Ein paar Impressionen aus dem Straßenkinderzentrum in Antananarivo, Madagaskar

Im AKANYAMI-4, dem Straßenkinderzentrum in Antananarivo, Madagaskar, können sich die Kinder über neues Spiel- und Sportmaterial freuen. Das neue Spielzeug macht aber auch nicht einfach nur Spaß, sondern es fördert die Kinder auch in ihrer ganzheitlich Entwicklung. Hierfür hatte die Gelnhäuser Gemeinde der Kirche des Nazareners die Erlöse ihres alljährigen Weihnachtsbasars gespendet.

Joggathons 2024 in Berlin und Gelnhausen

“Laufen – für den guten Zweck!” Unter diesem Motto standen auch dieses Jahr wieder die “Joggathon” Spendenläufe, die lokale Gemeinden der Kirche des Nazareners im Mai veranstalteten. Beide Fundraiser förderten Projekte von Helping Hands e.V.:

Der Berliner Joggathon begann mit einem Open-Air-Fest am 26. Mai, bei dem im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes auch über die geförderten Projekte informiert wurde: Die erlaufenen Spenden unterstützen zu 50% das Projekt zur Ernährungssicherung in Madgaskar, das im Frühjahr dort gestartet wurde; zu je 25% werden die Projekte der beiden paXan-Teams in Zusammenarbeit mit Sozialzentren in Georgien und Rumänien gefördert.

Am 26. Mai und der darauffolgenden Woche liefen dann 94 Teilnehmer in 853 Runden insgesamt 784 Kilometer. 235 Sponsoren förderten die gelaufenen Runden mit stolzen 23.410 EUR; das sind pro Läufer 249 EUR. Dabei “erliefen” die vier schnellsten Läufer schon knapp 6.000 EUR; für jede Runde wurde im Durchschnitt 27,50 EUR gespendet.

Bereits am 9. Mai – traditionell am Himmelfahrtstag – trafen sich zahlreiche motivierte Läufer im Stadtwald Gelnhausen für den Gelnhäuser Joggathon. Dabei wurden insgesamt 2.618 EUR erlaufen (Stand Anfang Juli); diese Spenden unterstützen ebenfalls Ernährungssicherung in Madagaskar.

Ein herzliches Dankeschön an alle Läufer, Sponsoren, Organisatoren und Anfeurer für diese tollen Ergebnisse!

Achtundvierzig Stunden Wirbelsturm in Bangladesch

Unser Partner in Mongla setzt vor, während und nach der Katastrophe entscheidende Maßnahmen um

„Es war wirklich schlimm! Achtundvierzig Stunden pausenloser Sturm und strömender Regen – viel länger als je zuvor. Massive Verluste im Ackerbau, den Fischfarmen, bei Unterkünften, auch in Infrastruktur. Tausende mussten evakuiert werden.“

Am letzten Maiwochenende wurden Teile von Bangladesch und Indien von Wirbelsturm „Remal“ heimgesucht. Der „Sundarban“, der größte Mangrovenwald der Welt, erlitt verheerende Schäden; das Ökosystem wird wohl mehrere Jahrzehnte brauchen, um sich zu erholen. Auch im Gebiet Mongla, am Nordrand des Sundarban in Bangladesch, wütete der Sturm; dort fördern wir seit drei Jahren ein Projekt zur Klimawandel-Adaption. David, unser Projektleiter vor Ort, konnte eine erste Einschätzung der Lage schicken.

„Alle unsere Projektteilnehmer sind betroffen. Zeitweise stand das gesamte Gebiet von Mongla unter Wasser, der Fluss stieg über zwei Meter an. Wir als Projekt-Team sind alle unversehrt und helfen den Betroffenen, wo wir können.“

Neben den ununterbrochenen Regenfällen erschwerten stundenlange Stromausfälle und sehr eingeschränkte Mobilfunk- und Internetverbindungen die Kommunikation und Koordinierung der Hilfsmaßnahmen. Aber darauf war das Team unseres lokalen Partners vorbereitet!

Denn einer der Hauptaspekte des laufenden Projektes in Mongla ist die Katastrophenvorsorge für genau solche Situationen. Dazu gehören Präventionsmaßnahmen auf allen Ebenen, vom kleinsten Haushalt bis hin zur lokalen Regierung. Über drei Jahre hinweg wurden hunderte von Personen geschult, Komitees wurden eingerichtet, Materialien verteilt und durch kontinuierliches Follow-Up dafür gesorgt, dass die Dörfer im Projektgebiet auf den Katastrophenfall vorbereitet sind. Dazu gehörte zum Beispiel:

Familien haben schon vor Monaten ihre Hütten auf höhere Sockel gebaut und ihre Dächer und auch Wände mit Seilen festgebunden sowie Äste von Bäumen entfernt, die auf ihre Hütten fallen könnten.

Haushalte haben Trockennahrung gelagert und ihre Wertsachen und Tiere in Sicherheit gebracht.

Zwei Wasseraufbereitungsanlagen wurden errichtet, die jetzt sicheres Wasser liefern – besonders nach flächendeckenden Überflutungen absolut überlebenswichtig.

Außerdem wurden vor kurzem 18 schwimmende Latrinen gebaut – eine für jedes Dorf. Da sie auf der Wasseroberfläche treiben, können sie genutzt werden, auch wenn alle anderen Toiletten überschwemmt sind.

Gleich zu Projektbeginn wurden 18 Ward Disaster Management Committees (WDMC) gegründet und die zwei Union Disaster Management Committees aktiviert, die umfassende Pläne erstellt haben, wo und wie im Katastrophenfall reagiert werden sollte.

Diese Komitees wurden mit Megaphonen, Schwimmwesten, Taschenlampen, Gummistiefeln und anderem Material ausgestattet, sodass sie während der Katastrophe voll einsetzbar sind.

Bevor Zyklon Remal Bangladesch erreichte, war unser Projektteam und die Komitees an Planungstreffen zur Minderung der Katastrophengefahr auf höchster lokaler Regierungsebene beteiligt.

Direkt vor dem Zyklon ging das Projektteam und die 270 Mitglieder der WDMC von Tür zu Tür, um alle Haushalte zu warnen, und half dabei, Familien zu evakuieren und sie zum Zyklon-Schutzraum zu bringen, vor allem schwangere und stillende Frauen.

Während des Zyklons unterstützte das Projektteam die Kommunalverwaltung darin, in den Schutzräumen Lebensmittel und Mahlzeiten zu verteilen.

Seit Ende der Katastrophe besucht das Projektteam die Haushalte in der Gegend um festzustellen, welche Schäden verursacht wurden und welche Hilfe benötigt wird.

Noch ist die Bedarfsermittlung nicht beendet. Aber schon jetzt steht fest, dass durch den unermüdlichen Einsatz unseres Projektteams und die umfassenden Präventionsmaßnahmen der Komitees viele Verluste verhindert werden konnten.

Weitere Artikel sowie ein kurzes erklärendes Video zu diesem Projekt finden Sie hier.

Wenn Sie den Menschen in Mongla und unserem Projektteam beim Wiederaufbau und weiteren Präventionsmaßnahmen unter die Arme greifen möchten, dann spenden Sie mit Vermerk „Klimawandel-Projekt Mongla“.

Zeit für Neue Wege

Ein paar Wochen nach Projektstart sprießt bereits das erste Grün. Und damit die Hoffnung.

Es sind 38 Grad. Die Luft schmeckt nach roter Erde, verbranntem Müll und einer guten Portion Ruß und CO2 – ausgestoßen von dem 60 Jahre alten LKW, der auf der Hauptstraße gerade mit einem Schlagloch kämpft, das ihn zu verschlucken versucht. Am Straßenrand sieht man ein ehrliches Kinderlachen. Der Blick der Mutter ist trüb, ihre Augen sind gekennzeichnet von der Härte des Lebens hier in Andranovory, von Mangelernährung und von Hoffnungslosigkeit.

Noch ist die Gegend grün und täuscht etwas über die eigentliche Situation hinweg. Ca. ein bis zwei Monate im Jahr gibt es hier Regen, doch der hat nun vor ein paar Wochen aufgehört. Noch einmal ein paar Wochen und es ist alles trocken. Und das dann für die restliche Zeit des Jahres. Die Wassernot begegnet einem schon viele Kilometer vor Andranovory. Die Menschen am Straßenrand der RN7, die sich von der Hauptstadt oben im Hochland runter in den Süden des Landes schlängelt, bitten hier nicht mehr nach Geld oder versuchen jedem vorbeifahrenden Auto etwas zu verkaufen, sondern sie bitten mit bestimmten Handzeichen nach Wasser.

Der Weg, den viele Menschen hier gehen müssen, um Wasser zu finden, ist weit. Oft auch teuer, wenn sie dafür sogar eine Fahrt mit dem Taxibus nehmen müssen. Die meisten haben am Tag nicht mehr als 10-15.000 Ariary zur Verfügung, um davon die Familie zu versorgen. Das sind ungefähr 3 Euro. Und zu einer Familie gehören oft bis zu 10 Personen.

„Als wir Andranovory zum ersten Mal sahen, spürten wir die Armut und wollten einfach mit Lebensmitteln helfen. Aber wir merkten, dass es nicht hilft, wenn wir jedes Jahr nur ein wenig geben“, berichtet Therese. Und ihr Mann Richard ergänzt: „Als ich das Land sah, das flach ist und auf dem es nichts gibt, fragte ich mich: Warum gibt es dort nichts? Warum denken die Leute nicht daran, zu pflanzen? Sie brauchen eine neue Art zu denken, das alte System loszuwerden. Wie können wir mit dem, was da ist, einen neuen Weg finden?“

Ein Gespräch mit einem befreundeten Landwirt öffnete ihnen den Blick dafür, was mit dem neuen Wissen der städtischen Universitäten möglich ist. Und so wollen sie nun auch den Menschen in Andranovory nicht nur den Blick für neue Wege öffnen, sondern auch das nötige Startkapital in Form von Werkzeugen und Saatgut bereitstellen.

Mittlerweile sind fünf Gruppen mit jeweils 30 Personen in das Projekt eingebunden. In diesen teilen sie sich das Werkzeug und verteilen das Saatgut, unterstützen sich gegenseitig und legen gemeinsame Beete an. Zwei landwirtschaftliche Schulungsleiter, die an der Universität in der Hauptstadt Antananarivo ausgebildet wurden, geben die Schulungen und besuchen die Gruppen alle 1,5 – 2 Monate, um nach dem Fortschritt zu schauen, zu helfen, an das Gelernte zu erinnern und abzuschätzen, welche Methoden und welches Saatgut unter den jeweiligen Umständen angebracht sind.

Dila, einer der Teilnehmer, der bereits vor zwei Jahren in einer ersten Testphase offen für diesen neuen Weg gewesen ist, erzählt begeistert: „Früher musste ich ständig neuen Dünger kaufen und die Preise dafür sind Jahr für Jahr gestiegen. Außerdem hat er den Boden von meinem Land kaputt gemacht. Heute habe ich gelernt, dass ich natürlichen Kompost das ganze Jahr über produzieren kann, der die Erde schont und das Gemüse besser wachsen lässt. Und ich weiß jetzt, dass es hier Bäume gibt, die ich zur Schädlingsbekämpfung nutzen kann.“

Neben den Schulungsleitern kümmern sich 5 lokale Leiter um die Projekt-Gruppen, sie koordinieren die Verteilungen, organisieren Treffen und sind in ständigem Austausch mit Therese und Richard. Sie vertreten obendrein die Interessen der Gruppe bei der lokalen Regierung. Durch diese Netzwerkarbeit konnte kürzlich in Zusammenarbeit mit einer anderen NGO die Arbeit an einem Kanal gestartet werden, der sauberes Wasser eines 12km entfernten Flusses nach Andranovory bringen und das Dorf das ganze Jahr über mit Wasser versorgen soll.

Der Projektstart ist zwar erst ein paar Wochen her, aber so sind die ersten Früchte bereits sichtbar. Auch auf den neugepflanzten Beeten drückt sich schon das erste Grün aus der Erde und lässt so die Hoffnung wachsen. Die Grundlagen für eine nachhaltige Ernährungssicherung in Andranovory sind gelegt und Therese und Richard planen bereits, wie sie das in weiteren umliegenden Dörfern umsetzen können. Dabei ist ihnen bewusst, dass sich auch in Andranovory erst noch zeigen muss, wie dieser neue Weg angenommen wird. „Die Leute hier sind skeptisch. Über Generationen haben sie die Dinge immer auf die gleiche Art und Weise gemacht. Außerdem gibt es viele Traditionen und Bräuche, die sie darin hindern, von den alten Wegen abzuweichen“, erklärt Richard und fährt fort, „Dafür braucht es neben einer neuen Art und Weise der Landwirtschaft auch eine Erneuerung des Geistes. Eine neue Hoffnung. Aufklärung. Und viele kleine Erfolgsgeschichten, damit die Leute sehen: Oh, das funktioniert ja.“

Daran arbeitet er mit Therese unermüdlich. Neben den eigentlichen Schulungseinheiten laufen sie gemeinsam bei jedem Besuch von Haus zu Haus, suchen das Gespräch, informieren und ermutigen. Ihre Vision ist, dass die Menschen in Andranovory und Umgebung eines Tages so viel produzieren können, dass sie nicht nur sich selbst und ihre Familien damit das ganze Jahr über versorgen können, sondern, dass sie sogar die ganze nächste große Stadt mit Gemüse versorgen können, um so ihr Einkommen verbessern zu können.

Gemeinsam mit Therese und Richard arbeiten wir daran, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn auch Sie mithelfen möchten, dass Menschen in Andranovory neue Wege gehen können, dann spenden Sie bitte mit Vermerk „Ernährungssicherung Madagaskar“.

„Ihr könnt etwas aus euerm Leben machen!“

Schulungsprogramm für junge Leiter in Nordsyrien erfolgreich begonnen

„Von allen Projekten, die ich je umgesetzt habe, ist dieses wohl das bedeutungsvollste – ich bin echt begeistert davon, und ich wünschte ihr könntet dabei sein und es selbst erfahren!“

Antony* ist gerade vom ersten Schulungswochenende in Nordsyrien zurückgekommen. Achtzehn junge Menschen hat er dort näher kennengelernt; achtzehn Frauen und Männer zwischen 22 und 32 Jahren, die zu einem Hoffnungsfunken in ihrer Gesellschaft werden möchten. Nach einer monatelangen Vorbereitungsphase und sorgfältigen Auswahl der Teilnehmer konnten Ende April die ersten Schulungen stattfinden. Um eine neue Denkweise ging es dabei, eine gesunde Lebenseinstellung, um Motivation und Resilienz, um gute und umsetzbare persönliche Ziele – vieles, was für uns selbstverständlich ist, aber für junge Menschen, die sich an das Leben vor Krieg, Isolation und Hoffnungslosigkeit schon gar nicht mehr erinnern können, kommen solche Ideen wie ein Lichtstrahl in der Nacht.

„Sie hatten keine Ahnung, wie man sich selbst Ziele setzt“, berichtet Antony nach dem ersten Besuch. „‘Oh, Ziele? Wir haben noch nie in unserm Leben Ziele gesetzt.‘ Also haben wir erst mal darüber geredet, wofür wir überhaupt Ziele brauchen, und wie man ‚SMART‘-Ziele setzt, die auch erreichbar sind. Das war ein wirklich inspirierender Moment für sie, denn bisher hat ihnen das noch nie jemand beigebracht.“

Achtzehn strahlende Gesichter blicken uns vom Gruppenfoto entgegen – achtzehn junge Menschen, für die sich eine neue Welt eröffnet, die sich mit Begeisterung auf die nächsten Schritte freuen. Dazu gehört, ihre Liste an Zielen fertig zu formulieren und einen persönlichen Aktionsplan zu erstellen: die Voraussetzung dafür, am weiteren Programm teilnehmen zu dürfen. Dass alle Teilnehmer ihre Pläne bis zur Deadline eine Woche später abgegeben hatten, zeigt auch, wie ernst sie das Programm nehmen. Jetzt folgen virtuelle Einzelcoachings mit dem Schulungsleiter im Mai. In der nächsten Schulungseinheit geht es dann darum, die Ziele und Aktionspläne in die Wirklichkeit umzusetzen und im Alltag die richtige Balance zu finden. Am Ende des einjährigen Schulungsprogramms gipfelt alles in einem Community-Projekt, in dem die Teilnehmer selbst ein Projekt für und mit ihrer Ortsgemeinschaft entwerfen werden. „Damit sie sehen können, dass sie selbst etwas tun können, etwas erreichen, auf das sie hingearbeitet haben“, erklärt Antony. „Und eins der Ziele des Programms ist, eine Bereicherung für die eigene Gesellschaft zu sein.“

Die erste Schulungseinheit beurteilt der erfolgreiche Berater aus dem Libanon durchweg positiv:

„Der Schwerpunkt dieser zwei Tage lag darauf, die Teilnehmer zu einem Paradigmenwechsel zu inspirieren. Wir haben zuerst damit Zeit verbracht, die zahllosen Herausforderungen zu benennen, mit denen sie täglich konfrontiert sind: Depression, Hoffnungslosigkeit, Kämpfe und Verzweiflung –Ergebnisse des Lebens in einem von Krieg und Isolation zerrissenen Land. Unsere Botschaft war, dass sie es schaffen können! Sie können etwas aus ihrem Leben machen, wo auch immer sie sind!

Wir haben dann Strategien aufgezeigt, wie sie ihre drastische Situation bewältigen können. Es gibt mehr Möglichkeiten, als sie sich vorstellen! Sie müssen lernen, anders zu denken als die Masse. Sie müssen sich selbst dafür entscheiden, in allem, was sie tun, ihr Bestes zu geben. … Wir haben große Hoffnung, dass dies eine Entwicklung anstoßen wird, die wächst und die hier in dieser Region etwas ganz Neues beginnen wird.“

 

Dies ist ein Pilot-Projekt, das bei erfolgreicher Umsetzung an anderen Orten in Syrien und dem Nahen Osten wiederholt werden soll. Dafür, und um das laufende Projekt vollständig zu finanzieren, suchen wir noch Unterstützung. Wenn Sie jungen Menschen in Syrien ermöglichen möchten, durch eine neue, gesunde Denkweise echte Hoffnung für die Zukunft zu finden, dann spenden Sie mit Vermerk “Syrien”.

 

* Name aus Sicherheitsgründen geändert. Ebenso können wir aus Sicherheitsgründen keine genauen Ortsangaben oder Fotos von Personen oder erkennbaren Orten veröffentlichen.

Wir möchten nach Hause

Seit zwei Jahren leben Mitarbeiter und Kinder des Kiewer Waisenhauses „Heim für glückliche Kinder“ im Lindenhof bei Hanau. Viele Ehrenamtliche aus Kahl und Alzenau haben geholfen, dass sie sich wohlfühlen: gemeinsame Ausflüge, Konzerte, Besuche, Hilfe beim Amt und vieles mehr. Besonders haben sich die Christliche Initiative Alzenau und die Freie Christliche Schule in Kahl engagiert.

Doch immer wieder betonten die Mitarbeiter: Wir möchten nach Hause! Aber wie soll das geschehen, mitten in Krieg und Gefahr? Die eine oder andere Mitarbeiterin ging zurück zu ihrer Familie, andere traten an ihre Stelle. „Unser Zentrum ist zwar bisher unbeschädigt,“ sagt die Leiterin Liliya dankbar, „aber die Regierung erwartet, dass wir erst einen Schutzbunker bauen. Damit haben wir jetzt begonnen, aber das geht natürlich nicht umsonst.“

Inzwischen sind einige der Kinder von Verwandten zurückgeholt worden und mehrere fanden eine neue Familie. „Die Regierung hat uns gebeten, zurückzukommen und mindestens 25 Kinder aufzunehmen. Sehr viele Kinder haben wegen dem Krieg Heim und Familie verloren. Sie brauchen dringend Fürsorge!“

Vor dem Krieg haben ukrainische Geschäftsleute und Privatpersonen die ganze Arbeit finanziell getragen – Unterkunft, Verpflegung und Betreuung durch Spezialisten für Traumaseelsorge und anderem. Doch nun brechen die Firmen zusammen, und die Leute versuchen, Soldaten, Familien und Freunde zu unterstützen. Durch die Hilfe vieler einzelner im Kreis Aschaffenburg und Main-Kinzig können die ersten Schritte getan werden, aber für die Aufgaben in Kiew ist dringend weitere Hilfe nötig. Es ist eine Hilfe, die wirklich Großes bewirkt. Denn das „Heim für glückliche Kinder“ leistet eine hervorragende Arbeit, um Kindern zu helfen und sie in guten Familien unterzubringen. Und das ist jetzt dringender als je zuvor!

Wenn Sie mit dazu beitragen wollen, dass Kinder in der Ukraine ein neues, glückliches Zuhause finden, spenden Sie bitte mit Vermerk „Ukrainehilfe Lindenhof“ (zur Online-Spende). Mehr Details zum Heim in Kiew finden Sie auch auf: https://helpinghandsev.org/lindenhof/ (hier ist noch der ursprüngliche Status der Kinder auf dem Lindenhof vermerkt).

Wortwörtlicher Spatenstich für neues Projekt in Madagaskar

Die Bedingungen könnten günstiger nicht sein. Es hat tatsächlich einmal geregnet. Der Boden ist locker und zumindest die wenigen vorhandenen Wasserbehälter sind voll. Die seit letztem Sommer laufenden Vorbereitungen und Planungen sind auch so gut wie abgeschlossen.

Es geht also endlich los! In dieser Woche beginnt unser lokaler Partner damit, 150 Haushalte im trockenen Süden Madagaskars dabei zu unterstützen, ihre Landwirtschaft auf die zunehmend dürren Verhältnisse anzupassen, um sich so nachhaltig und langfristig selbst versorgen zu können. Aber ganz ohne Wasser ist auch das nicht möglich. Deshalb kam der letzte Regen grade richtig.

Durch die anhaltenden Trockenzeiten ist eine Hungersnot – auf Malagassi auch „Kere“ genannt – vor allem im Süden Madagaskars schon seit vielen Jahren zu spüren. „Die Nahrungsmittelproduktion geht zurück. Und das obwohl 80 % der Bevölkerung landwirtschaftlich arbeiten. Auch die Regierung ist angesichts dieser Situation machtlos“ erklärt Therese, die Projektleiterin vor Ort.

In der besonders schwer betroffenen Region um Andranovory werden deshalb von unserem lokalen Partner nun theoretische und praktische Schulungen zu alternativen Anbaumethoden durchgeführt. In diesen lernen die Familien z.B. durch Waldfeldbau und „short-cycle“ Gemüseanbau, höhere Erträge zu erzielen. Vor allem aber findet über das ganze Jahr verteilt eine regelmäßige persönliche Betreuung der Projektteilnehmer durch lokale Schulungsleiter statt. In diesen Besuchen werden Ergebnisse bewertet, Methoden angepasst und es kann auf individuelle Probleme eingegangen werden.

Anfänglich werden darüber hinaus alle notwendigen Materialen zur Verfügung gestellt, Saatgut verteilt und ein nahegelegener Wasserspeicher errichtet. Auch wenn bei ausbleibendem Regen zur Befüllung des Speichers mit einem LKW Wasser aus dem nächsten Fluss geholt werden muss, reduziert dieser Speicher lange beschwerliche Wege des Wasserholens. So senkt er außerdem die Kosten, die viele Familien für den Transport aufbringen müssen.

Parallel sollen gemeinschaftliche Strukturen gestärkt werden, damit auch auf Dorfebene Ressourcen gebündelt, Synergien genutzt und Probleme gemeinsam angegangen werden können.

Auf diese erste Phase der praktischen landwirtschaftlichen Schulungen folgt nächstes Jahr eine weitere Schulungs-Phase, um die angebauten Produkte richtig vermarkten und verkaufen zu können und so die Chancen auf ein eigenes Einkommen zu erhöhen.

Wenn auch Sie gerne den Familien in Madagaskar eine helfende Hand reichen möchten, nutzen Sie gerne das Online-Spende Formular mit Vermerk „Ernährungssicherung in Madagaskar“.

Neues Video zu unserem Jahresprojekt 2024

Dieses Video veranschaulicht kurz und knapp die Vision unserer integrativen Kinderzentren, die an einigen Orten in Nepal bereits Wirklichkeit wird.

Unser Traum: dass noch viele andere Dörfer wissen dürfen: Gemeinsam können wir es schaffen!

Mehr Infos gibt es hier!