Video zum paXan Einsatz in Südafrika 2025

Als paXan-Team haben wir für das Bonani Kinderzentrum im Ostkap Südafrikas einen Zaun gebaut: ein Zaun, der den Kindern Schutz bieten soll, der dem Kinderzentrum ein klar abgegrenztes Gelände gibt und die Eigentumsverhältnisse klärt und der die ständig durchstapfenden Schaf-, Ziegen- und Rinderherden zum Umweg ums Grundstück zwingen wird.

Hier erfährst du noch ein bisschen mehr über den Einsatz.

Und hier noch mehr über das Bonani Kinderzentrum.

Du wärst nächstes Jahr gerne dabei? Dann bleib hier auf dem Laufenden.

paXan 2025 Südafrika: Komm und sieh!

paXan-Team engagiert sich im Bonani-Kinderzentrum in Südafrika

Vor uns liegt ein steiniger Hang, bedeckt mit braunem Lehm und stachligen Grasbüscheln. Große und kleinere Felsbrocken türmen sich an den Seiten, eine staubige Straße führt den Hügel hinauf. Im Hintergrund kleine Hütten und feurig-rot-blühende Bäume; die schroffen Felsen dahinter hat der morgendliche Nebel völlig verschluckt. Links und rechts und hinter uns gelbgraue Anhöhen, gesprenkelt mit losen Siedlungen und hier und da ein Busch oder Baum, bis zum Horizont – die endlose afrikanische Weite. Und mittendrin, fast ein bisschen schüchtern, eine kleine, strahlend weiße Hütte mit blauem Dach: der erste Klassenraum des Bonani Kinderzentrums in Südafrika.

Es ist der erste Morgen unseres paXan-Einsatzes in Kalinyanga, einem kleinen Dorf im ländlichen Ostkap Südafrikas. Etwas fröstelnd stehen wir auf dem scheinbar fast leeren Hang und blicken uns um an diesem Ort, für den wir fast den ganzen Globus von Nord nach Süd umflogen haben. Aber für uns ist dieser Ort nicht leer, und auch der wabernde Nebel kann unseren Tatendrang nicht drosseln: Voll Potential ist dieser Ort, voll Zukunft und Zuversicht, angefüllt mit Kinderlachen und Träumen, die der Alltag nicht erdrücken kann.

Und wieder einmal dürfen wir als paXan-Team ein Teil davon sein, diesen Träumen noch mehr Form zu geben. Zugegeben: Unser Beitrag ist, verglichen mit der unendlichen Hingabe unserer Freunde vor Ort, eher klein. Nüchtern betrachtet bauen wir „nur“ einen Zaun: ein Zaun, der den Kindern Schutz bieten soll, der dem Kinderzentrum ein klar abgegrenztes Gelände gibt und die Eigentumsverhältnisse klärt, der die ständig durchstapfenden Schaf-, Ziegen- und Rinderherden zum Umweg ums Grundstück zwingen wird. Aber wie beim sprichwörtlichen Steinmetz, der nicht nur Steine behaut oder Säulen formt, sondern eine Kathedrale baut, ist es eben nicht nur ein Zaun, den wir errichten. Es ist Zukunft, an der wir mitbauen; Zukunft, die greifbar wird, Zuflucht, die einen Namen hat, ein Zuhause für Kinder, deren Daheim kaum diesen Namen verdient.

Jeden Tag sind sie hier, diese Kinder, die Zuhause suchen, die Zuneigung brauchen, die Zeit schenken und fordern, weil sie ihnen zusteht. Denn Bonani ist natürlich nicht nur ein Ort; Bonani, das sind Menschen, große und kleine, die Liebe brauchen und Liebe großzügig verschenken. Bonani, das sind Lunathi und Mama Ayanda, die ihr Leben in die Kinder ihres Heimatdorfes investieren. Bonani, das sind Milisa und Nelisa und Imo und die vielen anderen Kinder, die seit 2022 in diesem Kinderzentrum eine Heimat finden.

Immer wieder sind sie da, die Kinder von Bonani, während unter den fleißigen Händen unseres 11er-Teams – zehn Teilnehmer aus ganz Deutschland plus Lunathi, Gründer und Leiter des Kinderzentrums – der Zaun wächst: Erst werden einen Tag lang Steine geschleppt und ein Weg begonnen, dann mit viel Ausdauer, Schweiß (der Winter im Ostkap ist dann doch eher sommerlich) und unerschütterlicher Motivation dreiundvierzig einen-Spaten-breite-und-fünfundvierzig-Zentimeter-tiefe Löcher in den lehmigen, felsigen Boden gegraben und gehämmert. Danach geht es ans Beton anrühren – den Sand dafür holt man sich am Fluss – und kurz nach Sonnenuntergang am vierten Abend stehen 43 Pfeiler fest betoniert in der Erde. Am Freitag, während der Beton trocknet, entspannt man sich bei Gartenarbeit im Gewächshaus und beim Wegebau, und dann wird der Zaun zur Realität: 300 Meter oben und unten gespannter Strang und 150 Meter Maschendraht, meisterlich gestrafft von der gesammelten Muskelkraft des paXan-Teams und in unermüdlicher Kleinarbeit flächendeckend befestigt. Die einzigen, die beim großen Finale am Dienstagmittag nicht jubeln, sind die Schafherden, die verwirrt blökend vor der plötzlich aufgetauchten Schranke stehn.

Und auch die Kinder jubeln. Dabei haben sie eigentlich gar nicht viel zu lachen in ihrem jungen Leben – die meisten sind mangelernährt, viele unerwünscht, ungeliebt von denen, die ihnen eigentlich Familie sind. Doch das hält sie nicht davon ab, ihrer Dankbarkeit und Lebensfreude Ausdruck zu verleihen: beim leckeren Mittagessen, das Mama Ayandas Hände für sie zubereitet hat, beim ausgelassenen Spielen mit den Teammitgliedern, die gerade keine Löcher bohren, beim fleißigen Helfen auf der Baustelle, bei fröhlicher Kommunikation über Sprachbarrieren hinweg, bei jeder festen Umarmung und jedem Liebesbeweis, nach denen die Kinder sich sehnen wie nach Sonnenlicht und sie selbst so großzügig weitergeben.

„Komm und sieh“, das ist die Bedeutung des Xhosa-Wortes „Bonani“. Ein Ort, an den die Kinder von Kalinyanga kommen dürfen und dort wirklich gesehen werden. Ein Fleckchen Erde, an den wir von weither gekommen sind, um dort zu sehen, was nur mit dem Herzen sichtbar ist: nicht einen leeren Hang, jetzt fachgerecht umzäunt, sondern Zukunft, die viele Namen hat.

Das paXan-Team 2025 Südafrika

paXan Unlimited 2025 Ruanda

paXan Unlimited 2025 – Einsatz in Nyagatare, Ruanda

Christoph Nick berichtet:

Nach den durchweg positiven Erfahrungen im vergangenen Jahr ging paXan Unlimited (für Erwachsene aller Altersgruppen) 2025 in die zweite Runde. Das diesjährige paXan-Unlimited-Team bestand aus acht Teilnehmenden und reiste nach Nyagatare im Norden Ruandas. Ruanda – ein Binnenstaat in Ost- bzw. Zentralafrika – ist vielen vor allem wegen seiner tragischen Geschichte bekannt: dem Genozid von 1994. Auch wenn die Menschen heute nicht mehr als Hutu oder Tutsi, sondern als Ruander zusammenleben wollen, sind die Nachwirkungen bis heute spürbar. Viele Waisen, Verletzte und Rückkehrer kämpfen weiterhin mit den Folgen dieser dunklen Vergangenheit.

Unser konkreter Auftrag vor Ort war der Bau eines Toilettenhauses für eine lokale Schule. Bisher gab es dort lediglich je eine Toilette für Mädchen und Jungen – angesichts der gestiegenen Schülerzahlen war das völlig unzureichend. Die Regierung Ruandas achtet sehr streng auf Hygiene- und Baustandards an Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, sodass sogar die Schließung der Schule drohte.

Finanziell ermöglicht wurde das Projekt durch zwei Joggathons – Spendenläufe in Berlin und Gelnhausen –, deren Erlöse es erlaubten, das benötigte Baumaterial zu kaufen und die lokalen Bauarbeiter zu bezahlen.

Am 18. August traf sich unser Team schließlich in Nyagatare. Nach einer kurzen Einführung durch unseren lokalen Kontakt fuhren wir direkt zur Schule. Dort waren bereits erste Vorarbeiten erfolgt – unter anderem das Ausheben der Sickergrube und das Gießen des Fundaments. In den folgenden Tagen arbeiteten wir unter Anleitung unseres Bauleiters Luke und seines Teams – stets freundlich, geduldig und mit viel Humor. Niemand von uns hatte je zuvor mit Matsch und Lehmziegeln gebaut, doch Stück für Stück wuchsen die Mauern. Wir errichteten den Dachstuhl, befestigten Wellblech, verputzten, pflasterten und strichen. Als unsere Einsatzzeit nach gut einer Woche endete, waren die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen. Unsere lokalen Partner übernahmen den letzten Feinschliff – pünktlich zum Schulstart Anfang September konnte das neue Toilettenhaus in Betrieb genommen werden.

Wo eine Schule ist, sind natürlich Kinder auch nicht weit – und so wurde eine weitere schöne Aufgabe für unser Team ein tägliches zweistündiges Kinderprogramm. Was zunächst mit etwa 60 Kindern begann, wuchs schnell an: Am letzten Tag hatten wir gefühlt das ganze Dorf bei uns – rund 140 Kinder kamen, um zu singen, zu spielen, Geschichten zu hören und zu basteln.

Die Zeit in Nyagatare verging wie im Flug. Der Abschied fiel schwer, und doch waren unsere Köpfe und Herzen voller Eindrücke, die erst einmal verarbeitet werden mussten.

Eine Frage, die uns alle bewegte: Wie kann Entwicklungszusammenarbeit nachhaltig gelingen, wenn die Not scheinbar überall ist und die Ressourcen begrenzt sind? Diese Reise hat uns gezeigt, dass echter Reichtum nicht nur in Geld oder Besitz liegt. Wir haben eine Dorfgemeinschaft erlebt, die geprägt ist von Zusammenhalt, gegenseitiger Fürsorge und echter Offenheit. Kinder kümmern sich liebevoll umeinander, Haustüren stehen offen für Besucher, und es ist selbstverständlich, dass sich das Dorf um Witwen und Bedürftige kümmert.

Auch wenn hier nur ein kleiner Einblick möglich ist – paXan Unlimited 2025 war für alle Beteiligten eine prägende, erfüllende und bewegende Erfahrung.

Christoph Nick für das paXan Unlimited Team 2025

Rückblick auf Berliner Joggathon-Projekte in Uganda und Ruanda

Seit etwa 10 Jahren unterstützt der Berliner Joggathon, organisiert von lokalen Gemeinden der Kirche des Nazareners in Berlin und Umgebung, die Projekte der beiden paXan-Teams. Auch während der Corona-Pandemie wurden solche Projekte gefördert; jedoch konnten in den Jahren 2020 beide und 2021 ein Team nicht persönlich bei der Projektumsetzung dabei sein. Die Projekte wurden stattdessen von den Partnern vor Ort umgesetzt: 2020 eine Bananenplantage in Ruanda, und 2021 Wasserversorgung für eine Schule in Uganda.

Im August 2025 hatte Vereinsmitglied Christoph Nick die Gelegenheit, die beiden Projekte zu besuchen. Er berichtet:

Im Jahr 2021 wurde die Kahooma School in der Nähe von Mbarara, Uganda, unterstützt. Unser Partner „Nazarene Compassionate Ministries (NCM)“ betreibt insgesamt drei Schulen im Bezirk Mbarara. Dort werden etwa 1100 Schülerinnen und Schüler von rund 30 Lehrkräften unterrichtet. In Uganda gibt es keinen klassischen Kindergarten, sondern drei Vorschulklassen: „Baby Class“, „Middle Class“ und „Top Class“. Erst danach beginnt die Grundschule mit „Primary 1“ und diese Vorschule gehört ebenso zum genannten Schulsystem.

Die Kahooma School liegt etwa eine Autostunde außerhalb von Mbarara. Mit zunehmender Entfernung von der Stadt werden die Lebensumstände einfacher, aber auch beschwerlicher. Massive Häuser verschwinden, während Lehmhütten mit Wellblechdächern häufiger werden. In kleinsten Hütten mit nur ein oder zwei Räumen leben oft Familien mit bis zu zehn Kindern. Meist gibt es neben dem Wohnhaus nur ein Plumpsklo sowie eine überdachte Feuerstelle, an der die oft einzige Mahlzeit des Tages zubereitet wird.

Eine zentrale Wasserversorgung existiert nicht. Wasser muss entweder aus Brunnen oder aus Wasserlöchern geholt werden – verbunden mit erheblichen hygienischen und gesundheitlichen Risiken. Genau hier setzte das damalige Projekt an: Mit den gesammelten Mitteln wurde ein 40.000-Liter-Regenwassertank samt Pumpe installiert. Dies kam nicht nur der Schule, sondern auch dem gesamten Dorf zugute. Zunächst wurde das gesammelte Wasser an Familien verteilt, wodurch die Hoffnung auf sauberes Trinkwasser aufkeimte. Zusätzlich erhielten Schüler und Eltern Schulungen im Umgang mit Wasser und Hygiene und wurden ermutigt, selbst Wasser zu sammeln. Kinder lernen, Verantwortung für ihren eigenen Körper zu übernehmen – dazu gehört Körperpflege ebenso wie die Zubereitung von Essen, der Anbau von Obst und Gemüse oder die Herstellung eigener Seife.

Heute verfügen einige Häuser im Dorf über kleinere Regenwassertanks. Die Schule unterstützt weiterhin Familien, die sich keinen eigenen Tank leisten können oder deren Vorräte nicht ausreichen. Damit ist die Kahooma School zu einer wichtigen Anlaufstelle für die gesamte Dorfgemeinschaft geworden. Sie bietet nicht nur Hoffnung, sondern auch praktische Hilfe – unabhängig von Herkunft, Ethnie oder Religion. Grundsätzlich können alle Kinder die Schule besuchen; ärmere Familien erhalten Unterstützung durch reduzierte Schulgebühren. Darüber hinaus bekommen alle Kinder morgens ein Frühstück aus Haferbrei, da Lernen mit gefülltem Magen deutlich leichter fällt.

Neben diesem Projekt wurde im Jahr 2020 auch ein Projekt in Ruanda unterstützt. Dort konnte mit den gesammelten Mitteln eine Bananenplantage gegründet werden. Gestartet wurde mit 84 Bananenpflanzen, heute sind es deutlich mehr, auch wenn keine genaue Zahl vorliegt. Die Plantage liegt in unmittelbarer Nähe einer Schule im Bezirk Nyagatare. Dort lernen Kinder und ihre Eltern den Umgang mit Nutzpflanzen – allen voran der Banane, die in Ostafrika nicht nur ein gesunder Snack, sondern ein Grundnahrungsmittel ist.

Darüber hinaus vermittelt das Projekt grundlegende finanzielle und organisatorische Fähigkeiten. Die Dorfgemeinschaft trägt gemeinsam Verantwortung für die Pflege der Plantage. Der Gewinn aus dem Verkauf der Bananen wird gemeinschaftlich verwaltet und vor allem zur Gesundheitsversorgung Bedürftiger eingesetzt.

Mittlerweile hat dieses Projekt Nachahmer gefunden: In Ruanda existieren heute bereits drei solcher Plantagen.

Christoph Nick

paXan 2025 reist nach Südafrika

GESUCHT: Alle 18- bis 30-Jährigen, die sich an einem tollen Projekt beteiligen und dafür in die südliche Hemisphäre reisen möchten!

Der diesjährige paXan-Einsatz für junge Erwachsene wird wieder geleitet von David Hedert & Dorli Gschwandtner und ist für die ersten zwei Septemberwochen geplant. Kosten vor Ort: 225 Euro, plus Flugkosten.

Als Projekt werden wir uns in unserem allerneuesten integrativen Kinderzentrum „Bonani“ im ländlichen Ostkap Südafrikas engagieren:

Südafrika, das heißt für viele: Urlaub, Sonne, Safari … Für die meisten Kinder im Dorf Khalinyanga bei Engcobo hieß es bisher: Hunger, Armut, Missbrauch, früher Kontakt mit Drogen, kaum Chancen auf eine Zukunft. Aber das ändert sich jetzt! Seit unser Partner dort das Kinderzentrum „Bonani“ gegründet hat, haben die Kids einen Zufluchtsort, wo sie wirklich wertgeschätzt werden und alles lernen, was sie für eine erfolgreiche Zukunft brauchen. An diesem tollen Projekt wollen wir mitwirken!  Als handwerkliches Projekt stehen (je nach Zeit und Teamgröße) ein neuer Klassenraum, ein Küchengebäude und ggf. ein Spielplatz an. Außerdem wollen wir auch die Kinder und ihre Familien kennenlernen und mit den Jugendlichen Zeit verbringen.

Es gibt viel zu tun und viele tolle Menschen kennenzulernen – dafür brauchen wir dich!!!

Alle nötigen Infos gibt es auf der paXan-Seite. Anmeldeformular über paXan@helpinghandsev.org.

Optional: 3 Tage Team-Urlaub in Kapstadt (im Datum inbegriffen; in Kosten nicht inbegriffen)

paXan 2024 Rumänien: „Team Impreuna“

Am Ende wurde es dann noch ein Wettlauf mit dem Wetter – dabei hatte es so sommerlich begonnen: Bei strahlendem Sonnenschein und voll motiviert schuftete das paXan-Team Anfang September auf dem Grundstück unseres Partners in Sighişoara, Rumänien, dem Sozialwerk Veritas. Schon gleich bei Ankunft war sichtbar, dass das „Casa Impreuna“, in dem täglich etwa 40 bis 50 Klienten von Veritas an Programmen teilnehmen, dringend eine neue Außenfassade brauchte.

Also machten die fünf Teilnehmer des paXan-Teams sich sofort an die Arbeit: Die Wand wurde von Schmutz und losem Mauerwerk befreit, dann grundiert, alle Löcher geflickt und eine gleichmäßige Oberfläche erstellt, und schließlich mit grüner Farbe überstrichen. Der zweite Anstrich fand dann zwar immer noch voll motiviert statt, dafür aber etwas unter Zeitdruck, damit die Farbe vor dem angekündigten Regen am letzten Einsatztag noch trocknen konnte.

Nebenher wurde ein zweites Projekt in Angriff genommen und noch rechtzeitig fertiggestellt: Das marode Geländer einer Dachterrasse musste ausgetauscht werden. Ganze 153 Latten wurden in liebevoller Schleif-, Schneid- und Schmirgelarbeit hergestellt und doppelt lackiert; auch die Metallverstrebungen erhielten einen neuen Anstrich. Die Terrasse bildet nun einen sicheren Ort, an dem Programme für Kinder und Jugendliche durchgeführt werden können.

Zum Schluss blieb dann auch noch Zeit für Gemeinschaft mit den Klienten von Veritas: Beim gemeinsamen Murmelbahn-Bauen im „Casa Impreuna“ hatten die Senioren und Menschen mit Behinderung besonders viel Spaß.

„Impreuna“, das heißt: „gemeinsam“. Gemeinsam verbringen die Klienten von Veritas hier ihre Tage – anstatt alleine daheim und in Isolation, wie so viele andere ältere und beeinträchtige Menschen hier.

„Gemeinsam“, das beschreibt auch das tolle Team von Veritas, die sich seit vielen Jahren mit beeindruckender Hingabe um bedürftige Kinder und Jugendliche, Senioren und Menschen mit Behinderung in Sighişoara und Umgebung kümmern.

Und „gemeinsam“, das ist eben auch, was ein paXan-Team ausmacht: gemeinsam anpacken, gemeinsam lernen, ein nachhaltiges Projekt umsetzen, Wertschätzung schenken. Und das ist es wohl, was von diesem paXan-Einsatz am längsten bleiben wird: nicht die Erinnerung an den Wetter-Wettlauf, sondern die tolle Gemeinschaft, im Team aber vor allem auch mit den Menschen vor Ort, all die faszinierenden Einblicke in die rumänische Kultur und Geschichte, und das Wissen, eine Woche lang „Schalom“ gelebt zu haben.

paXan 2023 Sambia

Christoph Nick berichtet für das paXan-Team 2023:

Intensiv in jeglicher Hinsicht: Kräftezehrend und anstrengend, aber gleichzeitig auch horizonterweiternd und bereichernd – mit diesen Adjektiven kann der diesjährige paXan-Einsatz recht treffend beschrieben werden.

Vom 18.–30. September war das diesjährige, fünfköpfige paXan-Team unterwegs in Sambia. Nach unserer Ankunft am frühen Morgen ging es nach einer Begrüßung und Übersicht vor Ort auch gleich los. Wir besuchten die Trinity Church of the Nazarene in Lusaka, um direkt vor Ort zu sehen und zu besprechen, was in den nächsten Tagen alles gemacht werden sollte. Wir alle wurden begeistert von der Vision, die diese Gemeinde hat, und positiv überrascht, dass es bereits einen „Masterplan“ für die kommenden Jahre gibt. Dieser wurde uns gezeigt und daran erläutert, welche Rolle sowohl der Hühnerstall als auch der Brunnen haben werden:

Um es kurz zu machen:

Beides soll dem Kinderzentrum, das von der Gemeinde betrieben wird, und dem gesamten Umfeld helfen. Unter der Woche wird das Gebäude als Schulgebäude für insgesamt 165 Kinder verwendet, die sonst keinen Zugang zu Bildung erhalten würden. Unterrichtet werden alle Fächer von Freiwilligen. Der Brunnen dient der zuverlässigen Wasserversorgung für die Gemeinde, das Kinderzentrum und für die Menschen im Umfeld, denen die Gemeinde gerne das Wasser zur Verfügung stellt.

Durch den Betrieb einer Hühnerfarm soll der Betrieb des Kinderzentrums finanziell unterstützt werden. Küken werden vom Händler gekauft, im Stall mehrere Monate großgezogen und dann gewinnbringend verkauft. In der Zukunft soll auf dem Gelände ein richtiges Schulgebäude mit einzelnen Klassenräumen, ein kleiner Versam­mlungs­raum, ein Haus für den Pastor und ordentliche und hygienischere Toiletten entstehen.

Nach diesem Besuch machten wir uns dann gemeinsam mit unseren Gastgebern daran, das Material zu besorgen: Steine, Sand, Kies und Zement. Am nächsten Tag ging es dann damit los, Gräben für das Fundament auszuheben. Da es seit Februar nicht mehr geregnet hatte, erwies sich dies als große Herausforderung. Nachdem wir mit Freiwilligen aus der Gemeinde die erste Schicht abgetragen hatten, wurde die Erde mit Wasser aufgeweicht und erst anschließend weiter ausgehoben. Ein sehr langsamer und mühsamer Prozess! Aber letztendlich waren die Gräben tief genug, um das Fundament zu konstruieren.

Die nächsten Tage verbrachten wir damit, den Profis vor Ort zu helfen – Mörtel anzumischen, Steine zu schleppen und anzureichen, Fugen zu spachteln – und waren daneben weiterhin bemüht, die Vorbereitungen für die Brunnenbohrung zu treffen. Endlich kam dann auch der Geologe, der uns den Ort für die Bohrung identifizierte und eine Bohrtiefe empfahl: 65 Meter. Nun hieß es, mit diesem Zertifikat eine Genehmigung von der Behörde zu bekommen, was sich auch noch weiter hinzog.

Gleichzeitig wuchs der Hühnerstall weiter: Die Mauern wurden höher, die Fläche innen mit Geröll und Erde aufgeschüttet (eine gute Gelegenheit, das Grundstück von Steinen etc. zu säubern), auch die Dachkonstruktion nahm weiter Formen an.

In unserer zweiten Woche durften wir dann tatsächlich noch miterleben, dass beide Baustellen und Teilprojekte vollständig umgesetzt wurden. An einem Tag wurde der Brunnen gebohrt, was eine wirklich dreckige Angelegenheit war. Auch der Hühnerstall wurde fertig: Die Fläche zwischen Mauer und Dach wurde durch Drahtgeflecht geschlossen, eine Tür installiert und eine Stufe betoniert. An unserem letzten vollen Tag konnten wir dann die ersten 100 Küken und weiteres Zubehör wie Wärmelampen, Futter- und Getränkeautomaten und Streu kaufen und die Tiere dann an unserem letzten Tag einquartieren.

Alle sind dankbar für zahlreiche Erfahrungen, Eindrücke und neue Freundschaften und natürlich Bewahrung auf der Reise. Besonders dankbar sind wir aber auch für die Menschen vor Ort, mit denen wir gemeinsam ihr eigenes Traum-Projekt ein klein wenig vorantreiben durften.

Viele Details und auch die persönliche Wahrnehmung gäbe es noch zu berichten, aber dafür ist an dieser Stelle wenig Raum. Wer mehr erfahren möchte, kann gerne auf Christoph Nick (christoph.nick@helpinghandsev.org) zugehen.

paXan 2022 Moldawien

Die Republik Moldau gilt als das ärmste Land Europas und kämpft besonders zurzeit mit gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Themen. Die Rate von Suchtkranken ist extrem hoch, das Bruttoinlandsprodukt sehr niedrig. Hinzu kommen Flüchtlinge aus der Ukraine und natürlich die Nähe zu eben diesem Nachbarn.

So waren unsere Erwartungen entsprechend niedrig, als wir uns als kleines paXan-Team mit vier Personen auf den Weg in die moldauische Hauptstadt Chișinău machten, und wir wurden äußerst positiv überrascht. Wir wurden empfangen von sehr freundlichen und offenen Menschen, einer Gemeinde, der die Suchtkranken ein großes Anliegen sind, von sauberen und gepflegten Dörfern und Städten mit viel Grünfläche und von sehr viel sehr gutem Essen.

Die Gemeinde, die einzige im Land, ist eine sehr lebendige Gemeinschaft, in der alle Altersgruppen repräsentiert sind und die ein großes Herz für suchtkranke Menschen hat. So werden betroffene Menschen aktiv in der Stadt angesprochen und zu über die Woche verteilten Aktivitäten wie ein Café-Abend eingeladen. Hier finden die Personen Menschen, die sie nicht verurteilen, die ihnen offen zuhören und helfen wollen, sich von ihren Süchten zu befreien. Für Personen, die einen Entzug benötigen und diesen auch verfolgen wollen, existiert eine Partnerschaft mit einem Rehabilitationszentrum in Ratus, einem Dorf etwas außerhalb der Stadt. Hier können bis zu 12 Personen Hilfe bekommen, wobei die meisten Betten bis vor kurzem für ukrainische Flüchtlinge zur Verfügung gestellt wurden. Das Haus wurde vor zwei Jahren von einer älteren Frau an eine andere Gemeinde geschenkt, mit der die Kirche des Nazareners vor Ort sehr eng zusammenarbeitet.

Als Team haben wir in den ersten Tagen unseres Einsatzes einige Renovierungsarbeiten, primär Spachtel und Streicharbeiten, in der Gemeinde durchgeführt sowie dann den Eingangsbereich des Zentrums weiter ausgebaut. Ein Vorraum sowie die Außentreppe wurden gefliest, gespachtelt und für die nächsten Arbeitsschritte vorbereitet. Vom Projektgeld konnte ferner ein neuer Zaun bestellt werden, der in der nächsten Zeit montiert werden soll.

Wir sind dankbar für die Unterstützung durch Gebete und Finanzen und freuen uns darauf, näher über unsere Erfahrungen berichten zu können.

Und da nach paXan auch gleichzeitig vor paXan ist, hier noch ein Hinweis: Voraussichtlich im September 2023 soll es für einen weiteren Einsatz nach Afrika gehen. Wir sind gerade dabei, die Details für ein Projekt zu definieren. Wer Interesse an einer Teilnahme hat (18- bis 30-Jährige), darf sich gerne jetzt schon bei Christoph Nick melden: christoph.nick@helpinghandsev.org

Christoph Nick für das paXan-Team

paXan 2022 Libanon: Stecker, Staub und Spachtelmasse – und viel Segen

paXan-Team richtet Computerlabor für die NES-Schule in Beirut ein

Die Mauernutfräse schreit. Zahlreiche Staubwolken später erscheinen zwei tiefe Furchen in der Wand. Doch damit ist die Arbeit noch nicht getan: Mit Hammer und Meißel muss der schmale Schacht freigeklopft werden, harte Knochenarbeit bei Hitze, Staub und hoher Luftfeuchtigkeit. Mal in fingerlangen Stücken, mal in winzigen Splittern bröckelt das Mauerwerk auf den sorgfältig abgedeckten, da neugefliesten Boden. Immer wieder probiert man, ob das Leerrohr schon passt? Nein, leider noch nicht tief genug: Es wird weiter gehämmert, manchmal muss auch die Fräse ein zweites Mal ran. Endlich liegen die Kanäle frei. Die Kabel werden ins Leerrohr eingezogen, dann geht es ans Spachteln … und Schmirgeln … und wieder Spachteln. Wie spachtelt man eine Wand, die von der Sonne wie eine Herdplatte erhitzt wird?? (Richtig: spät in der Nacht, wenn man vom Zedernwald zurück ist.) Und wieder Schmirgeln: Die Staubhauben türmen sich auf den schmalen Rändern der abgeklebten Steckdosen. Endlich kann saubergemacht und der Raum in schönem Kaffeebraun gestrichen werden, ein kleiner Tribut an die vielen Tassen libanesischen Espressos, die uns immer wieder mit neuer Energie versorgt haben.

Ein Computerlabor für die NES-Schule in Beirut, das klingt vielleicht erst einmal wie ein Projekt für Privilegierte. Aber in Wirklichkeit ist es dringend notwendig. Die Wirtschaft im Libanon bröckelt seit vielen Jahren, inzwischen ist eigentlich nur noch ein Trümmerhaufen übrig. In dem ehemals durchschnittlich verdienenden Land im Nahen Osten leben inzwischen über 80% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Korruption und immer wieder neue Katastrophen sorgen dafür, dass die Lage sich kontinuierlich verschlechtert. Wer kann, verlässt das Land.

Aber viele können nicht: auch die meisten der Familien, deren Kinder die NES-Schule besuchen. Eine Mehrzahl dieser Kinder hätte überhaupt keine Chance auf eine Schulbildung, wenn die Schulleitung der NES nicht alles täte, um so viele Kinder wie möglich in den engen Klassenräumen unterzubringen. Der hingebungsvolle Einsatz und die tausenden Überstunden des Personals ermöglichen hunderten von Kindern eine erfolgreiche Zukunft; einen Schulabschluss, der vor Ort hoch geachtet wird, und dazu ein gesundes Selbstbewusstsein, das Wissen, wertvoll und wertgeschätzt zu sein.

Doch trotz der derzeitigen Lage ist natürlich auch der Libanon schon längst im digitalen Zeitalter angekommen. Wenn die Schüler als Jugendliche die NES verlassen, benötigen sie grundlegende IT-Fähigkeiten, um auf dem Arbeitsmarkt oder ggf. im Studium eine wirkliche Chance zu haben. Und deshalb hoffte die NES schon seit Jahren, ein adäquates Computerlabor in der Schule einzurichten, wo die Schüler lernen können, was sie zum Überleben und Gedeihen in der modernen Welt brauchen.

Dank der großzügigen Spenden aus dem Berliner Joggathon und dem unermüdlichen Einsatz eines paXan-Teams ist diese Hoffnung nun zur Wirklichkeit geworden. Ein fünfköpfiges Team kam am 5. September in Beirut an; die Schule hatte vorher schon dafür gesorgt, dass im Mehrzweckraum die nicht mehr benötigte Bühne abgebaut und der Boden neu gefliest wurde. Das deutsche Team kümmerte sich dann zehn Tage lang um die Verkabelung unter Putz und montierte neue Steckdosen, beseitigte Wasserschäden im Raum und auf dem darüberliegenden Dach-Spielplatz, renovierte die Wände und versah sie mit neuem Anstrich. Das libanesische Team unterstützte durch unzählige Hilfeleistungen und unentwegte Ermutigung, kümmerte sich um Türen und Schränke, mobilisierte Schüler für einen Putznachmittag und montierte am letzten Tag die vorgefertigten Computer-Tische, die außerhalb der Kurszeiten heruntergeklappt werden, sodass die Halle weiterhin als Mehrzweckraum genutzt werden kann. Computerkurse für bis zu 26 Schüler können nun hier stattfinden; die ersten Laptops dafür hatte das Team gleich aus Deutschland mitgebracht.

Es war ein müdes aber sehr zufriedenes Team, das am 15. September vom libanesischen Sommer in den deutschen Frühwinter zurückflog. Noch bei keinem paXan-Einsatz haben wir so viel feinen Staub produziert, so durchgehend geschwitzt oder so effektiv unsere erledigte Arbeit unterm nächsten Arbeitsschritt wieder versteckt. Noch bei keinem Einsatz wurden wir vom Team vor Ort so herzlich umsorgt, so beständig ermutigt und uns so unaufhörlich der Segen Gottes zugesprochen. Und das ist auch ein Segen, den wir mitnehmen durften: von unseren Freunden im Libanon zu lernen, wie man auch in einer wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch aussichtslosen Situation eine solch authentische Dankbarkeit ausstrahlen kann, eine echte Lebensfreude und eine tiefe Motivation, mich dort einzusetzen, wo ich gebraucht werde.

das paXan-Team 2022 Libanon

 

GEBRAUCHT: Es werden noch Laptops für das Computerlabor gebraucht. Bitte keine Laptops mehr als Sachspende vorbeibringen! Wir freuen uns aber weiterhin über Geldspenden für Laptops, die im Libanon gekauft werden; 16 Laptops werden noch benötigt (pro Laptop ca. 450 EUR). Spenden bitte mit Vermerk „Computerlabor NES“ o.ä.

Vor allem aber sind wir weiterhin dankbar für jegliche Unterstützung für den NES-Studienfond, der Kindern den Schulbesuch an der NES ermöglicht. Spenden bitte mit Vermerk „NES Studienfond“ (Online-Spende); weitere Infos finden Sie auf unserer Seite zum Jahresprojekt 2020.