von engagierten Lehrern erkannt, und stellten in kürzester Zeit einen Plan für präventive Soforthilfe auf die Beine – nicht, um Menschen abhängig von Hilfsleistungen zu machen, sondern um sie in dieser Ausnahmesituation im Kampf ums tägliche Überleben zu unterstützen. Denn die Kinder der Arche erhalten ja auch sonst täglich eine warme Mahlzeit in der Schule, die derzeit wegfällt.  „Die Idee der Hilfe ist, den Familien einen Grundstock zu geben, aber nicht alles zu übernehmen, sondern auch immer noch eine Eigenleistung zu erwarten.“ (D. Kroppach)

Aus jeder Schulklasse wurden 10 besonders bedürftige Familien ausgewählt, die einzeln zur Schule kommen und – unter strengen Regeln zu Hygiene und Mindestabstand – ein Paket mit Lebensmitteln für eine Woche abholen können: Mais, Reis, Zucker, Bohnen, Linsen, Tee, Öl und Seife. „Die Freude war groß, als sie die Lebensmittel in Empfang nehmen durften, “ berichtet unser Partner,  „vor allem bei denen, die schon seit Tagen keine warme Mahlzeit mehr hatten.“

Mehrere Wochen konnten so Verteilungen stattfinden, bis der nächste Schlag drohte: Bei einer Verteilung im größten Slum Nairobis war es zu Zwischenfällen gekommen; zwei Menschen kamen um. Danach wurden Verteilaktionen erst einmal verboten und alle Spenden sollten über Regierungskanäle laufen. Doch glücklicherweise ist Bentina, die Direktorin der Arche Schule, nicht nur sehr mutig, sondern auch vor Ort sehr angesehen und gut vernetzt, und konnte so eine offizielle Erlaubnis bekommen, die Essensverteilungen in Kariobangi weiterzuführen – unter anderem, weil ja die Schulmahlzeit für die Kinder derzeit wegfällt. Es gibt zwar neue Regelungen, zum Beispiel muss jeder erst mit einem „Fieber Gun“ gemessen werden und dann unterschreiben, dass er oder sie ein Paket bekommen hat, aber Bentina und die Lehrer sind froh und erleichtert, dass sie so ihre Familien weiter unterstützen können.

In dieser Lage zeichnet die Arche sich nicht nur im Durchhaltevermögen aus, sondern auch durch eine gute Portion Kreativität. In einer der ersten Verteilaktionen erhielten die Schüler der Klassen 6 bis 8 ein Buch, das zumindest eine Art Unterricht weiter möglich macht. Ein Vertreter unseres Partners beschreibt:

„Durch die Bücher, die wir für die älteren Schüler kaufen konnten, können diese weiter von zu Hause arbeiten. Jeweils zwei Lehrer kommen zur Schule, um sich jeweils einzeln die Sachen anzusehen, die die Schüler gemacht haben. Mehr ist leider momentan nicht möglich, um nicht die Regeln zu brechen. Andere Lehrer haben Videos aufgezeichnet und per WhatsApp an die Schüler gesendet, damit diese wenigstens etwas vom Material bekommen.

Die Nähfrauen fangen jetzt an, Mundschutze zu nähen. Seit gestern ist es eine Vorschrift diese zu tragen, für alle, jederzeit! Das wird den Frauen helfen, ein eigenes Einkommen zu bekommen.“ (D. Kroppach) Wer ohne Mundschutz erwischt wird, muss fast 200 Euro Strafe bezahlen, für die Menschen hier eine ungeheure Summe. Daher haben die Nähfrauen zumindest eine Zeitlang ein kleines gesichertes Einkommen.

Und auch in Kariobangi hat das „digitale Lernen“ nun zaghaft Einzug gehalten. Die Lehrer der Klassen 6 bis 8 nehmen Lektionen auf – bisher auf ihrem privaten Handy; inzwischen konnten zwei neue Telefone gekauft werden, die diese Arbeit deutlich erleichtern – und schicken sie an die Eltern der Kinder. Manche der Familien haben kein Telefon, sodass dann Kinder aus der Nachbarschaft zu zweit die Lektionen anhören.

 

Eine Herausforderung, der die Arche sich noch gegenübersieht, sind die Gehälter der Lehrer. Denn unter den momentanen Umständen können die Eltern kein Schulgeld mehr bezahlen, das für zehn Lehrer und Mitarbeiter (etwa die Hälfte der Angestellten) die Gehaltskosten deckte. Das wird sich auch nach der Krise nicht sofort bessern, da die Familien über Monate hinweg wirtschaftlich beeinträchtigt sein werden. Doch natürlich möchte die Arche ihre Lehrer nicht im Stich lassen.

Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, der Arche und ihren Lehrern durch diese schwierige Zeit zu helfen, dann spenden Sie mit dem Vermerk „Coronakrise Kenia“ per Überweisung oder online. Damit tragen Sie dazu bei, dass den Familien im Kariobangi-Slum auch über die Krise hinaus wirkungsvoll geholfen wird und ihre Leben und vor allem die der Kinder nachhaltig verändert werden!

 

Lesen Sie wie unsere Partner in Nepal und in Albanien in Zeiten der Coronakrise Hoffnung bringen.

Corona-Krise anderswo

Dasselbe Virus, aber dramatischere Folgen: Unsere Partner berichten aus aller Welt

„Heute hatten wir die ersten Corona-Fälle. Es ist furchtbar. Alles ist dicht. Man darf sich nicht mehr öffentlich treffen“, so schreibt Gesti aus dem ärmsten Land Europas. „Unser Kindergarten wurde für drei Wochen geschlossen. Dadurch fallen alle Einnahmen weg, und wir wissen nicht, wie wir die Mitarbeiter bezahlen sollen.“

Niemand war auf diese Katastrophe vorbereitet. Doch wie immer trifft es die besonders Benachteiligten am härtesten. Unsere Projektpartner in Südasien und Afrika, Osteuropa und dem Nahen Osten stehen vor ähnlichen Herausforderungen:

Im Libanon ist die Schule unseres Partners nun schon die vierte Woche geschlossen. Das ist besonders schlimm für die Schüler, weil ja schon im Herbst aufgrund der politischen Lage mehrere Wochen Unterricht ausfielen und viele Eltern ihre Jobs verloren haben. „Die Situation hier ist sehr kritisch“, schreibt die Schulleiterin. Besonders gefährdet sind die zahlreichen Schüler aus Flüchtlingsfamilien, die ohnehin schon ums Überleben kämpfen.

In Nepal wurden bisher zwar erst zwei Menschen positiv getestet, trotzdem sind alle Schulen und auch die Kinderzentren unseres Partners für einen Monat geschlossen. Die örtlichen Mitarbeiter überprüfen aber weiterhin regelmäßig, ob die Kinder und Eltern gesund sind, um im Zweifelsfall umgehend helfen zu können. Größere Sorge bereitet unserem Partner die finanzielle Lage: Händler begannen sofort, durch künstliche Verknappung die Preise für alltägliche Produkte und Grundnahrungsmittel in die Höhe zu treiben. Viele haben Angst, dass ihnen bald das Nötigste zum Überleben fehlt.

In Sri Lanka mussten die Kinderzentren ebenfalls vorübergehend geschlossen werden. Nachts herrscht eine Ausgangssperre und die Regierung zieht in Betracht, diese auf tagsüber auszuweiten, da sich das Virus besonders durch Menschen verbreitet hat, die sich der Quarantäne entzogen haben – wodurch auch viel Panik entstanden ist. „Es ist besonders schwierig für die Bedürftigsten, die auf ein tägliches Einkommen angewiesen sind“, berichtet unser Partner. Denn sie besitzen immer nur gerade so viel Geld, um für einen Tag einzukaufen – was sehr schwierig ist, wenn Reichere die Läden leergekauft haben. „Es ist erschreckend und herzergreifend, die Menschen so leiden zu sehen.“

In Bangladesch besuchen normalerweise knapp 5000 Kinder die ca. 50 Kinderzentren unseres Partners. Ein paar dieser Kinderzentren werden zum größten Teil örtlich finanziert – zum Beispiel ein Zentrum in Naogaon: „Die meisten Kinder hier kommen aus sehr benachteiligten Randgruppen“, erklärt unser Partner. „Aber alle möchten ihre Kinder zum Zentrum schicken, weil sie hier so gut versorgt werden. Die meisten Kosten werden örtlich getragen.“ Doch das ist jetzt sehr schwierig geworden, denn auch in Bangladesch haben sich die Preise für alltägliche Dinge teilweise um 50% erhöht. „Es wird eine große Herausforderung, all unsere Mitarbeiter zu bezahlen.“

(Unsere örtlichen Partner in Südasien überlegen derzeit gemeinsam mit unserem internationalen Förderpartner NCM, Lebensmittel und andere nötige Produkte an die bedürftigsten Familien zu verteilen. Dabei sollen sich natürlich alle Helfer an strenge Sicherheitsvorkehrungen halten, um das Virus nicht weiterzuverbreiten.)

In Albanien herrscht zwar weiterhin Ausgangssperre, zur Arbeit dürfen die Einwohner nur von 6 bis 9 Uhr morgens und 16 bis 18 Uhr nachmittags und es fehlt an vielen notwendigen Hilfsmitteln, vor allem auch in Krankenhäusern. Trotzdem konnte unser Partner bereits dringend benötigte Hilfe leisten: An viele der Familien unseres Kinderzentrums verteilten freiwillige Helfer unter Beachtung der Sicherheitsvorkehrungen Tüten mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Die Familien waren dafür enorm dankbar, denn die meisten können sich keine Lebensmittel mehr leisten. Der Kindergarten ist weiterhin geschlossen, doch die Kinder sind zuhause aktiv und senden regelmäßig Bilder von den Bastelarbeiten, die sie unter Anleitung herstellen konnten.

In Rumänien musste unser Partner Veritas alle Programme am 12. März schließen; derzeit bis 22. April. Die Mitarbeiter können in dieser Zeit Arbeitslosengeld erhalten. Die Leiter der verschiedenen Programme (u.a. für Kinder aus benachteiligten Familien, Senioren, Menschen mit Behinderung) bleiben mit ihren Klienten in Kontakt und helfen, wo möglich.

In Kenia befindet sich die Schule unseres Partners in einem der gefährdetsten Gebiete des Landes: dem Kariobangi-Slum in Nairobi. Hygiene beachten, Kontakt meiden – das ist in einem Slum viel schwieriger oder gar unmöglich. Die Familien stehen vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen, denn die meisten sind darauf angewiesen, täglich ihr Geld zum Überleben zu verdienen. Und auch hier mussten alle Schulen geschlossen werden. Das bedeutet für die Kinder der „Arche“ Schule, dass sie in den nächsten Wochen sehr hungrig sein werden, denn für viele ist sonst das Schulessen die einzige richtige Mahlzeit am Tag. Lernen per Internet oder Videokonferenz ist im Slum keine Option; dafür hat die Regierung aber angekündigt, jeden Tag bis nachmittags nur Bildungsprogramme in Radio und Fernsehen auszustrahlen. Trotzdem – den Kindern fehlt vor allem das „Zuhause“, das sie in der „Arche“ gefunden haben!

 

So dramatisch die Lage ist – es besteht auch viel Hoffnung. Denn unsere Partner geben nicht so schnell auf und bemühen sich heute genauso wie gestern und morgen, denen zur Seite zu stehen, die am meisten gefährdet sind.

Deshalb möchten wir auch in dieser Krise unseren Partnern unter die Arme greifen, damit ihre wertvolle Arbeit weitergehen kann und Kindern und Familien in Not geholfen wird!

Ihre Spende ermöglicht einen Neuanfang und Hilfe, wo es am Nötigsten ist. Herzlichen Dank dafür!

Mein Traum: Ein ganz normales Schulkind sein

Früher war Jiro* ein ganz normales Schulkind. Er ging zum Unterricht, machte seine Hausaufgaben, spielte mit Freunden, freute sich auf die Ferien und war stolz, als sein kleiner Bruder Nabil* geboren wurde.

Dann brach der Bürgerkrieg aus.

Anfangs machte das kaum Unterschied: Die Kämpfe waren weit weg von Jiros Heimatstadt. Zwar musste der Vater sich einen anderen Job suchen, aber ansonsten blieb vieles wie gewohnt. Nabil wurde eingeschult, Jiro spielte weiter mit seinen Freunden.

Bis zu dem Tag, an dem der Vater nicht nach Hause kam. Sein Bus war an einem neuen Checkpoint angehalten worden und alle mussten sich ausweisen. Jiros Vater hatte den „falschen“ religiösen und ethnischen Hintergrund. Der Bus fuhr weiter, der Vater blieb zurück. Bis heute weiß die Familie nicht, ob er noch lebt.

Es war spät abends, als die Mutter ihren Jungs berichten musste, was passiert war. „Mein Herz schlug wie wild“, erinnert sich Jiro. „Die Welt wurde ganz dunkel.“ Monatelang wurde mit den Entführern verhandelt. Nichts geschah.

Schließlich musste die Familie das Land verlassen. „Wir wollten nach Deutschland kommen. Jemand versprach uns zu helfen, wir mussten viel Geld zahlen. Eine Woche vor dem Abflug rief er an und sagte die Reise ab. Jemand anders hatte ihm mehr gezahlt.“

So kamen Jiro, Nabil und seine Mutter nach Beirut, wo sie bei einer Tante wohnen konnten. Das Leben für syrische Flüchtlinge im Libanon ist nicht einfach. Aufgrund der Wirtschaftskrise sind Jobs und bezahlbarer Wohnraum ohnehin schon knapp. Und gegen das Nachbarland verspüren viele Libanesen aus historischen Gründen eine tiefe Aversion. Die meisten staatlichen Schulen nehmen inzwischen keine syrischen Kinder mehr an.

Ein ganz normales Kind zu sein – in die Schule zu gehen und dort als gleichwertiger Kamerad angenommen zu werden, nachmittags Hausaufgaben zu machen und mit Freunden zu spielen, bis die Eltern von der Arbeit nach Hause kommen – dieser „Traum“ ist für viele syrische Kinder im Libanon unerreichbar.

Einige Zeit nach ihrer Ankunft traf Jiros Mutter in einer Kirche eine Frau, die ein Bildungsprogramm für Flüchtlingskinder anbot. Nach einigen Monaten in diesem Programm konnten die Brüder dank eines Stipendiums an die NES wechseln, die Schule unseres Partners in Beirut. Und dort konnte Jiro – endlich – wieder ein ganz normales Schulkind sein!

„Mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Ich hatte Angst. Ich wusste nicht, wie meine Zukunft aussieht. Ich dachte immer negativ.

Aber das hier ist die beste Schule der Welt. Viel besser als meine Schule in Syrien. An der NES hatte ich noch nie das Gefühl, dass jemand mich diskriminiert. Hier fühlt es sich wie ein Zuhause an, wie Familie. Wir kommen gut zurecht mit den Lehrern, ich habe viele Freunde. Im Unterricht hab ich mich verbessert, auch im Sport, in Musik. Alles, was wir machen, macht mir Spaß. Jetzt fühle ich Frieden.“

Im Sommer 2019 absolvierte Jiro von der NES. Er hatte nicht nur gute Noten, sondern entwickelte auch deutliches Führungspotential: Im letzten Jahr leitete er die Schülervertretung. Die Lehrer und anderen Schüler vermissen ihn sehr!

Sein Bruder Nabil ist jetzt in der fünften Klasse. Er hat sich gut eingelebt, ist immer freundlich und wird von allen gemocht. „An der NES hab ich neue Freunde gefunden, die mich nicht mobben. Sie haben mir sogar geholfen, neue Sprachen zu lernen, obwohl ich kam und weniger wusste.“

Kameraden, die nicht mobben, eine Schule, wo man respektiert und wertgeschätzt wird, einfach ein ganz normales Schulkind sein – davon träumen die Flüchtlingskinder im Libanon und andere Kinder aus benachteiligten Randgruppen, die in regulären Schulen keine Chance hätten. Und der NES Studienfond lässt diesen Traum zur Wirklichkeit werden!

Im Rahmen unseres Jahresprojekts 2020 haben wir uns vorgenommen, mindestens 22.000 Euro für den Studienfond und ggf. weitere Projekte zu sammeln. Helfen Sie mit, dass Kinder wie Jiro und Nabil die Chance haben, ein „ganz normales Schulkind“ zu sein!

 

* Namen aus Sicherheitsgründen geändert

Drei Lehrer drücken die Schulbank

In der Arche Schule in Nairobi, Kenia, werden auch Lehrern Träume erfüllt

„Der Lehrer Stephen machte 1999 sein Abitur. Er hatte gute Noten und hätte im Teacher Training  College Lehramt studieren können. Aber das geschah nicht, denn sein Vater war alkoholabhängig und kümmerte sich um nichts. Stephen beschloss, sich mit handwerklichen Arbeiten Geld zu verdienen. Zur Arche kam er zuerst als Reinigungskraft. Aber dann haben wir sein großes Talent entdeckt!
Jetzt lernt er im Teacher Training College, sein Lehrtalent zu perfektionieren. Er setzt alles um, was er im College lernt. Er ist auch sehr kinderbezogen: Wie ein Vater ist er für die Schüler und die Kinder mögen ihn sehr. Die Fertigkeiten und das Wissen, die er im College erhält, tragen auch dazu bei, dass unsere Schüler zu reifen Persönlichkeiten heranwachsen.“

„Die Lehrerin Martha kam vor sechs Jahren zu uns. Sie kommt aus sehr bescheidenen Verhältnissen. Ihre Mutter starb, als sie klein war. Eine Stiefmutter zog sie auf, war aber sehr brutal zu ihr. Die Lage verschlimmerte sich noch, als sie einmal spät abends geschickt wurde, um Feuerholz zu holen, und von einer sehr giftigen Schlange gebissen wurde, sodass ihr rechter Fuß amputiert werden musste.
In der Schule war sie sehr gut und mit ihren Noten hätte sie problemlos zur Universität gehen können. Aber ihr Traum wurde zerschlagen, weil die Stiefmutter es verbot. Also rannte Martha davon und kam nach Nairobi, um nach Arbeit zu suchen, und so erhielt sie eine Chance in der Arche Schule. Sie ist eine sehr gute und strukturierte Lehrerin und diese Weiterbildung ist perfekt für ihre Talente und Interessen. Nach Aussagen ihrer Dozenten ist sie sehr intelligent und fleißig. Wir sind sicher, dass sie viel dazu beitragen wird, die akademische Qualität unserer Schule zu verbessern.“

„Der Lehrer George ist sehr innovativ. Er unterrichtet Mathematik und Naturwissenschaft. Er schloss sich letztes Jahr unserem Lehrerteam an, nach einem sehr traurigen Lebensweg. Schon als kleines Kind wurde er Vollwaise. Auf Zuckerrohrfarmen verdiente er sich einen Lebensunterhalt. Er arbeitete noch zusätzlich am Wochenende, und mit seinem geringen Gehalt bezahlte er die weiterführende Schule. Als er vor einem Jahr zu uns kam, machte er den Eindruck eines engagierten Lehrers. Nach der Probezeit waren wir uns einig: Obwohl er nur das Abitur besaß, war er ein sehr guter Lehrer, und es war für ihn nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Deshalb haben wir ihn auch für diese Weiterbildung empfohlen.
Auch George wird von seinen Schülern sehr gemocht. Er begleitet sie wie ein Bruder. Er hat wirklich eine gute Beziehung mit ihnen, vor allem wenn sie Fußball spielen. Wir als Schule sind so dankbar für diese Lehrer und ihre Hingabe, und dass wir alle gemeinsam als Team zusammenarbeiten, um unsere Schule auf ein höheres Niveau zu bringen.“

 

So schreibt Bentina, die Direktorin der Arche Schule im Kariobangi-Slum in Nairobi, Kenia, über die drei Lehrer, die – unterstützt durch Helping Hands e.V. – seit letztem Jahr eine Weiterbildung besuchen. Im Frühjahr 2019 berichtete die Arche Schule, dass aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen einige Lehrer der Arche nicht weiter unterrichten dürfen. Manche konnten die benötigten Papiere erhalten, andere benötigten eine Weiterbildung. Helping Hands beschloss, in diese Lehrer und damit in die Zukunft der Schule zu investieren.

Daher besuchen Stephen, Martha und George seit letztem Jahr ein Teacher Training College. Die berufsbegleitende Weiterbildung dauert zwei Jahre und umfasst sechs Module; Schulpraktika und Praxisexamen werden direkt in der Arche Schule absolviert und von Dozenten und Vertretern des Bildungsministeriums monatlich geprüft. Die Lehrer zahlen Reisekosten zum College in Machakos, Verpflegung und 10% der Unigebühren und Unterkunft selbst; der Rest wird aus den fördernden Spenden beglichen.

Drei Module haben die Lehrer bereits absolviert und sind enorm dankbar für die Möglichkeit, so ihr offizielles Lehrerzertifikat zu erhalten. „Sie sind alle unglaublich angetan … so viel hätten sie sich nie erarbeiten können, um das selbst zu bezahlen“, schreibt unser örtlicher Partner. „Diese Ausbildungsmöglichkeit ist wirklich die Erfüllung ihrer Träume!“

Rückblick: Jahresprojekt 2019

„Straße oder Schulbank?“ Oder vielleicht eher:
„Bücher oder Drogen?“

Gut, so ganz direkt wird wohl kaum einer unserer Kinder in Kombinat, Albanien, diese Entscheidung treffen müssen. Aber irgendwie doch: denn die richtigen Schulbücher sind erforderlich, um die Schule besuchen zu dürfen. Und die sind teuer! Für ältere Kinder kann das schon mal über 100 Euro kosten. Das kann sich doch keine Familie dort leisten! Eben nicht – und das bedeutet, dass viele Kinder einfach gar nicht zur Schule gehen. So wäre es auch für Gjergj gewesen, der älteste von sieben Jungs. „Wenn er nicht zur Schule gehen würde, dann wäre er sicherlich auf der Straße und im Drogenhandel verstrickt“, erklärt Gesti, Leiter unseres örtlichen Partners.

Aber Gjergj geht zur Schule – und er hat Schulbücher. Die hat er in unserem Kinderzentrum in Kombinat erhalten. Im Herbst sammelte eine Kinderkirche in Hessen, um die Kinder in Kombinat mit Schulmaterial zu unterstützen: Ihre ganz eigenen Füller, Buntstifte, Hefte, gleich zu Schulanfang – das war toll! Aus Spenden für unser Jahresprojekt 2019 konnten zusätzlich die Schulbücher für die älteren Kinder bezahlt werden. Eine Handvoll Bücher, die die Entscheidung trifft zwischen Straße und Schulbank; die dafür sorgt, dass Jungs und Mädchen eine Zukunft haben.
Denn dafür setzen die Mitarbeiter des Kinderzentrums sich ein: dass Kindern aus Randgruppen, die sonst kaum Chancen hätten, durch Schulbildung und sonstige Förderung echte Möglichkeiten für die Zukunft geboten werden. Und an Motivation fehlt es diesen Kindern nicht! Die Lehrerin berichtet:

„Eine meiner besten Schülerinnen ist Aurora. Ich bin so dankbar dass solche Kinder hier im Kinderzentrum sind, die ansonsten keinen Ort zum Lernen hätten und so viel verpassen würden. Viele Tage bleibe ich länger mit ihr im Zentrum, über die Arbeitszeit hinaus, weil sie immer darum bittet, noch mehr zu lernen. Am Ende des Schuljahres hatte sie sehr gute Noten und war eine der besten Schülerinnen ihrer Klasse.

Und Gyselda: Jedes Mal, wenn sie eine gute Note schreibt, kommt sie und umarmt mich und dankt mir. Sie ist auch eins der Kinder, die immer länger bleiben, um noch mehr zu lernen. Keinen einzigen Tag hat sie dieses Jahr im Kinderzentrum verpasst. Ich bin so stolz auf sie!“

Die Hingabe ihrer Lehrer und die Förderung, die sie im Kinderzentrum erhalten, machen einen riesigen Unterschied für die Kinder. Die Unterstützung hilft ihnen besonders darin, ihre eigenen Talente und Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln. Straße oder Schulbank? Was hier die richtige Antwort ist, ist diesen Kindern völlig klar.

Ein ganzes Jahr lang beteiligten sich hunderte von Einzelpersonen, Gruppen und Kirchengemeinden – zum Beispiel durch einen Spendenlauf und ein Jazzkonzert – an unserem Jahresprojekt 2019: Kinderzentrum und Kindergarten in Kombinat, Albanien. Mehr als 15.000 Euro kamen so bis Ende Dezember zusammen! Über den genauen Einsatz der Mittel beraten wir mit dem örtlichen Partner in den kommenden Wochen. Unter anderem konnte dadurch aber bereits eine neue Lehrerin für den Kindergarten eingestellt werden; das trägt dazu bei, dass der Kindergarten zeitnah finanziell selbsttragend wird und auch das Kinderzentrum mit unterstützt.

Etwas Stabilität schenken, einen Ort bieten, an dem die Kinder sich sicher und geliebt fühlen – das ist für sie enorm wichtig, denn jedes dieser Kinder lebt in schwierigen familiären Verhältnissen. Das ist aber auch besonders dann relevant, wenn sonstige Stabilität zusammenbricht. Das Erdbeben in Albanien Ende November zerstörte auch in Kombinat viele Häuser – sämtliche Familien des Kinderzentrums waren betroffen (der Kindergarten blieb unbeschädigt). Aber unser örtlicher Partner stand ihnen zur Seite, half mit Lebensmitteln, Decken und Schlafsäcken durch die ersten Tage hindurch, ermutigte und beriet, schenkte Hoffnung in einer Weihnachtsfeier – ebenfalls durch Spenden aus dem Jahresprojekt – und fand schließlich ein neues Gebäude fürs Kinderzentrum, sodass im Januar der Unterricht wieder aufgenommen werden konnte. Die Kinder sind begeistert von den neuen Räumen, die erheblich mehr Platz bieten; sogar ein Hof und Garten zum Spielen stehen nun zur Verfügung.

Straße oder Schulbank? Bücher oder Drogen? Ein herzliches Dankeschön, dass Sie sich mit den Kindern in Kombinat für die bessere Wahl eingesetzt haben!

Weihnachtsfreude trotz Erdbeben

„Alle Familien der Kinder in unserem Kinderzentrum haben ihr Zuhause verloren. Am Tag nach dem Erdbeben wurden sie erst mal in Zelten untergebracht, für etwa eine Woche. Danach konnten einige in Notunterkünfte hier in der Gegend umziehen – kleine Holzhütten, eigentlich gar keine richtigen Häuser. Manche leben noch in Turnhallen mit vielen anderen. Wir haben alle Familien besucht und ihnen Lebensmittelpakete gebracht, auch Schlafsäcke, Decken und Matratzen. Sie haben sich so gefreut – viele haben geweint, sie waren so dankbar.“

Gesti Biti, der Leiter unseres örtlichen Partners und Generalsekretär aller evangelischen Gemeinden in Albanien, ist seit dem Erdbeben Ende November unermüdlich unterwegs gewesen – er hat Nothilfe organisiert, Familien besucht, Menschen zugehört und Mut zugesprochen. Und sich nebenher noch um einige logistische Angelegenheiten gekümmert: Denn zum Beispiel ist das Gebäude, in dem die Kinder des Kinderzentrums täglich zum Mittagessen kommen, so stark beschädigt, dass es nicht mehr betreten werden darf. Inzwischen hat Gesti einen neuen Ort gefunden, der zum 1. Januar gemietet wird, sodass auch das Kinderzentrum wieder eröffnen kann, wenn die Schule nach den Ferien weitergeht.

Aber vorher ist ja noch Weihnachten! Auch dafür hat Gesti einige Ideen:

„Wir werden den Familien Coupons geben, mit denen sie sich ein Weihnachtsessen kaufen können. Auch das hilft sehr! Und dann möchten wir, wie in den letzten zwei Jahren, eine Weihnachtsfeier mit den Kindern des Kinderzentrums und ihren Familien veranstalten. Dafür laden wir sie zu einem besonderen Mittagessen ein – um Weihnachten zu feiern, aber auch als eine Art Traumatherapie für sie alle, denn sie haben viel durchgemacht. Sie haben auch immer noch Angst, denn ständig gibt es weitere Nachbeben. Diese Weihnachtsfeier ist etwas ganz Besonderes für sie.“

Dieses Jahr unterstütze Helping Hands e.V. das Kinderzentrum in Kombinat sowie einen Kindergarten im gleichen Ort als „Jahresprojekt“. Der Kindergarten wurde glücklicherweise nicht beschädigt und konnte kurz nach dem Erdbeben wieder eröffnet werden und läuft normal weiter. Und die Familien des Kinderzentrums dürfen erneut erfahren, dass Hoffnung sich nicht nur in besseren Schulnoten wiederspiegelt, sondern einen echten Unterschied im Alltag schenkt.

Hoffnung, wenn die Erde bebt

Noch vor wenigen Wochen wurden auf diesen Tischen nagelneue Buntstifte, Bücher und Rucksäcke von strahlenden Kinderaugen bestaunt – jetzt belegen hier fleißige Hände viele, viele Brötchen mit Käse und Wurst, um zumindest ein wenig Hunger zu lindern auf den Straßen, auf denen Menschen verängstigt warten, was kommt. Und unser Kinderzentrum in Kombinat am Rande Tiranas ist nur einer von unzähligen Orten, an dem das Leben seit dem Erdbeben am Dienstagmorgen nicht mehr so weitergeht wie zuvor.

Das schlimmste Erdbeben in Albanien seit Jahrzehnten hat mehreren Dutzend Menschen das Leben gekostet, Hunderte verletzt und weitreichende Zerstörung angerichtet. „Viele Leute sind auf der Straße, weil ihre Häuser zu stark beschädigt sind“, berichtet Gesti, der Leiter unseres Partners vor Ort. „Viele andere haben Angst, in ihre Wohnungen zurückzukehren.“

Inzwischen hat er ein Komitee von Leitern verschiedener Kirchen und Gruppen zusammengestellt, um Hilfe zu organisieren. „Wir haben Zugang zu den Zentren bekommen, die die Regierung eingerichtet hat – das war nicht einfach, aber ein wichtiger Schritt. Wir haben Brote und Wasser verteilt und eine warme Mahlzeit zubereitet für die Familien, die in Kombinat in Zelten untergebracht sind. Die Not ist groß – benötigt werden vor allem erst einmal Nahrung, Kleidung und Decken.“ Doch angesichts der großen Zerstörung ist auf alle Fälle langfristige Hilfe nötig. Zudem hat Helping Hands bereits Kontakte mit Spezialisten für Katastrophenhilfe vermittelt.

Das Epizentrum des Erdbebens lag nur etwa 30 km nordwestlich des Kinderzentrums und Kindergartens, die wir als das Helping Hands Jahresprojekt 2019 unterstützen. Wie wird es dort jetzt weitergehen?

„Wir mussten den Kindergarten und das Kinderzentrum für diese Woche schließen, weil die Regierung das verlangt hat“, erklärt Gesti. „Die Kinder haben alle große Angst. Die Erde bebt immer noch alle 10 bis 15 Minuten – so etwas haben wir noch nie erlebt. Zudem wurde das Gebäude beschädigt, in dem die Kinder ihre Mittagsmahlzeit bekommen, und die Behörden haben es als unsicher eingestuft: Wir dürfen dort nicht mehr rein.“

Natürlich hofft unser Partner, dass die Lage sich bald entspannt und Kindergarten und Kinderzentrum zeitnah wiedereröffnet werden können. Und bis dahin tun unsere örtlichen Mitarbeiter in der derzeitigen Situation von Angst und Verzweiflung für viele Familien und Kinder genau das, was sie in Kindergarten und Kinderzentrum schon seit einigen Jahren in die Tat umsetzen und auch im Namen des Kindergartens, „AM-EL“, verankert haben: sich fleißig und ehrlich einsetzen, um Hoffnung zu bringen.

Langeweile gibt’s hier nicht

Langweilig – das wird es an der Arche Schule im Kariobangi-Slum in Nairobi, Kenia, eigentlich nie.

Für die „Kleinen“ war es vor ein paar Wochen sehr aufregend: Sie gingen auf große Müll-Expedition. Der neue kenianische Lehrplan beinhaltet viele praktische Dinge – zum Beispiel, dass Kinder lernen, für ihre Umwelt Verantwortung zu übernehmen. Also zogen die Drittklässler los – mit selbstgebastelter Schutzkleidung im Heinzelmännchen-Look – und sammelten in der Umgebung der Schule den Müll ein. Was für ein Ereignis!

Bei den „Großen“ geht es schon ein wenig ernster zu: In dieser Woche finden die Abschlussprüfungen der 8. Klasse statt. Und Anfang Dezember schreiben die Oberstufenschüler, die über die Arche durch eine Patenschaft unterstützt werden, ihre Examen. Das ist sehr aufregend für sie, denn das Ergebnis entscheidet, ob sie ein Stipendium erhalten und auf der Uni studieren können. Vorher dürfen die Highschooler noch eine Woche auf ein Feriencamp – das Highlight des Jahres!

Aber auch für die Schulleitung der Arche wird es nicht langweilig. Durch die Umwälzungen des letzten Jahres – im November 2018 berichteten wir darüber – sind einige Familien weggezogen, die die Arche sehr unterstützt hatten. Andere zahlen das Schulgeld nicht mehr, sodass finanzielle Lücken entstanden sind und einige Kinder zuhause bleiben mussten. Aber da zeigten sich wiederum einige Eltern solidarisch und bezahlten die Gebühren füreinander. Neue Eltern haben Leitung übernommen und setzen sich positiv für die Schule ein.

Und dann kamen noch Herausforderungen von „ganz oben“: Seit einigen Wochen werden die privaten Grundschulen in Kenia streng kontrolliert, da in einer Schule sieben Kinder aufgrund von Baumängeln umkamen. Im Gebiet der Arche Schule wurden alle privaten Schulen nach Kontrolle umgehend geschlossen – außer der Arche. Ein stabiles Schulgebäude mit ordentlich gepflastertem Hof, adäquat ausgestattete Klassenzimmer, saubere Sanitäranlagen, eine modernisierte Küche und ein Personal, das von Herzen am Wohlergehen der Schule und der Schüler interessiert ist: Da war von Schließung nicht die Rede, ganz im Gegenteil!

Für die Leitung der Arche Schule ist das eine schöne Bestätigung – und ermutigt dazu, sich weiter unermüdlich einzusetzen für die Kinder des Kariobangi-Slums, die ohne die Arche Schule sehr wahrscheinlich gar keine Schulbildung erhalten würden. Langweilig? Dieses Wort kennen die Kinder kaum. Das Leben ist doch so aufregend!