Ein Leuchtturm im Ozean des Elends

Wie die Arche-Schule im Kariobangi-Slum in Kenia Kinderleben nachhaltig verändert

Wir stehen in einem winzigen, dunklen Raum, in der hintersten Ecke eines kleinen Compounds, zu dem von der staubigen Nebenstraße des Slums eine klapprige Blechtür führt. Die Kammer ist fast völlig ausgefüllt von einem Bett; auch ein kleiner Gaskocher hat noch Platz. Übers Bett und den schmutzigen Boden quer verteilt liegen Kleidungsstücke, leere Tüten, mal hier ein Heft und da ein Schuh.

Auf dem Bett sitzt Kiah*, blickt uns verwirrt an, als wir das Zimmer betreten. Ihr Jüngster hockt neben ihr und isst aus einer Plastiktüte; alle anderen sind in der Schule.

Geduldig stellt Bentina, die Schulleiterin, ein paar Fragen an die junge Mutter, erkundigt sich nach ihrem Ergehen, gibt einige Ratschläge. Sie weiß: Noch bis vor kurzem ging es Kiah und ihren Kindern viel schlechter. Da lebten sie noch auf der Straße, bis sich das Schulpersonal ihrer annahm und ihnen einen Wohnraum verschaffte.

Kiah leidet seit ihrer Kindheit an einer geistigen Behinderung. Deshalb landete sie auf der Straße, nahm Drogen. Es kam, wie es kommen musste: Sie wurde schwanger. Inzwischen hat sie vier Kinder; wer die Väter sind, weiß keiner.

Aber wer kümmert sich denn um die Kinder, nachdem die Mutter es offensichtlich selbst nicht kann?

„Wir kümmern uns“, antwortet Bentina schlicht. „In der Arche-Schule bekommen sie all ihre Mahlzeiten; wir schauen regelmäßig nach der Familie und sorgen für alles, was sie brauchen. Durch die Patenschaften ist auch ihr Schulgeld gedeckt.“

Und noch mehr bekommen Kiahs Kinder hier: Liebe und Fürsorge. Zeit und ein offenes Ohr. Wertschätzung und Respekt. Für sie ist die Arche-Schule ihr Zuhause.

Seit 25 Jahren ein „Leuchtturm“

Und sie sind nicht die einzigen, auf die das zutrifft! Im letzten Vierteljahrhundert hat die Arche-Schule im Kariobangi-Slum in Kenia hunderte von Kinderleben nachhaltig verändert. Das liegt nicht zuletzt an der Vision von Bentina und Bernard, dem leitenden Ehepaar, und dem großartigen Kollegium an der Schule. Auch die Community selbst hat ihren Teil dazu beigetragen, dass die Arche-Schule zu einem Leuchtturm im Ozean des Elends geworden ist.

Vor 25 Jahren waren Bentina und Bernard in Kibera, dem gigantischen Elendsviertel am Rande Nairobis, tätig, als sie gebeten wurden, in Kariobangi Kurse für Erwachsenenbildung anzubieten. Schon nach kurzer Zeit sagten die Männer und Frauen in den Kursen: „Wir kommen hierher um zu lernen, aber unsere Kinder sitzen zuhause und lernen nichts. Könnt ihr nicht vormittags unsere Kinder unterrichten, und uns nur abends?“

So begann 1999 auf Bitte der Familien die Arche-Schule – und bis heute sieht es die Community als „ihre Schule“ an, sorgt für Sicherheit trotz des gefährlichen Umfelds, löst religiöse Konflikte, engagiert sich in Gremien, hilft ehrenamtlich bei Renovierungsarbeiten, kümmert sich „um jedes Kind auf der Straße, das einen roten Arche-Pulli trägt“. Vom Kindergarten mit einer Handvoll Kindern wuchs die Arche über die Jahre zu einer vollen Schule mit mehreren Gebäuden und 450 Schülern bis zur 8. Klasse. Durch eine  kürzliche landesweite Umstellung des Schulsystems kann das bald bis zur 9. Klasse und einem Schulabschluss auf Niveau einer mittleren Reife ausgeweitet werden; derzeit wartet die Schule noch auf die endgültige Genehmigung für diesen Schritt.

Eine ganz besondere Atmosphäre

Die Eltern aus Kariobangi sind unglaublich dankbar, dass sie ihre Kinder an die Arche-Schule schicken können. Denn die zeichnet sich nicht nur durch eine gute Schulbildung aus, sondern eine so herzliche, respektvolle Atmosphäre, dass sie wahrlich wie ein Leuchtturm aus dem rauen Umfeld des Slums hervorsticht.

„In den öffentlichen Schulen werden die Kinder heute noch geschlagen und angeschrien“, erklärt Bentina. „Und wenn nicht, dann gibt es keinerlei Disziplin. An der Arche machen wir das anders – das lernt jeder neue Lehrer gleich als erstes. Und es funktioniert! Die Eltern sagen, dass die Arche Kinder viel besseres Benehmen haben als andere. Manchmal schicken die Behörden schwierige Kinder von anderen Schulen zu uns, weil sie sich hier am ehesten Erfolg versprechen.“

Wenn man in der Arche den Unterricht besucht, merkt man diese Atmosphäre sofort. Kein Lehrer muss die Stimme erheben, alle gehen geduldig und liebevoll auf die Schüler ein, trotz teils völlig überfüllten Klassenräumen. Aber die Kinder nutzen das nicht aus, sondern halten sich an – teilweise selbst aufgestellte – Regeln und danken den Lehrern durch Gehorsam und einer Disziplin, die auf gegenseitigem Respekt basiert. Auch untereinander achten die Kinder aufeinander, kümmern sich um solche, die im Unterricht nicht so gut mitkommen. Und wenn nachmittags die Schule aus ist, merkt man, dass die meisten Kinder lieber dableiben würden.

Investition in die Zukunft

„Die Arche hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin“ – immer wieder höre ich diesen Satz von Absolventen, von denen fast jeden Tag welche an der Schule vorbeikommen um Hallo zu sagen, oder auch, um ehrenamtlich in den Kindergartenklassen und der Bibliothek mitzuhelfen. Einer davon ist Shakur*.

Shakur ist heute 20 Jahre alt und hat vor einigen Jahren von der Arche absolviert und dann, dank eines Stipendiums, das die Arche für Highschooler organisiert, den offiziellen High School Schulabschluss geschafft. Jetzt wartet er auf die notwendigen Dokumente, um im September eine Berufsausbildung zu beginnen. Als er vorbeikommt und mal wieder im Büro seiner Schulleiterin sitzen darf, strahlt er übers ganze Gesicht – genau so, als ob er nach Hause gekommen ist und endlich seine Familie wiedersieht. Und Bentina heißt ihn wie einen lieben Sohn willkommen, hört ihm zu, ermutigt ihn.

„Das Leben da draußen ist nicht einfach“, gibt Shakur zu. „Alle Jungs in meinem Alter sind drogenabhängig, haben die Schule abgebrochen, die Mädels sind schwanger. Ich bin der einzige, der anders ist, der einzige, der einen Schulabschluss hat. Und ich bin so froh darüber!“

Voll Zuversicht strahlt er seine Schulleiterin an, dann blickt er kurz aus dem Fenster. „Ich vermisse die Arche. Einige meiner Geschwister sind noch hier. Ich möchte ein Vorbild für sie sein. Ich bin so dankbar für die Arche – die Arche hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin!“

Dorothea Gschwandtner

 

Dieser Bericht basiert auf einem Projektbesuch unserer Geschäftsführung im Februar 2024. Als Helping Hands e.V. unterstützen wir die Arche Schule seit mind. 15 Jahren; u.a. durch Einzelprojekte wie die Fertigstellung des derzeitigen Schulgebäudes mit Inventar, Lehrerausbildung, Hygienestationen u.v.m. Seit 2022 vermitteln wir Patenschaften für Kinder an der Arche-Schule, denn vor allem seit Corona können sich viele Familien nicht das gesamte Schulgeld leisten. Falls Sie eine Patenschaft für ein Arche-Kind übernehmen möchten, wählen Sie bitte auf dem Patenschafts-Formular „Afrika“.

Derzeit sind wir in Gesprächen mit der Schulleitung, um ein umfassenderes Angebot für Familien zu erarbeiten und durch Schulungen und Investition in Kleinstunternehmen die wirtschaftliche Lage der Familien nachhaltig zu verbessern. Dazu folgen in den nächsten Wochen noch weitere Informationen.

* Name zum Schutz der Privatsphäre geändert

Ukrainehilfe: Lindenhof erhält Integrations-Sonderpreis

Das Telefon klingelte. “Könnt ihr uns helfen?“ kam die Frage an Helping Hands e.V. „Wir haben seit kurzem hier 30 Ukrainer, davon 20 Sozial- und Vollwaisen. Wir haben eine Menge Ehrenamtliche aus Alzenau, Kahl und Umgebung, die sich toll einsetzen. Aber es gibt natürlich manches andere, das erledigt werden muss.“

Das war vor etwa 18 Monaten: Über ein Jahr von Heimweh, Tränen, viel Freude und Lachen, Kopfzerbrechen und vieles andere mehr liegen hinter dem Team. Für die zehn Mitarbeiter, die die Kinder betreuen, war es besonders hart. Zwar wohnen sie an einem wunderschönen Flecken bei den Kahler Seen, aber sie vermissen natürlich die Angehörigen und Freunde in der Ukraine. Und irgendwo schwingt die Angst um sie immer mit.

Doch da ist ja der Helferkreis Integration aus Kahl, die Christliche Initiative in Alzenau und viele Einzelpersonen wie Ulrike Waitz von Eschen, die sich intensiv um die Flüchtlinge kümmern. Daneben haben sich verschiedene Firmen und Clubs engagiert und vor allem Leitung und Mitarbeiter der Evonik Industries AG, die unter anderem täglich kostenlos Essen in den Lindenhof liefern. Denn in einer kleinen Familienküche wäre es etwas problematisch geworden, für 30 Leute zu kochen.

Überwältigend war von Anfang an das Engagement von Bürgern und Behörden. So wurden schnell Wege gefunden, um eine neues „Zuhause“ zu schaffen. Innerhalb kürzester Zeit fand sich Agnes, eine ausgebildete Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache, und bald konnten die Schulkinder die private Kahler Paul-Gerhardt-Schule besuchen. Das alles wurde auch möglich, weil eine Frankfurter Stiftung und viele Einzelpersonen dem Team regelmäßig finanziell unter die Arme griffen.

Kein Wunder, dass die Regierung von Unterfranken dieses tolle Engagement am 16. Oktober in Würzburg mit dem Sonderpreis „Integration schafft Zukunft auszeichnete.

Doch es sind die vielen kleinen Dinge, die den Einsatz der Helfer besonders kennzeichnen: Besuche bei Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, spezielle Darbietungen der ukrainischen Kinder (ermöglicht durch eine international bekannte Regisseurin), gemeinsames Singen und Feiern auf Schloss Emmerichshofen und immer wieder eine helfende Hand in unvorhergesehenen Situationen.

Natürlich gab es auch manche Herausforderungen zu bewältigen. Keiner wusste oder weiß, wie es weitergehen wird. Inzwischen haben einige der Kinder eine neue Familie in der Ukraine gefunden oder sind bei Verwandten in Nachbarländern untergekommen. Aber niemand kann die Entwicklung des Krieges in der Ukraine sicher vorhersagen. Und einige der Kinder haben inzwischen gute Freunde hier gefunden oder können sogar beim Übersetzen helfen.

„Wirkungsvoll helfen und nachhaltig verändern“ ist das Ziel von Helping Hands e.V. In diesem Fall ist dies eine besondere Herausforderung. Aber alle können gemeinsam Zukunft schaffen, hier und in der Ukraine. Wenn Sie dabei helfen wollen, können Sie dies tun unter  https://helpinghandsev.org/lindenhof/ oder direkt über Helping Hands e.V., Kreissparkasse Gelnhausen, IBAN: DE56 5075 0094 0000 022394 (Stichwort „Ukrainehilfe Lindenhof“).

Im Bild von links nach rechts:

Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann, Projektverantwortlicher Klaus Scherer, Ulrike Waitz von Eschen, Julia Fischer, 1. Bürgermeisterin der Gemeinde Kahl am Main, Noël Kachouh, Pastor der Christlichen Initiative Alzenau und Vertreter der Paul-Gerhardt-Schule, Matthias Moll, Vertreter der Evonik Industries AG und des Vereins Helping Hands e.V., Gudrun Brendel-Fischer, Integrationsbeauftragte der Bayer. Staatsregierung, und Dr. Alexander Legler, Landrat des Landkreises Aschaffenburg.

Foto: Regierung von Unterfranken

Syrien – verlassen vom Rest der Welt?

„Worte können nicht erfassen, was die Menschen in Syrien durchmachen, nur um überhaupt durch den Tag zu kommen. Das ganze Land ist in Trümmern. In den Norden fährt man stundenlang nur durch Geisterstädte … mehr als hundert Kilometer nichts als Verwüstung. Alles leer und verlassen – fast apokalyptisch! Und dann, in den Städten – die Menschen ersticken an ihrem Trauma, ihrer Hilflosigkeit, der Hoffnungslosigkeit. Verlassen vom Rest der Welt müssen sie selbst sehen, wie sie irgendwie überleben.“

Nach zwölf Jahren Bürgerkrieg und totaler Isolation ist in vielen Städten Syriens die Hoffnung so tief begraben, dass sie kaum mehr als eine blasse Erinnerung ist. Alle, die konnten, haben das Land verlassen. Die, die noch übrig sind, haben nach und nach jegliche Eigeninitiative verloren: abhängig von Hilfspaketen, gefangen im Gedenken an „die gute alte Zeit“, ohne Hoffnung, dass sich irgendwann irgendetwas ändern wird, ohne Zukunft.

Und dann kam, Anfang Februar, auch noch das verheerende Erdbeben, steigerte das Leid der Menschen in Nordsyrien ins Unfassbare. Antony* war selbst mittendrin – nur durch ein Wunder überlebten er und seine Frau, konnten unversehrt in ihre Heimat im Libanon zurückkehren. Doch die verzweifelte Situation in Nord-Syrien ließ Antony nicht los.

Nach den Beben konzentrierte sich die internationale Hilfe größtenteils auf die Türkei. Zwar wurde auch in Syrien Hilfe geleistet. Aber allgemein scheint es, als ob auch viele Hilfs- und Entwicklungsorganisationen das Land aufgegeben haben: zu kompliziert die Umstände, zu viele Hindernisse, zu prekär die politische Situation … In dieser Lage etwas langfristig verändern, den Menschen etwas Unabhängigkeit und Zukunft wiedergeben? Unmöglich, meinen viele.

Antony sieht das anders: Er hat eine Vision. „Ich möchte die finden, die noch ein Fünkchen Hoffnung haben. Und dieses Fünkchen zu einem Feuer entfachen!“ Zwar ist er sich der Herausforderung bewusst: „Die Menschen dort haben niemanden, zu dem sie gehen können. Durch den langen Konflikt ist das Land entleert von Führungspersonen, Vorbildern, vertrauenswürdigen Beratern, die anderen den Weg weisen könnten. Der Traum jedes Syrers, Tag und Nacht, ist es, aus dem Land zu entfliehen, irgendwo anders ein neues Leben zu beginnen.“

Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat der erfolgreiche Unternehmensberater ein Programm entwickelt, durch das 20 junge Syrer eine echte Perspektive entwickeln können und langfristig zu Führungspersönlichkeiten für ihr Umfeld wachsen können.

„Durch das Projekt sollen die 20 Teilnehmer ein ganz neues Bewusstsein entwickeln: das ihnen neue Hoffnung gibt, ein gesundes Selbstvertrauen und einen echten Sinn fürs Leben. Innerhalb von einem Jahr werden diese jungen Männer und Frauen auch neue Fertigkeiten und „Werkzeuge“ erlernen, die ihnen ermöglichen, ihr Leben geistig, sozial, wirtschaftlich und geistlich zu verbessern. Vor allem aber sollen sie das Bewusstsein entwickeln, dass sie selbst für ihr „Glück“ verantwortlich sind, dass sie etwas verändern können, dort wo sie sind, und dass es sich lohnt, jemand zu sein, der anderen dient.“

Das Programm beinhaltet praktische Workshops, Reflexionen, Erfolgsbewertungen, persönliche Aktionspläne, Mentoring und Coaching. Nach jeder Schulungseinheit geben die Teilnehmer das Gelernte an andere in ihrer Familie und Ortsgemeinde weiter. Das Programm gipfelt schließlich in einem „Community Project“, das die Schulungsteilnehmer gemeinsam konzipieren, ausarbeiten und durchführen werden und so das Gelernte einsetzen, um ihrer Gesellschaft etwas zurückzugeben und selbst zu Vorbildern zu werden. Ziel ist, dass sie erkennen: Ich kann etwas bewegen. Ich bin nicht gefangen in meiner Vergangenheit, sondern kann mich aktiv für die Zukunft einsetzen. Ich habe das Potential, mich, meine Familie und meine Heimat nachhaltig zu verändern.

„Wir hoffen, dass das einen neuen Funken entfacht und eine kleine Bewegung in Nord-Syrien und darüber hinaus entsteht, die Geist und Charakter revolutioniert und sich nach und nach weiter ausbreitet.“

Denn oft braucht es nur einen Funken Hoffnung, um das Feuer neu zu entfachen – ein wenig Sauerstoff, ein bisschen Brennmaterial. Gemeinsam mit Antony möchten wir dieses Feuer entfachen und in Nord-Syrien und darüber hinaus die Verzweiflung auslöschen!

Für dieses Projekt benötigen wir noch ca. 15.000 Euro bzw. die „Schulungsgebühren“ für 10 Personen. Helfen Sie mit, in die Perspektivlosigkeit in Syrien neue Hoffnung zu bringen! Spenden mit Vermerk „Syrien“ auf unser Konto bei der KSK Gelnhausen (IBAN DE56 5075 0094 0000 022394) oder über unsere Online-Spende kommen diesem Projekt zugute.

 

* Name aus Sicherheitsgründen geändert

Deutsche Generalkonsulin besucht Hoffnungslicht Kapstadt

Ein besondere Besucherin schaute sich vor kurzem die Arbeit des Hope & Light-Zentrums in Kapstadt an. Frau Tanja Werheit, die deutsche Generalkonsulin in Kapstadt, war von der Arbeit und dem Einsatz vieler Unterstützer in Deutschland sehr beeindruckt. Als nächste Schritte werden Pläne für  eine nachhaltigere Arbeit bedacht.

Am letzten Wochenende fand die große Abschlussfeier für den Kindergarten statt. In Südafrika ist es etwas ganz Besonderes, wenn sich die Kinder in die Schule „verabschieden“. Zusammen mit dem Schulleiter heißen auch Matthias und seine Frau die „Neuen“ willkommen. Für Matthias eine willkommene Abwechslung im Training für den Kapstadt Marathon.

Die älteren Schüler haben am selben Wochenende in Stellenbosch bewiesen, dass sie auf dem richtigen Weg zum „Ausdauersport“ sind. Sie nahmen erfolgreich an einem 7-km-Lauf teil. Es ist großartig zu sehen, wie sich viele einsetzen, um die Arbeit von Hoffnungslicht Kapstadt voranzubringen. Jetzt stehen für die Lehrer und Mitarbeiter verschiedene Schulungen an, damit sie ihre Arbeit noch effektiver durchführen und den Kindern und ihren Familien beistehen können.

Wenn der Fluss die Zukunft frisst

Erste Erfolge und weitere Herausforderungen im Großprojekt in Mongla im südwestlichen Küstengebiet von Bangladesch

Wir stehen am Flussufer, neben uns bricht der Boden jäh ab; ein paar Wurzeln geben noch etwas Halt. Darunter zerrt das salzige Flusswasser an der Erde, so recht wohl fühlt man sich dabei nicht.

Vor einem Jahr standen wir schon einmal hier. Oder genauer gesagt: Wir standen fünf Meter weiter draußen, da, wo sich jetzt die graubraunen Wassermassen wälzen.

Damals – also: vor einem Jahr – war das Ufer etwa einen Meter von Sukantas Türschwelle entfernt. Jetzt steht er auf einem matschigen Vorsprung, der ins Wasser herausragt: „Hier war meine Hütte“, erklärt er, „– das hinterste Ende meiner Hütte.“ Schon vor Monaten musste er umziehen, seine armselige Behausung ein paar Meter weiter innen neu errichten. Aber da wird er wohl auch nicht lange bleiben können; zu schnell frisst der Fluss das Land. Hinter seiner Hütte ist ein kleiner Kanal, weiter kann er also nicht. Wenn der Fluss auch die jetzige Heimat verschluckt hat, dann weiß Sukanta nicht mehr, wohin; er, seine Frau und die zwei Kinder. Eigenes Land hat er nicht.

Aber auch die, die ihr eigenes Land besitzen, sind nicht viel besser dran. Alia und Ranis Familien müssen Jahr für Jahr zuschauen, wie der Fluss ihr Land verschlingt. Immer wieder werden die Hütten versetzt, Gärten neu angelegt, Fischteiche anderswo gegraben.  „Wenn wir am Fußweg angekommen sind, dann geht es nicht mehr weiter – dann haben wir kein Zuhause mehr und keinen Boden, wo wir etwas anpflanzen oder Tierzucht betreiben können.“

Wenn das passiert, dann bleiben ihnen nicht mehr viele Optionen offen. Und vielleicht werden sie aus Verzweiflung den gleichen Weg wählen wie so viele andere: jeden Tag mit dem Kahn den Nebenfluss überqueren und in der Bekleidungsfabrik arbeiten – harte Arbeit, acht Stunden am Tag, sieben Tage pro Woche, für knapp 60 Euro im Monat. Keiner wünscht sich das – aber für viele ist es die einzige Möglichkeit, sich überhaupt Essen für die Familie leisten zu können.

Im Herbst 2021 haben wir mit unserem örtlichen Partner hier in Mongla ein Projekt begonnen, das einigen dieser Entwicklungen entgegenwirken soll. Zwar kann nicht die gesamte Länge des Flussufers stabilisiert werden; an dieser Aufgabe scheitert ja schon die Regierung vor Ort. Aber den Familien helfen, besser auf Katastrophen vorbereitet zu sein, ihre Landwirtschaft und Viehzucht an die geänderten klimatischen Gegebenheiten – u.a. auch die Versalzung des Grundwassers – anzupassen oder alternative Optionen zum Einkommenserwerb erschließen, wo Acker- bzw. Gartenbau nicht möglich sind: Das sind Aufgaben, denen wir uns gestellt haben, gemeinsam mit dem Projektpersonal vor Ort und mit finanzieller Förderung der Bundesregierung.

Nach knapp zwei Jahren konnten schon in einigen Bereichen Erfolge verzeichnet werden; davon konnte sich unsere Geschäftsführung bei einem Projektbesucht Anfang September überzeugen. Dazu gehört zum Beispiel:

Frauen haben sich in Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen und lernen dort, ihre Hoffnungen und Herausforderungen selbst in die Hand zu nehmen

Die Frauen sparen regelmäßig einen kleinen Betrag, aus dem Gesamtersparnis geben sie sich gegenseitig kleine Kredite, mit denen sie Kleinstunternehmen aufbauen: zum Beispiel eine Entenzucht, Hühner oder Schweine

In verschiedenen Schulungen haben sie außerdem weitere Fertigkeiten erlernt, mit denen sie ein Einkommen verdienen können: zum Beispiel sind hier viele Frauen fleißig am Häkeln! Dafür muss allerdings auch noch ein Markt erschlossen werden, damit die Handarbeiten zu einem angemessenen Preis verkauft werden können

Einige Familien haben nach entsprechenden Schulungen ihre Einkommensaktivitäten umgestellt: zum Beispiel ist Krabbenzucht für die veränderten Wasserbedingungen viel passender

Verschiedene Bauern haben, ebenfalls nach entsprechenden Schulungen, ihren Gemüseanbau so umgestellt, dass er mit dem neuen Klima besser zurechtkommt, außerdem ökologisch nachhaltiger und ertragreicher ist. Dafür haben sie auch passenderes Saatgut erhalten. Sie stellen ihren eigenen Kompost her – mit Kompostwürmern funktioniert das besonders gut und es kann noch Kompost verkauft werden – haben ihre Beete erhöht, um sie vor Flutwasser zu schützen, sammeln ihr eigenes Saatgut und verhindern mit natürlichen Mitteln, dass die Ernte von Schädlingen gefressen wird.

Zusätzlich können Familien in Chandpai jetzt Wasser von einer eben neu errichteten Wasseraufbereitungsanlage holen – das trägt enorm zur besseren Hygiene und Gesundheit bei

Und dann ist natürlich auch alles für den nächsten Tropensturm vorbereitet: die Katastrophen-Komitees der Dörfer haben einen Notfallplan erstellt und sind mit Megaphon, Taschenlampen, Schwimmwesten und ähnlichem ausgestattet.

Nur ein paar Minuten Fußweg von Sukantas Hütte entfernt besuchen wir Israfil. Stolz zeigt er uns seinen Gemüseanbau – auf jedem freien Quadratmeter wächst irgendetwas: Gurken, Chili, Tomaten, Kürbisse. Das äußerste Beet ist dem Flussufer gefährlich nahe. „Fünf Meter Land hat mir der Fluss im letzten Jahr geraubt!“, berichtet er und zeigt raus aufs strömende Wasser. „Aber jetzt reicht es! Ich werde das Ufer hier befestigen, mit einer Schutzmauer aus Bambusstäben sollte das doch zu schaffen sein. Diesen Garten nimmt der Fluss mir nicht!“ Seit er im Rahmen des Projektes verschiedene Schulungen für verbesserten Gemüseanbau besucht hat, produziert er genug, um auch etwas zu verkaufen; 60 Taka pro Kilo bekommt er dafür. „Nur das Wasser holen, das ist noch ein Problem – einen Kilometer muss ich die Kanister schleppen, um salzfreies Wasser zum gießen zu bekommen. Das hat meine Schulter kaputt gemacht.“

Trotzdem ist er guter Dinge; man kann ja nicht erwarten, dass gleich alles auf einmal besser wird. Die stetige Unterstützung und Beratung durch das Projektpersonal hat ihm viel Hoffnung gegeben: Gemeinsam ist doch jede Herausforderung zu meistern! Da mag der Fluss weiter das Ufer fressen – die Zukunft, die kann er Israfil und Sukanta, Alia und Rani nicht nehmen.

 

Dieses Projekt wird zu 75% vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert; Helping Hands e.V. muss einen Eigenanteil von 12,5% aufbringen (ca. 32.000 EUR). Wenn Sie die Familien in Chila und Chandpai (Mongla) im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels unterstützen möchten, spenden Sie bitte mit Vermerk „Mongla“.

paXan 2023 Sambia

Christoph Nick berichtet für das paXan-Team 2023:

Intensiv in jeglicher Hinsicht: Kräftezehrend und anstrengend, aber gleichzeitig auch horizonterweiternd und bereichernd – mit diesen Adjektiven kann der diesjährige paXan-Einsatz recht treffend beschrieben werden.

Vom 18.–30. September war das diesjährige, fünfköpfige paXan-Team unterwegs in Sambia. Nach unserer Ankunft am frühen Morgen ging es nach einer Begrüßung und Übersicht vor Ort auch gleich los. Wir besuchten die Trinity Church of the Nazarene in Lusaka, um direkt vor Ort zu sehen und zu besprechen, was in den nächsten Tagen alles gemacht werden sollte. Wir alle wurden begeistert von der Vision, die diese Gemeinde hat, und positiv überrascht, dass es bereits einen „Masterplan“ für die kommenden Jahre gibt. Dieser wurde uns gezeigt und daran erläutert, welche Rolle sowohl der Hühnerstall als auch der Brunnen haben werden:

Um es kurz zu machen:

Beides soll dem Kinderzentrum, das von der Gemeinde betrieben wird, und dem gesamten Umfeld helfen. Unter der Woche wird das Gebäude als Schulgebäude für insgesamt 165 Kinder verwendet, die sonst keinen Zugang zu Bildung erhalten würden. Unterrichtet werden alle Fächer von Freiwilligen. Der Brunnen dient der zuverlässigen Wasserversorgung für die Gemeinde, das Kinderzentrum und für die Menschen im Umfeld, denen die Gemeinde gerne das Wasser zur Verfügung stellt.

Durch den Betrieb einer Hühnerfarm soll der Betrieb des Kinderzentrums finanziell unterstützt werden. Küken werden vom Händler gekauft, im Stall mehrere Monate großgezogen und dann gewinnbringend verkauft. In der Zukunft soll auf dem Gelände ein richtiges Schulgebäude mit einzelnen Klassenräumen, ein kleiner Versam­mlungs­raum, ein Haus für den Pastor und ordentliche und hygienischere Toiletten entstehen.

Nach diesem Besuch machten wir uns dann gemeinsam mit unseren Gastgebern daran, das Material zu besorgen: Steine, Sand, Kies und Zement. Am nächsten Tag ging es dann damit los, Gräben für das Fundament auszuheben. Da es seit Februar nicht mehr geregnet hatte, erwies sich dies als große Herausforderung. Nachdem wir mit Freiwilligen aus der Gemeinde die erste Schicht abgetragen hatten, wurde die Erde mit Wasser aufgeweicht und erst anschließend weiter ausgehoben. Ein sehr langsamer und mühsamer Prozess! Aber letztendlich waren die Gräben tief genug, um das Fundament zu konstruieren.

Die nächsten Tage verbrachten wir damit, den Profis vor Ort zu helfen – Mörtel anzumischen, Steine zu schleppen und anzureichen, Fugen zu spachteln – und waren daneben weiterhin bemüht, die Vorbereitungen für die Brunnenbohrung zu treffen. Endlich kam dann auch der Geologe, der uns den Ort für die Bohrung identifizierte und eine Bohrtiefe empfahl: 65 Meter. Nun hieß es, mit diesem Zertifikat eine Genehmigung von der Behörde zu bekommen, was sich auch noch weiter hinzog.

Gleichzeitig wuchs der Hühnerstall weiter: Die Mauern wurden höher, die Fläche innen mit Geröll und Erde aufgeschüttet (eine gute Gelegenheit, das Grundstück von Steinen etc. zu säubern), auch die Dachkonstruktion nahm weiter Formen an.

In unserer zweiten Woche durften wir dann tatsächlich noch miterleben, dass beide Baustellen und Teilprojekte vollständig umgesetzt wurden. An einem Tag wurde der Brunnen gebohrt, was eine wirklich dreckige Angelegenheit war. Auch der Hühnerstall wurde fertig: Die Fläche zwischen Mauer und Dach wurde durch Drahtgeflecht geschlossen, eine Tür installiert und eine Stufe betoniert. An unserem letzten vollen Tag konnten wir dann die ersten 100 Küken und weiteres Zubehör wie Wärmelampen, Futter- und Getränkeautomaten und Streu kaufen und die Tiere dann an unserem letzten Tag einquartieren.

Alle sind dankbar für zahlreiche Erfahrungen, Eindrücke und neue Freundschaften und natürlich Bewahrung auf der Reise. Besonders dankbar sind wir aber auch für die Menschen vor Ort, mit denen wir gemeinsam ihr eigenes Traum-Projekt ein klein wenig vorantreiben durften.

Viele Details und auch die persönliche Wahrnehmung gäbe es noch zu berichten, aber dafür ist an dieser Stelle wenig Raum. Wer mehr erfahren möchte, kann gerne auf Christoph Nick (christoph.nick@helpinghandsev.org) zugehen.

Änderungen im Team von Helping Hands

Zum 1. September 2023 gibt es im Helping Hands Team in Gelnhausen einige Veränderungen.

Zum einen wechselt Elke Tengler in den wohlverdienten Ruhestand. Elke ist seit genau 21 Jahren im Team und hat sich vor allem in den Bereichen Buchhaltung, Büromanagement und Verwaltungsaufgaben, Patenschaften, Spenderkontakt und für den Weihnachtstransport engagiert.

„Elke war in den letzten über 20 Jahren die treue Seele unseres Mitarbeiterteams“, betont Dennis Lieske, 1. Vorsitzender von Helping Hands e.V. „Sie hat einen Großteil der Helping Hands-Geschichte miterlebt und sich in der Buchhaltung, bei den Kinderpatenschaften, den Weihnachtspäckchen und bei vielen anderen Aufgaben leidenschaftlich für den Verein und seine Sache eingesetzt. Wir freuen uns für sie über ihren neuen Lebensabschnitt und wünschen ihr auch im Ruhestand Gottes segensreiche Leitung!“

In einer kleinen Abschiedsfeier am 28. August erinnerte sich Pastor Hans-Günter Mohn, langjähriges Vorstandsmitglied bei Helping Hands e.V., an Elkes unermüdlichen Einsatz:

„Ohne deine Arbeit hier im Helping-Hands-Büro wäre vieles nicht gelaufen. Du hast dich um die Finanzen gekümmert … um die Organisation von Hilfstransporten … um Freistellungsbescheide des Finanzamtes … um das Spendensiegel … du hast Sitzungen vorbereitet … und warst das Verbindungsglied zu den Gemeinden … du hast Kontakte gepflegt … und du hast unglaublich vieles gemacht, was keiner gesehen hat – aber notwendig war, damit alles in guter Ordnung laufen kann. Du hast dein Leben mit Helping Hands geteilt, und bist dadurch so vielen Menschen zum Segen geworden – Menschen, die dich nie gesehen haben oder sehen werden.“

Nicht in den „Ruhestand“ (obwohl wohlverdient), aber von der Geschäftsführung in eine Beraterfunktion wechselt Dr. Hermann Gschwandtner, der Helping Hands mitgegründet und viele Jahre als 1. Vorsitzender und seit 2020 als Geschäftsführer gedient hat. Dennis Lieske erläutert: „Helping Hands würde es ohne Hermann nicht geben. Wir sind dankbar, in welcher Art und Weise er in den letzten Jahrzehnten Gottes Ruf gefolgt ist und Helping Hands zu einem national und international angesehenen Partner in der Entwicklungszusammenarbeit gemacht hat. Es ist ohne Zweifel ein großes Geschenk, dass er auch in Zukunft als Berater dem Verein mit Rat und Tat zur Seite steht.“

Die Geschäftsführung übernimmt ab dem 1. September Dorothea Gschwandtner, die seit 2021 bereits als „Geschäftsführung international“ tätig gewesen ist  und sich seit 1999 in verschiedenen Funktionen für den Verein engagiert hat. Dorothea wurde in der Vorstandssitzung vom 4. August 2023 vom amtierenden Vorstand als Geschäftsführung ernannt. „Der Vorstand ist Dorothea von Herzen dankbar, dass sie ab September vollumfänglich die Geschäftsführung übernimmt“, bestätigt Dennis Lieske. „Ihr Hintergrund sowie ihre jahrelange, hervorragende Arbeit in der internationalen Projektarbeit von Helping Hands qualifizieren sie ohne Weiteres für diese Aufgabe. Helping Hands ist „ihr“ Verein geworden und wir freuen uns sehr darauf, dass sie ihr großes Herz für Menschen, ihre interkulturelle Kenntnis sowie ihre kommunikativen Gaben auch in der Zukunft federführend einsetzen wird. Wir bitten alle Helping Hands-Mitglieder und -Freunde um treues Gebet für sie in dieser großen Aufgabe!“

Bereits am 1. Juni durften wir Sebastian Wahl im Helping Hands Team begrüßen. Sebastian ist im Bereich Projektmanagement eingestiegen und hat sich bereits in zahlreiche Aspekte eingearbeitet. Neben umfassenden Auslandserfahrungen bringt er auch Fachwissen im Bereich Sozialwissenschaften und Social Transformation mit. Dennis Lieske schreibt:

„Mit Sebastian haben wir einen sehr talentierten Mitarbeiter als Verstärkung unseres Teams bekommen. Trotz seines noch jungen Alters bringt er bereits einiges an Erfahrung in internationaler Entwicklungszusammenarbeit mit. Mit seinem Studienabschluss und seinen zwischenmenschlichen Qualifikationen passt er wunderbar in unser Team. Wir sind Gott dankbar für Seine Führung und wünschen Sebastian einen gesegneten Start bei Helping Hands!“

Damit besteht das Team von Helping Hands in Gelnhausen ab September weiterhin aus fünf Mitgliedern: Dorothea Gschwandtner (Geschäftsführung), Dr. Hermann Gschwandtner (Berater), Sebastian Wahl (Projektmanagement), Mareike Kraska (Buchhaltung und Büro), Stefanie Habrich (Patenschaften und Social Media).

Wirkungsbeobachtung: Integrative Kinderzentren in Nepal, 2. Jahr

Integrative Kinderzentren fördern die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und verbessern die wirtschaftliche Situation der Familien nachhaltig. Durch gestärkte Selbsthilfestrukturen können die Maßnahmen langfristig vor Ort eigenverantwortlich weitergeführt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind kontinuierliche Evaluierungen des Projektfortschritts notwendig, damit Maßnahmen angeglichen und erforderliche Schritte eingeleitet werden können. Dieses Monitoring wird einerseits durch unseren örtlichen Partner durchgeführt; andererseits ermöglichen regelmäßige Projektbesuche (mind. einmal pro Jahr) von Helping Hands Mitarbeitern, dass Änderungen besprochen und zeitnah umgesetzt werden können.

Beim Projektbesuch Ende 2022 im integrativen Kinderzentrum in Ithung/Ghalegaun, Nepal, wurden u.a. folgende erforderlichen Schritte festgestellt:

Im Kinderzentrum

Es wurde beobachtet, dass die erlernte Hygiene (hier: Händewaschen vor dem Essen) direkt im Kinderzentrum nicht umgesetzt wurde. Außerdem ist die Müllentsorgung ein großes Problem.

->> Ab sofort soll das Händewaschen im Kinderzentrum besonders hervorgehoben werden. Für die Müllentsorgung werden große Mülltonnen auf dem Schulhof aufgestellt und Mitarbeiter kontaktieren die örtlichen Behörden, dass der Müll auch abgeholt wird. In Hausbesuchen und im Kinderzentrum soll dieses Thema ebenfalls konkret behandelt werden.

Da der Unterricht oft in größeren Gruppen stattfindet, sind nicht alle Inhalte altersgerecht.

->> Soweit möglich, sollen die Kinder in kleinere Gruppen unterteilt und mehr Fokus auf altersgerechte Materialien gelegt werden. Falls das aufgrund von Personalmangel nicht möglich ist, können einzelne Altersgruppen einer stillen Aufgabe nachgehen, während andere Gruppen unterrichtet werden. Die Mitarbeiter der Kinderzentren bemühen sich darüber hinaus, noch mehr Ehrenamtliche für die Zentren zu gewinnen, ggf. können auch ältere Kinder den jüngeren helfen (dafür sollten sie geschult werden).

Es fehlt insgesamt an Material, vor allem an kreativem Material.

->> Die Lehrer werden ermutigt, sich bei NCM Nepal zu melden, wenn sie etwas benötigen. NCM Nepal bemüht sich, mehr allgemeines Material zur Verfügung zu stellen; ggf. können Lehrer darin geschult werden, selbst kreatives Material herzustellen. Ein erster Schritt ist, dass NCM Nepal mit den Lehrern spricht um herauszufinden, welches Material benötigt wird.

Manche Lehrer bzw. Ehrenamtliche könnten sich in folgenden Bereichen verbessern: Classroom Management, Aufmerksamkeit für alle Kinder, kreative Aufgaben für „Leerlauf“-Abschnitte (z.B. wenn der Lehrer die Hausaufgaben der anderen Kinder nachschaut), Lehrmethoden, Korrektur und konstruktives Feedback zu Aufgaben.

->> NCM Nepal hat beschlossen, regelmäßige Schulungen für Lehrer aller von NCM Nepal geförderten Kinderzentren anzubieten. Wenigstens einmal pro Jahr sollen die Lehrer zusammenkommen und Inhalte lernen sowie Zeit für Austausch haben, um voneinander zu lernen. Eine solche Lehrerschulung hat bereits stattgefunden.

In den Selbsthilfegruppen

In Gesprächen mit den Familien wurde festgestellt, dass die meisten die Selbsthilfegruppe nur als eine Spar- und Kreditgruppe betrachten und den weiterführenden Aspekt der Bevollmächtigung und Stärkung von örtlichen Selbsthilfestrukturen nicht verstanden haben.

->> Helping Hands wird dazu Material ausarbeiten und mit NCM Nepal durcharbeiten, sodass dieser Aspekt des Projektes angepasst werden kann.

Da die Projekte jetzt ins dritte Jahr gehen, wurde lokal der Wunsch geäußert, dass die Selbsthilfegruppen offiziell registriert werden und dadurch verschiedene Rechte in Anspruch nehmen können.

->> Dieser Schritt wurde bereits durchgeführt. Zusätzlich werden die lokalen Leiter angehalten, andere Dorfbewohner dazu zu ermutigen, weitere Selbsthilfegruppen zu gründen und das Gelernte der ursprünglichen Gruppen umzusetzen.

Einkommensaktivitäten

Damit die durchs Projekt neu begonnenen Einkommensaktivitäten tatsächlich ein besseres Einkommen erzielen, braucht die Zielgruppe verschiedene Schulungen, z.B. in verbesserter Viehzucht etc. Zusätzlich sollte regelmäßig technisches Monitoring stattfinden.

->> NCM Nepal wird einen Plan zusammenstellen, welche Schulungen benötigt werden und welche Kosten damit verbunden sind. In diesem Rahmen wird auch geprüft, wie und wie oft technisches Monitoring durchgeführt werden kann. In einem der beiden Dörfer gibt es bereits ein „Monitoring Team“, ggf. wird das auch im zweiten Dorf eingeführt.

Für den Verkauf von Vieh müssen bessere Märkte erschlossen werden.

->> Die Leiter der Selbsthilfegruppen sollten in Marktmanagement geschult werden und darin unterstützt, selbst bessere Märkte zu finden. Ggf. kann hier mit einem anderen Projekt koordiniert werden, das derzeit in dieser Gegend stattfindet und ähnliche Herausforderungen hat.

Es ist unbedingt erforderlich, dass jeder Haushalt einen „Business Plan“ entwirft und kontinuierlich evaluiert. Derzeit hat die Zielgruppe keine Vorstellung davon, welche Schritte und Investitionen notwendig sind, um ein bestimmtes (wirtschaftliches) Ziel zu erreichen.

->> Helping Hands erstellt Material, um das Konzept eines „Business Plan“ zu erklären, und stellt dieses den NCM Nepal Mitarbeitern zur Verfügung, die sich dann um entsprechende Schulung aller Haushalte in den Projekten kümmern.

 

Die Umsetzung dieser aus der Wirkungsbeobachtung abgeleiteten Erkenntnisse wird beim nächsten Projektbesuch im Oktober 2023 überprüft und weitere Maßnahmen besprochen.

 

„Laufend Gutes tun“

Beim Kapstadt-Marathon am 15. Oktober

„Das Laufen hat mir über eine der schwersten Situationen in meinem Leben geholfen,“ erläutert Matthias. „Jeder trauernde Mensch läuft seinen eigenen Weg in eigenem Tempo. Jeder Trauerweg ist individuell, verschieden von anderen. Mit Laufen habe ich es geschafft, mit meiner Trauer zu überleben.“

Erst war es nur ein langsam hochkriechendes Gefühl. Nicht unangenehm, eher ungewohnt. Und irgendwann formte sich daraus eine sehr konkrete Frage: „Warum läufst du nur für dich? Mir wurde klar, dass ich immer nur da draußen bin, um mir selbst etwas Gutes zu tun.“

Nicht dass dies verwerflich wäre, aber eigentlich könnten auch andere von meiner Leistung profitieren! In der Marathon Community ist es längst normal, die persönlichen Laufhighlights als Aufhänger zu nutzen, um im Freundes- und Bekanntenkreis oder auch in Kooperation mit Unternehmen konkrete Geldbeträge für den guten Zweck zu sammeln.

„Das möchte ich auch! Als jemand, der in Kapstadt lebt und läuft, starte ich meinen ganz persönlichen Charity-Lauf, um in Kapstadt ein Hoffnungslicht anzuzünden.“ Das Hope & Light Schul- und Dienstzentrum am Westkap ist dafür im wahrsten Sinne ein lohnenswertes Ziel. Das Training für den 15. Oktober läuft bereits!

„Auf Hope & Light Community Welfare wurden meine Frau und ich vor gut drei Jahren durch ein Benefizkonzert aufmerksam. Kurz nach dem Konzert besuchten wir die Einrichtungen und sahen, welch tolle Projekte hier entstanden sind. Sofort haben wir die Patenschaft für ein Schulkind übernommen und damit das monatliche Schulgeld. Außerdem unterstützen wir den Kindergarten von Hope & Light durch praktische Mitarbeit vor Ort. Auf diesem Weg möchten wir allen Mitarbeitern von Hope & Light danken. Sie setzen sich täglich dafür ein, benachteiligten Kindern eine bessere Zukunft durch Bildung zu ermöglichen. Nicht immer sind die Umstände vor Ort einfach, deshalb ist die Arbeit und der Einsatz der Mitarbeiter so bewundernswert.“

„Wir wollen möglichst viele dazu bewegen, für jeden gelaufenen Marathonkilometer einen frei wählbaren Geldbetrag zu spenden.“

Jetzt spenden

Hier sind ein paar Vorschläge:

  • 2,50 € je Kilometer (= 105 €)
  • 10,00 € je Kilometer (= 420 €)
  • 25,00 € je Kilometer (= 1.050 €)

Eine reguläre Patenschaft beträgt 60 EUR monatlich pro Kind.

Jetzt spenden